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Central-Verein-Zeitung · 1922-12-14 · 32 (14.12.1922) · p. Seite 359

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
32 (14.12.1922)
Date
1922-12-14
Page
Seite 359 (sequence 3)
Language
German
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jP (SS»*»- jiiftwxniltbtn Neue Umtriebe -es Rektor Fetz. Der berüchtigte Hetzapostel Rektor A. Fetz, in Bremerhaven, dessen Teutonenwahnsinw völlig unheilbar scheint, hat die ernste Verwarnung, die ihm dev Bremer Senat jüngst erteilte, nicht beherzigt: er reist weiter in Oldenburg, Ostfriesland und den angrenzenden Bezirken umher, hält Vorträge und vertreibt Broschüren. Das letzte dieser Geistesprodutte. dessen Drucker und Verleger es vorzogen, ungenannt zu bleiben, nennt sich „Ra ub in ens che n und F r-ie d - Menschen" und versucht frei nach Br-ehms Di erleben eine Einteilung des Menschengeschlechts in zweibeinige, natürlich jüdische Raubwesen und friedfertige „arische Edelinge". Mit einer Tlnal-baiteten vielleicht ködernden Wissenschaft!ichkeit wird zum Beweise dieser Theorie die Feststellung? des Afriknrrisenden Schweinsurth herbeigezogen. der -in Zentral-afrika zwei verschiedene Monbutustämme entdeckt hat, deren einer sich von Raub, Diebstahl und Betrug nährt und also von dem gelehrten Rektor als das Ahnenvolk der Juden betrachtet wird. . . . Daß diesem gemeingefährlichen Jugenderzieher je früher das Handwerk gelegt werden muß, unterliegt keinem Zweifel. ,,£<u*te*c Mittel." In Neidenburg i. Ostpr. wurden jüdischen Kaufleuten wiederholt die Fensterscheiben ein geschlagen. Hierzu leistet sich das dortige Kreisblatt folgenden Kommenta^r: „Dian neigt in beteiligten Kreisen zu der Ansicht, daß der Bubenstreich von Anhängern der ehemakigien d eu ts ch - v ö l k i s che n Bewegung verübt worden -ist. Dies dürste aber nicht zutressen. da man do-r-t gewöhnt war, nur mit lauteren Mitteln zu kämpfen." — Für das Neidenburger Blättchen — das. leider-etwas verfrüht, von der deutsch-völkischen Bewegung^.als einer ..ehemaligen" spricht — sind also Meuchelmord. Blausäure, Schlagringe und Gummiknüppel „lautere Mittel". Die dankbaren Ukrainer. Die an der Wiener Universität inskribierten 250 ukrainischen Studenten aus Ostgalizien haben auf Ersuchen der deutschvölkischen Studenten die Forderung nach Einführung des Numerus clausus für jüdische Studenten und Professoren an den Wiener Hochschulen unterschrieben. Dies wird von der jüdischen Studentenschaft um so mehr als krasser Undank empfunden, als die in großer Not lebenden ukrainischen Studenten von jüdischer Seite s e h r unterstützt w e r d e n und unter anderem zum Besuch der jüdischen mensa academica zugelas s e n wurde n. Die „BeLgarder Zeitung" bietet neuerdings ein Musterbeispiel dafür, wie man dem Wortlaut nach richtig und dom Sinne nach dennoch bewußt falsch und hetzerisch zitieren kann. Sie veröffentlicht Stellen aus einem Artikel! der Zeitschrift „Israelit", in welchem berichtet wird, daß die Sowjetregieruna. um Brot für die Hungergebiete zu schassen, die Gold- und Silberschütze der Klöster und Kirchen konfisziert. «Das ist alles" — sagt der „Israelit" weiter — „menschlich -und begreiflich. Unmenschlich und unbegreiflich aber ist es, daß der jüdische Kommissar . . die Maßnahmen auch laus die Synagogen-. auf die heiligen Thorarollen . . . auszudehnen sucht. . . so hat man das Gefühl, daß es dem Herrn . . . mit dem bißchen. jüdischer Armut, ckaum gedient sein dürfte ..." — Der Sinn ist Aar: „Der Israelit" wollte ausdrücken. daß angesichts dev ungeheuren schätze russischer Kathedralen und Klöster das bißchen Schmuck in den ^hnagogen nicht in Betracht komme. Aber die „Belgarder Zeitung" sieht hierin natürlich nur das streben der Juden, sich notwendigen Opfern für die Allgemeinheit zu entziehen und ergeht sich aus diesem Anlasse in den bekannten verlogenen Hetzlügen, in denen sich ihre Politik und ihr-Geist seit jeher erschöpft. RerchsLagsprästdenL Lobe über Horthy-Ungarrr. Der Präsident des deutschen Reichstags. Löbe, empfing den Mitarbeiter des ungarischen Blattes „Jöov" und sprach sich ihm gegenüber über Deutschlands -äußere Politik aus. lieber die jetzige ungarische Politik äußerte sich Präsident Lobe ungefähr in folgender Weise: „Es scheint, daß man in Ungarn die normale politische A r t eilsfä h i g k e i t verloren hat. Hier bei uns ab>er, in einer gewissen Entfernung vom Horthh-Land, werden die Pogromhelden des 'Hejas und die Orgovanher Ruhmestaten ganz anders als dort beurteilt. Wir können über die sich fortwährend wiederholenden politischen Sensationen weder unser Staunen, noch unsere E n 1 r ü st n n g verheimlichen. Man kann sich daher nicht wundern, daß wir kein Z u - s a m me n a r b e i te n mit einer Negierung, welche mit Leuten wie Hejas Kameradschaft pflegt, erwünschen können. — Ein Vertreter der Berliner „I. C. B." - Redaktion wandte sich persönlich an den Neickstagspräsidenten Löbe mit der Anfrage, ob er das vorstehende Interview bestätigen könne. Der Herr Reichstagspräsident erwiderte daraus, das Interview drücke im allgemeinen das aus. was er dem ungarischen Journalisten gegenüber gesagt habe und was er uls Sozialdeiuvkrat auch denke und fühle. Gedächtnisfeier für Hermann L. Strack. Das Institutum Judaicum Berolinense UinmrfrÄt am 16. d. M.. 12 Uhr mittags, im Auditorium 251 der Universität (Westslügek. 2. Stockwerk). eine Gedächtnisfeier für den kürzlich verschiedenen Prosesor Hermann- L. Strack. Die Gedächtnisrede hält der Dekan der theologischen Fakultät Pros. D. G r e ßman n. im Namen der Schüler des Verstorbenen spricht Studienrat Coßmann. Ans dem Scheidemarm-Prozest. . . . Präsident (mit eindringlicher Stimme zum Angieklagterr Oelschläger): „Unterlassen Sie doch die Versuche. hier unwahre Behauptungen auszusteltent Muß denn immer, gelogen werden? L ü g e n u n d Q u ä n g e l n in n g d e u t s chvvlkisch fein, nie m a l s aber w a r e s deutsche Art." Worte eines katholischen Priesters. Aus Pirmasens schreibit man uns: Anläßlich einer Gedenkkaselenthüllung für die gefallenen Glaubensgenossen unserer Stadt berichtete der katholische Geistliche Dr. Weiß im „Pfälzischen Voltsboten" über diese Totenfeier, wobei er u. ,a. sagte: „Es wäre weiten Volkskreisen viel besser, stakt über die Juden zu schimpfen, sie im Familienaufbau nachzuahnren: in den alten gläubigen Juden samilien werden die religiösen Feiertage gehalten. die Eltern geachtet. Sparsam keil und Nüchternheit gepflegt — das ist es. was unserem Volk jetzt fehlt." Peter Schweizer gestorben. Jn^llew-Purt ist in diesen Tagen der angesehene jüdische Phil-antrop Peter schweizer gestorben. Eine jüdische Zeitung in Japan. In Jokohama beginnt demnächst eine jüdische Monatsschrift unter denn Titel „Universal Review“ unter der Redaktion Nathansons zu erscheinen. VerurteiLter Antisemit. Der Kaufmann En ge Wald in G o l da p . der deutfchvölkische Hetzliteratur vertreibt, hatte in einem Inserat der Goldaper Zeitung behauptet: . . . der Jude Zacharias habe im Namen der jüdischen Frontkämpfer (Wer lacht da?) den Verkauf dieser Schriften zu verhindern gesucht. Die Strafkammer in Insterburg veru r t e i l t e E n g e w a l d z u 10 0 0 6 M a r k G e l d st r a f e. Der Berein für jüdische Geschichte und Literatur in Braunschweig, -eine Gründung des verewigten Landesrabbiners Dr. Rülf, feierte jüngst sein Zvjähriges Jubiläum. Die Feier fand ihren Höhepunkt in einem .außerordentlich besuchten Vortrag des bekannter: Malers E. M. Lilien, der seine Ausführungen über „Land und Volk -der Bibel" mit Projektionsbildern eigener Radierungen und Zeichnungen wirkungsvoll illustrierte. Kriegerdenkmale. Zmn Andenken an die Gefallenen der Kultusgemeinde Nürnberg wurde dort auf aus dem neuen Friedhof ein Kriegerdenkmal ent. hüllt.' Die Weiherede hielt Rabbiner Dr. Freudenthal. Jubiläum. Herr Siegfried Fleische r, der verdienstvolle Sekretär des Verbandes „Union deutsch--österre ichischer Juden", begeht am 15. Dezember -das Jubiläum seiner fiulfundzwanzigjäh eigen, ersprießlichen Wirksamkeit im Dienste des österreichischen Judentums. Wir schließen uns den Glückwünschen, die ihm an diesem Tage zukommen werden, herzlich an. Herr Prediger Louis Weiler in Paderborn, der, wie wir schon vermerkten, kürzlich sein f ü n s u n d z w a n z i g j ä h r i c s Anrtsjubilänm feierte, erfuhr aus diesem Anlasse ungewöhnliche Ehrungen. Kardinalerzbischof Dr. Schulte in Köln, Bischof Dr. Klein und Weihbischof Dr. v. Lähling suchten ihn mit eigenhändigere Glückwunschschreiben aus, und irr der Reihe der persönlich erschienenen Gratulanten befanden sich u. a. der Magistrat der Stadt Paderbo-rrr, der Pastor Klingender, der katholische Pfarrer Müh l e n h e i m , die Rektoren der höheren Schulen und Vertreter aller größerer Korporationen. Alleinig’© Anzeigen- Annahme Rudolf Mosse, Anz ei gen-An nähme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin 8W19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz ✓ Cöln a. Rh. / Dresden / Düffeldorf / Erfurt / Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Lamburg / Lannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien, / Warschau / Basel / Zürich nMjWMlMKl DfiOffSjCHER. rvkl.1-1 MrZW N:Brunneni96.!W:MlsnäCkerl5,Turm70. Ch’bg:Känri53. Wilmersdorfer s%6.NköUn:Berg29,Hermänn56. T'hofBerlinerM

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