Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 11 (15.3.1923)
- Date
- 1923-03-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Jndenseindttche Umtriebe ittt Ruhrgebiet. An Straßenecken und Häirsern mehrerer Städte im Ruhr-aebiet, besonders in- Essen,', konnte man in diesen Dagen wiederholt Anschläge beobachten, die folgenden Wortlaut haben: „Volks- und Vaterlandsverräter! Die französische Besatzungsbehörde sichert Euch Straffreiheit und Schutz zu. Wir Deutsche auf roter Erde erkennen die Hoheit der Franzosen nicht an. Wir werden uns aus Grund deutschen Rechtes in der Verfolgung von Verrätern nicht beirren lassen. Ihr seid nicht stvassrei-. Die heilige- Acht straft und wacht. Die Feme. Inr Aufträge des Ueberwachungsausschusses zur Wahrungdeutscher Würde." - Ein neuer, kleinerer Anschlag auf rotem Zettel, der hauptsächlich an indischen Geschäften Zu finden war, ist kurz nur mit „Die Feme" unterzeichnet und bringt lediglich einen Wildenbruchschen Vers. Es dürfte kaum einein Zweifel urfterliegen, daß es sich um eine g r öftere O r g a n i sa Hon handelt, die über genügende Geldmittel für ihre Tätigkeit verfügt. Polizeibehörden und Staatsanwaltschast haben bisher nicht ermitteln können, .wer hinter dem „Ueberwachungsausschuft" steht und aus welchen dunklen Quellen er gespeist wird. Ein „verband jüdischer Sportvereine Deutschlands" l Keine Absonderung! — der Sport ist neutr >a l! „Die beherzigenswerten Worte des Herrn Dr.-Felix Goldmann in der „C. D.-Zeitung" vom 1. März über „Jüdische Kultur?" haben endlich einmal mit genügender Schärfe alle die geistigen Bestrebungen gebrandmarkt, die, von jüdischer Seite ausgehend, darauf hinzielen, die deutschen Juden von der Kultur ihres Vaterlandes abzusondern, sie in Deutschland fremd, heimatlos zu machen oder wenigstens sie ihren deutschen Mitbürgern gegenüber noch mehr als bisher zu isoliere n. Was auf geistigem Gebiet gilt, gilt leider nunmehr auch auf körperlichem. Seit einiger Zeit bestehen in verschiedenen Städten „jüdische Sport- und Turnvereine", die sich jetzt laut einem Ausruf in derselben Ausgabe der „C. V.-Zeitung" zu einem Verbände für ganz Deutschland zusammenschLietzen wollen. Wahrscheinlich wird es zur Bildung eines „Verbandes jüdischer. Sportvereine Deutschlands" kommen, womit ungeheure Gefahren für die d e u t s ch d e n k e n d e jüdische Jugend verbunden sind. Ist der Bestand von ausschließlich für Juden bestimmten Sporte vereinen' hier und da aus örtlichen Verhältnissen halbwegs entschuldbar, so wird sich gegen einen Verband dieser Vereine die berechtigte schärfste Mißbilligung jedes Sportlers erheben. Der Sport soll ja gerade das Bindeglied zwischen den verschiedenen Berufen, Religionen und Nassen sein. In einem Sportverein darf es keine Politik, keine besondere Pflege einer Religion geben. Und in der Tat gibt es, das kann man wohl behaupten, fast in jeder Stadt einen oder mehrere allgemeine Vereine, die nicht daran denken, Rafsenpolitik zu machen und 'Inden auszuschließen. Beispielsweise bin ich schon über 234 Jahre und mit mir zahlreiche aridere jüdische Jungens und Mädels in dem bekannten „Sportverein Viktoria 96 Magdeburg" und genieße die ausgezeichnete Jugendpflege in der Jugend abt-eilung ebenso wie jeder Andersgläubige. Antisemiten gibt es heutzutage überall, aber es gibt auch noch Gerechtdenkende. Noch niemals habe ich je das Gefühl des Geduldetseins haben müssen, sondern fühle mich ebenso freudig als Mitglied wie jeder andere und habe auch dies . aus so manchen Spielfeldern bewiesen. Mit dem Tage aber, an dem ein „Verband jüdischer Sportvereine" ins Leben tritt, s i n d a l l e d i e T a u s e n d e j u n g e r jüdis ch e rDeut - scher, die b t s h e r i n d e n a l l g e m e i n cu V er e i n e n Körpe r u n d Gei st g e ü b t ha b e n , dort heimatlos ge w o r d e n. Es ist ja nur natürlich, daß man ihnen dann sagt: „Warum geht ihr nicht in eure (!) Vereine?" Es ist nur eine natürliche Folge, daß zu den dann bestehenden großen Sportverbänden, dem jüdischen, dem der Arbeiter und dem allgemeinen („bürgerlichen") ein weiterer, der antisemitische, hiuzu- Iritt. Bislang wurden offene antisemitische Vereine nicht geduldet und Z. V. ein Ortsverein .für hetzerische Agitation mit j ch w e r st e n S t r a f e n b e l e g t. Noch einmal: der Sport ist neutral! Man kann nicht jüdisch oder arisch Fußball spielen, und für Betätigung im religiösen oder sonstigen jüdischen Sinne sind doch wahrlich die Zahlreichen jüdischen geistigen Vereine ausreichend! Darum: junge deutsche Juden, die ihr Sport treibt: hinein in die allgemeinen Vereine! Keine schädliche Absonderung! Fort mit allem Religiösen und Politischen aus dem Sport! Fort mit den jüdischen Sportvereinen, wo andere, bereitwillige Vereine am Orte sind! Fort aber auf jeden Fall mit dem Unding eines jüdischen Sportverbandes! Alle unsere Kraft unserem deutschen Vaterlande! Walter-Ludwig Nathan, stud. pW., Magdeburg. ' «elterer Herr sucht refsereBension.Charlottenburg,möglichst '.ähe Stadtbahn. Offerten unter £».803 anRtldo fINoffe, ßharlotlenburg, Kamst.34. MmrWWsnie sucht Mon mit Familienanschluß. Kuschrist, nnt Bw B 2Si8 befördert Rudolf Mosse, b erlin N W87, Turmstr.61. MmMedchlvester mittleren Alters, aus Kutem Hause, suche ich Wirkungskreis in kleinem rituellen Haushalt. Offerten unter J. F. 784 an Nudols Mosse, Berlin sw 19. Schülerpension Lehrer Hachrath, Hameln. G. m. b. H. Frankfurt a. M. Frankfurter Cigaretten- und Tabakfabrik „FRACI Syndikus gesucht für den Landesverband Ostpreußen (Sitz Königsberg). Ceniral-Berejn deutjcher Staats-!bürger jüdischen Glaubens E. Ä. Berlin Lmionftratze 18, I, Manfred 2onas8 Berlin w io, Maegaretenstratze 4 S ocrintt dis Interessen der Versicherten vb! vor allen Bersicherunas - Gesells scharten und einpffehlt sich zum p Abschlutz und Erhöhungen «.Versicherungen aller Ark. 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I., abends 8 Ubr, im Konzertsaal des Bayerischen Hofs, Dienstag, den 20«, Samstag, den 24. und Sonntag, den 22. Marz, abends 8 Nhr, im Saale der G?sllschaft Museum, Promen adenstr atze. Eintrittskarten für den Zyklus zum Preise von M. 250,—, für Mitglieder der Ingendverftne zum Preise von M. 150.— sind beim Sekretariat der Israelitischen Kultusgemeinde, Herzog- Mar-Stratze 7/1,'erhältlich,, Export- und Handelsgesellschaft Joseph Pomeranz m. b. B. Zwickau i. Sa., Richardstraße 2. Fernruf 2359. — Tel.-Adr.: M i r a n z. Ausrüstung t Großhandel / Fabrikation. Vaumwollwareri, Wäsche, Triwtagen, Strumvfwaren. Arbeiterdekleidung. Grosser! Preis (höchste Auszehrung) Blüthneri M*MrnUGEL-PlANINOS\ r ALLEINVERTRIEB I für Groß-Berlin u.Umg’-Ä B^eumann# kiirfürstendamm 228> Ducanoia- Kunstpief-Pianos und Flügel Stpt.13717 MeleiniMtkm Ringöfen Schlüsselfertige Ziegeleien. Louis Schmelzer Magdeburg, Psälzerftr. 8. Bad Jlinsberg Haus Tappert (früher Hasse). 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