Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 22 (5.10.1922)
- Date
- 1922-10-05
- Page
- Seite 276 (sequence 4)
- Language
- German
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276 Sprechstil nahe komme. Wiederum gebe es., aber auch Dichter, wie Lifsaüer, Sorge, Frank, Latzko, die von jüdischem'Wesen keinen Hauch »erspüren lassen. Das Ergebnis seiner Betrachtungen sei also, daß der Anteil der Juden an der deutschen Dichtung ungeheuer übertrieben werde/ Das Leben in seinen Aenßerungen, die Wirklichkeit, von der wir zu lernen haben, sei unendlich viel reicher, unendlich viel schwerer zu erkennen, als sie sich im Kopfe irgendeines Dogmatikers spiegeln. Ein Schwindler. Mit bekannter Regelmäßigkeit, wie „das Mädchen aus der Fremde", erscheint in der jüdischen Presse eine Warnung vor dem Artisten Artur Blnmenseld. Er versteht es seit länger als 15 Jahren in meisterhafter Weise, Rabbiner, Lehrer, Gemeinde-Ehevre-Vorsteher, zuweilen auch Armenkassen zu beschwindeln, indem er ein Attest eines Arztes des betreffenden Ortes vorzeigt, in welchem bescheinigt wird, daß Blumeufeld infolge eines Sturzes eine schwere Limgenverletznng erlitten und dringend der Aufnah nie in ein Krankenhaus bedarf. Wie er selbst die tüchtigsten Aerzte täuscht, bleibt sein „Geschäftsgeheimnis". Er erscheint nun | bei seinem „Opfer", das blutige Taschentuch vor dem Mund, und erbittet die Fahrttosten zweiter Klasse nach Berlin, Frankfurt u. dgl., denn er, der fromme Jude, lasse sich nur in einem jüdischen Krankenhause operieren. Erfolg: siehe Heilbronn. Ich wundere mich, daß Blumenfeld unter feinem richtigen: Namen auftritt, ein Zeichen, wie gering er die „Intelligenz" seiner Opfer einschätzt-. Man weise die Petenten stets an die Armen- oder Unterstütznngskassen, die überall bestehen, denen Erfahrung und Prüfung in ganz anderer Weise zu Gebote stehen, ziehe aber nicht den Hausbettel und Schwindel groß! Wieviel wirkliche Not hätte der Armenverein in Heilbronn mit 1260 Mark lindern können. - R. N. in Dsbg. (Aehnliche Zuschriften sind uns aus Wiesbaden, Eharlottenburg und Lnbbcn zngegangen. Schristl.) Geh. Sanitätsrat Lv,'. mcd. Apfel iru Köln <a. Rh. feiert am 15. Oktober seinen 70. Geburtstag. Er gehört zu den 'tokanntesten Vorkämpfern des deutschen Judentums, dem er seit IabrZebnten fast seine aanze bernss- ' freie Zeit widmet. Vor allem hat er stets alle Bestrebungen in selbstloser Weise unterstützt, die der Herbeiführung einer einheitbchen Front des deutschen Judentums galten. Möge er noch lange Jahre 'zur Freude seiner Angehörigen und zum Wöhle des deutschen Judentums wirken. Die Entbin-ungsanftalt des Krankenhauses -er Berliner Jüdischen Gemeinde, Exerzierstratze 11a, wurde am 1. Oktober unter der Leitung des Herrn Sauitätsrat Dr. Abel wieder eröffnet. Derufsumschichtung. Eine Notwendigkeit zum Wieder auf bars Deutschlands. Die weitesten Kreise sind sich darüber einig, daß eine Gesundung Deutschlands vorzüglich durch Bernfsumschichtung zu -erreichen sei. Die Liebe zur Scholle ergreift immer mehr Volksgenossen und wirkt sich in den gemeinnützigen Siedlungsgenoss'enschasten aus. Diese gewaltige Bewegung „Zurück zur Einfachheit, zurück aufs Land" wirb vorn Staate bewußt gefördert, denn der in Deutschland herrschenden Not kann nur gesteuert werden, wenn möglichst alle Nahrungsmittel im eigenen Lande erzeugt werden. Darum also Berussumschichtung! Und doch macht sich gerade in Ceu-tral-Vereins-Kreisen ein leises Unbehagen geltend, wenn irgend jemand mit dieser in der Theorie gebilligten Forderung hervortritt und praktische Erfüllung heischt. Woran liegt dieser'WidersPruch? Die Beantwortung dieser Frage ist derartig verblüffend einfach, daß man sich nicht genug wundern kann, daß dieser Widerspruch zwischen Reden und Handeln überhaupt noch besteht. Die meisten Ceniral-Bereins-Mitglieder verbinden mit einem Berussnmschichtler unweigerlich den Begriff des „Chalnz", das heißt mit anderen Worten, ein Berufsumschichtler ist für sie ein Mensch, der den erlernten Berus in die Ecke wirst, Landwirt wird und, wenn er diesen Beruf richtig beherrscht, nach Palästina geht und somit für die deutsche Volkswirtschaft verloren ist. Eine andere falsche Einstellung ist die, daß von im kaufmännischen oder akademischen Berus sest verwurzelten Menschen gefordert wird, die fest ihnen lieb gewordenen Berns auszugeben und irgend etwas anderes zu werden. Beide Ansichten sind verfehlt. Die Forderung, die wir stellen, lautet folgendermaßen: 1. Erzieht eure noch schulpflichtigen Kinder so, daß sie von vornherein aus Liebe zur Scholle den Berus des Landwirts oder. Gärtners erwählen. 2. Schützt eure Kinder vor der Proletaristevung als kaufmännische Angestellte und führt sie dem produktiven Handwerk und der Landwirtschaft zu. Bringen wir Juden innerhalb Deutschlands diese Umschichtung Zuwege, so ist das Judcnproblem in Deutschland schlechthin gelöst. ZjurHautpftege'Körpeppflege 'Schönheitspflege Zur Babypflege> für Mafßge > fürSporisieufe^ ''9rwf> ' wm, 1510 Ihut&wrtyvvy vi. {RjW/ L.A.Henckels Zwillkngswerk - Solingen Fabrik feinster Gtahlwaren m . mit der bekannten Atvillingsmarke Volle Gewähr für jedes Sllick. Hauptniederlage: SerlmW66, Leipziger Straßell7/li8. Eigene Verkaufsniederlagen: Kdlna.Ry., Dresden-A., Frankfurt a. Di, Hambürg, München, Wien I. Spitzenhaus osa^Klauher "Tnünche n c7heatinerstrasse 35. ‘Brautausstattungen. Spezialität: ächte Spitzenvorhänge und -decken. 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