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Central-Verein-Zeitung · 1922-10-12 · 23 (12.10.1922) · p. Seite 285

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
23 (12.10.1922)
Date
1922-10-12
Page
Seite 285 (sequence 5)
Language
German
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—- 285 nicht schämt, im Annoncenteil Vlutstockungs- und Abtreibungsmittel anzlupreisen. Geantwortet hat der Herr nichts, daß er aber im stillen ein Pfui bei sich ausgestoßen hat, dessen bin ich bei seiner sonstigen Bravheit und Rechtschasfenheit sicher. Das ist der Fehler so vieler, daß sie sich nur einseitig beeinflussen lassen und dadurch immer blinder werden für den Balken im eigenen Äuge. — Ich darf es ja offen gestehen, daß ich in meinen jüngeren Jahren selbst ein entschiedener Antisemit gewesen und es gegen die verwerflichen Auswüchse des Judentums heute noch bin. Doch haben mich Alter und Erfahrung gelehrt, daß ebensolche A u s w ü ch s e au ch au s anderer Seite vorhanden sind, und wir wirklich den Juden nichts vorzu Wersen haben. Ich bin zu> der Ueberzeugung durchgedrungen, daß es Gute und Schle chte u n t e r a l l e n Nassen u n d V ö l k e r n g i b t, und die Schlechten sind überall in der Mehrzahl; sie sind mit den Guten vermengt wie Mäusedreck mit dem Pfeffer; der oberflächliche Blick unterscheidet sie nicht keicht. Um so mehr aber sollten die Guten, ob Christen oder Juden, ob Türken oder Heiden, f e st z u s a m m e n halt e n. AuS dem Grunde habe ich mich auch voriges Jahr zu dein Vortrag, den Sie kennen, bereitgesunden, und ich null Ihnen nur noch hinzusügeu, daß keineswegs von den anwesenden Geistlichen eine ablehnende oder gar, wie Sie anzunehmen scheinen, feindselige Stellung zur Sache hervorgetreten ist, ich hatte vielmehr den Eindruck, daß alle durchaus von dem gleichen gerecht denkenden Geiste wie ich beseelt sind und es gern sehen würden, wenn die gläubigen Christen mit den gläubigen Juden 'Hand in Hand zusannnenständen gegen den gemeinsamen ^Feind, den öden, Geist und Charakter der Menschen vergiftenden ^Atheismus. Leien Sie bestens gegrüßt, vielleicht fügt es doch einmal der Zufall, daß wir uns persönlich und dann eingehender über diese Materie aussprechen können. Ihr ergebener gez. O. W e r n e r , Pfarrer a. D. P. S. Komme ich nach Schmalkalden, so werde ich natürlich auch dort in Laien- und Muernkreisen in ausgesprochenem Sinne wirken. Es wäre mir angenehm, dann mb wann zu dem Zwecke mit Material von Ihnen versehen zu werden. D. O. So machte ich kehrt und ging zum Kassierer, der mir nur meine monatliche Rente auszahlte. Als ich beim Gehen an dem bewußten Beamten vorbei ging, sagte ich ihm laut, aber in höflichem Tone: „Ein andermal^ seien Sie etwas höflicher itrri> beantworten Sie wenigstens die Fragen, die man stellt; über Ihren unhöflichen Ton haben sich schon mehrere Frauen beschwert." Daraus schrie ein Herr aus dem Publikum, namens Hauptmann a. D. P e r r v o (Gerickestraße 29), der den Vorgang mit angehört hat: „Du altesJuden-- f r a u e n z im m e r , w a ch d a s d u hinausko m m st!" Die Beamten schwßen sich, dem Hauptmann an und schrien mit. Ich ging stillschweigend hinaus. und sofort zum Postdirektor, dem ich den ganzen Sachverhalt schilderte. Dieser eilte hinunter, und jener Hauptmann a. D. P e r r v o g e st a n d sofort, mir die Beleidigung zugerufen zu haben. Ich gebe zu, als geborene Pariserin mit meinem dunklen Haar und dem ausländischen Typ vielleicht jüdisch auszusehen, ist das aber ein Grund, gleich das Judentum zu beleidigen? Ich bin zwar katholisch, lasse aber ans' die Juden nichts kommen. Ich bitte von dieser Mitteilung Gebrauch zu machen. Der Unterbeamte heißt H a u n s ch i l d. Mit vorzüglicher Hochachtung Frau Baumeister Johanna Haerttel, geb. de Petandaise. A. (V., Castrop. Sie senden uns eine Rechnung des Hotels „K ö l n e r H o f" in Fr a n k f u r t a. M. ein, die mit Zwei Hakenkreuzen geziert ist — was allen unseren nach Frankfurt reisenden Freunden Zur Kenntnis diene. _ Rektor W., Wilmersdorf. Jawohl, Sie haben sogar die berufliche! Pflicht, argen die Verbreitung der Flugblätter der „Deutschen Erneu-ernngsgeinemde" (Verlag W. Kramer, Leipzig) einzuschreiten, da dev Minister für Volksbildung den Provinzialschulkollegien ausdrücklich auftrug, derartigen hetzerischen Schund in den Schulen nicht Zu dulden. Für Dinters Roman „Sünde wider das Blut" gilt dasselbe. Er ist beschlagnahmt und darf weder ausgestellt, verkauft oder sonstwie verbreitet werden. Ein Vorfall auf öem Postamt Eharlottenburg 2. Sohr g>e e h r t e S ch r i f t l e i t u n g I Ich bitte darum, den folgenden Vorfall in Ihrer Zeitung zu veröffentlichen und bemerke gleich, * daß ich keine Jüdin bin, trotzdem aber mit jüdischen Familien eng befreundet bin, da ich von den Inden bisher stets das beste erfuhr und, als mein Mann starb, nur von Juden unterstützt worden bin; deshalb werde ich bis zu meinem Lebensende zu den Juden halten und sie stets als meine besten Freunde ansehen. Es spielte sich folgendes ab: Ich bin Kriegerwitwe und erhalte eine Witwenrente, die ich jeden Monat vom Postamt Charlott-enbnrg 2, Goethestrahe, abholen muß. Als ich vor einigen Tagen dort war, fragte ich den Postbeamten, ob meine Nachzahlung von 1921 und 1922 schon bereit liege. Der Beamte aber machte sich nur über meine Fragen lustig, anstatt mir die passende Antwort zu geben. Republikaner. Sie senden uns die letzte „Hammer"-Nummer, in welcher Herr Fritsch freudig darüber berichtet, daß bei den großen deutschen Kundgebungen in Komotau die Häuser „schwarz-rot-gelb" beflaggt waren, und fragen, ob die Völkischen sich mit einem Make zu dev Republik und ihren Farben bekennen. Beruhigen Sie sich — es ist ein. Versehen der „Ham mer" -Schristleitun g, für die „Schwarz-Rot-Gold" „unentwegt" die Judensahne bleibt. A. N., Breslau. H. H., Hamburg. Wir danken Ihnen recht herzlich für die Ueberweisung der Sonderspenden für unsere Zeitschrift. Sie haben aus der Tatsache, daß wir trotz der ungeheuren Preissteigerungen. die Zeitung unseren Mitgliedern unentgeltlich liefern, die richtige Folgerung gezogen und wir hoffen, daß recht viele Ihrem Beispiel folgen. Rechtsanwalt Dr. D., Düsseldorf-Oberkassel. Sie haben gewiß recht. Trotzdem möchten wir aus den Fall nicht näher eingehen; einmal weit er hierzu nicht belangvoll genug ist, dann aber auch, weil uns — und' Sie — leicht der Vorwurf übertriebener Empfindlichkeit treffen könnte und der getadelte Schauspieler sich sicher darauf berufen wird, daß seine Rolle das Jüdeln und Mauscheln erfordere, wenn er Wie altem Frauen? Es gibt Frauen, die erstaunlich lange jung bleiben, und zwar kommt das fetzt viel häufiger vor, als früher. Wir wollen nicht so indiskret fiin, dos Mur einiger Filmschönheiten zu verraten, die in ihren übermütigen Backsischrollen das Entzücken iedes Primaners find, obgleich sie schon laugst verheiratet warcn, als er noch in den Windlln lag. Wir erinnern auch an die weltbekannte Schönheit oer Königin eines Balkanlandes, die bei ihrem Volke d, n Beinamen „die Liebliche" hat, obgleich sie vor kurzem eine bereits recht angejahrte, aber ebenfalls noch in erster Jugendsrische strahlende Tochter verheiratete. Es ist kein Zufall, wenn de Töchter solcher Mütter, denen man ihr wahres Aller nicht ansiehk. ehnsalls lange schon bleiben. Sie kennen eben das aroße ToileUengeheiM' ms der Mutler. Dieses Geheimnis ist nun eigentlich sehr einfach. Die Haut ist teils mtt Muskeln, teils mit Fett rmnrpolstert. Im Gesicht ist die Hautsubstanz sogar mit Mustellt und Fett durchzogen. Wird dieses Fettpolster zum S"l winden gebracht so wird die Haut welk und schlaff. Nun schwitzt tie Haut danerno etwas Fett a s. nicht tun es wegzmverstn, sondern weil sie die-en seinen Fetthauch braucht. Durch Waschen mit Seife wird er aufgelöst und weggesvült. Weil ibn aber die Haut braucht, so erneuert sie ibn sofort, und ie öfter sie dazu gezwungen wird, desto mehr von ihrem Fettpollnr muß sie hergeben. Sie wird dadurch vorzeitig schlaff und wetk. Annereem aber werden die feinen Talgdrüsen, mit denen sie durchzogen ist, dadurch übern, äßig in Anspruch genommen sie werden überreizt, sunktioni reu nicht mehr und eutzündelr sich. Das stiid dann die sogenaniiten Mitesser. Man kann sich also tatsächlich alt und häßlich waschen. Frauen, die aas wissen, vermeid n möglichst den Gebrauch von Sei e. Sie reinigen die Haut durch Bestreichen mit Marylan-Creme und durch Abreiben mtt einem güren FroUiertuche. Marylan-Creme ist nur unter diesem Namen neu, das Rezept ist alt. Eine der schönsten Frauen Europas bediente sich 'einer, mit) die Geschichte erzählt von ihr, daß sie noch im hoben Alter Jünglinge zn heißer Liebe entflammte. Marylan-Creme hat die Eigenschaft der Haut kein Fett zu entziehen und die erschlafften und dadurch nach abwärts gesunkenen Partien wieder zu krätzigen. Dadurch glätten sich die Fallen und Runzeln wieder, und tvas alt und welk war, wird lvieder jugendsrisch und glatt. Sie stellt die normale Tätigkert der überreizten Hautdrüsen wieder ber, gleicht die Blutstauungen ans, mit dem Eriolge, daß Mitesser rnrd sonstige Entzündungen verschwinden, graue oder gelbliche Hautstellen erlangen eine natürliche, genrnde Farbe, und zwar dauert das nicht etwa jahrelang, wie sonst bei kos-- meuschen Kuren, sondern das Resultat zeigt sich in sehr kurzer Zeit. Leser und Leserinnen, die den hier abgedruckten Gratisbezugschein an den Marylan-Bertrieb in Berlin entsenden, erhalten außer einer ko'tenfreien Probe Marylan-Creme auch, und zwar ebenfalls kostenlos, ein interessantes Büchlein über Schönheitspflege. Senden Sie den Gralisbezugsckein sofort als Drucksache im offenen Kuvert. Auf denen Rückjeite schreiben Sie recht deutlich Ihren Namen und genaue Adresse. Sie ersparen dadurch Porto. Diese Drucksache ist mit 1,— M. zu srantieren. Eine Postkarte erfordert 3,— M. Gratisbezugschein. An den Marylan-Bertrieb, Berlin 46, Frieorichüraße 18. Erbitie gratis und tranko eine Probe Marylan Creme und das Büchlein über Schönbeitspflege. Gardinen-Z Noch gebeir wir Ihnen jetzt die günKlgste Gelegenheit, sich bei uns einzudecken bzw. durch Anzahlung Zll sichern. Aus unseren alten Warenbeständen bieten wir, solange vorrätig, an: künstlergarntturen, dreiteilig, Vvn 875 M., Kawstores, reiz. Muster, von 735 M., delldecken, mod. Ausfuhr.. von 1075 M., Gardtnensioffe» Ia engl. Tnllgew., Meter von 135M. answ., Madrasßarnitmen, rell-u dunkelgrdg., sowie Handfilet-Stores und -Bettdecken, auch für den ve°. wohnt. Geschmack, in all.Prei-lagen. Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. Grotzdetail-Gardirren-Etagen, Berlin Weininger & Go. Fried3 f ^.Frankfurter Str. |l)l am Strausberger Platz(naheAndreasftraße) Prinzenstraße OM am Moritzpl., Hoch- «T bahnstation Prinzenstr. Bon 1 bis 3 Uhr geschlossen. Münchner „JUGEND" die hervorragende farbige Zeitschrift für Kunst und Leben, ist die unentbehrliche Lektüre aller Gebildeten. 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