Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 9 (1.3.1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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67 Eine „geschmackvolle" tzotelzeitung. Das „Hotel Excelsior" in Berlin gibt täglich eine „Tageszeitung und Fremdenliste" heraus, die seinen Gästen kostenlos zuaestettt wird. Uns liegt die Nr. 40 dieser Zeitung vor, und ein fluchtiger Blick auf die Namen der Reisenden, die dieses- Hotel aufsuchen. Zeigt, daß auch tüdische darunter sind. Diese mutz es recht seltsam berühren, daß die Hotelzeitung nallp stehenden Artikel veröffentlicht: I -u d e n ft a t i st i k. Gelegentlich der IahreskonferenZ desamerikanisch-jüdischen Komitees teilte Louis Marschall mit, daß es nach der letzten Zählung insgesamt lö 393 815 Juden gibt. Von diesen 'leben 3 330 000 in Amerika, 3 716 000 in Polen, 2 375 000 in der Ukraine, 950000 Lu Rumänien, während der Rest sich aus die übrigen- Länder verteilt. Eine stattliche Zahl. Sollten all' diese Juden am jüngsten Tag aus das Kommando der Erzengel: „Juden heraus!" gesondert und im dichten Gänsemarsch antreten, dann müßten sie — Zwei Judenseelen pro Laufmeter berechnet —- siebentausendfünfhnndert Kilometer lang die Milchstraße belegen. Das ist übrigens nur etwas länger als die Entfernung von der Erdoberfläche bis zum Erdmittelpunkt. Die Judeuschaft der Welt batte sonach rnit einer verschwindenden Ausnahme auf einem einzelnen Erdradius Platz 3iim Stehen. Daß ein Unternehmen, das erweislich einen Teil seiner Einnahmen von jüdischen Gästen bezieht, sich diese platte Geschmacklosigkeit leistet, ist etwas Seltenes. Und daß ein Jude, wie Herr Dr. Arthur Kürschner, sich nicht scheut, ein Blatt wie dieses verantwortlich su zeichnen, ist nicht ineniger derurteilenswert. Ungarn und Ehasaren. Unter lallen Behörden Horthh-Ungarns ist heute der Budapefter Magistrat der weitaus antisemitischste. Er gibt sich nicht damit zufrieden, längst alte jüdischen Lehrer und Beamt-e grundlos entlassen und die uieiitcn brotlos gemacht zu haben, er kann sickfs auch nicht versagen, sein Mütchen an den Juden überdies in kleinen Bosheiten und Sticheleien zu kühlen. So taufte er jüngst die vorwiegend von kleinen jüdischen Kleiderhändlern bewohnte Petöfigasse in „Chasarengasse" um — denn „Chafckre" ist neuerdings ein beliebter Schimpfname für die „rassesreinden" Juden. Allein dank der beispiellosen Ignoranz und Unbildung der heutigen Stadt- Väter Budapests wandelte sich der beabsichtigte Schimpf in sein Gegenteil: die neue Gasse erinnert nun offiziell an die tausendjährige Blut verwandt schaft der Uniform mit den Juden. Denn der tapfere, kriegserprobt-e Mongolenstanrnr der Ehasaren — wie allen Geschichtskundigen und nur dem Budapefter Magistrat nicht bekannt ist —trat schon im achten Jahrhundert zum Judentum über, und erst im neunten Jahrhundert suchte und fand das kleine, ans der asiatischen Urheimat nach Osteuropa vordringende Volk der Magpaven an den Chasarensürsten mächtige und treue Verbündete. Es ist eine geschichtlich erwiesene Tatsache, daß die sieben magyarischen Stämme, von denen die heutigen „Rassemuagparen" abzustammen behaupten, das Land zwischen Donau und Theiß gemeinsam mit den Ehasaren eroberten, mit denen sie überdies bald darauf in engste Blutsgemeinschaft traten: denn nicht nur der Stammesfürst Elöd heiratete eine chasarische, also jüdische F r a u , sondern auch der Sohn des Fürsten A r v a d , Zsolt, vermählte sich mit einer solchen, und zwar mit der Tochter des Ehasarensürsten Men Btarot. Dies alles sind geschichtliche Tatsachen, aus denen unbezweisclbar hervorgeht, daß die heute „landfremd" gescholtenen Juden in Ungarn zu den Eroberern und er st e n V e w o h n e r n d i e f e § Landes zählen, und daß just die a h n e n st o l z e st-e n M agnaten, die ihre Herkunft aui die sieben Stämme zurückführen, chafarisches, also jüdisches Blut in den Adern haben. Hätte auch nur einer der Budapefter Stadtväter etwas Geschichte gelernt — sie Hütten sich schwer gehütet, an so peinliche und leider nicht wegzuleugnende Dinge Zu erinnern. jyvius Actn., |(^^- jiiMjchtn_. Der Prozeß der Familie Rathenau gegen Müller-Hausen. Der Hauptmann a. D. Müller v. Hausen, der vor einigen Tagen wegen Beleidigung des Reichsministers a. D. Gothein zu einer geringfügigen Geldstrafe verurteilt ist, wird sich am 3. März wegen Beleidigung des verstorbenen Emil Rathenau, des Vaters des ermordeten Ministers, zu verantworten haben. Müller v. Hausen, 'der Herausgeber des Buches „Die Weisen von Zion", hat in dieser Schrift die Behauptung ausgestellt, daß die im Fries des Nathenau-Hauses in der Viktor-iastraße >augebrachten Köpfe „abgeschnittene gekrönte Häupter" darstellten, und hat an diese Feststellung die Bemerkung geknüpft, „wie oft mag unser argloser Kaiser die Schwelle dieses, Hauses überschritten haben, ohne zu ahnen, welche frommen Wünsche oer Alaun, den er „Freund" nannte, für die Zukunft des Hohenzollernhauses lwgte". Dem Strafantrag geaen den Beteiligten hat sich nach dem Tode des Ministers Rathenau seine Mutter angeschlossen. Vom Wuchergericht in München. Der Holzhändler Balthasar ' Heimerer in München, der statt einer Klafter klein gemachtes Holz 1 nur 3,87 Ster lieferte, wurde zu einem Monat Gefängnis und 8099 Atark 1 Geldstrafe verurteilt. — Der Landwirt Martin Pickt in Pasing erhielt Alleinige Auzeigen-Axmahiue Rudolf Mosee, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin S'W 19, Jerusalemer Straße 46- 49 / Breslau / Chemnitz ✓ Cöln a. Nh. / Dresden / Düffeldorf / Erfurt ✓ Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Kamburg / Lanuover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Budapest / Warschau / Basel / Zürich r Die Verlobung unserer Tochter Movriovoia \ Margarete mit Herrn Adolf Jacobowicz inargaiete lfldyer beehren vvi; uns anzuzeigen. Adolf JaCObOWiCZ Simon Mayer und Frau Martha geo. Fränkel, Verlobte. Chemnitz i. Sa. Plauen i. Vogt!. Germaniastrasse 8,1. »Carolastrasae 70. V 4. März 1923. J . . Für Verwandten, Jahn« arzt,Drrned.dent.,Jwaelit, 26 Jahre alt, stattliche große Ersch^nung, mit mettrjähr. Afssstentenpra^rs i.bedeut.Großstadt, suche iw paffenden Platz fÜrAkederlaffUUg. Näheres und ü. B. 0942 besörd. Rudolf Akffe, Köln a. Rh. Statt besonderer Anzeige. Ein sanfter Tod beschloss das Leben meines geliebten Mannes, unseres lieben Sohnes, Bruders, Schwagers und Verwandten Herrn Leo Menko. Im Namen der Hinterbliebenen: Selma Mehko geh. Brück. Barmen, Kreuznach, Zutphen (Holland), Elberfeld, den 16. Februar 1923. Für meinen Nrffen, 16 Jahre alt, Gymnasiast, sucheperl.April d.F. Lehrstelle in einem Bank-undGetreidegelchäft. wo Gelegen heit geboren wird zur gründlichen kaufm. Ausbild., bei fr. Station n. Familienanschluß. Geft.Auschr. an Felix Nüraer» Brandenbürg ^.d.S.» Packhofstr.3. Für die Abteilung Kleiderstoffe und Baumwollwareu suche zum 1. April d. I. tüchtige Verkäuferin. Elite Pension wird gestellt. — Offerten mit Bild. Herrn. Hirsch, Linz a. Rhein. Eleve 19 Jahre alt, welcher drei Jahre praktisch und die Wirtterfchule hinter sich ° hat^ücht zum 1.April d.z. Stelmng auf größeremGut bei Familienanschluß. Gehalt nach Uebereinkunft. Hans Levy, ReMinghaufen- SÜd» Bochumer Str. 121. 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