Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 27 (9.11.1922)
- Date
- 1922-11-09
- Page
- Seite 315 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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315 Reichsbunö jüdischer Frontsoldaten. Der Reichsbund jüdischer. Frontsoldaten Hielt am Svnntag. 29. Oktober, in Berlin im Logenhaus, Kleiststraße, seine diesjährige Delegiert-entagung ab. die von einer großen Anzahl Delegierter aus dem ganzen Reich besucht war. Nach Erstattung des Jahresberichts durch den Aundesvorsitzeuden, Kamerad Dr. Löwe n st ein. sprach der Vorsitzende der Ortsgruppe Groß-Berlin, Kamerad Dr. W >i e n e r, über „D t e n n t i s e m i t i s ch e Bewegung". . Kamerad He ch in g er (München) gab darauf eine Schilderung der antisemitischen Hetzereien in München und der Tätigkeit der nationalsozialistischen Arbeiterkreise. An Beispielen zeigte er. mit welch regem (Sifet die Ortsgruppe München bemüht sei, diesen Treiberelen eutgegen- Zutreten. Am 30. Oktober fand ein Vortragsabend des Frontsoldatenbundes statt, an dem Dr. Bruno^ We i l und Hechinger (München) über das Thema: „Der jüdische 'Frontsoldat nach. dem Weltkriege", sprachen. Kamerad Dr. Weil führte u. a. einige Statistiken an. die den Beweis dah'ir geben, daß die Zahl der tur Weltkriege gefallenen Juden prozentual die gleiche sei. wie die der Mchtjuden. Er betont, wie verschieden die Behandlung der jüdischen Soldaten in Deutschland und der in Frankreich, Italien und England sei. Während man dort Loblieder aus die jüdischen Soldaten aiesungen habe, stattete man hier seinen Dank durch Ausstellung von Statistiken. Vornahme von Indenzählungen nsw., ab. Unsere Ausgabe als Inden wäre es erstens, alles zum Ausbau der deutschen Heimat beizutragen, zweitens jeden Anschlag aus die Juden .abzuwehren. und drittens der enge Zusammenschluß aller jüdischen« Kreise und Organisationen. gleich viel welcher Parteirichtung, im Frontbnnd, der politisch neutral sei, zur körperlichen Abwehr bei tndengeguerischen Ausschreitungen. Hechinger (München) ergänzte die Ausführungen des Vorredners und schilderte m großen Zügen die Art und Weise des unfairen Krampfes der Nationalsozialisten und Deutschvölkischen. Die Aussührungen aller Redner fanden den größten Beifall. ^Vutsvem M)«h<n*eh General Ludendorffs antisemitische Propaganda im Ausland. „New-Port World" druckt ein Interview mit General L u d c ndorfs über den Krieg und seine Zukunstsperspektiven ab, in welchem sich Ludeudorss über die Juden in folgender Weise ausläßt: „Die verhaßte Regierung in Berlin wird von B o l s ch e w r st e n rrnd Jude u geführt. Die Juden, sind die Urquelle alles Unglücks in der Welt, die Inden sind die größte Gefahr für die Welt. Amerika -ist das zentrale Nest, wo Juden gemästet werden. Wären nicht hie Juden gewesen, wäre Amerika, gar nicht in den Krieg ein-getreten. Amerika, das sich tauf das eigene Volk stützt, w i r d s i ch «e n d l i ch ein e n M o n a r ch e n w ä h l e n, denn die Vtvnarchie ist Mark in des Volkes Gebein." Weshalb das Gesetz zum Schutze der Republik vor diesen: Herrn Halt macht, der es mit deutscher Ehrenhaftigkeit vereinbar hält. Deutschlauds Regierung für Dollarhonorare zu begeifern, ist schwer zu verstehen. Seine politische ^Beschränktheit, die nicht zum geringsten Teil an Deutschlands Unglück schuld trägt, geht ans obiger Prophezeiung über den künftigen „Monarchen Amerikas" wieder mit erschreckender Deutlichkeit hervor. Der „Selbstschutz". In Breslau fand neulich eine Untat ihre sreil'.ch milde Sühne, die vor mehr als Jahresfrist allgemeine Empörung weichries. Am 4. Juli 19*21 boxte ein „Selbstfchutznra un" in Ofsiziersunisorul zwei jüdische Leute, einen Mann von 75 und dessen Frau voll! 73 Jahrerl, auf dem hiesigen Hauptbahllhos aus einem Zuge heraus. Zwei Her reu« G., die den Bedrohten zu Hilfe eilten, beschimpfte «ein anderer Selbstschutzrnarrn in unflätigster Weise mit antisemitischen Ausdrücken, drohte ihnen rillt Totschlag und griff dabet wiederholt nach seinem Dolch?. Während der erste sich seiner Festnahrne durchdie Flucht entzog, gelang es. den zweiten zu fassen. Dieser, ein gewisser Werner Brvdde aus PH ritz, ein mehrfach Vorbestrafter M>ensch. hatte sich aber nicht nur loegen dieses Vorfalls, sondern auch wegen einer Erpressung rlnd einer ganzen Anzahl von Unterschlagungen« zum Nachteil einer jüdischen Finna zu verantworten. bei der er in Dienst getreten war. Der Angeklagte war im wesentlichen g e ft ü n dt g und suchte seine Haltung aus dem Bahnhof imt den Folgen einer Derwllndung und den Beschuldi«Mmaen zrr rechtfertigen, die das „Berliner Tageblatt" gegen den Selbstschutz danräls Allein ix« Anzeigen-Annahme Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin 8>V 19, Jerusalemer Straße 46-49 r Breslau / Chemnitz ✓ Cöln a. Rh. / Dresden / Düsseldorf / Erfurt / Frankfurt a: M. s Kalle (Saale) Kamburg / Kannover / Leipzjg / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Warschau / Basel / Zürich « JClctsse » r c$ju.gjgje.fticn\. 'jlf Gardinen- Noch geben wir Ihnen jetzt die günstigste Gelegenheit» sich bei uns einzudecken bzw. durch Allzahlung zu sichern. Aus unseren alten Warenbeständen bieten wir, solange vorrätig, an: Kirnstlergarmturen, dreileilig. von 1275 M., Halvsiores» reiz. Muster, von 1150 M., Veit» bellen» uwd. Ausfuhr., von 2300 M., Gardinenstoffe, la engl. Tüllgew., Meter von 1L0M. misw., INabra-» garnituren, hellu. dullkelgrdg., svwieHandstlek-Storelllld -Vettdellen, auch für den verwohnt. Geschttlall, in all.Preislagen. Besichtigullg ohne Kaufzwang erbeten. Grotzdetail-Gardinen-Etagen, Berlin ' FriedsGardinetihaus Weininger&Go. Gr.ZranffurterEtk'. jni am Slrausberger Play(naheAudreasstraße) Brinzenstratze QM am Moritzpl. 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