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Central-Verein-Zeitung · 1922-11-02 · 26 (2.11.1922) · p. Seite 309

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
26 (2.11.1922)
Date
1922-11-02
Page
Seite 309 (sequence 5)
Language
German
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309 Die diamantene Hochzeit begingen am 22. d. M. Herr Samuel Marx md seine Gattin Sara geb. Heymann in Binningen (Kreis Cochem). Eine neue Reuchlin-Loge. Allen, die am 12. November an der Intallationsfeier der Re-uchlin-Log'e in Schwedt a. O. teilz-unehmen beabsichrgen, wollen dies Herrn Rabbiner D. I a m p e l (Schwedt a. O.) spätestens )is zum 5. November anzeigen. Predigen Louis Weiler in Paderborn feiert am 11. November sein rOjähriges Amtsjubiläum. Herr Weiler, der Mitbegründer unserer Paderborner Ortsgruppe und gegenwärtig dort Vorstandsmitglied ist, hat sich während seiner Vjährigen Arbeit in Paderborn mit großem Erfolge dem Ausgleich der konfessionellen Gegensätze gewidmet. Gemeiuderubbiner Dr. Rosen thal, der verdiente Senior der jüdischen Geistlichen in Köln, feiert am Sonnabend, 4. November, das 25jährige Amtsjubiläum. Todesfalls. Oberlehrer Jacob Mühlfe-lder, der Gründer unserer Ortsgruppe H i l d b u r g h a u s e n , ist am 22. Oktober dort verschieden. Wir werden dem hochgeachteten Mann, der als einer der ersten wirksam für unsere Ideen eintrat, ein dauerndes Andenken bewahren. — Herr Salo Bloch, zweiter Vorsitzender unserer Ortsgruppe Osnabrück, ist, wie wir zu unserem Bedauern vernehmen, am 8. d. M. gestorben. Der C. V. verliert in ihm einen seiner eifrigstem Mitarbeiter, der sich in weitesten Kreisen allgemeiner Wertschätzung und Beliebtheit erfreute. ' Wir werden sein Andenken stets Hochhalten. <£. v.-Jugenö und Antisemitismus. Von Wilh «el rn L e w i u f t i, stud. iur. - Es ist eigentlich überflüssig zu sagen, -daß die vornehmste Pflicht der jüdischen Jugend die Abwehr des Antisemitismus sein mutz. Für'uns Jugend "aber, die auf dem Boden des C. V. steht, gewinnt diese Pflicht um so mehr an Bedeutung, da unsere Zukunft von ihr abhüngt. Nicht immer können wir dieselben Mittel -im Abwehrkamps gegen den Antisemitismus anwenden wie unsere Väter. Welcher Mittel sollen wir uns aber bedienen? Für uns kommen ja heute von den vielen Arten des Antisemitismus der religiöse und in weitaus stärkerem Maße der völkische Antisemitismus in Betracht. Wenn der religiöse Antisemitismus auch heute nur noch selten gefunden wird, so ist er dennoch nicht zu unterschätzen; denn wenn Intellektuelle überhaupt Antisemitismus treiben, so pflegen sie nicht den völkischen, sondern gerade den religiösen. Was können wir gegen ihn tun? — „Wissen ist Macht" heißt es hier mit Recht, und dazu uns dieses erforderliche Wissen anzueignen, dienen nach wie vor die Neligionsschulen. Nun, Mädel und Jungen, seid ehrlich! Mit welcher ' Interesselosigkeit habt ihr die Stunden besucht, welche Aufmerksamkeit und welchen Fleiß habt ihr gezeigt? Es muß doch festgestellt werden, daß diejenigen, die so furchtbar auf die mangelhaften Religiorrsschulen schelten, meist gar keine besucht haben oder ihre Arbeit nie ernst genommen haben. Es muß uns sehr betrüben, daß die Weigerung der Kinder, m die Religionsschulen zu gehen, bei den Eltern nicht auf Widerstand stößt. Bedenkt, daß wir gerade in dem Alter die Schule verlassen, wo wir berufen sind, die Lehren in uns aufzunehmen. Deshalb müssen wir aus uns selbst heraus hier Abänderung schaffen. Eine kleine Aufklärungsarbeit vermögen auch die vom E. V. herausgegebenen Blätter zu bieten, doch wir müssen wieder gestehen, daß die wenigsten von uns sie lesen. Wir müssen sie aber lej-eu und uns ihren Inhalt zu eigen machen, beim wer sich Jude nennt, muß mindestens so viel jüdisches Wissen besitzen, um seine Religion mit -ihrer nicht übertrosseuen Ethik in jeder Lage verteidigen zu können. Eine andere Art des Abwehrkampses fordert der Nassenantisemitismus. Wir werden hier wenig erreichen, wenn wir _ mit den Statistiken Segalls oder dem Beweise, unserer Vollbürgerschaft auf Grund von Aussagen kompetenter Persönlichkeiten zu Felde ziehen. Mt -geistigen Mitteln allein ist diesen Hurraantist-miten nicht beizu kommen. Sie müssen wissen, daß wir ihnen im Notfälle auch körperlich gerüstet entgegenzutreten wissen. Aber jüdische Jungen, anstatt daß ihr turnt, wandert, schwimmt und in frischer Lust die Gesundung und Erkräftigung eurer Körper sucht, treibt ihr euch in Balls ölen umher, werdet'unnatürlich in euren Jimmyschuhen und mit euren Zigarettchen. Raus aus diesen Vergnügungsvereiuen und hinein in Svortbünde, die euch erstarken lassen! Wir vom Jugendbund des C. V. Nüssen, welchen Wert die körperliche Ertüchtigung hat. Schon die alten Römer beweisen durch ihren Satz „Mens sana in corpore sano" ihre Ueberzeugung, daß nur in einem kräftigen Körper ein gesunder Geist wohnen kann. Deshalb treiben wir die Geistespflege eug vereint mit der Pflege jeder Art des Sportes. Dann mögen diese Hakenkreuze Mer kommen! Deutsch-jüdische Jugend. Am Mittwoch. 2b. d. M., fand die erste Versammlung der deutsch'-jüdischen Iugendgemeinschast Groß-Berlins statt. Als erster Redner sprach Herr Qborstudienrat Professor Dr. Hildebrandt über das Thema: „Staatsbürgerliche Erziehung", und betonte die Ausgaben. die der Schute hierbei Zufällen. Voraussetzung für diese Erziehung fei -aber die S taa> t s ge s i nn u n g der Lehrer, die auch außerhalb des -eigentlichen Schulbetriebes im Verkehr zwischen Lehrer und Schüler her vor treten müsse. Der zweite Redner war Herr Dr. Berlak. der über „Dis jüdische Jugend in der deutschen Gegenwart" sprach. Die Diskussion, an der sich fast ausnahmslos jugendliche Redner beteiligten, verlief äußerst angeregt und zeigte das lebhafte Interesse der deutschjüdischen Jugend für die gern-einsame, Avbeit. Als Vertreter des Central- Dereins begrüßten Frau Dr. - Eschelbacher und Rabbiner Dr. Lehmann die Anwesenden. 14 Itvftichte**' V\ VW vVVW/VWVVWWVVVVVVVVVVl/VVVVl Vbbv WVVWWVVW VYVWßj Ostdeutsche Jopperrunö hojenfadrik Ich.AZjfther I Liegnitz (früher Posen) ‘VWWVW 'WVXA/WWA AA-VA* A/ytAA A /VW * \\\M-V für Nr. 27 | vom 9. November d. 3. ist Mon> || 1 tag, den 6. November, vormittags. -r-^ Bielefelder Sdilnnfaliiik, Bielefeld 1 Gebr. Heyerfeld Gegründet 1850 Regenschirme V^____/ V-A-ei ch* - §as beffe fürtffy*. Tr 46083554

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