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Central-Verein-Zeitung · 1923-03-15 · 11 (15.3.1923) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
11 (15.3.1923)
Date
1923-03-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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„Wer stört die Einheitsfront?" Unter dieser Ueberschrift bringt das «Kölner Tageblatt" vom 27. Februar IW folgenden Artikel: „Der Vrandenburgische Landbund hat in diesen Dänen im Zirkus Busch eine Hauptversammlung abgeha-lten auf der Pfarrer Martin (Magdeburg) emo Rede hielt. In dieser heißt es nach dem offiziellen Bericht des Brandeuburgischen Landbundes wörtlich: „Wir sehen fetzt deutlicher die Schäden in unserem Volte, und unser Urteil mutz lauten: Ein Volk, das sich von Phantasten und Utopisten betrügen und verführen läßt (lebhafte Rufe: Juden!), ein Volk, das sich — sagen Sie auch meinetwegen — von den Juden verführen läßt, denn das ist doch ziemlich dasselbe (grotze Heiterkeit, Sehr gut! Bravo! und Händeklatschen) — ein Volk, das die Männer, die draußen inder Stunde der Not ihr Leben eingesetzt haben und ihr Volk gerettet haben, das diese Mä.m«r mit Schmutz bewerfen läßt und selbst beschmutzt (Ruse: Pfui!), ein 'Volk, das den Stand, der es ernährt hat in schwerster Zeit und es heute ernährt, in den Staub und in den Schmutz zieht unb niederzwingen will: ein solches Volk ist noch nicht reif, der Welt als Führer voranzugehen (Sehr richtig!), und darum mußte uns Gott schlagen, imb darum, muß er uns weiter schlagen. (Sehr richtig!) \ Vorstofz gegen die Neutralität der deutschen Turrrerfchaft. Der Deutsche Turnerbund 19J9 (eine völkische Organisation) versendet einen Sonderabdruck aus der Nummer seiner „Bundesturnerzeituna" vom 1. Januar 1923 mit dem Ausruf „a n die e h r e n s e ste u Turnverein e des Bayerisch e n T u r n e r b u n d e s". In dem Ausruf beißt es. daß bei dem deutschen Turnerfest in München 1923 der deutsche Turnerbund 1919 n n r dann teilnehmen könne, wenn es in streng bölkis ch e m E e i st veranstaltet und durchgesührt wird und nur von Festgästen deutschen Stammes arischer Abtunst besucht werden dürfe, Volksf r e m d e n u n d F e in d l i ch e n d a g e ge n nicht zugänglich s e i.- Zustinunungen zu dem Verlangen, das deutsche Turnerfest in München f u d e n r e i n zu gestalten, seien an folgende Adressen zu richten: Kommerzienrat Paul Lang, München, Nußbauerstraße 16, I. Professor Dr. Oskar Beyer, Aschersleben. Antisemitischer ll-Boot-Vortrag. Korvettenkapitän Bern h a r d hat am Sonnabend, den 3. Felbrucvr, in einer Schülergruppe des „Vereins für das D e u t s ch t u m i m dl uslan d" im Königstädtischen Realgymuasiunr zu Berlin einen Vortrag über „U-Boote im Kriege" gehalten und den Schülern unter anderem gesagt: „Glaubt nicht alles, was irgendein Jude in der Regierung sagt und schreit dazu Hurra!" Auf eine Anfrage bei dem Verein für das Deutschtum irn Ausland, wie er sich zu solchen Vorkommnissen stelle und w)e er ihnen, für die Zukunft Vorbeugen wolle, erhielten wir unter dem IO. Februar ein S ch r e i b e n d e.s Vorsitzenden: „Zu dem bedauerlichen Vorgang müsse der Verein erklären, daß der in Frage stehende Vortrag nicht im Aufträge der Hauptleitung des Vereins gehallen worden sei. An dem Königstädtischen Realgymnasium bestehe eine Schulgrupve, die selbständig den Redner für den Vortrag über die ll-Boote berufen habe und vermutlich selbst sehr überrascht über die ungehörige Aeußerung gewesen ist. Der Vorstand habe an den Leiter der Schulgruppe sofort geschrieben und ihn ersucht, in Zukunft bei Auswahl von Rednern vorsichtiger zu se in. Eine Erörterung solcher Fragen gehöre keineswegs in die Schule, und noch weniger in eine Lchulgruppe des allgemeinen deutschen Schulvereins. Eine Anklage wegen Totschlages mit politischem Hintergrund, die in der Oeffentlichkeit großes Aufsehen und namentlich in den deutschvölkischen Zeitungen Anlaß zu den lebhaftesten Erörterungen gegeben hat, wird, wie dem „Berliner Gerichtsdienst" aus Eise n a ch gemeldet wird, das in diesem Monat dort zusammentreleude Thüringische Schwurgericht beschäftigen. Die Anklage richtet sich gegen den Kaufmann Herrmann P o m in e r aus A r n st a d t, den Sohn eines dortigen Warenhausbesitzers.. In der Nacht zum -29. Oktober 1922 hatte der^ T c ch n i kerverb a nb C i m b x i s in Arnstadt im all ge me inen Gastzimmer eines Lokals seine Kneipe. Im Laufe des -Abends wurde „Deutschland', Deutschland über alles" und das „H a t e u t r e u z l i o d" der Ehrhardt-Brigade gesungen-. In das Lokal fom auch der Kaufmann Herrmann Pommer mit seiner Geliebten und deren Freundin. Als das „Hakeukrcuzlied" angestimmt wurde, entfernte er sich, wurde aber draußen von dem Techniker S t r a u ß zur Rede gestellt, um rum er bet dem Liede „Deutschland, Deutschland über alles" sitzen geblieben sei. Pommer erwiderte, daß dies nicht der Falt gewesen sei. da er während des Absingens dieses Liedes gar nicht im Lokal anwesend gewesen sei. Es entstand darauf eine Schlägerei, in deren Verlaus beide Männer zu Boden sielen und durch andere Techniker, die hinzngekvmmen waren, auseinandergebracht wurden. Pommer, der F el d z u gste iln eh mer und Inhaber des Eisernen- K r e u z -e s i st, wa-r über den Vorfall sehr erregt, zog seinen Revolver und gab aus kurzer Entfernung einen S ch u ß a b , der S -t rau § tödli ch t r *cr f. Pommer behauptet, daß er in Notwehr gehandelt habe und bestreitet die Tötungsabsicht, während seitens der Techniker der Standpunkt vertreten wird, daß Pommer mit Vorbedacht geschossen habe. Die Voruntersuchung lautete zunächst auch auf Mord, cs ist setzt aber Anklage wegen Totschlags erhoben worden. Seitens des Angeklagten wird behauptet, daß Strauß nicht aus patriotischen Gründen, sondern aus Eifersuchtgehandelt habe, denn er soll vorher auf dessen Geliebte eingeredet haben, ihm das ehrenwörtliche Versprechenzu geben, daß sie „mit dem Juden nicht mehr gehe n* w ü x de". Zu der Verhandlung ist ein sehr großer Zeugenapparat aufgeboten worden. Die Verteidigung des Angeklagten haben die Rechtsanwälte Dr. Wachtel- Gotha und Dr. Max Kantorowicz und Dr. Puppe-Berlin übernommen. Man sieht dem Ausgang dieses Prozesses in Thüringen mit großer Spannung entgegen. Alleinige Anz eig en-Ann ahme Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahm e für aämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin 19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz / -Cöln a. Rh. ✓ Dresden ✓ Düsseldorf / Erfurt / Frankfurt a. M. / Lalle (Saale). LamLurg / Hannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim ✓ München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Budapest / Warschau / Basel / Zürich LloydTriestino, Triest Regelmässiger Passagier- und Warendienst ab Triest nach der Adria, der Levante, dem Schwarzen Meer, Indien und dem Fernen Osten italienische Staatshahnen CosuM-IMe, Triesi Regelmässige Abfahrten von Triest nach New York und Südamerika Italienisches Reiseverkehrsamf Rom Navigazione Generale italiana,Genua La Teloee, Societä Italiana di Servra Marittiml, 8om Regelmässiger Passagier- und Warendienst ab Genua und Neapel nach Nord-, Süd- und Zentralamerika, der Levante und dem Schwarzen Meer Amtliches italienisches Reisebureau Eisenbahn- und Schiffskarten bei den Genera!agenturen: Berlin: Unter den Linden 47 - Hamburg: Esplanade 22 - München: Maffeistrasse 14 - Wien I: Kärntnerring 6; ferner bei Rcisebureau <J. Hartmann, Köln, Hohe Strasse 104j6, und Frankfurt a» M«, Bahnhojsplatz 8 Sta.it Karten! Ihre Vermählung geben bekannt: Ludwig Eschenheimer und Frau Herta geh. Elias. Velbert (RHid.), den 1!. März 1923. tJ "V Sta t Karten. Dagobert Heumann Aenne Heumann geb. Griinebaüm Vermählte. # Köln Nierstein a. Rh. 18. März 1923. Wir suchen zum 1. April d. I. oder später WevMOckliril }ilt 8 8 8 Damenkonfektion und w^iftheabteilung. Es wollen sich nur Damen meldm, die laug- ' fahrige, beste Referenzen auizuweisen haben. Angen hme selbständige Stellung. Für Wohnung und Pension wird Sorge getragen. Gebrüöertzlsberg,Iserlohn. 8 Wir suchen (s gebildeten einen nur seminaristisch A 1 Mgtoiwlelira, pcedigec UNS WlOtt mit ersten Stimmitteln und vorzüglicher Rednergabe. Unsere Ge- A meinde gehört bekanntlich mit zu den ersten, die der Teuerung sofort Rechnung trugen, und ivird den staatlichen Besoldungssätzen angcpaßt. Das letzte M o UKtseinkommen betrugca.400 000M. Nmzugskosten werdeir erstattet. Meldungen nur erster gesetzestreuer StväUc mit Zeugnisabschriften und Lebenslauf erbeten. DerSorstand derKreWnagogen- » gemeinde Hü (Ostpreußen). » W. Brenner. ^8 In unserer Gemeinde ist die Stelle des eOn Kantors und itynto alsbald neu zu beietzen. Seminaristisch gebildete Herren (stimmbegabl) mit guter musikalischer Ausbildung wollen ihre Meldung urter Beisugung von Zeugnisabschriften undLebenslausbis zum 20. w«ärz d. I. bei uns emreichen. Reise- und Nmzugskosten werden vergütet. Darmstadt, den 2. März 1323. Ser Vorstand derZstaelitischenAriigiansgentemdeSarmfladi. /KebiloeteS Fräulein, mit besten Empfehlungen, zur Erziehung zweier Kinder von 4 und 6 Jahren und Leitung meines rituellen Haushaltes LkfUcht. Mädchen vorhanden. Offerten an Neustadt. Berlin. Kronenstraße 30/31. jiusWMeÜMe für Buchhaltung, Expedition mit schöner Schrift per sofort oder später sucht £. Cohn & C». Berlin, Brunnenstr. 24. Kindersartnerin (Fröbelsche Ausbildung) für 2lk Jabre alten Knaben gesucht. Mittlere Stadt Nähe Dresdens. Bewerbungen unter ».Jtt. 455 an Rudolf Moste, Dresden, erb. 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