Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 33 (21.12.1922)
- Date
- 1922-12-21
- Page
- Seite 368 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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368 ba§ Faktum, daß der größte Teil der Hochschulrektoren das Ultimatum bet antisemitischen Studenten als Basis Nr die am 20. Januar 1923 stattsindenden Verhandlungen akzeptiert haben, in Abrede zu« stellerr. — Die Moral dieser Wiener Studentenkreise trügt wie ihr sonstiges Gehaben durchaus deutschvölkische Marke: Ihr Anstandsgesühl verträgt es, für den n um ern s ela u su s zu agitieren und sich gleichzeitig von Juden unterstützen zu 'lassen. Die neuzeitliche Form akademischen Ehrbegriffs! Ein stolzes Bekenntnis.- Aus Frankfurt a. M. schreibt man uns: Eine hiesige weltbekannte Firma beging vor einiger Zeit das Jubiläum ihres fünfzigjährigen Bestandes. Bei dieser Gelegenheit hielt der, Chef in Gegenwart zahlreicher nichtjüdischer Gäste eine Rede, in der er folgendes sagte: „Bescheidenheit ist gewiß eine schöne Tugend, doch allzu große Zurückhaltung brauchen und dürfen wir nicht üben. Ich sage es laut und offen: Wir sind ein jüdi f ch e s Haus und ans unserer i ü d i - f ch e n Lehre, aus unseren jüdischen Traditionen, wie wir sie von Eltern und Voreltern übernommen haben , schöpfen wir die s o z i a l e Ges i n n n n. g , die wir unseren- Mitarbeitern gegenüber betätigen." Die Mordorganisation „Consul" in Oesterreich. Im Zusammenhang mit einer aufgetauchten Spur vom Bestehen einer geheimen antrjüdischen M ö r d e r o r g >a n i s a t i o n wurde seitens privater jüdischer Kreise eine Untersuchung eingeleitet, die zu einem überraschenden Erfolg geführt hat. Es wurde das Bestehen einer Geheimvrganis a t i o n „C v n s u l" a u f g e d e dt t. die es sich zur Aufgabe gemacht hat, prominente jüdische Persönlichkeiten du r ch M or d zu beseitigen. Es^lvurde eine genaue Lifte der zu tötenden Personen festgestellt, die 1548 Namen angesehener österreichischer Juden enthielt, an deren Spitze das Wiener Oberhaupt der Familie Rothschild steht. Nunmehr hat die Polizei die Angelegenheit in die Hände genommen! und ihrerseits eine strenge Untersuchung eingeleitet. Eine spaniolische Zeitung in Wien. DieIpaniolischen Studenten in Wien bereiten die Herausgabe einer Zeitschrift „El Mondo Sephardi" vor. Versuch der Legalisierung der Judenausweisungen in Ungarn. Der Minister des Innern. Ivan v. Rakovszkh, hat der Nationalversammlung einen Gesetzentwurf überreicht, der dem Minister das Recht einräumt, aus eigener Atächtvollkommenheit ..lästige Ausländer" auszu weisen veziehungsweise sie zu internieren oder unter polizeiliche Aussicht zu stellen. Die Personen, die dem Minister als „bedenklich" erscheinen, sind vernichtet, sich jeder politischen- Tätigkeit zu enthalten, dürfen keinen össentrrchen Versammlungen, keinen gesellschaftlichen- Zusammenkünften beiwohnen und keine Telephonstationen benützen: ihre gesamte Korrespondenz und ihr Telephonverkehr steht unter Kontrolle und in begründeten Fällen kann ihnen die Führung der Korrespondenz und das Telephonieren überhaupt untersagt werden. Durch dieses Gesetz will die ungarische Regierung ihre gesetzwidrigen Juden- und Nrbertervertreibungen legalisieren. Der Verband der deutschen Inden Hatz als er seine politische Tätig- Uxt einstellte, die Fortführung seiner literarischen Tätigkeit der Bereinigung für Schriften Mer Mische Religion überwiesen. Diese Bereinigung teilt uns mit, daß die früher vom Verband herausgeg-ebenen „Lehren des I vt b e n 4 tum s", Teil 1 und Teil 2, jetzt in neuer Auflage ferti-ggestellt sind. Be« stellungen bei Makower, Berlin W 9, Potsdamer Straße 131. Jüdischer Vorklub „Maecabi". Seit dem 1. September d.'.J. besteht in Berlin der jüdische Boxklub „Maocabi". Das Boxen steht als Verteidigung^ mittel in den angelsächsischen Ländern, England und Amerika, seit langem in Blüte und hat für uns Juden heute, da Ilebevfälle und Anrempeleien durch Hakenkreuzler und deren Gesinnungsgenossen an der Tagesordnung. sind, besonderes Interesse. Au der Spitze des jüdischen Boxklubs „Maceabi^ steht ein Arzt, die turnerische Ausbildung liegt in den Händen eines Pädagogen und staatlich Geprüften Turnlehrers, ein Berufsboxer leitet das Training. In politischen und religiösen Fragen ist der Verein streng neutral. Jüdische Männer und Jünglinge kommt zu uns! Uebungsstunde jeden Montag und Mittwoch von 8 bis 10 Uhr abends in der Turnhalle der Zelle-Realschule, N, Auguststr. 21. Pastor Felben in Konstanz. Vor einem ungewöhnlich zahlreichen Publikum, dem auch Vertreter aller, hiesigen Behörden angehörten, sprach der bekannte Bremer Pastor und Schriftsteller Emil F e l d e n kürzlich über das Thema: „Antisemitische und jüdische Ethi k." Vom Rathenau-Mord ausgehend, unterzog er die Beweggründe und die Methoden des Antisemitismus sowie die Thesen der Rassentheorie einer scharfen Kritik und kam zu dem Schluß, daß gerechte Betrachtungsweise die hohe sittliche Reinheit jüdischer Ethik unbedingt anerkennen müsse. An den Vortrag schloß sich eins längere, stellenweise sehr bewegte Diskussion. Die „friedlichen" Deutschsozialen. Parteisekretär Scheibler zu 10 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte fand dieser Tage unter Vorsitz des Amtsgerichtsrats Gras v. b. Schul e u b u r g die Verhandlung gegen bero Parteisekretär der Deutschsozialen Partei Scheibler wegen 'Aufreizung zum Klassenhaß statt. In einer von dem Ortsgruppenleiter Dr. Früh, geleiteten Versammlung der DeuLschsozialen Partei, welche zwei Tage vor der Ermordung des Ministers Rathen au in Berlin stattsand. hatte der Angeklagte Scheibler einen aus antisemitischen Hetzreden bestehenden Vortrag gehalten', und zum Kamps gegen das Judentum aufge-- fordert und dabei hmzugefügt: „au ch wenn die G >e g n er es m i - dem Leben be z 'ö> h l e n m ü ß t e n!" — Als einige der Versammlungsteilnehmer bei diesen Ausführungen erregte Zwischenru.se machten, darunter auch der anwesende Vorsitzende der Gruppe Nord des Vaterländischen Bundes jüdischer Frontsoldaten. Paul Toller, verbat sich der Versammlungsleiter Dr. Früh diese Zwischenrufe und rief: „Die I u d e n be n ge l f o 11 e n in a ch e n , daß He I> e ra uskv m m e n!" Auf die von Herrn Toller erstattete Anzeige erhob die Staatsanwaltschaft! Anklage gegen Sch erbte r wegen Aufreizung zum Klassenh >a ß und gegen Dr. F r ü h wegen Beleidigung, des Toller. In der Verhandlung, welcher sich Rechtsanwalt Dr. Brandt namens des beleidigten' Tollerals Nebenkläger angeschlossen hatte, bestritten beide Angeklagte.'sich' schuldig gemacht zu haben. Die Verhandlung begann mit einem setbsst für deutschvölkische Begriffe unwürdigen Auftakt, da der Verteidiger der Augeüleiderstoff-Grotzhandlung Gegründet 1882 Spezialitäten E. Pincus, Leipzig Reichsftratze 26 Popelines, Serges, Gabardines, Cheviots «fw. Das Festtesdieob «tHerrn muss über die Freude des ersten Augenblicks hinaus dauernde Befriedigung ob seines Nutzens vermitteln. Es muss etwas sein, was der Freund und der Gatte sieh schon immer wünschen, was sie aber nicht besitzen, weil man sich zu Neuanschaffungen heute schwerer denn je entschliesst. Der Gentila Gürtel. , bereitet wahre Festesfreude und wird dem Beschenkten wesen seiner die Figur verbessernden, die Haltung erleichternden äusseren Wirkung und wegen seines erstaunlich günstigen Ei nflusses auf Wohlbefinden sowie geisti ge Verfass ung in kurzer Zeit das liebste Kleidjingsßtück geworden sein. Durch dieses Geschenk, von dessen Wert und Zweckmässigkeit Sie mein illustrierter Katalog überzeugen wird, sichern Sie sich dauernden Dank. Jilustrierter Katalog M. 50,— J. J. GENTIL, Berlin H. 96ÄTÄ. Grösstes Spezialhaus des Kontinents für Herrengürtei- 6- und östernig Fläm. Lampen 6 arm., off. Louis Bodenheimer Frankft.a.M.2 Scheffel st.26 | Anzeigen;! für die r t tt ttdi?te 91 u mm er i müssen bis Sonnabend früh in unseren Händen sein. Münchner „JUGEND" die hervorragende farbige Zeitschrift sür Kunst und Leben, ist die unentbehrliche Lektüre aller Gebildeten. Vierteijahrespreis 420 M., einzelnes Heft 80 M. Probenununern liefern wir gegen Einsendung von 20 M. 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