Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 12 (22.3.1923)
- Date
- 1923-03-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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...--— »a Was . w Centrol^ecttnt Das Ende eines Derlenmderfeldzuges« Wie dringend notwendig nnrere Organisation ist, beweist die Geschichte und das Ende eines Verleuinderseldzuges, den einige Antisemiten in Holle a. S. mit Hilfe der «H a l l e s ch e n Z e i t u n g" gegen dortige jüdische Deutsche geführt haben. Unter den Angegriffenen war auch der Vorsitzende unserer dortigeit Ortsgruppe. Die, Verleumdung ging dahin, das; die mit voller Namensnenn-nng in aller' Oessentlichkeit genannten Personen ein en M ö r d e r , gedungen _ hätten, um einen deutschnativn-alen Redner während einer Wählerversammlung zu ermorden, außerdem hätten sie durch bezahlte Kräfte eine Rugc-Versammlung stören lassen. Den vereinten Bemühungen unserer Ortsgruppe in Halle und der Zentrale ist es gelungen, trotz des Widerstrebens der unteren Instanzen ein öffentliches Verfahren gegen die Redakteure Böttcher und Sellbei m von der „Halleschert Zeitung" sowie gegen eine Reihe Redakteure herbeizuführen, die die schändlichen Behauptungen durch ganz Deutschland weiter verbreitet haben. Böttcher und Sellheim sind durch das Urteil der Halleschen Strafkammer arn 12. Juli 1922 zu 800 bzw. 500 Mark Geldstrafe verurteilt worden, gewiß eine sehr milde Strafe, wenn man bedenkt, daß die überaus schwere Beschuldigung ein Wahlschwindel und, das war das Gefährliche, offensichtlich bestimmt war, das eiserne Arsenal der antisemitischen Lügenb e h a u p t u n g en u nt eine zugk r ästige N u m m er zu vermehren. Hinter den Verleumdungen standen Leute, die sich zum Teil aus extremen Deutfchvölkischen zusammensetzten, zum Teil aber aus äußerst Zweifelhaften Leuten, von denen einer, ein gewisser W ei der, schon Kommunist, dann Deutschvölkischer und Antisemit, bezahlter Nachrichtenzuträger gewisser Behörden, und zuletzt -— leider — sogar Schupob c amte r war. Nachdem das Reichsgericht auf die Revision' der Angeklagten das Urteil zunächst m die Do rinstanz zurückverwiesen, harte, wurden Böttcher und Sellheim zum zweitenmal durch .Urteil der Strafkammer in Halle a. S. vorn 12. Juni 1922 verurteilt. Die Angeklagten. die es an Anstrengungen, sich und die gesinnungsaleichen Verbreiter ihrer Unwahrheiten vor Strafe zu schützen, nicht fehlen ließen, legten dann zum Zweitenmal Revision ein. Diese hat nun das Reichsgericht durch Urteil vom 21. Dezember IW auf Kosten der Angeklagten . v e r w o r f e n. Damit ist die Verurteilung rechtskräftig geworden, und es Werden, nun alle zur Verantwortung gezogen, die die auch für Außenstehende als Lüge leicht erkennbaren AussLrvrmngen nüchgedruckt haben,, um s h ft c ma t i j ch d u r ch P o gr o mst i m m u n ö auf i h r e A r t d e in b e d . r a n g t e n V a t e r lau d z u „Helsen". Einige haben übrigens, da die Wahrheit endlich durch Vre energisch fortgesetzten, keineswegs leichten Bemühungen unserer Organisation trotz aller gegnerischen Verdrehungskünste sestgestettt ist, das Bestreben, gezeigt, durch Erklärungen der verdienten Strafe zu entgehen. Mit Rücksicht auf die Not des Vaterlandes sind diese Erklärungen als genügend angesehen worden. Das ist kurz die Geschichte eines Verleumderfeldzuges, wie sie zu allen Zeit en z u H u uderte n s ch v n ge f ü h r t sind und sicher auch in Zukunft immer wieder geführt werden. Niemand von uns ist davor sicher, und nur eine kräftige Organisation kann energisch und mit Aussicht auf Erfolg dagegen auftreien. Ein Brief des Vorstandes der Bayerischen Studertterrschasi, an die Schistleituug der „C. V.-Zeitnng" gerichtet, ist 3u wichtig, als daß wir ihn unseren Lesern vorenthalten, sollten. Das Schreiben lautet wörtlich: „Zu Ihrer Mitteilung: „Kongreß der a n t i s em itif ch e n Ak a d em i t ex in U n g a rn" in Ihrer Nr. 9 vom 1. März 1923 teilen wir Ihnen ergänzend mit: Nicht mehrere Delegierte antisemitischer Korporationen aus dem Auslande, besonders aus München und Wien, waren anwesend, sondern es waren anwesend: Herr canb. jur. Ed. Stveckle, als Vertreter der Deutschen Studentenschaft und Vorsitzender der Baherischen Studentenschaft, Herr cand. rer. pol. Kersken als stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Studentenschaft Deutsch-Oesterreichs. Berichtigend bemerken wir, daß Herr cand. rer. pol. Franz Winkler, Vorsitzender der Ungarischen Studentenschaft der Ilniversität München, die Grüße des Generals L u d endo r f s ü b e r b r a ch t e : es ist unrichtig, daß er die Versicherung abgab, daß General Ludendorsf sich mit den Zielen der antisemitischen Studentenschaft identifiziere. Wir geben Ihnen dies - zur Kenntnis. Eine R i ch t i g st e l l u n g Ihrerseits erwarten w i x n i ch t." Diese „Richtigstellung" hat den Vorzug, daß sie unsere Notiz vollauf bestätigt. Das hatten wir allerdings nicht erwartet. Meine Chronik. Frau Betty Tietz hat dem Leutral-Verein zum Gedenken an ihren Heimgegangenen Mann, unseren Oskar T i e tz, 21& Millionen Nkark überwiesen. — In der Realschule der Israelitischen Religio n s g e s e l l - sch a ft in Frankfurt a. Main wurde Sonntag, den 4. März, eine Gedenktafel für die im Kriege gefallenen ehemaligen Schüler der Anstalt enthüllt. — Die Gattin unseres Syndikus für Brandenburg, des Herrn Rabbiner Dr. Salomonski (Frankfurt a. O.), ist nach kurzem, schwerem! Leiden gestorben und am Sonntag, den 18. d. M., unter -großer Beteiligung be- - stattet worden. — Am 30. d. M. wird die frühere Lehrerin an der Berliner t Jüdischen Gemeiudemädchenschule, Sophie Fraent'el, 90 Jahre alt. Sie! lebt seit ihrer Pensionierung in dem Israelitischen Lehrerinneuheim in Lichterfelde-! West, Karlstraße 112. und erfreut sich seltener geistiger und körperlicher Frische. Alleinige Anzeigen-Annahme Rudolf Blosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin 8XV19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz / Coln a. Rh. / Dresden / Düsseldorf / Erfurt / Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Lamburg / .Hannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Budapest / Warschau / Basel / Zürich Paul Adelsberger Rosalie Adelsberger geb. Weil! Vermählte. Nürnberg New York Hotel St Regis . - Sonntag, den 18. März 1923, J n £ Gesundes Mädel argekommen. ® Albert Sllberslein rai FranRosie CO geo. Seelenfreund. »J Eisenach, den 13. März 1923. Die gsückücne Geburt eh es gesunaen düngen zeigen hocnerfreut an Rechtsanwalt Karl Löwenstein Frau Thekla Löwenstein. Aachen, den 21. Februar 1923. Heinrichsafiee 33. OaucrnOe, liebmlle Dufnaltne für 46 jährige Witwe (gesund, aber mit Beinprothese) in Familie oder Heim bei guter Entschädigung gesucht. Offerten unter IV. UI. 49» cm Rudolf Moste. Nürnberg. Wir machen darauf aufmerksam, daß wir für einen besondersbe> ürüigeu SchuhmacherHeimarbett suchen. Wir bitten Faiwlien, die in der Gegend der Liebenwalder Straße wohnen, alle Reparaturen an Herrn Vrückmann, Neberiwalder Straße 5, geben zu wollen. sür sofort Mr Studenten Beschäftigung zeglicher Art für die Ferienzeit. Meldungen an leiem fflr üfiieitracliweis. RlwS« Klassiker-Bibliothek neu, mir hochelegantem, gotdgeprägtern Leinen- Rückenschnirt: Schiller, Goethe Shakepeare, Hauff. Lesstng. 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