Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 6 (8.2.1923)
- Date
- 1923-02-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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44 Der Schrei nach jüdischen Leichen. Dem Beispiel der rumänischen . Gesinnungsgenossen folgend, haben auch die Wiener antisemitischen . Studenten eilte Kampagne dafür begonnen, datz auch indische Leichen dem anatomisä^en Institut zur Obduktion überwieselt werden. Dieseln Verlangen der antisemitischen Studentenschaft gab a!n 3. d. M. der antisemitische Abgeordnete Dr. Ursin in einer Interpellation im öfterreichischen Natioualrat -Ausdruck, in welcher darüber Beschwerde geführt wurde, datz die israelitische Knltusgemeinde sich „entgegen den gesetzlichen Bestimmungen" das Recht herausnehme, auch itn ff alle der Ätittellvsigkeit der Verwandten des Verstorbenen die Bestattungskosten für ^pitalsleichen zu bestreiten. Auf diese Weise lverdett niemals jüdische Leichen für die Anatomie sreigegeben. Dr.. Nrsin und Gellossen stellten die Forderung, datz ltur entsprechend der Zahl der zugeteilten Leichen jüdische Hörer zuur medizinischen Studium zugelassen werden und, falls die ortbodvre Indenschast sich weigern sollte, diesbezüglichen Anordnungen Folge zu leisten, Juden niemals zur Obduktion arischer Leichen des anatomischen Instituts herangezvgen werden würden. — Auch die polnischen Studenten der Krakaller Universität stellten die kategorische Forderung atls, daß die jüdischen Mediziner zu Obduktionszwecken jüdische Leichen beistellen j müssen, da sie sonst in das anatomische Institut nicht hineingelassen werden würden. Zn Anbetracht dieser Lage verpflichtete sich die jüdische i Studentenschaft, auf ie zehn nichtjüdische Leichen eine jüdische Leiche beizustetten. Tie erste jüdische Leiche mutz bis zum 10. Februar im Institut eingeliesert sein. Bezirksrabbiner Dr. Beermann in Heilbronn, ein geschützter MU-- arbeitee unserer Zeitung, begeht demnächst sein 25jühriges Rabbinerjubi!aum. Er entfaltet nicht nur als Seelsorger feinesgroßen Bezirkes, sondern auch als Dozent der Volkshochschule und Leiter der Lehrersortbildnngskrlrse eine ersprießliche und allgemein geschützte Tätigkeit und hat sich überdies durch seine schriftstellerischen Arbeiten, in deutschjüdischen Kreisen euren bekannten und geachteten» Namen erworben. Auch die nichtjüdische Bevölkerung Heilbronns wird an den Ehrungen, die ihm zugedacht sind, testuehinen. enuitt« vom Deutschen Jugenöbunü Sismarrk. Der Deutsche Iugeudbund Vislltarck ist bald nach dem Natbenan-Alord, den seine Anhänger in Wort und Schrift öffentlich bejubelten, verboten worden. Dieses Verbot wurde erber kürzlich, wie wir bereits berichteten, a n s g e h v b e n. — eine Verfügung, die um so mehr befremden mutzte, als es allgemein bekannt ist, datz der Deutsche Iugendbund Bismarck nur eine Neuauflage des schon im Jahre_ 1920 verbotenen D e u tsch - nationalen Ingendbnudes darstellt und sich mit dessen Tendenzen in jeder Weise identifiziert. lieber die Gesinnung und Tätigkeit dieses Bundes wurde jüngst aus Anlatz eines Beleidigungsprozesses detn Amtsgericht Breslau umsangreiches Material vo-rgelegt. Diesem war zu entnehmen, datz der Bund mit Vereinen, wie dem Alldeutschen Verband, dem Bund der Aufrechten, dem Dentschvölkischen Schutz- und Trutz- : bund usw., die unablässig gegen die heutige Regierung und Staats- } Verfassung wühlen und den völkischen Mord stets als geeignetes Mittel zur Wiederausri chtuna Deutschlands bezeichnen, intime Gemeinschaft hält. Mhr als dies interessiert uns der wahnwitzige und fanatische de n Han, mit foem dieser Bund die unreife Jugend vergiftet. Bek allenst" neu Versammlungen spielt das Hakenkreuz, spielen Flugblätter um Ludenfeindlichen Versen, und spielen ebensolche Marschlieder eine weientliche Rolle. ^Der vom Provinzialschulkolleginm Breslau wiederholt verwarnte Lehrer Sablowskh — der Vorsitzende der Breslauer Ortsgruppe — betreibt eine^eisrige Bewegung zur Bohkottieruna aller jüdischen Firmen und hetzt die Schüler gegen ihre jüdischen Lehrer aus. Dies alles und noch viel mehr wurde dem Amtsgericht Breslau mit nnzweiselbaren. dokumentarischen Unterlagen zur Kenntnis gebracht. Man darf erwarten, datz die Aushebung des Verbotes des Deutschen Iugendbundes Bismarck nach alledem einer Revision unterzogen wird. Die vaterlanösliebe der Deuijchvölkifchen. Ueberaus schwer sind die Zeiten für unser deutsches Vaterland. Dilles ruft nach Einigkeit. Die Zurückstellung vorhandener Gegensätze ist mehr denn je erforderlich. Trotzdem wagt es Herr v. L? ch i l l i n g , in der- Abendausgabe der „Tentschen Zeitung" vom Sonnabend, 3. Februar 1923, folgendes zu schreiben: „Ob wir nun annehmen, datz die Juden in Deutschland lediglich die internationalen Belange ihrer Rasse wahren, oder als richtig unterstellen, daß stich Inden tatsächlich wie deutsche Staatsbürger fühlen können, bleibt für die Frage als solche gleichgültig. Fremde -Art hat Deutschland in das entsetzliche Elend gestürzt, und durch fremde Art kann cs nie wieder grvtz und glücklich werden. Für die Inden kommt es schlietzlich aus dasselbe heraus. Ob sie nun Deutschland als vorübergehende oder dauernde Stätte ihrer internationalistischen Betätigung ansehen und ob ihre Gefühle für das Land nur durch Nützlichkeitserwägnngen bestimmt werden, oder ob sie einen sentimentalen Einschlag haben: Fremde sind sie und Fremde bleiben sie für uns. Um sich trotzdem zu behaupten, gibt es für die Juden zwei Wege. Man unterwirft das Wirtsvolk gewaltsam oder man verludet es bis zur Willenlosigkeit. Aus beiden Wegen, die sich späterhin scheiden, ist aber der gefährlichste Gegner derjenige, der den Juden als solchen ablehnt und nicht viel nach seinen sonstigen menschlichen Eigenschaften fragt: dem die Sorte Bronst-ein — Apfelbaum genau so gefährlich und schädlich erscheint wie die Sorte Marx — Lassalle oder auch der freisinnige Laster und selbst der preußische Konservative Stahl-Schlesinger. Diese völkisch bewußten Gegner zu befehden und womöglich zu vernichten, mutz daher die vornehmste Aufgabe der Inden sein." Diese Ausführungen merke man sich. Sie sind für die Erkenntnis des Notwendigen, für die W a h r h e i t s l i e b e und das A n st a n d s - g e s ü h l der Deuts ch völkischen von entscheidender Bedeutung. Solchen Leuten, die die Kühnheit haben, u n s Heuchelei vorznwersen. kann man nur Zurufen: Wer Dreck angreift, besudelt sicht Alle anständigen Menschen in Deutschland, gleich welcher politischen- Parteirichtung, werden sich hoffentlich von derartigem Geschreibsel nicht beirren lassen und unsere Empörung über Leute teilen, die sich in der gleichen „Deutschen Zeitung" nicht entblöden zu erklären: „Drei Dinge haben Deutschland einstmals groß gemacht: Pflichttreue, Arbeit und Einigkeit. Drei Dinge haben das deutsche Vaterland an des Abgrunds Rand gebracht: P a r t e i h a tz , Zwietracht und irrsinniger Idealism us, der an die Großmut der sogenannten Sieger glaubte." Warum Brennstoff vergeuden wenn Sie durch Einbau einer Narag-Heiznng jahraus, jahrein wesentliche Ersparnisse erzielen können? Sie sparen an Brennstoff und Personal, an Reparaturen und Aiztkosten. legen also beim Kauf einer N AR AG-HEIZUNG Ihr Geld denkbar vorteilhaft an. - Verlangen Sie ausführliche Beschreibung Nr. 91 nebst Referenzliste. BERLIN W66 miJf- Ständige Ausstellung: Wilkelmstrasse91. OMA Re^elrnüssiZe Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierimgsdampfer NÄCHSTE ABFAHRTEN: President Harding...14. Febr. 21. März George Washington.21. Febr. 28. März President ßoosevelt.28. Febr. 4. April America . .11. April 16. Mai Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Verfangen Sie Prospekte unef Segetfisten Nr. 293 UNITED STATES LINES BERLIN W8, Untfd.Linden 1, BERLIN NW40, Invalidenstr.93 und alle bedeutenden Reisebureaus General-Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen S 56a Das erfolgreichste Heilmittel für Hirns-, Hain- und Erhältlich in Apotheken und Drogerien. MMlNSWlM Ringöfen SchMelferttse Ziegeleien. 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