Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 1 (4.1.1923)
- Date
- 1923-01-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sie sucht besonders seit Schluß des Weltkrieges durch Antisemitismus in sensationeller Ausmachung die Leser anzr:locken. Es ist sehr bezeichnend, daß man in sämtlichen Nummern dieser Zeitung Verfolgen kann, wie die antisemitischen Verleumdungen zum großen Teil direkt aus den deutschen „völkischen" Blättern übersetzt und übernommen sind. Es zeigt sich auch hier leider die betrübliche Erscheinung, daß der Antisemitismus seinen „geistigen" Ursprung in Deutschland bat. Es muß festgestellt werden, daß die 'Angriffe -der „Vidi" bisher wirkungslos verpufft sind, weil nicht eine der großen, schwedischeg Tageszeitungen oder periodischen Zeitschriften von ihnen Notiz nahm. Nur in den letzten Monaten gelang es der „Vidi" und ihren wenigen Hintermännern, ein gewisses Aussehen dadurch zu erregen, daß sie einen Feldzug gegen die „Tierquälerei des Schächtens" erössnete. Da der Ritus des Schlichtens bei der zahlenmäßig geringen Bevölkerung -in Schweden selbstverständlich unbekannt war. konnte die „Vidi" mit ihren Hetzartikeln immerhin etwas Boden finden und durchsetzen, daß von der Göteborger Staatsanwaltschaft eine llntersuchuug gegen den hochangesehcnen und seit Jahrzehnten in Göteborg ansässigen Kantor Schachtel, der der Schächter der Gemeinde war, eingeleitet wurde. Die Dinge liegen aber so, daß die Untersuchung wegen des Schächtschnittes' selbst niedergeschlagen werden mußte, da die Anklage als unhaltbar erkannt wurde. Es ist deshalb mit Recht auzunehmen. daß der Staatsanwalt die gesäurte Untersuchung gegen Herrn Schachtel ein stellen und so den wenigen Antisemiten in Göteborg auch diesen- Propagandastoss entziehen! wird. Der Wiener akademische Senat und der Baseler* Rektor. Am 19. d. M. befaßte sich der akademische Senat der Wiener Universität mit dem Memorandum der antisemitischen Studentenschaft wegen Numerus clausus'für jüdische Studenten und Prvfessoreu. In dem Beschluß des akadeinischeu- Senats wird erklärt, daß die Wünsche der deutschnationale u Studenten den Gegenstand von Beratungen des akademischen Senats nicht bilden können, weil dies nicht den geltenden Bestimmungen entspricht. — In der Angelegenheit der wiederholt erwähnten antisemitischen Kundgebung des Rektors der Wiener Universität, Professor Diener, ist vom Rektorat der Baseler Universität ein Schreiben eingelaus-en. in dem mitgeteilt wird, daß die dort zum- Besten der Wiener Universität gesammelten und dem „Verein zur Erhaltung der Wiener Universität" zur Verteilung! übermittelten Gelder bis -aus weiteres z u rü ck g e fo r d ert werden, nurdie Verteilung nach? d-en Wünschen der Spender ohne p o l i t i s ch e B e b e n k e n bewilligen zu können. Gedenkfeier. Am 10. Dezember fand ans dem israelitischen Friedhof zu Erfurt die Enthüllung der Gedenktafeln für die -gefallenen jüdischen Krieger statt. Die Feier, die in der Gedächtnisrede Rabbiners Dr. Salzberger aus Frankfurt a. M. gipfelte, wohnten neben den Spitzen der Behörden auch Vertreter der evangelischen und katholischen Geistlichkeit bei. — Äm gleichen Tage wurde in -der Synago-ge in Kreuznach die Ehrentafel für die Gefallenen der dortigen jüdischen Gemeinde enthüllt. Rabbiner Dr. Tawrogi hielt die Weihrede. Unter den Anwesenden befandensich der Bürgermeister, zahlende Stadtverordnete, die Geistlichkeit aller Konfessionen und Abordnungen der militärischen Vereine. iigen 4. delegiertentag öer Misch - liberalen Iugenövereine Deutschlands. Jubelfeier -es Breslauer „Jli". Tie Arbei tsgemeinschiaft jüdisch-liberaler Jugendve reine Deutschland sl hatte nach> Breslau gebeten., wo sie ihren 4. Delegiertentag-. verbunden mitz d-er Feier des zehnjährigen Stistuu es festes des „Jli" beging. Am Sonntag. 24. Dezember, tagte der Vorstand und beriet über die Einzelheiten! der Veranstaltungen. Nachmittags fand eine Delegiertensitnlng statt, in der geschüstliche Fragen besprochen wurden. Der Montag war den Referaten der Delegiertentagung gewidmet. Es sprachen Ellen Littmann (Berlin) und Erich Baher (Breslau) über die theoretischen Grundlagen des liberalen Judentums und Arthur Li lientb-al (Berlin) über die Verwirklichun-g des religiösen Liberalismus.. Alle drei Referat« sowie die folgende Diskussion standen auf achtnnggebieteuder Höhe. Am Schlüsse der Diskussion wurde eine von den Herren Gemeinderabbiner Dr. B o g e l ste r n (Breslau) und Shndikus Dr. Felix H e i m a n n (Stettin) eingebrachte Resolution-, einstimmig angenommen. Irr dieser ersucht die Delegierteirtagung der jüdisch-liberalen Jugend-Vereine die jüdisch-liberale Vereinigung für Deutschland, in allen ihren Ortsgruppen dahin zu wirkerr, daß derr Mißständenhinsichtlich der finanziellen und . amtlichen Anabhängigkeit der jüdischen Rabbiner. Lehrer und Beamten ein Ende gesetzt wird und diese nach jeder Richtung hin unabhängig gestellt werden. Der Dienstag war dem jubilierenden Vereine gewidmet. Dior „Jli" zu Breslau hat sich in denzehn- Jahren seines Bestehens eine führende Stellung im jüdischen Leben- Breslaus.geschaffen. Das kam auch in allen Ansprachen, die bei der Jubelfeier am Vormittage in der „Gesellschaft der Freunde" geh.alten wurden-, zum Ausdruck. Vertreter den jüdischen Gemeinde, vieler Behörden und -einer großen Zahl von Vereinigungen und Verbänden hatten sichneben einem zahlreichen Publikum eingefunden'. Schuberts „Unvollendete" eröfsnete die Feier, -in deren Mittelpunkt die Festrede des Zweiten Vorsitzenden -des Jubel-Vereins. Kurt Brienitzer (Breslau). stand. Er gab ein Bild von der Entwicklung und dem Ausstiege des Vereins. Am Schluffe seiner Ausführungen teilte! er mit. daß in Anerkennung ihrer Verdienste -um den Verein und unr das jüdisch-liberale Judentum zu Ehrenmitgliedern ernannt feien: Rabbiner Dr. V o g e l st e i n (Breslau), Justizrat Dr. Breslauer! (Berlin). Kurt B a h er und der unermüdlichse Vorkämpfer fcer liberalen Jugendbewegung Alfred Berger (Breslau). Rabbiner Dr. Vogel stein eröfsnete die Alleinige Anzeigen-Annahme Rudolf Blosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin SW IS, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz / Cöln a. Rh. ✓ Dresden ✓ Düffeldorf / Erfurt ✓ Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Lamburg / Lannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim ✓ München ✓ Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien ✓ Warschau ✓ Basel / Zürich Das vornehme, unaufdringliche Parfüm Myfhkum Parfüm iß ein Mittel des pcrfönlkhen Genujfes. 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