Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 19 (14.9.1922)
- Date
- 1922-09-14
- Page
- Seite 235 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom HL. deutscher» Katholikentag. Eine bedeutsame Rede Kardinal Fa-ukhabe rs. L. D. Der 62. deutsche Katholikentag, der >in der letzten August- Woche in München getagt hat, hat eine Fülle bemerkenswerter Reden urtib Verhandlungen geboten, die 'für die deutschen Juden von höchstem Interesse sind, dies um so mehr, als, die positiv religiöse Weltanschauung, die der Katholizismus Vertritt, sich vielfach mit jüdischen 'Anschauungen berührt, und als die Nöte und Bedrängnisse, in der sich die Katholiken als Minorität befinden, daran erinnern, welche Schmerzen unsere so erheblich geringere Minorität hat. So halben die Verhandlungen über den Charakter der Schule nach der neuen Verfassung, über Fragen der Erziehung in mehr als einem Punkte an die Gedank-engänge erinnert, die auch -in unserer Mitte erörtert werden, deren "Ausführrmg aber den Rahmen unseres Glattes überschreiten würde. Hervorgehoben werden muß jedoch ihres bedeutsamen Inhaltes wegen eine Rede, die der Münchener Erzbischof, Herr Kardinal Dr. v. Faulhaber, über „Die Friedensmacht der Kirche" gehalten hat. Was der gelehrte Kirchenfürst, der sich insbesondere in der Auslegung des Alten Testaments in der wissenschaftlichenWelt einen glänzenden Namen erworben hat, hier ausfüchrte, ist vielfach so sehr mx Sinne unserer religiösen Lehren, -dah lvir mit sveud-iiger Genugtuung daraus Hinweisen können, wie sehr die sriedensfördernrden Gedanken jüdischen Gedankengängen, die ihre Krönung im messi am scheu Friedensreiche finden, begegnen. Wir tönneu mit Dankbarkeit und Bewunderung aus dieser Rede ersehen, welche -friede-nsfördernde Macht der in der katholischen Kirche zu einer so starten Organisation gelangende religiöse Gedanke bewiesen hat und erst recht in der gegenwärtigen Zeit zu beweisen willens ist. Ganz besonders Hinweisen wollen wir aber auf die Worte, die der Kirchensürst für den inneren Frieden gefunden hat: „Freilich all diese Beziehungen unter den Völkern können nicht Friede sein, wenn in den Grenzen des eigenen- Volkes, des .einzelnen Bolkes, der Bruderkrieg an allen Ecken imb Enden auflodert. Der Friede ist nach Augustinus die Ruhe der Ordnung, nach Thomas der Weggenosse der Gerechtigkeit. Ordnung und Gerechtigkeit und Friede im iu-nervöMschem im innerstaatlichen Leben müssen zuerst fest gegründet werden, sonst schlagen die Flammen über die Grenzen der Völler hinüber." „Die Kirche als die Heroldin des Friedens verlangt den Weltfrieden, aber zuerst den innervölkischen Frieden. Lieber Unrecht Loiden, als Unrecht tun, sagt die Kirche, und jede Aenverung nicht aus gewalttätige oder gar bluttge Weise, sondern nur auf friedlichem Wege Wenn wir von dem Frieden innerhalb unseres Volkes sprechen, dann wollen wir deutsche Katholiken es immer und immer 'wieder in die Weilt hinaus rasen: ider politische Mord -ist ein abscheuliches Verbrechen. Aber nicht bloß der politische Mord als Tat, buch jener politische Mord, der die moralische Verantwortung trügt, wenn er gegen einzelne Persönlichkeiten eine so verhetzende Sprache führt, statt die Anssprache über Weltanschauungen und soziale Gegensätze sachlich zu führen, nicht aber nach dem Grundsatz: Schlagt den Hirten, damit die anderen sich zerstreuen! Wenn >dann die Leidenschaften des Volkes -durch diese persönliche Hetze aufgepeitscht werden und einer den Revolver zieht, dann brauchen wir kehlen Staatsgerichtshof, um den Mörder zu suchen, dann sitzt der Mörder in der Schreibstube jener Zeitung, welche die Leidenschaften in persönlicher Hetze aufgepeitscht hat." „Friede auch unter den einzelnen Religionsbekenntnissen des Landes. Eine Dieligionsgesellschast, die vom Gegensätze lebt, beweist -damit, -daß sie keinen positiven LchrinhM und -kernen zugkräftigen Inhalt -hat . . „Deutschs Katholiken! Wir wollen die Segensquellen unseres Glaubens auch -irr das öffentliche Leben 'leiten und umschließen unser Volk mit allen Fasern unserer Seele und müssen im Namen des Friedens innerhalb und außerhalb unserer Grenzen auch von anderen die Achtung für unsere religiöse Ueberzeugung fordern." Das sind goldene Worte, und wenn hier auch Herr Kardinal Dr..v. Faulhaber das Wort „Jude" und „Antisemit" nicht ausgesprochen hat, so wird jeder Einsichtige und von gutem Willen Erfüllte wissen, was der Redner gemeint hat/ Die Unbelehrbaren würden ja auch, wenn der Redner noch deutlicher geworden wäre, sich den wahrhaft weisen und Priesterlichen Worten nicht gebeugt haben. In diesem Zusammenhänge möchten wir jedoch nicht verfehlen, auf eine Aeußerung hinzuweisen, die der Kirchenfürst gleichfalls beim Katholikentag zwei Tage -vorher in einer Ansprache getan hat. Er sagte u. a.: „In Böhmen steht in einer Kirche der Moses auf dem Mtar und hat seine zwei Gesetzestafeln in der Hand und deutet mit dem Finger mH Nummer fielen seiner Gesetzestafeln. Ich stelle heute m die Versammlung der Katholiken diesen Moses hinein, wie er mit dem Zeigefinger auf das achte Gebot seiner Tafeln deutet. Und «da es Moses war, -der das Gesetz uns brachte, gilt das auch für -die jüdische Presse und sogar für die jüdische Presse in Berlin und ihre Münchener Berichterstatter." Wir wissen -nicht, wekche Zeitungen -und welche Berichterstatter der Herr Kardinal im Auge hat. Wir verurteilen es aufs heftigste, wenn katholische Angelegenheiten mx falscher Darstellung der Oeffentlichkeit zur Kenntnis gebracht werden, um so mehr, als wir ja selbst so oft das Schicksal der Verkennung tragen. Wir können jedoch nicht unausgesprochen lassen, daß die Presse, die der Herr Kardinal als „jüdische Presse" bezeichnet hat, sicherlich nicht die jüdische Presse ist, die einzig und allein diesen Namen verdient. Wir glauben nicht, daß die katholische Religion in den jüdischen Zeitungen jemals mißdeutet, die katholischen Gefühle jemals gekränkt worden sind. Was vielfach als „jüdische Presse" bezeichnet wird, mögen Zeitungen im Besitz oder unter Leitung von Juden sein, — es ist aber scharf zu Mkerfcheiderv Mischen der jüdischen Presse, zu der auch unser Blatt zählt, und der sogenannten jüdischen Presse. Die erstere ftcht unter dem Einfluß und 'der Kontrolle jüdischer Orgainifahonenr religiöser Parteien usw und wird von Juden für Juden geschreiben, wi-e m§\ die katholische Presse amter dem Einfluß >deskatholischen Pressevereines steht. Eine andere jüdische Presse gibt es nicht. Für unrichtige oder gar den Katholizismus beleidigende Aufsätze, die in der deutschen politischen Presse aus der Feder eines jüdischen Schriftstellers erscheinen, kann das deutsche Judentum ebensowenig verantwortlich gemacht werden, wie etwa der deutsche Katholizismus für die Hetzereien eines in der deutschvölkischen Bewegung stehenden Katholiken. Alleinige Anze igen-Annahm e Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für aämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 48-49 s Breslau / Chemnitz x Cöln a. Rh. x Dresden x Düsseldorf / Erfurt x Frankfurt a. M. x Lalle (Saale) Larnburg / Hannover x Leipzig / Magdeburg / Mannheim x München x Nürnberg x Stuttgart x Prag / Wien / Warschau x Basel / Zürich Iz-inzTL-u-rui^ (2tz6ILd*fBjb(LKzi Leinen, Wäsche, Ausstattungen von der einfachsten Art bis zur vornehmsten Prunkausführung Waschstoffe jeder Art für Kleider, Blusen, Röcke, M orgenröcke,Kinderkleider, Schürzen usw, Bitte Probesendung Nr. 7S mit Angabe des Zweckes zu verlangen Die Preisliste Nr. 72K (mit zahlreichen Abbildungen) wird auf‘Wunsch zugesandt '.rha&Z uncLb&schm V'Sor g* ^xVerkaNf-ÄvkÄ^ m Herrenzimmer ganz schwer — Eiche —, Bibliothek 2,50 m breit, mit Ledersesseln und Stühlen äußerst preiswert verkäuflich. Ferner Wse-il.WWnliner in großer Auswahl, aber nur bester Qualität zu billigen Preisen. Georg FrItzsch Berlin 027. Grüner Weg 28. Lei Äestellungen bitten wir auf die „«.V.-Aeituna" Lezug zu nehmen E««o«o«««»>r«»o»o»ko«o«oXo«sMo t § § Bamcntonfcftion * Kw«M - i MmM. H Größte Leistungsfähigkeit. 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