Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 26 (2.11.1922)
- Date
- 1922-11-02
- Page
- Seite 310 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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310 I Verehrte Schristleitung! Den in der Nummer 22 der C. V.-Zeitun§" w ledergegebenen Aeußerungen des.Herrn Stern in Kisstngen kann inan in vollem'Umsange beistimMn. Wenn Herr Stern aber annimmt,^ daß es noch Mitglieder mit 50 oder 100 Mark Jahresbeitrag gebe, so hat er entschieden noch viel zu hoch gegriffen. Ich verwalte die Kassengeschäfte einer der größten Ortsgruppen mit zirka 1200^Mitgliedern. Unter diesen sind noch etwa 500, die mit einem Beitrage von 10 oder 20 Mark verzeichnet stehen. Werbungsschreiben zur Erhöhung des Beitrages blieben unbeantwortet, obgleich ihnen ein frankierter Briefumschlag für die Rückantwort und ein vorgedruckter Zettel, der nui ausgesüllt. zu -werden brauchte, beigefügt war, ebenso eine spätere Zweite Aufforderung. Das Bedauerliche ist, daß sich unter diesen Fün^ hundert Leute befinden, die zu den Zahlungsfähi-gsteil der Gemeinde Zählen, Chefs großer Handlungshäuser, Bankdirektorm u. a. Die Gleichgültigkeit ist in den Kreisen unserer Glaubensgenossen leider ein Z u s e h r e i n g e r i s s e n e s Nebel, dem schwer beizukommen ist. Erst wenn diese Herrschaften selbst irgendwie angerempelt werden, dann wissen sie den Central-Verein zu finden. Hochachtungsvoll Sallh Rosenberg (Köln). V F. K. Sic irren. Cs steht fest, daß vor der Revolution Katholiken grunh« fätzlich nicht in die preußischen Ministerien berufen wurden und im Reichsdienst zu den größten Seltenheiten gehörten. In Preußen machte nur das Kultus. Ministerium ein-e Ausnahme und im Reiche das Reichsmarineamt und das Reichsamt des Innern. Einen katholischen Ministerialdirektor hat es vor 1914 überhaupt nicht gegeben. Prediger Fl., Namslau. Wie viele Zeitungen in Deutschland von Inder: redigiert werden, können wir nicht genau feststellen. Jedenfalls nur sehr wenige — was immer die Judengegner auch behaupten. Die überwiegende Mehrheit der ProvinZpreffe ist in Händen des Huck- und des Stinnes-Konzecns. vereinsnachrichlen. Konstanz. 23. 4. Lehrer Geismar: „Die Wertschätzung der Arbeit im Juden» tum." Generalversammlung. Konstanz. 7. 9. Professor Dr. Goldstern (Darmstadt): „Die Rot der Stunde." Altenkirchen (Westerwald). 16. 9. E. Iacobi-Köln (Syndikus des linksrhein. Landesverbandes): „Antisemitismus und Deutschtum." Reuwahl des Bor», standes. Vors. u. Schristf.: L. Driels; Kassierer: R. Davis. Verein selbständiger Handwerker jttd. Glaubens e. B., Berlin. Vorsitzender: Louis Wolfs, Große Frankfurter Straße 89/81. .Am Montag, 23. Oktober, hielt der Verein seine ordentliche Mitglieder. Versammlung ab. Bor Eintritt in die Tagesordnung teilte der Vorsitzende mit, daß das langjährige Mitglied Samuel Kohn gestern verstorben sei. In warmen Worten gedachte Herr Wolfs der Verdienste des Entschlafenen. Rach einem erfolgreichen Vortrag des Herrn Felix Stern folgte die Besprechung über die bevorstehenden Wahlen zur Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Das einleitende Referat hielt der zweite Vorsitzende Herr Robert G u t h e i m. Als Begründung für die von uns getroffene Maßnahme, mit einer eigenen Liste in die Wahl zu treten, führte der Referent an, daß bei der augenblicklichen Zusammensetzung des Repräsentantenkollegiums keinerlei Ge* währ für eine durchgreifende Berücksichtigung der Wünsche des gewerblichen Mittelstandes erhofft werden könne. In der Hauptsache liege es aber an uns, mehrere Kandidaten unserer Liste durchzubekommen. Die Mitwirkung jedes Mitgliedes wird unbedingt erforderlich sein, um unser Ziel zu erreichen. Es folgten hierauf die Programmreden der beiden Spftzenkandi» dalen Marcus und Wolfs. Die Israelitische Kinderheilstätte in Bad Kissingen, E. B., bat im Jahre 1922 trotz schwierigsten materiellen Verhältnissen 250 Kindern Aufnahme gewährt und 27 erwachsenen Mädchen die Kur ermöglicht. Th. Fr., Charkottenburg. Sie bemühen sich, den „Vorfall auf dem Postamt Eh. 2", den wir in Nr. 23 mitteilten, als entschuldbar hinzustellen, und schildern uns zu diesem Zweck ein Erlebnis, das Sie als Postbeamter „mit einem Juden namens Cohn" hatten. Stimmen die angeführten Tatsachen, so hat sich der Betreffende allerdings höchst ungehörig benommen. Allein nicht minder ungehörig ist es von Ihnen, diesen Mann als „Juden namens Cohn" zu bezeichnen. Es gibt für die Post keinen „Juden", sondern ausschließlich einen Adressaten oder Absender namens Cohn. Und Sie haben nicht minder Unrecht, wenn Sie Ihre Epistel schließen: „Meines Erachtens kann solch ein Benehmen nur die judenfeindliche Haltung vieler deutscher Volkskreise bestärken." Keineswegs sollte es das; vielmehr sollte übles, gewalttätiges Benehmen weite Volkskrerse nur in der ablehnenden Haltung gegen manierlose Leute bestärken, — die es unter den Angehörigen aller Konfessionen gibt. Geschäftliche Mitteilungen. Wir weisen an dieser Stelle auf die Bekanntmachung des Verbandes der Mazzosbäckereien Deutschlands e. V., Sitz Frankfurt a. M., im heutigen An, zeigenteil hin. Für die Schriftleitung verantwortlich: i. V. Dr. Alfred Wiener. Berlin SW 68. Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgefandt, wenn frankierter Umschlag beiliegt. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck von RudolfMosse. DEUTSCHER. WEIN BRAND DEUTSCHER EDELUKÖR PW» Schriften, die jeder lesen muss; Rieger.Vom Heimatsrecht der deutschen 3uden Der Nachweis ihrer kulturellen und geschichtlichen Einbürgerusg M. 21,— Freund, Der Judenhass Ein Beitrag zu seiner Geschichte und Psychologie M. 18 — Die Gefahren der antisemitischen Propaganda für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands LI. 24,— Philo Verlag und BacbbanM G.m.lj.H., Berlin SW68, Lindenslr. 13. finden durch die„C.V.-ZLitung" frl Vff/vllv eine sehr zweckmäßige Verbreitung. Gardinenj i Noch geben wir Ihnen jetzt die günstigste_ sich bei uns einzudecken bzw. durch Anzahlung zu sichern. Aus unseren alten Warenbeständen bieten wir, solange, vorräria, an: KÜnstlergamiLuren, dreiteilig, von 1275 M., HawfforeS, reiz. Muster, von! 150M.,Veit- Hecken» mod. Ausfuhr., von 2300 M., Gardmenstoffe» la engl. Tüllgew., Meter von 190 M. aufm.. JNadraSgarnlturen, hellu dunkelgrdg., sowie Handfilet-Stores und -Bettdecken, auch für den verwöhnt. 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