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Central-Verein-Zeitung · 1922-11-02 · 26 (2.11.1922) · p. Seite 308

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
26 (2.11.1922)
Date
1922-11-02
Page
Seite 308 (sequence 4)
Language
German
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308 unsere Pve bearbeit. unser erfolgreiches Vorgehen bei Behörden. wo es um das Durchsetzen unserer verfassungsmäßigen Rechte handelt, und unsere Aufklärungsmaßnahmen in den verschiedensten Kreisen der Bevölkerung. Gerade die letzten Ausführungen ließen erkennen, wie unheilvoll es wirken würde, wenn der C. V. seine Arbeit wesentlich einschränken oder gar einftellen müßte. Im Mittelpunkte der Nachmitiagssitzung standen die Referate. der Herren Prof. Dr. Goldstein (Darmstadt) und Studiendirektor Dr. Driesen (Frankfurt a. M.). di^ eine Fülle wertvoller Anregungen brachten, deren Durchführung bis ins letzte vielfach wieder an der Kostensrage scheitern dürste. Es war für die Anwesenden ein hoher Genuß, den bochge stimmten Ausführungen der beiden Gäste des Haupt Vorstandes lauschen Zu können und auf Grundlage ihrer Anregungen unsere Fragen von hoher Warte Zu erörtern. Einen breiten« Raum, der Aussprache nahm die ..C.-D.-Zeitung" ein. iruit der man unter Berücksichtigung der äußeren Verhältnisse allgemein Zufrieden war. Der Verlauf der ganzen Sitzung rechtfertigt in vollem Maße die Schlußworte des ersten Vorsitzenden., der seiner Genugtuung darüber Ausdruck gab, daß Gedankenaustausch und persönliche Fühlungnahme von neuem die Beziehungen. innerhalb des Hauptvvrstandes in dein Maße gekräftigt hätten, wie es die Arbeit erfordere. Besonderen Dank sprach er den Leitern und sämtlichen Angestellten des Vereins aus. die ihre Arbeit stets in dem Bewußtsein verrichteten, leinen Dienst Zu tun, sondern Hüter e i n e r hohe n I d e e z u s e i n. Am folgenden Montag, den 23. Oktober, tagte unter Vorsitz des Herrn Henrh Rothschild (Frankfurt a. Mp die Verwaltungskomnnssion des C. V.. um sich über die Wege schlüssig Zu werden, auf denen die dringend erforderlichen Mittel aufgebracht werden könnten. Am Nachmittag desselben Tages tauschten die Svndici der Landesverbände ihre Erfahrungen aus und berieten über politische Kleinarbeit im Winter. Was erwidern Sie den Judenfeinden, wenn Sie angegriffen werden? Sie wissen es nicht! Darum melden Sie sich umgehend im Bureau, Lindensiraße!3 (Dönhoff 3594/3595) zum Lehrkursus an, welcher am 6. November, abends 8 Uhr, beginnt. Teilnehmergebühr 60.— M. inkl. Steuer. Eine Szene auf dem-Bahnhof in Meseritz. Wir berichteten neulich über den tätlichen Angriff des Schalterbeamten Max Schubert auf einen jüdischeu Reisenden. Auf unserx Anzeige bei der Eisenbahndirektion Ost traf folgendes Schreiben ein: „Der Vorfall ist bereits amtlich zur Anzeige gebracht und untersucht worden. Der schuldige Eisenbahnbedienstete ist aus dem Fahrkartenschalterdienst zurückgezogen und b e st r a ft worden." Jirdenfeindliche Propaganda auf Papiergeld. In letzterer Zeit werden Banknoten und Darlehnskassenscheine vielfach mit judenfendlichen Aufschriften, Aufdrucken oder aufgeklebten Zetteln versehen. Wir haben diesen Unfug der Reichsbank angemeldet, die uns mitteilt, daß derartiges Papiergeld nicht ohne weiteres, sondern erst nach oft langwieriger Prüfung der Echtheit e i n g e l ö st wird. Es muß daher von der Annahme solcher Scheine dringend gewarnt werden. An unsere Mitglieder in. Grotz-Berlin! Wir lasten die rest- I lichen Jahresbeiträge jetzt durch Kassenboten einziehen, wobei « wir häufig die Erfahrung machen, daß in Abwesenheit unserer I Mitglieder deren Frauen die Zahlung verweigern, „da sie I von nichts wüßten". Wir bitten deshalb, zur Vermeidung fl kostspieliger Botengänge und Fahrten, den betreffenden Befl trag bereitstellen zu wollen. I Am, JUi Haupttaaung Vereins zur Abwehr des Antisemitismus. In Mainz ^fand dieser Tage die Hauptversammlung 'des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus statt, die. aus allen Teilen des Reiches Zahlreich beschickt war. Der: Vorsitz führte der frühere Reichsminister des Innern, der demokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Gothein. der auch das Hauptreserat hielt: ..Die Gefahren. des Antisemitismus nach innen und außen." Der Antisemitismus — faßte- Gothein — stört den inneren Aufbau Deutschlands, zu welchem alle Kräfte erforderlich sind. Er ist eine unsittliche Bewegung. die auf liebe r h ebu na beruhe. Aufaabe iedes anständigen Christen sei es, derart:aem Treiben entgegenzutreteir. Aktenmäßia sei erwiesen. daß es keine jüdische WÄtverschwörung gegeben habe. Deutschland zu vernichten, im Gegenteil hätten hervorragende ausländische Juden sich bemüht. den Kriegsausbruch Zn verhüten. Der Vortragende Zeigte weiter die Unwahrheit der hauptsächlichsten ' antisemitischen Behauptungen, wie die Drtlckebergerei der Juden im Kriege. Dem Juden dürfe man das D e u t s ch t u m nicht a b s prech e n. Deutsche r s ei. wer deutsch denke und fühle und mi ta r b e i te an deutscher Kultur. Ohne Mitarbeit der Juden wäre diese nicht so weit fortgeschritten. Die Geldgeber der Völkischen. Anläßlich unserer. iünßsben Verössentlichunß einer Reihe von Firmen und Gin-zelpersouen. die das Hannoversche Hetzblatt „Sturm" materiell unterstützten, hat als erste die Firma Pißße u. Marquard (Hameln) gegen jede Gesinnunißsgemei'nschaft mit dem Matte des Herrn Quindel protestiert und erklärt, sie sei s ch w i n d e l h a ften Vorspiegelungen (Kamps gegen den Bolschewismus, Aufklärung über den Versailler Vertrag usw.) Zum Opfer gefallen. Dasselbe erfahren wir nun von den gleichfalls genannten Firmen Hahlbrock, Günther, .,C o n c o rd i a". Friedr. Rumpfkerl u. Söhne, W i n t e r s ch e Papierfabrik u. a. Wer Herrn Ouindel kennt wie wir, wundert sich über solche Miachenschaften nicht. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums begeht am 2. N o v e m b e r d. I. den Tag ihres 20jährigen Bestehens. Sie hat während der Zeit ihres Wirkens die Aufgabe, der Wissenschaft des Judentums Zu dienen durch Herausgabe von Schriften und durch Subventionierung jüdisch-wissenschastlicher Arbeiten, auf das glängendste gelöst. Etwa 2000 Mtetieder in allen Teilen dev Welt Zeugen davon, daß es ihr gelungen ist. trotz der Ungunst der Zeiten nicht nur kulturfördernd zu wirken, sondern auch Zur Annäherung und Verständigung Zwischen den-einZelnen Ländern beizutragen. Um diesen Tag festlich Zubegehen, hat die Gesellschaft ihre Mitglieder sowie Ehrengäste zu einein Vortlage von Herrn Rabbiner Dr. Baeck über „Die Wissenschaft des Judentums", der . abends 8 Uhr in der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Berlin N, Artilleriestraße 14, stattfindet, geladen. Gäste sind herzlich willkommen. Ein jüdischer Beamtenbund. Die Not der Zeit hat eine neue Organisation geboren : Der Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reich, der Allgemeine Rabbinerverband in Deutschland, der Allgemeine deutsche Konto renverband, der Israelitische Lchrerverein für Badern und der Bund gesetzes treuer Lehrer haben sich unter dem Namen „I üdis cheHBeamtenbun d" zu einem Dachverband mit dem Sitz in Franks u r t a. M. zusammengeschlossen. Die zwingende Notwendigkeit der Selbsterhaltung, hat alle jüdischen Beamten und Kulturträger zu dieser Tat geführt. Es wird die vornehmste und wichtigste Aufgabe des Jüdischen Beamtenbundes fein, den Mitgliedern der ihm. angefchlossenen Verbände g e? i ch e r t e R e ch t s - und Bes oldung sverh äl tn i s s e zu verschaffen. welche denen der Reichs-. Staats- und Gemeürdebeamten entsprechen. Ein Fabrikant als antisemitischer Hauswirt. Der Fabrikant Karl Schmidt in Annaberg i. Sa. erklärte einem deutschen Juden, der aus dem an Polenabgetretenen Gebiet geflüchtet war und vom Mietsoiniguugsamt eine Wohnung im Hause des Schmidt z-ugewiesen erhielt: „Ich nehme keine Juden als E i n w o h n e r a u s." BiMeich-L dürfte dieses Verhalten für die bisherigen jüdischen Abnehmer seiner Fabrikate- Interesse haben. Ein Ueberzeugungstreuer. Die Chioago Opera Comvanh machte dem außerordentlich stimmbegaLten Kantor der dortigen Gemeinde. Joseph Rosenblath. den Antrag, in der Hafavhschen Oper „Die Jüdin" den Cleasar zu singen. Er sollte dafür ein Honorar von dreitausend Dollar pro Abend (oder mehr als zwölf Millionen Mark) erhalten, und^ es wurde ihm zugesichert, daß er am Sa'bbath nicht singen und auch seinen Bart nicht abnehmen müsse. Rosenblath aber schlug das Anerbieten aus, da sich seiner Ueberzeugung nach das Auftreten in der Oper mit seiner Stellung als jüdischer Kantor nicht vertrage. Zur Hautpflege 'Körperpflege 'Schönheitspflege Zup Baby pflege' für Mäßige < für» Sportsleute' m U (J. 'VW, WlttW. |L.>CHSB*y PS****? Mm

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