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Central-Verein-Zeitung · 1922-12-28 · 34 (28.12.1922) · p. Seite 378

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
34 (28.12.1922)
Date
1922-12-28
Page
Seite 378 (sequence 6)
Language
German
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378 Arbeit hat im stillen schon ihre Früchte getragen. Unter dem Eindruck der Ermordung Rathenaus — wo sind alle unsere Gelöbnisse und Versprechungen von damals geblieben?—bat sich ein „Kartell republikanischer Studenten" gebildet, das bald an den meisten Universitäten Unterorganisationen. Arbeitsgemeinschaften gegründet hat. Hier gilt es Tatkraft Zu Zeigen. Kampf gegen jede Reaktion—auf dem Boden der deutschen Reichsverfassung — aus Liebe 31tm Vaterland: das sind gemeinsame Ziele. Kampf nach außen gegen die Ungerechtigkeit — Belebung unserer Ideale — Zmn Wohle der Gesamtheit." Richard Levv, eanä. zur. Deutsch-jüdische Jugendgemeinschust Grotz-Berlin, Bezirk Elternabend am Sonnabend, 6. Januar 1.923, in der Aula des Königftädtlschen Lyzeums, Greifswalder 'Straße 25, abends llhr. Mitglieder des Central- Vereins' herzlich willkommen. Deutsch-jüdische Bugendgemeinschaft Grotz-Verlin. Unter Leitung -des bekannten Meisterschwimmers Max Leiser findet demnächst ein Schwiimnkursus statt. Anmeldungen auch für jüdische Nichtmitglieder sind umgehend an F. G. Lennhoff, Berlin 80. 16, Schmidstraße 37, zu richten. — Ein Bezirk Berlin-Mitte hat sich gebildet. Alle dort wohnenden jungen Juden, die aus dem Boden der Deutsch-jüdischen Jngendgemeinschaft stehen, werden gebeten, ihre Adressen Herrn Kurt Steinhardt, Seydelstraße 27, mitzuteilcn. ^j Ile fron 1 Deutsche Dichter öer Gegenwart zum Judenhaß. Von Ludwig Kunz (Görlitz.) Es ist nur selbstverständlich, daß die bedeutenden Männer des Schrifttums dem Judenhaß allezeit fern standen. Auch die Gegenwart beweist dies. Gerhart H a u p t m a n n s und Thomas M a n n s weitblickende und gerechte Denkweise sind -aus Werk und persönlichem Umgang zur Genüge bekannt. Hermann Hess e, nahm kürzlich in der Zeitschrift „Vivos voco" eindringlich und staa'k gegen die antisemitische Strömung Stellung. Aehnlich auch Heinrich Mann, der schrieb: „Die jetzt versuchte Judenhetze ist, wie jeder weiß, ein Ablenkungsmanöver von seltener Frechheit. Gerade d ie anden Leiden D eutschlau d s S ch u l d i g st e n b e s a s s e n s i ch d a m r t. Weder die geschulte Masse der Arbeiter noch die Denkenden werden ihnen hineinfallen ..." Nunmehr hat auch Hermann S t e h r , der große deutsche Epiker, einer der echtesten Deutschen unserer Zeit, diese Frage öffentlich berührt. In der „Neuen Rundschau" (Heft 9) schließt er eine ] Betrachtung über Walch er Rachenau mit den Worten: „Dieser Schuß, : der die deutsche Republik in ihrem markantesten Führer ins Herz | treffen sollte, hat die Masse des deutschen Volkes zu seinen Frenndett ilnd Verehrern gemacht. Denn er ist nicht als demokratischer Politiker ermordet worden. Man hat den Juden erschossen und den mann- Hastesten deutschen Mann zu Tode getroffen. So möge diese alte Schande, der Antisemitismus, in Deutschland endlich tot sein, denn sonst ist jeder Schritt zur Gesundung eine tiefere Verwirrung und das Ende ein brutaler Kampf aller gegen alle." Herbert Eulenberg schrieb: „Der Judenhaß ist überall häßlich und verwerflich. Besonders' aber bei uns in Deutschland. Ich persönlich als Künstler muß bekennen, daß ich ohne die Juden in Deutschland längst verhungert wäre." Bernhard Kellermann äußerte sich: „Der Judenhaß ist etwas Unchristliches, weil er dem Gebot der Liebe, dem höchsten Gebot des Christentums, widerstrebt." Und der unermüdliche Volksbildner Bruno Wille schrieb gelegentlich einer Betrachtung: „Der Antisemitismus bleibt politisch ünsruchtbar, verfügt ja bloß über die kläglichen Mittel, durch sein „hepp, hepp" Demagogie zu treiben, nämlich eine von wirren Instinkten und Leidenschaften ausgeregte Menge mit der Hoffnung zu ködern, die Juden politisch zu entrechten; oder sogar den Lemberger Pogrom nachzuahmen. Die Scheußlichkeit dieses Mittels ist so offenkundig, daß die bloß rassekritischen Antisemiten verpflichtet sind, mit aller Deutlichkeit abzurücken von jener blutbesudelten Verbrecherbande." Nur die Worte des Göschener Volksdichters Ernst Zahn seien noch angefügt: „Juden? Christen? Ich kenne nur Menschen. Aller Pilgerfahrt ist zeitlich, alle gebaren sich, als ob sie ewig wären, und keiner ist sicher, daß er nicht den Weg verfehlt." Was bedeuten gegenüber solchen Aeußerungen die Hirngespinste antisemitischer Sensations- Literaten, wie Otto Ernst, Rudolf Hans Bartsch und Konsorten? ,,Grotz-Lichterfelder Lokalanzeiger/ Wir würden Ihnen Hie — freilich wenig erbauliche — Lektüre Ihres eigenen Blattes dringend empfehlen. Wahrend Sie sich im redaktionellen Teil über die vielen ostjüdischen Goldankaufsst e I l e n entrüsten, bringen Sie im Inseratenteil Anzeigen ebensolcher Eoldankaussstellen, die sich bald als „-rein christliches Unternehmen" anpreisen, b-ald ihren Kunden „streng christliche Bedienung" zusichern. Alle Ihre Behauptungen über idas Judentum sind ebenso einfach und unwiderlegbar als Lügen zu kennzeichnen wie diese. Vielleicht erleichtern Eie uns diese Arbeit auch in Zukunft dadurch, daß Sie die Gegenbeweise gleich im Inseratenteil derselben Nummer abdrucken. Leser der „Berliner Börsenzeitung". Als Ihr Blatt am 19. Oktober anläßlich der Vorgänge vor dem Zirkus Busch die erlogene Nachricht von Blutlmer\ -VAN/NOSm IRTRIEB I ■in u.Umg.M taiui# ///.___ Musik- FlÜGlkPIANINOS\ fach- ^ALLEINVERTRIEB, Rusfür Groß-Berlin 1 GrasserP^urfürstendamm Preis b Ducanofa- (höchste^ Kunstpiei-Pianos und Flüge! Aus Zeichnung) Stpl 13717 mAAAAAAAAAAAAAAAAAAÄAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAÄAAm .... r | H. Metzen Su ®o. | 5| Silberne Kultrrs'gegensLanöe * für Haus rmb Sgnagoge * jl Berlin &, Selastianstiraße 20 I ^iTitiiiHi'iimmiiitiiiiiininim.'iiiinniiiiiniiiiiiHniiimimiiHmiiimiiimiiiiHiniiiiiiiniinii'i „Klio Goldfüllhalter überall erhältlich fi Klio-Werk G. m. b. H. Hennef a.d.Sieg B. SPIESS & CS Na»-lfa»sik j Iserlohn i. 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