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Central-Verein-Zeitung · 1922-12-21 · 33 (21.12.1922) · p. Seite 367

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
33 (21.12.1922)
Date
1922-12-21
Page
Seite 367 (sequence 3)
Language
German
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387 sfegSft _ Jiddische SEdwirte! Sendet uns eure und eurer B-erufsgenoffen Adressen ein/ damit wir der immer wiederkchrenden antisemitischen Behauptung, „kein Jude habe je den Pflug geführt", entgegentreten. können.' Die Stadt Berlin als Erbin unbeerbt verstorbener Juden. Mit der Frage, ob dir Stadt Berlin ein Anrecht ans das Erbe vlmc Erben verstorbener Jriden hat, beschäftigt sich ein Artikel des Geh ei men Justrzrals Dx. Holtze in -der deutschen Juristenzeitung. Auf Grund eines. Vertrages vom 2?7. Dezember 150-8 hat der Kurfürst Joachim I. der Stadt Berlin das Recht ans den Nachlaß aller in ihrer Gerichtsbarkeit unbeerbt verstorbenen Personen erlassen und sich selbst nur den. der „Fremden und Unechten" Vorbehalten. Unter ..Fremden" verstand man Adlige und Juden. Dr. Holste betont, daß ein solches Gosel; nichts Weiler als eine unzeitgemäße, wittelalterliche Erinnerung sei und daß die Stadt Berlin nunmehr auch das Recht der Beerbung unbeerbt verstorbener Irr den habe. Der junge Sudermann und die Juden. In seiner eben erschienenerr Selbstbiographie „D-a s Bitderb u ch me iner I n gen d" erzählt Hermann Sudermann, wie ihn Richert. Rudolf Masse. Laster, Bamderger und .andere Ln der kritischere Zeit seines Lebens „gerettet" staben. Eine edl-6 Frau, Mathilde Jacobson, hatte den durch Not und ll eberarbeit an g kr .rat gewordenen Schriftsteller an ihren Baker, den berühmten Internisten Professor Jacobson, ernpsohlen (der in den achtziger Jahren auch die innere Abteilung am Berliner jüdischen Krankenhaus Leitete). Professor Jacobson hatte im Kreise seiner jüdischen Patienten Umschau gehalten, und SuLcranann erhielt durch ihn eine Hauslehrerstelle bei dern Bankier Neumann in der Potsdamer Straße, die ihm Gelegenheit bot. seinen literarischen Arbeiten m leben. Die amerikanische 12 OvO-Dollar-Spende an den Neichspräfi- Renten. Dem Reichspräsidenten sind bekanntlich aus Amerika 12 000 Dollar, Vas sind 100 Millionen Mark, zur Verfügung gestcllk worden. In Verbindung mit dem Zentralausschuß für die Auslandsüifte ist in einer Sitzung am 8. Dezember, bei der alle großen WvhLsahrtsorganisaitionen. darunter auch die Zentra L w o h l s a h r t-s st e l l e der deutschen Juden, vertreten waren, ein Verteilungsmodus sestgestellt worden. Lei dem u. ja-. So Millionen folgenden Verbänden zufallen: Caritas, Innere Mission. Z e n t ra l w v h l sa h r t s ste l te der deutschen Juden. Hauptausschuß für Arbeiterwohlsahrt. Ausschuß für die christliche Arbeitergenossenschaft. Von diesen 35 BUttionen erhält die Zentralrvohlfahrtsstelle der deutschen Juden 2% Millionen. Angesichts der schweren Notlage, in der sich die jüdischen Lehrer und KulLusbeamten befinden, stak die JeutrallmhlfahrtsskIk beschlossen. 2 331111 ionen dem Jüdisch e it B c a v.\ t e n b u n d zur Verfügung zu stellen. JrrdLu als Mitglieder der Akademien. Die Feststellung, welche Juden. BlLtglieder von. staatlichen Akademien nnd gelehrten Gesellschaften sind oder waren, ist wertvoll für den Nachweis von der Bedeutung des deutschen Judentums in der Entwicklung deutscher Wissenschaft. Wir Lütten unsere Freunde, uns ihnen bekannte Namen mit- ZutciUu. deren. Träger derartigen Körperschaften anaehört haben. Bitmimmtd Günther LehMamns. Das „Spandauer Tageblatt" vorn L'l. Juni IW enthielt die schwersten Beschimpfungen des Judentums. Es war dort von cinew „fa ta n i s ch e n G e m e i n hei t de x i ü b i - f d) e n- T a l m n d e r z i e h n n g" gesprochen. Aöan mußte Worte, wie „G e ru e i n 1) e i t b i e s e r R' eligivn . bi e ü b e r h a u p t. k e i n e mehr ist", lesen. Der C e u t r a l v e r e i n erstattete daraufhin Anzeige. Aus Grund dieses Sachverhalts hatte sich der Verantwortliche Redakten.r Günther Lehmann vor der dritten Straskamm-.w des Landgerichts III in Berlin, am 14. Dezember d. I. zu verantworten. Er wurde zu einer Ges ä n 6 n i s st r a f e v o n 0 ier Wochen verurteilt. Alan hatte in der Verhandlung den. Eindruck, daß mau es mit einem verführten jungen Menschen zu tun hat. der sich der Tragweite seiner Handlungsweise nicht in vollem Umfange bewußt gewesen ist. Tie Hintermänner, die ihn zu dem verabscheuungswürdigen Verbrechenveranlaßt hcckLn, gehen leider straffrei aus. Die „Charakterfesten»" Im Novemberstest von „Deutschlands E r n e n e r u n g" bespricht der Wiener Professor R. Geller ein Buch des Lcsterreichers Tr. Viktor Mi l t s ch i n s k ll : «Das Verbrechen von Oedenburg". Es handelt sich um die bekannten Vorgänge im Burgenlande und Geher sagt: „Man müßte das Buch Miltschinsths einfach abschrciben. um ein Bild dessen zu geben, was bei diesem Oedenburger Verbrechen von der großen und der kleinen Entente, namentlich aber von der ungarischen Staatsregiernng arr Lüge. Treulosiakert. Betrug, Genmlttatcrr und Vertragsbrüchen geleistet worden ist." Jedes Kind weiß, daß die deutschen Freunde Gel>ers die engsten Verbindungen zu dern mit so schönen Deutschen" Eigenschaften begabten Ungarn pflegen, daß gerade unsere Teutschvölkischen nnd die Erwachenden Ungarn herzliche Busenfreunde find und daß noch vor kurzem der Verband nationalgesinnter Soldaten dem Massenmörder Hejjas Glückwünsche und Errnuerungsmedstlle überreichen ließ. Solch verlogenes Verhalten ist für die Deutschvölkischen unserer Tage bezeichnend und nichts Absonderliches. Traurig, daß solähe „Charakterfeste" sich unterfangen, ihr „D e u t s ch t u ni" anderen als Vor b> i l d hinzustellen. Bestürzung der Wiener Hochschulantisemrten. Ter Beschluß des Vereins, zur Unterstützung der Wiener Universität und der wissenschaftlichen Institute, die meist aus ausländischen jüdischen Kreisenherrühren. die Hilfsgelder nicht mehr den Hochschulen d r r e k t 3 u - [ 3 u füllte n. hat in Professoren- und Studentenkreisen große Bel stürz uu g hervorgerusen. Offizielle Hochschulkreise bemühen sich jetzt. Alleinige Anzeigen-Annahme ^Rudolf Messe, Anz eig-en-Annalm; e für sämtl. Zeitungen Deutschlands nnd des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz ✓ Cöln a. Rh. / Dresden / Düsseldorf / Ermrt / Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Lamburg / Lannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim ✓ München ✓ Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Warschau / Basel / Zürich Dds vornehme, unaufdringliche Parfüm Myßikum Pdrfum i|i ein Mittel des perfönlidien Genujfes. Der Herr oder die Dame von Gefchmäck werden ein Pdifimi wählen, deflen Dii& fdn und anregend ij?, ohne daß es sich in der Umgebung aufdrlngiidi bemerkbar macht. Von Unkundigen wird oft, ohne fidi dej|en bewirf 241 werden, schlechtes oder aufdringliches Parfüm verwandt, das in Konzerten, im Theater oder in Gesellschaft zur höchfien Belaßigung anderer Wird. — Myftikum Parfüm dient dem perfönlidien Genuß. Es umgibt den Träger wie eine zarte, pikante Welle von Wohlgemtk •0m, My(?iicum Puder wirkt auf der Haut paßellartig matt und ganz unauffällig; er ijl auf das feinste verarbeitet und enthält keine fdiädlidien Bestandteile. / Myfhkum Tafchenpuder ist ein fester Puder in kleiner Dofe zum Mitnehmen in Gefellfchaft, Theater ufw. , Myßikum Talkum Puder hat wohltuenden Einpujs auf die Haut nach dem Bade, nach dem Basieren. / Myflikum Seife ist äußerst milde und angenehm. / Der Seifenkörper ist ganz neutral und gibt einen weichen, sahnigen Schaum. Das Parfüm ist sehr fein, besonders in feiner Wirkung im Wasser. Myjhkum Haarwasser wirkt sehr anregend auf die Kopfhaut. Myßikum Toilettewasser, fein duftender Zusatz zum Bade- und Waschwasser. Parfümerie Scherk / Berlin-New Yor^ Vertretung für Deutfch-Oeferreich, Max Riemer Sc Co., Wien L, Himmelpfprtgajfe 14

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