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Central-Verein-Zeitung · 1922-10-12 · 23 (12.10.1922) · p. Seite 284

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
23 (12.10.1922)
Date
1922-10-12
Page
Seite 284 (sequence 4)
Language
German
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284 Professor Israel Abrams aus England, Dr. L. Turow aus Palästina und Professor Felix Perlis aus Königsberg. Bevorstehende Einstellung der Ausgabe von Amerika- Pässen in Polen. Wie das polnische Emigrationsamt bekanntgibt, werden in diesem Jahre Pässe für Amerikawanderer nur noch bis Ende September ausaegeben, da bis dahin die Einwandererquote für Polen für das Jahr 1922 voll sein wird. Die amerikanischen Interessenten, welche wünschen, daß ihre Verwandten noch in diesem Jahre die Reise antreten, müßten sich deshalb mit der Absendung des Affidavits beeilen. Eine jrrdenfeindliche Versicherurrgsgesellschast. Wir veröffentlichten unter diesem Titcl kürzlich Nachrichten, die sich auf judenfeindliche Akte mehrerer Vertreter der Versicherungsgesellschaft „Freia" bezogen, und wir sahen die Wahrheit dieser Nachrichten in dem Umstande bestätigt, daß die „Freia" unserer Bitte um befriedigende Aufklärung nicht entsprach. Heute keilt uns die Gesellschaft mit, daß ihr jegliche antisemitischen Tendenzen fern lägen, daß sie mit dem von uns genannten Hauptmann Hundeiker in keinerlei Verbindung steht und daher für seine judenfeindliche Haltung nicht verantwortlich gemacht werden kann, und daß ferner der ebenfalls erwähnte Herr Mo oh mann (Beuthen) erklärt, für seine Privatkorrespondenz nie die Briefbogen der Gesellschaft benutzt oder bei geschäftlichen Besuchen das Hakenkreuz getragen zu haben. Wir sind gern geneigt zu glauben, daß die Gesellschaft antisemitischen Betätigungen einzelner ihrer Agenten fernsteht und daß sie solche bei der Größe ihrer Organisation auch nicht inuner zu kontrollieren imstande ist. Trotzdem scheint es uns überaus wünschenswert, daß die „Freia" von nun an bei der Auswahl ihrer auswärtigen Vertreter deren politische und gesellschaftliche Haltung nicht unbeachtet lasse. Die Freie jüdische Volkshochschule eröffnet ihre HerlCivorlesungen am 22. Oktober. Es werden folgende Herren lesen: Rabbiner Dr. Baeck: Religiöse Bewegungen im Judentum. Rabbiner Dr. Bergmann: Entstehung des Christentums. Rabbiner Dr. Bleich rode: Tal'mnd- Lektüre. Dr. Cohn-Wiener: Liebermann und Lesser litt) (mit Lichtbildern). Professor I. F r i -e d l ä n d e r : Unsere Gebetbücher. Studienrat Ha mm er stein: Lektüre moderner hM'äischer Literatur. Dr. Jtelsohn: Spinozas Religivnsphilosophie. Rabbiner Dr. Emil Levy: Bibellek-türe. Dr. Julius Lewh: Geschichte Israels im Lichte der Keilschriftsorschung. Rabbiner Dr. Löwenthal: Wie erziehen wir unsere Kinder zum Judentum? Dr. Gerhard Scholem: Geschichte der jüdischen Mystik. Dr. med. Felix A. The i lh aber: Das Erneuerungsproblem der deutschen Juden. Dr. T a n n e n b a u m : Das jiddische Theater. Davis Trietsch: Das neue Palästina (mit Lichtbildern). E. Toeplitz: Die Kunst >der Inden im Wandel der Zeit (mit Lichtbildern). Ferner werden in einer Sonde rver an staltu ng Georg H e r r m a n n . Arthur Höllischer und Else Laster -Schüler ans ihren eigenen Werken vorlesen. Ten einführenden Dortrag dazu hält Julius Bab. Prospekte mit Angaben über Ort und Zeit der Vorlesungen sind im Sekretariat. Steglitzer Straße 9 (Kurfürst 6866). erhältlich. Der Neichsvund jüdischer Frontsoldaten hält am Sonntag, den 89. Oktober seine Delegiertentagung in Berlin ab. Ein Denkmal sür die Gefallenen. Die Berliner Jüdische Gemeinde trägt sich mit der Absicht, den Ehrensriedhof sür gefallene indische Krieger in Weißensee mit einem würdigen Denkmal zu schmücken. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten ist als die dazu berufene Organisation von der Gemeinde zu den Arbeiten herangezogen worden'. Herr Arthur Jasf«, das Vorstandsmitglied der Ovtsgruppe Dramburg r. P., feierte Ende September sein 25jübriges Geschästsinbiläum. Wir gratulieren dem rührigen Verfechter unseres Gedankens herzlich und hoffen, daß er sich auch weiterhin eifrig in den Dienst unserer Sache stellt. Arbeitsnachweis für Frauen. Ein Aribieitsnachweis des jüdischen Frauenbundes sür Pommern und angrenzende Bezirke, der jüdischen weiblichen, berufstätigen Personen Stellen nachweist, befindet sich in Stettin. Lindenstraße 29. bei Frau Max Hirsch. Warnung. Von verschiedenen Seiten wird uns mitgeteilt, daß von einem Ausschuß zur Bekämpfung des Antisemitismus Gelder gesammelt werden. Das Bestehen dieses Ausschusses und seine Tätigkeit sind uns unbekannt. Wir möchten bei dieser Gelegenheit nochmals dringend bitten, in solchen Fällen stets erst bei uns anzufragen: unberufene Persönlichkeiten versuchen es immer wieder unter Ausnutzung der politischen Lage. Gelder zu sammeln, über deren Verbleib, keine Gewißheit besteht. Central* ves? ein r Professor v. Freytagh-Loringhoverr. Dieser Name bezeichnet nicht nur einen Professor der Universität Breslau, sondern auch einen der radikalsten deutsch nationalen Kämpen und rüdesten antisemitischen Hetze r. Während sonst Leute von dem Bildungsgrad und der Stellung Professors'v. Frehtagh-Loringhoven auch im politischen Kampfe ein gewisses Kulturniveau einzuhalten pflegen, findet es dieser Herr mit seiner Würde und seinem akademischen Lehrberufe vereinbar, sich, namentlich wo er gegen die Juden wettert, die D i a I e 11 i t t> e r G os s e zu eigen zu machen. Daß er bereits im Vorjahre wegen Beleidigung des Lehrers Eli Lindheimer in Gnhrau in Form einer Geldstrafe von 600 Mark einen, wenn auch milden Denkzettel bekam, hält ihn nicht davon ab, seine Hetztätigkeit im L e h r s a a l wie in d e r Presse f o r t z u - setzen und sich in unausgesetzt e n Bes ch >t m p s u n g e n d e r. Negierung, der Verfassung, d e r Sozialisten, der Demokraten und vor allem natürlich der Juden zu ergehen. Von den Wulles und Kunzes unterscheidet er sich weder durch den Ton noch durch die Schlagkraft seiner Argumente; wohl aber durch die Feigheit, mit der er es vermeidet, seine Gegner beim Namen zu nennen. Er zieht es vor, sie mit witzig sein sollenden Pseudonymen, wie „Eli Kanal gern ch" u. dgl. zu belegon, offenbar um eine strafgerichtliche Verfolgung zu vermeiden. Wie wir erfahren, wurde wegen dieser politischen Tätigkeit das Disziplinarverfahren gegen ihn beantragt. Wir erkundigten uns nach dem Stande dieser Angelegenheit bei dem preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung und erhielten von diesem das nachstehende, vom 3. Oktober 'd. I. datierte Schreiben: „Auf die gesl. Schreiben vom 17. Februar und 22. Februar d. I. erwidere ich, daß ich Veranlassung genommen habe, den P r o s e s s o r Freiherrn von Fr e y tagh-LoringHoven dringend 3 it ersuchen, si ch "b e i seinem öffentlichen Auftreten künftig größere Zurückhaltung aufzue rlege n. Zur Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen v. Freytagh-Loringhoven besteht kein ausreichender Anlaß. , gez. Boelih." > Der Srief eines Pfarrers. Herr Pfarrer O. Werner in Wolfsbehringen richtete das folgende Schreiben an Herrn Sanitätsrat Dr. Krotoschin in Warza, dev es uns — mit Erlaubnis des Verfassers — zur Veröffentlichung übergibt. Sehr geehrter Herr Sanitätsrat! Der Hauptgrund, weshalb ich so lange auf diesen Brief habe warten lassen, ist der, daß ich Ihre Auseinandersetzungen ebenso wie die Ihres Herrn Kollegen Dr. Grünewald aus Erfurt, einem mir befreundeten Herrn aus der Nachbarschaft, der sonst ein überaus schätzenswerter und menschenfreundlicher Mann, aber ein geradezu fanatischer Antisemit ist, zur Kenntnis vorgelegt hatte. Ich war der Meinung, daß es dem Herrn nicht schaden würde, wenn er, der sich sonst nur an antisemitischen, größtenteils recht anfechtbaren Schriften berauscht, auch einmal Stimmen gebildeter Männer aus dem gegnerischen Lager zu hören bekäme. Ob es was genützt hat, weiß ich nicht. Ich habe ihn besonders aus die Heuchelei und Schändlichkeit der „Thüringer Landeszeitung", die Sie mir namhaft machten, verwiesen und die, wie Sie richtig schreiben, auf den ersten zwei Seiten die Juden als den Inbegriff der Sittenlosigkeit Lotschlägt, sich dann WEINBRAND Mtltije HMMM A.-G., Frankfurt a. M. Telegrammadresse: Dehabank Fernsprecher: Taunus 2780. 2781 und 2782 Direktion: Taunus 2783 Effekten u. Devisen: Taunus 2784, Hansa 6086. Aktienkapital 30 Millionen. Alle vankmäßigen Geschäfte. Umwandlungen. SmlMnen. Effekten. Trauerkleidung jeder Art in grösster Answahl und feester Ausführung — Trauerhüte und Schleier Auswahlsendung bereitwilligst sofort 1 Trauermasazin des Westens W 62 Kleiststrasse 23 RUBENS & Co. Fernruf: Kurfürst 6818 i für Nr. 24 vom 19. Oktober d. 3. 1 isi Montag, den 16. Oktober, vorm. ZIIIIIIIII»IlIII»»I»lIlUI»IIIlIlII»»»I»IIIIU-!l»»»U>«lln illimmmmmlmmmiimmimiimmi

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