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Central-Verein-Zeitung · 1923-02-01 · 5 (1.2.1923) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
5 (1.2.1923)
Date
1923-02-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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3b - Ein Kriegerdenkmal auf Um Friedhof Weitzensee. Der Reichsmmb ru-dncher Frontsoldaten veröffentlicht folgenden Aufruf: „Glaubens- Knossen! Immer werden die Wunden bluten, die der Weltkrieq fast jeder Faunlre geschlagen hat. Unvergessen sind und bleiben die vielen tausend Mer. auch wir Berliner Juden gebracht haben.' Auf heimatlichem Boden und rn der Ferne ruhen unsere Väter. Gatten. Söhne und Brüder, vre, ihr Blut für das Vaterland hingegeben haben. Den Opfern aus unterer Gemeinde als sichtbares Zeichen des Dankes ein schlichtes, würdiges Denkmal auf dem Ehrenfel.de des Friedhofs in Wei hen fee zu errichten, hält der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten sur eine allsertige Ehrenpflicht. Wir wenden uns daher an die Berliner Judeii in der Ueberzeugung, daß es jedem einzelnen von ihnen ein Herzensbedürfnis fein wird, zu diesem Zwecke pietätvollen Gedenkens mach semen Kräften deizutragen. Ihr alle, die Ihr den Tod eines lieben Angehörige;: betrauert, aber auch Ihr. die Ihr von solchem Leid verschont geblieben seid, spendet uns sofort Eure Gaben. Jeder Tag erhöht die Beschaffungskosten."^ Zahlungen werden als „Beitrag zum Kriegerdenkmal" erbeten an Oberstabsarzt d. L. a. D. Geheimer Samtütsrat Dr. Ludwig Hahn, Postscheckkonto Berlin NW 7, Nr. 141964. K^ufesiiouelle Toleranz. Aus Anlaß der Selbständigkeitserklürung der jüdischen Gemeinde in Lüdenscheid fand dort, wie wir der Lüdenscheid er Presse entnehmen, eine eindrucksvolle Feier statt. Im Aufträge der Gemeinde begrüßte Herr A. Lew in die erschienenen Ehrengäste. Nach der eindrucksvollen Weiherede des Herrn Rabbiner Dr. Jacob (Dortmund) nahm Herr Oberbürgermeister Dr. Iockusch als Vertreter der Stadt zu einer in der heutigen hatzverblendeten Zeit doppelt bedeutsamen Rede das Wort, in der er ferner Freude Ausdruck gab, daß er der Einladung habe Folge leisten können. Er wolle hoffen, daß die in wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Hinsicht Achtung gebietende Lüdenscheider Gemeinde stets bürgerlich gleichberechtigt bleiben werde, daß sie blühen und gedeihen und von dem Geist getragen, sein möge, der von Dr. Jacob in so herrlichen Worten geschildert worden sei. Als Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde brachte Pfarrer B a r t h o l d . für die katholische Kirchengemeinde Pfarrer Dinkloh Grüße und Glückwünsche. Kinderschuh für das Nuhrgebiet. Von amtlichen Stellen sind die Kinderfchutzorganisationen beauftragt worden, sich auf eine Uebernahme der Pflege aus dem Nuhrgebiet zu holender Kinder einzurichten. Im Falle einer Verschlimmerung der Ernährungsverhältnisse will man in erster Linie das Heranwachsende Geschlecht schützen. Auch die jüdischen Organisationen sind angefragt worden, ob sie die Unterbringung, jüdischer Kinder aus dem Ruhrgebiet im unbesetzten Gebiete zu organisieren bereit sind. Es handelt sich um einige Tausend jüdischer Kinder. Die in Frage kommenden jüdischen Institutionen haben sich zur Ucbernahme der Arbeit bereiterklärt. > Ein Reichswohlsahrtsausschuk -er deutschen Juden. Am 29. Januar sind Delegierte des preußischen jüdischen Landesverbandes und der übrigen Gemeindeverbände aus Bahern, Thüringen usw. in Berlin eingetroffen, nur einen jüdischen Reichswohlfahrtsausschntz einznietzen, dessen erste Ausgabe die Verteilung der vom Joint den noileidenden jüdischen Institutionen Deutschlands zur Verfügung gestellten Summen sein sott. Der Reichswohlsahrtsausschuß fetzt sich zusammen aus den Vorstehern der Berliner jüdischen Gemeinde Dr. Wolfs, Dr. Sandler. Dr. Freund, dem Repräsentanten Dr. Klee. Professor Türk und Löb, zwei noch zu benennenden Vertreter:: der Gemeinden München und Frankfurt a. M, sowie den Vertretern der Zentralwohlsahrtsstette Casparv und Dr. Moses. Man hofft, daß dieser Zusammenschluß, der zunächst nur für Wohlsabrttzaufgaben gedacht ist, eine engere Zusammenfassung aller jüdischen Gemeinden Deutschlands einleiten wird. Der Reichswohlfahrtsausschntz arbeitet Hand in Hand mit dem Verband gesetzestreuer Gemeinden, die Dr. Hildesheimer repräsentiert. Vortrag Pfarrer Vlehers m Breslau. Herr Pfarrer Metzer (Chors lottenburg) hielt neulich im Rahmen einer öffentlichen Versammlung in Breslau emen Vortrag über das Thema „Kann ein religiöser M e n s ch Antäsemitsei n?" Die heftigen Störungen aus gegnerischen Kreisen bewiesen die Wirkung der Arguruente Pfarrer Blevers. Erwähnung verdient ein Diskussionsredner, der sich nicht entblödete. das Alte Testament' ein „mrt Blut. Lüge und Heuchelei ungefülltes Machwerk" zu nennen. Eine Duellaffäre mit literarhifiorifchem Kintergrund. Im des kannten ungarisch-jüdischen Blatt „Eghenlöseg" schrieb Dr. Geza Dom-- bovartz einen Artikel,über Petöfi, in welchem er unter anderem auch dre von rins seinerzeit geschilderte Liebe Pekösis zu einem Loschczer jüdischen . Mädchen namens Rosalia Weiß behandelte. Einige Tage später veröffentlichte der antiseruitische Journalist Lehel Kadar im Organ dev „Erwachenden Ungarn", „Szozat", einen Aussatz, in welchem das gesamte Judentum beschimpft iind Dr. Dombovartz persönlich beleidigt wird. Dr-. Dombovartz ließ, hierauf Kadar durch zwei Zeugen fordern. Dieser nahm die,Forderung an. Dr. Dombovartz hat sich als Leiter des jüdischen Nechtshilfsbureaus der Budapester Kultusgemcinde durch die Sammlung wichtigen Materials gegen den antisemitischen Kurs den Haß der Antisemiten und ihrer Presse zu gezogen. Die ungarische Negierung leugnet antisemitische Gesinnung: Der sozialdemokratische Abgeordnete Julius P e idl sagte jüngst in der ungarischen Nationalversammlung folgendes: „Es wird viel davon gesprochen, daß^ die Negierung im Interesse der ungarischen Minderheiten der Nachbarstaaten intervenieren soll. Kann aber dio Negierung mit derartigen' schritten Erfolg haben, wenn sie im eigenen Lande künstlich neue Rassen schafft, wenn sie die Juden, die seit Jahrzehnten, ja feit Generationen hier leben, hier arbeiten, als eigene Rasm erklärt, der gegenüber alle Mittel, gesetzliche und ungesetzliche, erlaubt sind? Während aber auf der einen Seite die kleinen Juden durch den Numerus e1au8U8, Kinoverordnungen und Trafikrevifionen zugrunde gerichtet werden, gedeiht auf der anderen Seite das jüdische Kapital unangefochten." — In seiner Erwiderung erklärte Ministerpräsident Gras Bethlen: „Ich bestreite es, daß die Regierung eine antisemitische Politik treibt. Ich' habe schon tausendmal erklärt, daß dies nicht der Fall ist. Wir halten eine antisemitische Politik für schädlich und gefährlich fürs Land. Ich halte es sogar für die Vorbedingung einer wirklichen, produktiven christlichen Politik in diesem Lande, daß die antisemitische Politik ein Ende habe. Ich bin überzeugt, daß eine produktive christliche Politik sofort zur Geltung kommen wird, sobald die antisemitischen Akte aufhören, die dieseur Land nicht im mindesten nützen." Graf Bethlen hat in einem Punkte recht: Er hat all dies schon tausendmal erklärt. Dennoch grassiert in Ungarn mit Wissen, Duldung, ja — wie bewiesen werden kann — Unterstützung der Regierung die brutalste, blutigste Judenverfolgimg. Die Ableugnungsversuche des Grafen Bethlen verfangen längst nicht mehr. Trauergottesdienfte. Aus Elbing berichtet man uns: Am 13. v. M. fand in der hiesigen Synagoge anläßlich der Besetzurrg des Ruyrgebietes ein Landestranergott es dienst statt. Rabbinev Dr. Auerbach, der die Predigt hielt, zitierte das Wort König Salomos: „Beraube nicht den WehrlZsen, weil er wehrlos ist, und bedrücke nicht den Schwachen, denn der Herr wird ihren Streit führen und ihre Räuber Niederschlagen." — Ans dem gleichen Anlaß fand in Dresden ein Trauergottes-, dienst statt, bei welchem Rabbinev Dr. Wolf seiner Predigt die Worte zugrunde legte: „Mögen diese vertrauen aus ihre Streitwagen und jene auf ihre Schlachtrofse. Wir wollen uns bekennen Zum Namen des Ewigen, unseres Gottes. Sie werden sinken und fallen; wir werden stehen und -aufrecht bleiben." Die Predigt gipfelte in den Worten: „Nicht politische Macht, sondern! sittliche Größe bedingen den Bestand und den Wert eines Volkes. Wir trauern um das vergewaltigte Vaterland, beklagen die gvdemütigte Menschheit; doch hoffen wir auf Gottes allwallende Gerechigkeit und glauben trotz allem an den endlichen Sieg der Liede unter den Menschen." Alleinige Anzeigen-Annahme Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin L>V 19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz ✓ Cöln a. Rh. ✓ Dresden / Düsseldorf / Erfurt ✓ Frankfurt a. M. ✓ Lalle (Saale) Larnburg / Hannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim ✓ München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Warschau / Basel / Zürich Statt Karten« Dr. phil. Leonore Zweig Rechtsanwalt Ernst Goldschmidt Verlobte.. Berlin, Januar 1923. Habsburger Strasse 12. Kronenstrasse 16. MWlWUß M WNtW Die glückliche Gsburt eines kräftigen Mädchens zeigen sehr erfreut an Arthur Rosenberg und Frau Elsa geb Wahl. Dortmund, den 23. Januar 1923. . Kaise'strasse 69. A Die glückliche Geburt eines gesunden n Töchterchens zeigen in dankbarer Freude an Jf. Benno Seiigmarfn und Frau Ella “ geb. Pick. 0 Oldenburg, den 23. Januar 1923. ' Dre gi ückIiche Geburt cies e r s t e m Stammhalters zeigen hocherfreut an Alfred Bamberger u. Frau Regi geb. Schwarzhaupt COBURG, den 24. Januar 1923. Die glückliche Geburt eines strammen Jungen zeigen hocherfreut an Richard Jacob u. Frau Alice geb. Portje. Hörde, 19. Januar 1923. ftritfttrfto finden durch die„C.B.-ZeitUttg" frlvff/vllv eine sehr zweckmäßige Verbreitung. “1123 pslMWblivr „kippe" feinste ungesalzene Außbutter, wie Teebutter, unter Kontrolle Sr. Ehrw. des Herrn Provmzrairabbiners »r L. Cahn, Fulda, hergestellt. In Post- und Bahnsendungen franko unter den Fabrikpreisen, gegen Nachnahme oder Rechnung. Jeder Versuch führt zu dauerndem Bezugs F. Hammerschmidt Karlsruhe i. B., Sofienftraße 2S8. ReZeIlliÄ85iZe Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer NÄCHSTE ABFAHRTEN: America . .. 7. Febr. 11. April President Harding...14. Febr. 21. März George Washington.21. Febr. 28. März President Eooseveit...28. Febr. 4. April Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Verfangen Sie Prospekte und Segeffisten Nr, 293 UNITED STATES LINES BERLIN W S, ünt. d. Linden 1, BERLIN NW40, Invalidenstr. 9 und alle bedeutenden Reisebureaus General-Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen ß 56a Godesberg llllillllimillll am Rhein. Hlllllllüll!ll!l MfWelM „AMers" für Nervöse und innerlich Leidende. Sanitätsrat Dr. Stähly, Direktor Buk im

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