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Central-Verein-Zeitung · 1923-02-08 · 6 (8.2.1923) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
6 (8.2.1923)
Date
1923-02-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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43 Friedrich Nietzsche (im „Völkischen Beobachters eine „indische Kanaille" genannt wurde, kann das nicht lv-eiter wundernehmen. Wir haben das Bildungsniveau Kunzes nie höher eingeschatzt. Unbegreiflich und tief bedauerlich ist es nur, daß Leute solchen Kalibers in Deutschland eine politische Rolle spielenkönnen. Die Merkmale -es „rdtteit Ariertirnis". Der Berliner Ziveig des Germanenordens „W a l v-a t e r" hat sür sämtliche Germanenorden und Bünde einen Fragebogen ausgearbeitet, von dessen genauer Beantwortung man die Aufnahme eines neuen Bundesbruders abhängig machen will. Zunächst ist ein Lebenslauf zu verfassen, dem ein L i ch t b i l d beizuge'ben ist. Dann ist eine Haarprobe und ein F u ß a b druck und falls der Kandidat verlobt ist, eine Photographie der Braut mitzusenden. Ferner ist unter Eid auszusagen, ob seine Haut milchweiß, rosig, bleich, gelb, braun oder dunkel ist und woran seine Eltern und Großeltern gestorben sind. Ferner ist gewissenhaft zu beantworten, ob man aus Brust, Rücken, Armen, Beinen ufw. stark oder fast gar nicht behaart ist. — Man könnte über diese närrische Verstiegenheit trutzigen Teutonenwahns lachen, wenn es nicht doch tief bedauerlich wäre, daß weite Voltskreise, in denen es wahrscheinlich auch Gebildete gibt, noch immer nicht gelernt und begriffen haben, daß „arisch" überhaupt nicht die Zugehörigkeit zu einer Rasse, sondern die zu einem Spra ch gebie t bedeutet, und daß es ferner in Europa überhaupt keine reinen Rassen mehr gibt. 5£ber Wissen und Vernunft haben offenbar keiner: Zutritt zum Gernranenorden. Völkische Vandalen. Zn dem Landstädtchen Gun zenh ausen, in dem seit Jahrzehnten Christen und Juden friedlich Zusammenleben, wurden seit Gründung einer Ortsgruppe des deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes schon vor etlichen Mvna^n wiederholt die Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof u m g e st ü r z t und deschädigt, ohne daß es gelang, den Täter zu ermitteln. Neuerdings wurden die Fenster der Shnagoge nächtticherweise eingeWorten, so daß sich die Kultusgemeinde veranlaßt sieht, eine Belohnung sür Ermittelung der Täter auszusetzen. Zur Erhöhung des deutschen Ansehens in der Welt werden solche Vorkommnisse nicht beitragen. Verurteilung eines Judengegners. Der Kaufmann Krüger in Hummersbach (Rheinland) -erging sich wiederholt in wüsten Beschimpfungen und Bedrohungen gegen die Juden im allgemeinen und gegen den Kaufmann S. Löwenstein in Hummersbach im besonderen. Auf unseren Antrag erhob der Staatsanwalt die Klage, und Krüger wurde wegen Beleidigung in zwei Fällen zu 10 0 0 0^M a rk Ge l d st r a s e verurteilt. Sowohl vom Angeklagten, wie vom Staatsanwalt wurde Berufung eingelegt, da der letztere noch eine V e st r a s u n g wegen Bedrohung zu erzielen wünscht. Die „Juderrgesetzgebuug" der deutschen Antisemiten. Der antisemitische Schriftsteller Otto Kernholt, der Verfasser der viel verbreiteten sudenseindlichen Kampfschrift „Vom Ghetto zur Macht", hat vor kurzem eine neue Kanrpsschrift „Deutschlands Schuld und Sühne" veröffentlicht!, in der er sich, auch mit der „Jndengesetzgebung" beschäftigt. Biele Schlag« Worte aus dieser Schrift sind «Liereits in die antisemitische Presse über« gegangen. Für eine neue Judengesetzgebung empfiehlt der Verfasser die folgende Richtlinien: „Es muß ganze Arbeit gemaclit werden. Am nicht nur eine augenblickliche, sondern eine dauernde Gesundung zu erreichen, ist die völlige Trennung von Deutschtum und Judentum nicht zu umgehen. Mittel zu dieser reinlichen Scheidung sind: die Abwanderung der Juden aus Deutschland und ihre Abkapselung unter uns, nötigenfalls eine Vereinigung beider Arten." , Krarrzablösnng. Von der Firma Bros ch u. Rot b e n st e i n erhalten wir das folgende Schreiben: „Anläßlich des Hinscheidens des Herrn Oscar Tietz überreichen wir an Stelle einer Kranzspende Ihnen anbei einen Scheck über 1Ä1OOÖ Mark. Wir glauben damit im Sinne des Verstorbenen, welcher kurz vor seinem Tode Veranlassung nahm, Zuwendungen an Ihren Verein au befürworten, zu handeln." Wiederbeginn des Kampfes gegen die jüdische Studentenschaft in Rumänien. Sofort nach der Wiedereröffnung der Bukarest er Universitäten hat der Kampf gegen die jüdische Studentenschaft aufs neu-e eingesetzt. Es kam zu ernsten Ausschreitungen gegen die jüdischen Hörer, die von den rrnnänischen Studenten gehindert wurden, die Hörsäle zu be- -tveten. Mehrere jüdische Studenten wurden mißhandelt und zürn Teil erheblich verletzt. Infolge dieser Exzesse wurde die Universität gemäß der Ankündigung des Unterrichtsministers Angheleseu geschlossen. -— An der Universität Klaus eit b it r g haben die christlichen Studentenals Protest gegen die Anwesenheit der Juden bei den Vorlesungen die Universitätsräume verlassen. Darauf hat der Rektor die Schließung der Universität angeordnet. Auch in J-assh wird mit dem Wiedereinsetzen der antisemitischen Studentendewegung gerechnet. In einer in Jassh statkgesnndenen Versammlung der nationalistischen Studenten wurde der Beschluß gefaßt, die jüdischen Studenten solange nicht in das anatomiscli-e Institut hineinzulassen, als nicht auch jüdische Leichen zur Sezieruua beigestellt sein werden. Eine indische Schulkrifts in. Ungarn. Ter Unterrichtsminister Graf Kuno Klebelsberg hat eine Verordnung erlassen, laut welcher 7 5 jüdischen Schulen die staatlichen Subventionen entzogen sind. Da gerade diese Schulen in den ärmeren indischen Gemeinden liegen, werden sie gezwungen sein, ihre Tätigkeit einzustellen. Eine große Anzahl Lehrer wird dadurch brotlos werden. Die Zahl der von der ungarischen Regierung subventionierten jüdischen Schulen beträgt im ganzen 223. Mar: fürchtet, daß die Negierung noch weiteren . jüdischen Schulen die Subvention entziehen wird. In Anbetracht der ‘ gegenwärtig fchlvachen finanziellen Lage der jüdischen Gemeinden kann s dieses Vorgehen der Regierung zu einer Kulturkatastrophe für die! ungarische Judenheit werden. Alleinige Änzeig’en-Annalime Knclolf Messe, Anzeigen-Aanalnae für sämtl. Zeitungen Deutschlands unü des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz / Cvln a. Rh. / Dresden ✓ Düsseldorf / ^anksurt a. Ji. / Kmlle (Saale Hamburg / Hannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim ✓ München / Nürnberg / Stuttgart ✓ Prag / Wien ✓ LSarschau / Basel / Zürich Hans Schönbeck und Frau Gertrud geb. Philipp zeigen hocherfreut die Geburt ihrer Tochter Inge an. Beuthen (O.-S.), den 3. Februar 1923. SWSMmmiMÄSML Aus allen Branchen stehen stellenlose Kameraden zur Verfügung und bitten daher die Herren Arbeitgeber, reichlich von der Stellenvermittlung Gebrauch machen zu wollen. Gefchästsleitung: Kamerad Felix Bauchwitz. Berlin NO 18, Friedenstr. 60,1. Tel.: Amt Königstadt (1117). Sprechstunden nur Sonntags von 10 bis 1 Uhr. Die Stellenvermittlung Bezirk Nord. ms Herrenkonfektion. Für unser großes Svezialhaus suchen wir zum baldigen Eintritt oder später r tfiifliiat DcrMüfo. Nur Herren, welche in Spezialgeschätteu tätig waren und durchaus ^branchetundig sind, wollen ausführliche Offerten mit 'Bild, Gehaltsansprüchen usw. einreichen. W. Heymann & Co. Bottrop b. Essen. IndustriekapitalZ Biele Millionen Mark deutsche Jnstitutsgelder geg. Hypothekar. Sicherstellung an nur große, feinste, Allere Aavrikstrmen in allen Teilen Aeuffchlands: .Julius Keßler^ Bankagent. Berlin-Steglitz!. 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