Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 20 (21.9.1922)
- Date
- 1922-09-21
- Page
- Seite 253 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2277379-2277380-2277400--00274-2279383- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
253 als unsere jüöifthen Schwestern! Vier Jahre habt ihr in Angst und Sorge die Nächte durchkämpst und durchwacht um uns, die wir draußen auf den Schlachtfeldern standen. Um 12000 jüdische Soldaten, die an allen Fronten für Deutschlands Ehre und für die Ehre des Judentums ihr Leben gelassen haben, trauern jüdische Mütter, Witwen und Waisen. Zn den Wunden, die der Krieg geschlagen, schlügt täglich neue der wirtschaftliche Kampf, der von Jahr zu Jahr furchtbarer in unserem bedrängten Vaterlande wütet. Ganze G e s e l l s ch a s t s s ch i ch t e n, die Träger hoher Kultur-werte gewesen, reißt er in den Abgrund: — bei uns Juden genau so, wie bei unseren christlichen Mitbürgern. Von denen, die klaglos versinken, erfahren die glücklicheren Völker wenig. Aus die kleine Anzahl derer aber, die die Woge des Glücks nach oben getragen , sind alle hassenden Augen einer feindlichen Welt gerichtet. Da gilt es für die deutsche Jüdin, wie einst draußen für uns, heute eine zweifache Ehre zu wahren! Wir wissen wohl, daß die Mehrzahl unserer Schwestern wehr noch als ehedem in Arbeit und Pflichterfüllung steht; aber an sie gerade wenden wir uns, daß jede in ihrem Kreise die wenigen Gedankenlosen und Leichtfertigen zu ihren eigenen ernsteren Zielen mit emporziehe. Sind doch die Frauen Judas, von dem einst der Gedanke der barmherzigen Nächstenliebe über die Welt gegangen, von je Vor - kämpfe rinnen der sozialen Fürsorge gewesen. Und mit ihrem warmen Herzen werden sie verstehen, wieviel Bitterkeit ein zur Schau getragener Ueberfluß in den Entbehrenden wecken muß. Nicht das Prunkgewand darf im Deutschland, von heute da? Ehrenkleid sein! Beugenwir uns vor jedem abgetragenen Rock, den auch unter uns Juden die Not der Zeit vielen der Besten und Vornehmsten übergeworsen hat. Was der Mensch hat, und wäre es noch so viel, wird gerade in unseren Tagen mehr und mehr entwertet: unv'erloren aber bleibt ihm, was er ist — und danach wollen wir euch schätzen! Was eure christlichen Mitbürgerinnen auch tun mögen, es wird nur jeder einzelnen zur Last gelegt. Was aber eine Jüdin tut, trifft stets das gesamte Judentum! Daran denkt! GeorgMarcus, Mitglied des Vaterländischen Bundes jüdischer Frontsoldaten Zu Berlin. Die ßrau als Politikerin. Von Julie Salinger (Dresden), Mitglied des sächsischen La n d t a g c s. Mird nicht sofort ein jeder Leser dieses Blattes die Frage aufwersen müssen: Gibt es denn einen Unterschied in der Politischen Arbeit der deutschen Frau des jüdischen und derjenigen eines anderen Bekenntnisses? Diese Frage zu beantworten soll meine Aufgabe sein. Als die große Umwälzung im November 1918 auch den Frauen die Staatsbürgerrechte zuerkannte, ihnen das aktive und passive Wahlrecht brachte und ihnen ermöglichte, in die gesetzgebenden Körperschaften gewählt zu werden, waren diejenigen, die jahrzehntelang für das Frauenstimmrecht gearbeitet, nach ihm gestrebt hatten, sich wohl bewußt, daß dessen Erringung ihnen niemals ein Ziel, sondern nur ein Mittel gewesen war. Ein Mittel, um dem weiblichen Kultureinsluß, der ein anderer, aber ebenso notwendiger war wie der des Mannes, zur Geltung zu verhelfen. In diesem Sinne ist auch die jüdische Frau Politikerin geworden. Sie fühlte sich zunächst als deutsche Frau, der die Not des Vaterlandes aus der Seele brannte; sie fühlte sich einig mit der Gesamtheit ihrer Mitschwestern in dem Gedanken, daß die neuen WEIN BRAND |MoKoHoKoKoS0Mo«oKoKoh:oKoHo1«o i Mex Hol-fchnriöt f I GlSenburg i. GIS. | i öMMOktlM * MMWe £ i SelSenjW. | | Größte Leistungsfähigkeit. L Hugo Landau Versteigerer Tarator Berlin € 25, Kaiserstraße 32a Fernsprecher: Königstadt 2575. Annahme von Versteigerungen jeder Art zu den kulantesten Bedingungen. III!!IIIIIIl»I»IlIII»IIllIIIllll»I»MI»Ml>!»»I»»II!I!»I»lIiI«»III»Ml Hermann Jacob & Braunfisch Vereinigte Berliner Möbelfabriken u. Tapeziererwerkstätten Berlin 0, Alexanderstr. 25, an der Blumenstr» i —-— _ . IQOli Möbel-Ausstellung im eigenen grossen Ausstellungshause. rrnreterr /> "^xverkauf-Üakauf UegweS Ihrrr 'Ooadtimälhaler Sfel ^o^oOD^oOflo^aoa^o^Q^o^Q^ a Im Interesse unseres Blattes bitten wir, bei Bestellungen auf Grund von Anzeigen auf die C V. Zeitung Blätter für Deutschtum und Judentum “ a O o ❖ a o a O a a a steis ausdrücklich Bezug » □ zu nehmen. o o ❖ a o I noaoaoaOQOu&co Jede J^paPi &er> eple&ene GeschrnacR m 6332459044309352