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Central-Verein-Zeitung · 1923-02-22 · 8 (22.2.1923) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
8 (22.2.1923)
Date
1923-02-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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59 Unserem Freunde, Geh ei inen Jusiizrat Berthold Tim endo rser, Präsident des unabhängigen Ordens Bne Briß, der am kounnenden Sonntag das Fest seines fünfnndzlvanzigsten Amtsjubiläums begeht, lrver-deu «auch die Herzen aller Mitglieder des Central-Bereins freudig enrgegenschLagen. In seiner langen Tätigkeit in der wichtigen Stellung eines Großpräsidenten der Bne Briß-Logen hat Timendorfer linendliches für Deutschtum und Judentum geleistet. Wer seine u.nermüdliche Tätigkeit während des Weltkrieges, die er im Interesse des deutschen Vaterlandes entfaltete, kennt, weiß, daß gerade er in stiller, ruhiger Arbeit die Wunden des Krieges zu heilen versuchte und den Logen in diesem Sinne stets ein Leuchtendes Vorbild war. Mit warmem Herzen hat er sich der Not der Armen, ob Juden oder Äichtjuden, angenommen. Was Timendorfer dem deutschen Judenfmn ist, braucht hier nicht besonders erwähnt zu werden. Er gehört zu den- Führern, wie sie uns nur allzu selten Geschieden sind. Möge der hochverdiente Mann noch viele Jahrzehnte in Gesundheit und Frische dein Deutschtum und dem Judentum dienen. L. H. I,/Sturmzeichen in Bauern." lieber dieses Thema spricht — wie bereits angezeigt ~~ Montag, 20. d. M., im Lebrervereinshaus, Alcranderstraße 42, nicht nur der Direktor dos C. V., Herr Tr. Ludtvig H v l l ä n der, sondern auch Herr Rechtsanwalt Dr. Max B e r n - h e i m ans Nürnberg, einer der hervorragendsten Mitkämpfer in unserer Bewegung, der zu unserer lebhaften Freude eigens nach Berlin kommt, um über die Lage in Bahern r>u berichten. Eine Bitte aus dem Rtthrgebiet. Herr Rabbiner Dr. Jacob, in Dortmund sendet uns folgende Zeilen: „Jüdische Familien, die geneigt sind, bedürftige Kruder in den kommenden Monaten für einige Zeit bei sich auszunehmen nab m verpflegen, bitte ich, nur ihre Adresse anzugeben. Bosondero Wünsche (Alter der Kinder. Knaben oder Mädchen, Zeit der Zusendung u. a.) loorden gern berücksichtigt. Auch bitte ich anzugeben, ob die Verpflegung rituell ist oder nicht. Wer an Stelle dessen zur llrrierlmnmin, in Kinderheimen beizutragen wünscht, wolle seine gütige Spende an das Bankhaus Gebt. Stern. Dortmund (Reichsbankgiro) Konto Kinderhilfc, senden". Hottenrott wegen Gotteslästerung verurteilt. Der als Pogrom- Hetzer übelst bekannte Schriftleiter der „Mitteldeutschen Presse", Hans H o t t e n r o t t in Stastsurst hatte sich kürzlich wegen Gotteslästerung vor dem Schöffengericht daselbst zu verantworten. Er hatte in einem Artikel von dem jüdischen Gott Jahve, diesem „Schandgötzen", gesprochen. Das Gericht hielt ein Vergehen gegen § 166 des Strafgesetzbuches als vorliegend und verurteilte Hottenrott zu einer Geldstrafe in Höhe von 30060 Mark. Der Amtsanwalt hatte 50 000 Mark beantragt. In einer weiteren- Gerichtssitzung, die sich hieran schloß, würde ebenfalls gegen Hottenrott verhandelt, weil er behauptet hatte, die Juden feierten das Purimseft zur Verherrlichung des Blutbades, das sie zur Zeit Hamanns unter den Andersgläubigen angerichtet hatten. Weiterhin batte er in dem hier in Frage kommenden Artikel von dem Bull) Esther in einer Weise gesprochen, die hier einfach nicht wiederzugeben ist'. Das Gericht beschloß in diesem Falle Vertagung der Sache, da als Sachverständiger Herr Liz. Fiebig, Leipzig, der von der Amtsantvaltschast Vvrgescklagen wurde, sowie der bekannte detüschvölkische Schriftsteller Th. Fritsch (Leipzig), den Hottenrott vorschlug, vernommen werden sollen. Ein deutscher Navbiner zum tlniversitätsprose^or ernannt. Rabbiner Dr. S ch e f t e l e w i tz ist als Professor für iranische Philologie an die Universität Kö ln berufen worden. Dr. Scheftelewitz hak sich , in jüdischen Kreisen besonders durch seine Materialien zur Geschichte und Kultus der Juden im alten Persien bekannt gemacht. Selbstmord Eeeil Montisiores. Major beeil Sebag-Moutifiore hat' am 8. Februar d. I. Selbstmord begangen. Sein Leichnam wurde erst cmt Freitag, den 9. Februar in seinen: Bureau gesunden. Der Selbstmord des Majors Montisiore hat. in der jüdischen und in der englischen Gesellschaft Londons großes Aussehen erregt, lieber die Gründe des Selbstmordes ist man sich nicht klar, doch bringt man ihn in Zusammenhang mit dem Verlust seines unweit Braintrees gelegenen Gutes. welches wegen großer Steuerlasten verkauft werden mußte. Major Montisiore erlitt m Kriege eine schwere Verwundung, von der er nicht mehr genesen war. Major Cecil Sebag-Moutisiore war ein Sohn des ehemaligen. Vorsitzenden deZ Jews Board of Doputies, Sir Joseph SebagMoutinore. und ein I Enkel Salomon Sebags und Sara Montisiores, welche die älteste Schwester des großen jüdischen Philautropen Sir Moses Ai out i störe war. Im Jahre 1885 ging der Gutsbesitz Sir Moses Montisiores aus seinen Mssen Joseph Sebag über, welcher von jetzt ab das Recht erhielt, den Namen Sebag-Montifioro zu tragen. Professor Dr. PH. Bloch gestorben. Der langjährige Rabbiner der Pofener Gemeinde. Professor Dr. PH. Bloch, ein bekannter Gelehrter, ist vor einigen Tagen in Berlin gestorben. Er galt auf den Gebieten der Neligionsphilvsophie und der Geschichte der Juden in Polen und in Posen als eine Autorität. Unter sei rum zahlreichen Schriften fiub als grundlegende Werke anerkannt: „Die. Geschickte der Entwicklung der Kabul", „Die jüdische Religionsphilosophie" und die „Generalprivilegien der polnischen' Juden". Delegiertcutag -er DeutschvölLis<i>ett Freiheitsvartei. Am Sonnabend, 10. Februar, wurde in Berlin eine Vertretertagung der Deutschvölklschen Freiheitspartei abgehalten. Der Vorsitzende der Freiheit sparst k, Reichstagsabgeordneter v. G r ä s e - G o l d ob e e , gab Bericht über die bisherige politische Tätigkeit der Partei. Er führst aus. die „Deukschvölkische Freiheitspartei" sei keine parlamentarische Partei, sondern eine Volksbewegung. Vier.Kampfziele stünden der Partei vor Augen: 1. Die Sprengung der Versailler Ketten: 2. Die Bekämpfung des Parlamentarismus: 3. Das B r e ch e n d e r I u d e n h e r r f ck a f t: 4. die Bezwingung des Marxismus im Interesse der Arbeiter selbst. Ter Vorsitzende hätte hinzu fugen müssen: 5. Vergiftung des deutschen j Volksgeistes dcirck gehässige Lügen: 6. Unterwühlung der deutsck>en Ein- 1 heitssront durch Schüren von Zwiespalt und Unversöhnlichkeit: 7. Ersatz des Partmnentarismus durch bauernfängerische Demagogie usw. risw. All«1»!xs Auzeigen-Annalime Rudolf Mos so, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 46-49 ✓ Breslau / Chemnitz ✓ Cöln a. Rh. / Dresden ✓ Düffeldorf / Erfurt / Frankfurt a. M. / Lalle (Saales Hamburg / Lamwver / Leipzig / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Warschau / Bafel / Zürich Statt Karten! 4 v Die glückliche Geburt elnös ge- £• simden, kräftigen Mädchens r zeigen hocherfreut an Moritz Simon u. Frau Martha geb. David. Steele-R., den 14. Februar 1923. Arn 18. d. M. verschied im 59. Lebensjahre nach kurzem schweren Leiden meine inniggeliebte Frau, unsere treu lürsorgende, liehevolie Mutter, Schwiegerimd Q-rossmutter, Schwester, Schwägerin, Nichte und Tante Martha Kronthal geh. J,i»sner. Berlin SW 29, Wilhelmshöhe 19, im Februar 1923. Im Namen der Hinterbliebenen: Arthur Kronthal. Nus allen Branchen stehen stellenlose Kameraden zu Verfngnng und bitten daher die Herren Acbengebe reichlich von der Stellenvevunttlung Cebram machen zu wallen. GefchäftsleiNmg: Kamerad Feli Bauchwitz. Berlin NO 18. Jriedenstr. 60,1. Tel.: An Konigstadt(1117). Sprechstunden nur S NNlügS vo lobrs 1 Uhr. Nie Stellenvermittlung Vezitt Aori Wir suchen sofort r'men Abfertigungsbeamteu fü männliche Stellenvermittlung, möglichst rnst praktucher Erfahrung. Persönliche Vorstellung mit ausführlichem Lebenslauf and Zeugnissen vormittags zwischen Io und 1 Uhr im Verein für Arbeitsnachweis, Berlin N24 Monbiionvlaü 10 Für rvjähr. jung. Äraun, der geistig etwas unt. dem^ Durchschn. stehr, sonst aber vollkomm.norm. ist. wird ÜllNklkM i.Fam.gef.»woer sich nGartenarb.oo sonst- "Lnslvll wie berät, könnte. Gnst zeiiemspr Vergüt NnLw..ddiskr.beh.w.,u.N.j.339a.8üÜ0!M886,M!rddkÜ. Für meinen Sohn, 17 Jahre alt, Oberseknnoaner, suche ich in Fabritunternehmen einer Provingtadt Lehrlinassteüe wo Gelegenheit zu glürrdlicher kaufmännisch Ausbildrmg gegeben wird. Offerten unt Litt.3262 an Rudolf Moffe» Verlin 8T19. 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