Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 19 (14.9.1922)
- Date
- 1922-09-14
- Page
- Seite 236 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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236 Ein unmöglicher Erlaß Ses sächsischen Rultusminisiers. Von einem bewährten sächsischen Freunde unseres Vereins erhalten wir die folgende Zuschrift: Das Verordnungsblatt des Kultusministeriums vom 1. September 1922 enthält unter Nr. 155 folgende Verfügung: Schulbesuch an staatlich nicht anerkannten Feiertagen. An staatlich nicht anerkannten Feiertagen darf. Lehrern und Schülern künftig in keinem Falle mehr Unterrnchtsbesreiung zum Zwecke der Teilnahme an religiösen Feiertagshandlungen erteilt werden. Die Verordnung über die Teilnahme" der Schüler an kirchlichen Feiern und Handlungen vom 27. Juni 1921 (Verordnungsblatt S. 81) bezieht sich nur auf' solche Gottesdienste und kirchliche Feiern, durch die der geordnete Unterrichtsbetrieb nicht gestört wird. Auch die den Israeliten durch Verordnungen vom 7. März 1878, 29. November 1884 und 2. April 1913 (v. Sehdewitz-Haebler, Volksschulgesetz, 7. Auflage, Anm. 7, S. 188) und den Angehörigen der Adventisten vom siebenten Tage durch Verordnung vom 25. September 1920 (Verordnungsblatt S. 131) bisher zugestandenen Vergünstigungen e r l e d i g e n f i ch h i e r d u r ch. Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts. Die Bedeutung dieser Verfügung besteht darin, daß von nun an allen Kindern religiöser Eltern, gleichviel welcher Konf-es.fion sind, verboten wird, an Feiertagen den Gottesdienst zu b e s u ch e n. Für die jüdischen Kinder insbesondere > wird dadurch bestimmt, daß sie an den heiligsten Feiertagen des Jahres, dein Neujahrs- und V e r s ö h n u n g s f e st e, die Schule besuchen und dort schreiben oder nähen müssen. Ein derartiger Eingriff in die Gewissensfreiheit und in die Freiheit der religiösen Ausübung ist bestimmt in den letzten hundert Jahren in Deutschland nicht zu verzeichnen gewesen, und es ist besonders bemerkenswert, daß es ein sozialdemokratischer Minister ist, während dessen Amtstätigkeit ein derartiger Zwang auf die Geister ausgeübt wird. In Dresden ist bereits a lIen jüdischen Eltern die schriftliche Mitteilung gemacht worden, daß ihre Kinder an den Feiertagen erscheinen müssen und sich am Schreiben und den Handarbeiten zu beteiligen haben. Neben den Juden sind vor allem auch die Katholiken betroffen, aber auch religiöse protestantische Kreise sind in Mitleidenschast gezogen. Die Erregung ist allenthalben groß und alle Schritte werden unternommen, um eine Aushebung dieser unhaltbaren Maßregel zu erzielen. Man darf gespannt fein, welche Schritte das sächsische Kultusministerium ergreifen wird, wenn, was wohl möglich ist, jüdische Eltern sich weigern, dieses unmögliche Verlangen zu erfüllen. Hoffentlich wird das einmütige st ü r m i s ch e V e r l a n g e n der religiös gesinnten Kreise aller Konfessionen nach Gewissensfreiheit den Herrn Minister davon überzeugen', daß es sich hier um einen u n m ö g l i ch e n Erlaß handelt, der selbst in Kreisen ihm politisch. Nahestehender bedenkliches Kopsschütteln erregt haben dürfte. Schulleiter A. Fetz in Vrernerhavett. So heißt ein Jugenderzieher, der seine Berufspslicht darin sieht, die Jugend und die Lehrerschaft ins völkische Lager zu ziehen. Dieses Programm führte er in einer Schrift aus, die sich „Zivilossiziere heraus!" betitelt, und deren albernes Gemengsel aus antisemitischen und antisoZialistischen Zeitungsphrasen im Verein mit einem Deutsch, dem der Schulleiter wahrscheinlich bei jedem Quintaner ein „Ungenügend" versetzte, der Verantwortlichkeit dieses Pädagogen ein sehr bedenkliches Zeugnis ausstellt. Wir haben uns wegen dieser Hetzschrift an die Schulsett'ion des Bremer Senats gewandt, die Herrn Fetz nun a m t l i ch z u verstehen gab, daßseineSchrist geeignet sei, das Vertrauen zu ihm als Schulleiter und Jugenderzieherzu schädigen und die Hoffnung ausspricht, daß Herr Feh künftighin di e i h m g ebotene n G r en zen innetz a l i e n w erde. Vortrag vsnIulius Hab: „Anteil der Juden an der deutschen GegenwartS-MEtrurg" am Montag, den 18. September, 8 Ahr, in den Arminius-Hallen, Bremerstr.72/73 (Fahrverbindungen bis Turmstraße, Mmoabtt und Perlebergerstraße) Veranstaltet von der Ortsgruppe Berlin Nord-West des C.V. Durch Mitglieder eingeführte Gäste sind sehr gern gesehen. Eintrittspreis M. 6.50 Karren im Bureau des C. V., Tindenstr. 13!!l, oder an der Abendkasse. MWwMttWlMM. (ErkrüMKßen der ALmmgssrgLKe.) Ohne Luft kein Leben! Wenn die Atmungsorgane ihre Tätigkeit Linstellen und der Lunge keinen Sauerstoff zur Weitervermittlung mehr zusühren, ist es aus mit dem Leben. Sind die-ALmungsvrgane erlrankt, so können fiematürlich nicht intensiv genug arbeiten, und dev ganze Körper leidet darunter. Nun leiden viele Menschen schon jahrelang an solchen Krankheiten, ohne es zu wissen. Sie kennen wohl die Namen, wie Bronchialkatarrh, Lungenspitzenkatarrh, Luftröhrenkatarrh.Kehlkopf-, Nasen-, Nachenkatarrh, Schnupfen, Erkältungen, Asthma usw., wissen aber nicht, woran man diese sich so furchtbar rächenden Krankheiten erkennt. Wir wollen Sie ausklären und fragen Sie deshalb: 1. Haben Sie oft Haste»? 2. Fühlen Sie oft Trockenheit im Halse? Z. Sind Sie oft heiser? 4. Sind Sie ost erkaltet? 5. Sind Ihre Luftröhren oft verschleimt? - 6. Besonders des Morgens? 7. Ist Ihre Nase oft verstopft? 8. Haben Sie Beschwerden beim Almen? 9. Besonders beim Treppensteigen? 18. Ist die Nasenschleimabfonderung oft stark? 11. Müssen Sie zeitweise anhaltend niesen? 12. Hören Sie zeitweise schwer? Beantworten Sie sich diese Fragen selbst! Es find dieses alles Rnzeichenvonvorhandenen Entzündungen der Schleimhaut (Katarrhe), und diese sind gefährlicher, als man allgemein annimmt. Im Interesse der Allgemeinheit senden wir kostenlos eine belehrende Schrift über die Selbstbehandlung der Schleimhäute mit dem Wiesbaden er Doppel- Inhalator an jedermann. Man schreibe sofort, denn jeder Tag bedeutet eine Gefahr und Qual, oder bestelle gleich einen //Wiesbadener Doppel- Inhalator". Der Apparat ist eine neue Erfindung, welche von ersten Spezialärzten als hervorragend gut befunden wurde. Auf kaltem Wege überführt er medikamentöse Flüssigkeit in einen gasartigen Zustand. 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Der Inhalator hat mir solche Dienste geleistet wie kein einziges Medikament, selbst von Svestalärzten nicht. Erst war mein Arzt mit der Anwendung des SlpParatcs nicht einverstanderr, ich kaufte ihn trotzdem, und nach einiger Zeit war der Arzt selbst-erstaunt über den Erfolg nnd empfiehlt ihn seitdem feinen Kranken. Ich bin wieder gesund. Johann Kneuper, Glasermeister. L3 jähriges Asthma geheilt. Bcrg.-Gladbach, den 19. 9. 21. Seit 13 Jahren litt ich an schwerem Asthma. Nach Gebrauch Ihres Doppel-Inhalators bin ich wieder vollständig gesund. Heinr. Keller jr, Nasenrnrd Nachenkatarrh geheilt. Berlin, den 8. April 1921, Neue Hochstraße 10. Teile Ihnen höslichst mit, daß ich mit Ihrem Inhalator, sehr zufrieden bin; mein jahre» Langer Nasen- und Nachenkatarrh ist geheilt und bin darüber so glücklich und möchte gar nicht mehr ohne den Inhalator sein. Agnes Tschampke. 8fahriger Bronchialkataerh geheilt. Meerane i. Sa.. 5.11.21. Teile Ihnen hierdurch mit, daß der Inhalator in der kurzen '^eit, da ich ihn besitze, großartige Dienste geleistet hat. Leide schon feit 8 Jahrm an Bronchialkatarrh, nnd jetzt, nach 12 tägigem Gebrauch» fühle ich mich wieder als Mensch. Emil Barth. Von Etirnhöhlenkatarrh vollständig befreit. Bergkarnen, 13.4.22. Nach 14 tägigem Gebrauch Ihres Apparates bin’ ich von meinem Stiruhöhlenkatarrh befreit. K. Kitzig. Von gualvollem Husten befreit. Mannheim-Neckarau, den 15. 8. 20, Adlerstr. 16. Hiermit übermittle ich Ihnen den Dank meiner Frau für die Wirkung Ihres Doppel-Inhalators. Sie ist von ihrem qualvollen Husten ganzbefreit. Jof. Strohmaier, Schuhmacher. Bet Grippe. Stuttgart-Berg, den 15. II. 13. Uv gesähr vor 3 Wochen bekam ich die spanische Grippe, aber in 2 bis 3 Tagen war sie schon wieder vorbei. Das habe ich dem Doppel-Inhalator zu verdanken. Friedrich Schlips, Poststr. 38. 80 jähriger Nasennnd Racheukatarrh geheilt. t T Hamburg, Hufuerstr. 28. 9. 4. 22. Vor, vier Wochen habe ich Ihren Doppel-Jnhalawr bekommen, er ist ein Wunder für die Menschheit; ich bin bald von meinem 30 rährrgerr Nasen- und Nachenkatarrh geheilt. Stephan MUuschewrtsch. Doppdfshaiafo? Vorsicht! Es gibt minderwertige Nachahmungen! Achten Sie deshalb genau auf unsere Firma, um auch den wirklich echten, viertausend fach bewährten «Wiesbadener Doppel-Inhalator mit dem Doppelzerstäuber" zu erhalten. Deutsches Reichs-Patent, Auslandspatente. — Natürliches Wiesbadener Kochbrunnen-Quellfalz zum Gurgeln. Inhalieren und für Trinkkuren (unter strengster Aufsicht -er Stadt Wiesbaden und der Städtischen Krrrdirektioir gewonnen) ist zum Preise von 45 Mark das Glas ebenfalls von uns zu beziehen. Alleinige Fabrikanten: Wiesbadener In halntoren-Gesellschüft, Wiesbaden 2, Rheinst ratze Nr. 34. Versand nach allen Erdteilen. Bestellungen werden möglichst noch am Eingangstag erledigt.