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Central-Verein-Zeitung · 1923-03-01 · 9 (1.3.1923) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
9 (1.3.1923)
Date
1923-03-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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68 wegen Preiswucher mrL Kartofseln 30 WO Mark Geldstrafe. — Der Händler Frclnz V a ch h o f>e r von Konstanz wurde wegen verbotenen Käseauskauss zu einer Gefängnisstrafe von vier Wochen und zu einer Geldstrafe von lööOO Mark verurteilt. — Der Getreidehändler Lorenz Vraumiller in Petershaustn hatte sich wegen Untreue und Unterschlagung zu verantworten. Er hat in seiner Eigenschaft als amtlicher Getreidea-ufkäuser des Kvmmun»alverbandes Dachau Lieserweizen als freien Weizen verkauft. Er erhielt zwei Monate Gesmrgnis.— Der Bäckermeister Gottfried B a u e r in Deisenhofen verkaufte Semmeln, die durchweg 10 Gramm zu wenig Gewicht hatten. ( Er erhielt wegen Preistreiberei eine Geldstrafe von ZOOM Mark, während der übermütige Gewinn von 14 490 Mark eingezogen wurde. — Diese Falle werdem vvn der iudensind - l'ich en P r e s s e Bähern s lv oh l nicht vermerkt wer d e n? Für sie wuchert immer nur der Jude, und Leute, die so prächtig völkische Namen tragen wie Heimmerer, Bachhofer und Braumiller sind natürlich Edelblüten arischer Moral. Ein jüdischer Neger an der Wiener Universität. Dieser Tage erschien in Wien ein Neger vor dein jüdischen Hochschulausschuß und sprach die Bitte aus, man möge ihn als Mitglied anfnehmen. Als man ihm erklärt hatte, daß in einer jüdischstudentischen Korporation nur Juden Aufnahme finden, erwiderte er in einem gebrochenen Deutsch, er heiße Tahara Mehuwd Tahara, fei Israelit und studiere an der medizinischen Fakultät der Wiener Universität. Leine Eltern wohnen derzeit in Merandrien. Der Hochschulausschuß ließ einige indische Studenten aus Palästina und Aeghpten kommen, die sich mit dem Neger in arabischer Sprache verständigt haben. Es stellte sich heraus, daß der Negerstudent tatsächlich einer israelitischen Negerfamilie in Abessinien entstammt. Pödelszenen auf der Hoch- und Untergrundbahn. Ein Freund unseres Blattes teilt uns folgendes mit: Am 14. Januar, halb zwei Uhr mittags, betraten auf der Station Gleisdreieck fünf, sechs Herren und eine Dame ein Abteil zweiter Klasse des nach dem Zoo abgehenden Zuges und begannen sofort in provozierender Weise auf die Juden zu schimpfen. Als auf dem Nollendorsplatz ein jüdisch aussehender, jüngerer Herr in das Abteil trat, s ie l die Gese l l>s chaf t ü be r i h m h e r . insultierte i h n t ä t.l i ch u n d s ch t u g i h n s o z u s agen a u s d e m Wagen hin a u s. Hierauf erhob sich ein christlicher Herr und rief entrüstet: „I ch schäme mich, ein Deutscher zu sein, dieses Benehmen ist eine Unverschämtheit!" Nun zog die Bande gegen ihn los. und als er dann noch sagte: „Sie stammen wohl aus der Gesellschaft der Rathenau-Mörder?" bedrohten sie auch ihn und erzwangen auf dem Wittenbergplatz durch den dort stationierten Sipowachtmeister Klein die Feststellung dieses Herrn, gegenden.sie angeblich! eine Beleidigungsklage erheben wollten. Der Einsender dieser Mitteilung — der uns bekannt ist — «und ein weiterer Passant erboten sich sofort zur Zeugenschast. Der wichtigste Zeuge aber, jener insultierte .Herr, der aus dem Nollendorsplatz gezwungen wurde, den Zug zu verlassen, ist nicht auffindbar und wird auf diesem Wege gebeten, sich zu melden, damit gegen jenes Radaugesindel mit Erfolg gerichtlich vorgegangen werden kann. Eine Szene vom Kurfürstendamm. Bor der siebenten Strafkammer des Landgerichts 111 fand am 26. Februar eine Ausschreitung ihre gerichtliche Sühne. Wegen Aufreizung, zum Klassenkamps (8 160 StGB.) hatte sich die ehemalige^rankenschwoster Franziska Eichhof zu verantworten. Der Vorfallder zur Verhandlung stand, hatte fick) schon im September 1919 abgespielt. Die Angeklagte, die sich bisher der Verhandlung zu entziehen gewußt hatte, wurde Zwangsweise vorgesührt. Die B-eweis.aufnäh.nde führte in die Zeiten zurück, wo an jeder Straßenecke ein Verkäufer des Kunzeschem. „Wochenblattes" die hetzerischen Ueberfchriften in die Menge schrie, die häufig für oder wider die Inder: erregt Partei nahm. Bei einer solchen Gelegenheit hatte die Angeklagte in Schwesterntracht gerufen: „Aust schlagt die Juden tot, rottet sie aus!" Der Central-Verein, dem der Vorfall von einem Mitglied gemeldet war, hatte, nachdem die Staatsanwaltschaft zunächst ein Einschreiten abgelehnt hatte, im Beschwerdewege die Eröffnung des Verfahrens erreicht. In der Verhandlung stauben sich die Aussagen der Belastungszeugen und der Entlastungszeugen im entscheide oder: Punkto diametral gegenüber. Das Gericht erkannte -auf eine Geldstrafe von 3000 Mark, Hilfsweise 30 Tage Gefängnis und Tragung der, tote der Vorsitzende ausführte, ungeheuren Kosten. Von der von: Staatsanwalt beantragten Frei hei tsstraf-e wurde abgesehen, da die Angeklagte noch unbestraft sei. ' Eine jüdische statistische Zeitschrist in Berlin. Soeben erschien hier die erste Nummer der von Professor V. Brutzkus, I. Leschzinski und Dr. Jakob Segal herausgebenen Zeitschrift „Blätter für Demographie, Statistik und Wirtschaftskunde der Juden". Die Zeitschrift wurde von der jüdischen Welthilsskonferenz gegründet und erscheint achtmal im Jahre. Hinze und Kunze in Danzig. Für Montag, 49. b. M., war in Danzig ein Vortrag Knüppel-Kunzes angesagt. In Anbetracht dev Skandale, die gelegentlich einer frühere!: Kunze-Versarmnlung in Danzig vorgelommen sind, hat der Senat gegen den Berliner antisemitischen Agitator einen Ausweisungsbefehl erlassen. Da sich Kunze versteckt hielt und ihm der Ausweisungsbefehl nicht zugestellti werden konnte, war vorgesehen, ihm unmittelbar vor Beginn der Versammlung den Aus- .weisungsbefehl zu überreichen. Von dieser Absicht hatte Kunze Kenntnis erhalten und ließ deshalb aukündigen. daß an seiner Stelle ein Herr Hinze das Referat hatten würde. Die Polizei war sich aber darüber klar, d aß Hin z e u n d Ku n z e mit e i nand e r i d e n ti f ch feie :r. Sie erschien im Versammlungslokal und forderte Kunze auf, den Freistaat soso r t z u v e r l a s f e n. Da rar: sh in erhob sich in der Versaurmlung ein ungeheurer Tumult. Die Versammelten formierten sich zu eineue Deinonstrationszug durch die Straßen Danzigs. Die jüdischen Passanten wurden terrorisiert. Bis spät in die Nacht hinein hallten die Ltraßen von den Rufen „Nieder mit den Juden!" „Tod den Juden!" Kongresi der antisemitischen Akademiker in Ungarn. Der soeben geschlossene Landeskongreß des Verbandes ungarischer Universitäten und Hochschüler in Budapest hat sich für die Ausrechterhaltung des Gesetzes des * nnmerus clausus und die Ausdehnung dieses Gesetzes auf dio Nostrifizierung der im Ausland erworbenen Diplome ausgesprochen. Bemerkenswert ist, daß die Regierung durch zwei Staatssekretäre aus dem Kongreß vertreten war. Mehrere Delegierte antisemitischer Korporationen aus dem Anstande, besonders aus München und Wien, waren anwesend. Der Student Franz Winkler ans München ] überbrachte die Grüße des Gen e t a l s Ludendorff. in dessen i Namen er die Versicherung abgab, daß der General sich mit den Zielen der antisemitischen Studentenschaft indentifiziere. Oer schwere, gehaltvolle Phantasiegeruch Es dürfte wohl kaum ein Parfüm geben, das so fein abgestimmt, so zartpikant in seiner Wirkung ist wie Mystikum Parfüm. Nie ist es aufdringlich und für die Umgebung des Trägers belästigend; dabei ist es doch "stark und haltbar im Geruch. Die Kristallische ist in der Form künstlerisch durchdacht ltnd in der Ausführung mit solcher Sorgfalt behandelt, dass es wirklich ein Vergnügen ist, die schöne, blitzende Flasdhe zu betrachten. Die Kristallflasche in drei Grössen und einfache Flaschen in zwei Grössen sind in jedem Geschäft käuflich. iKum um Mystikum Puder wirkt auf der Haut pastellartig matt und ganz unauffällig; er ist auf das feinste verarbeitet und enthält keine schädlichen Bestand« teile- / Mystikum Taschenpuder ist ein fester Puder in kleiner Dose zum Mitnehmen in Gesellschaft, Theater usw. / Mystikum Talkum-Puder hat wohltuenden Einfluss auf die Haut nach dem Bade, nach dem Rasieren. / Mystikum Seife ist äusserst milde und angenehm- Der Seifenkörper ist ganz neutral und gibt einen weichen, sahnigen Schaum. Das Parfüm ist sehr fein, besonders in seiner Wirkung im Wasser. / Mystikum Haarwasser wirkt sehr anregend auf die Kopfhaut / Mystikum Toilettewasser, erfrischender, fein duftender Zusatz zum Bade- und Waschwasser- Parfümerie Scherk /'Berlin" New York Verfretiingen: Wien / Agram / Prag / Kristiania / Kopenhagen.

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