Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 18 (7.9.1922)
- Date
- 1922-09-07
- Page
- Seite 229 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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K r i. eger in einen: schreiben enigegen, dessen rveseniliche Stellen lauten: „... Ich brauche^Jhneu wohl fmim eine Versicherung zu geben, daß von unserer Seite selbstverständlich alles geschieht, um unsere sämtlichen! Kinderheime in einer allen Parteien und allen Kouf-essionen gleichermaßen gerecht werdenden Weise Zu führen. Für die Aufnahme der Kinder ist a u s sch ließlich die Bedürft i g t e i t s f r a g e ohne Unterschied voir Herkunft, Stand, Parteizugehörigkeit oder Konfession der Eltern entscheidend. In unseren Heimen selbst wird streng darauf gehalten, daß alles vermieden wird, was irgendwie verletzend auf die Kinder wirken: könnte, und soweit die Zen.iralleitung, also die Abteilung „Muster ::nd Kind", hierzu imstande ist, wird dahin gewirkt, die Kinder in: Geiste größter Versöhnlichkeit und wirklicher Brüderlichkeit zu beeinflussen. Freilich haben, wir keinen Einfluß auf die Richtung, in der in manchen Orten die Gemeindeverwaltungen, Badeverwaltungen und das Publikum sich einstellen. D e n' T: e f st a n d dieses G e i st e s z u k ennzei ch n e n, e r sch eint wo hl ü ber - f L ü s s i g! Unsere Kinder kommen aber in gar keine Berührung nur den Badegästen und unk der Bewohnerschaft. Jedes Hein: bildet ein in sich abgeschlossenes Reich, und so glaube ich denn auch, daß die uns anvertranken Kinder wenigstens während des Aufenthaltes in unseren Heimen vom Geiste der Verhetzung und des Rassenhasses verschont bleiben. Ich werde aber gern, nochmals Veranlassung nehmen und, im Hinblick auf den Brief des Central-Vereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, nochmals den Hcimleitnngen die ihnen fcljon gegebenen Richtlinien zu strengster Beachtung ins Gedächtnis rufen. Was speziell Zinnowitz anbelangt, so trifft die Vermutung, daß Herr Dreyfus Jude war. Zu. Leider ist dieser menschenfreundliche Stifter unseres Kinderheims kurz vor der Eröffnung des Heims gestorben. Sein Andenken wird in jeder Weise im Heim geehrt. Seine Witwe, eine geborene Berlinerin und selbst aus christlicher Familie, ist nun schon zum zweiten Male im Dreyfus-Heim zu Besuch gewesen und hat dort mitten unter den Kindern viele frohe Tage verlebt. Sie pflegt mit größter Pietät die Erinnerung an den Verstorbenen und vor kurzen: haben wir eine Gedenktafel am Hanse enthüllt, die folgenden Wortlaut hat: Dr. Louis Drehsus und Frau Berta Drehsus stifteten dies Heim Berliner Kindern. Rach dem Tode des amerikanischen Gelehrten und Menschenfreundes hat seine Witwe, eine geborene Berlinerin, das Heim großzügig erweitert undes dem deutschen Roten Kreuz als Geschenk übergeben zur Verwaltung, nach dem Wahlspruch des Gründers: „Gutes tun ist meine Religion." Adele Schreiber-Krieger. Deutsches Rotes Kreuz . Abteilung Mutter und Kind." Unwiöerfprochene Zeitungsnachrichten. Sehr geehrte S ch r i f t l e i t u n g! Vor einiger Zeit ging durch die Presse die Rachricht, daß der bekannte Schriftsteller Otto Ernst in einer Versammlung behauptet habe, daß von 800 000 Mark, die PlatLdeutschan:erikauer für Wohlsahrtszivecke m Deutschland gesammelt hätten. 000 000 Mark für Berwaltmigszwecke verbraucht 'worden seien. Die Mitteilung erregte berechtigtes Aussehen.. Bon beteiligter Seite wurde es bald darauf Flargestellt, daß voneiner derartige:: Vergeudung, des Geldes gar keine Rede sein kann und daß die Smmne restlos ihrem Zweck zu geführt worden sei-. Otto Ernst wurde in der Presse wegen feines Verhaltens angegriffen und hat sich dagegen gewehrt. Er hat ausgeführt, daß nicht er selbst bei einem Festessen diese Behauptung ausgestellt habe, sondern daß es ein anderer getan und er nur daran in seinen: Trink-spruch augetnüpft hat. Das ist ja nun unerheblich, aber von allgemeinem-' Interesse auch für uns Inden> — die an sich dieser Vorfall gar nicht berührt — ist folgender Satz in Otto Ernsts Berichtigung: „Wahr ist. daß sie (die Anschuldigungen) vor vielen Monaten in der „Hamburger Warte" erschienen und, soviel mir bekannt ist, bisvor wenigen Tagen unwidersprochen geblieben." Die „Hamburger Warte" ist eines jener dentschvolkischen Blätter, wie sie unter verschiedenen Namen, „Deutfchvölkiicher Beobachter", „Note Erde", „Deutsches Wochenblatt", aber stets gleicher Art, in allen Teilen Deutschlands erscheinen. Es sind die Blätter, die überall Korruption riechen und mit Vorliebe Juden beschuldigen. Das Publikum dieser Blätter ist aber so eingestellt, dah es geneigt ist, alles, was gedruckt ist, so lange zu. glauben, bis ihn: -das Gegenteil, gleichfalls gedruckt, vvrgelegt wird. Und daß diese Art von Publikum bis in ziemlich intellektuelle Kreise hineinreicht, beweist der Fall Otto. Ernst. ' Wer je in einer antisemitischen Volksversammlung versucht hat, den blödsinnigen Behauptungen entgegenzutreten, die dort über Juden verbreitet werden, wird die Erfahrung bestätigen, daß immer wieder h-ervoraehoben wird, „es habe in der Zeitung gestanden, und es sei. dem nicht widersprochen worden". D e v ga ng b a r st e Artikel der antisemitischen Agitation i st d e r unwidersprochene Zeitungsartikel. Sie fabrizieren so viel an gedruckten Behauptungen, daß es kaum möglich ist, jede einzeln schnell zu widerlegen. "Immerhin wird ein erheblicher Teil davon widerlegt. Aber wo? In Blättern', die den Lesern jener Verleumdungen nie vor Augen kommen. Nicht nur der Zeitungsartikel des Gegners ist uns gefährlich, dem tatsächlick nicht widersprochen worden ist, sondern auch der, -dessengedruckte Widerlegung dem Publikum, auf dessen Aufklärung alles ankommt, verborgen bleibt. Und da das Publikum, um das es sich handelt, die Aufklärung gar nicht sucht, da es meint, durch seine antisemitische Literatur schon genügend aufgeklärt zu sein, ist es unsere Aufgabe, ihm die Aufklärung, die es braucht, zu bringen. Darin liegt die Notwendigkeit Weil die Zahnpasta Pebeco die Tätigkeit der Speicheldrüsen fördert, die natürlichste, wirksamste Reinigung der Mundhöhle bewirkt und ein Gefühl der Reinheit und Frische im Munde hinterlässt Darum: V V Cf v***/ /mii 3b&vu& Afin|Äh^! ^vwvvwwywvvwv'vvvvvta vwwwvvvww\a mwwi-wuwvumiuv <dstöeutsche Joppenurrö Hosenfabrik Inh. Zl. Fischer > Liegnitz lfrüherposen) mm n Oranienburger l Seifenpulvsr Siloraj zu bab. ru allen einscii). Gesell. Bersteller: Chemieehe Fabrik SilaG.m. b.H. Oranienburg «MM finden durch die.F.V.-ZeilUNg" weite undzweckenisprechendeÄekanntgabe. Zeilenpreiö rs Mark mit so % l!illllll!llliillllllli!illiiliiilllilj||)lllilllllllillllllillllliiillllll!l!llll!illl!IS Nachlaß für Mitglieder. 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