Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 18 (7.9.1922)
- Date
- 1922-09-07
- Page
- Seite 228 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2277379-2277380-2277398--00247-2279354- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
entwiche bem Vaterlaude feine Kraft und gebe unfern nichtjüdischeu Mitbürgern das Recht, unsere Staats treue anzuzweifeln. Run, insofern mit ,, unseren Mitbürgern" die Antisemiten gemeillt sind, braucht man sich um ihre Meinung nicht zu scheren. Wenn es nach ihnen ginge, dürften die Juden nur für die Deutschnationalen arbeiten, zur Rot wäre ihnen noch gestattet, im Naumaunschen Verband tätig zn feixt. Aber schon dichZugehörigteit zur jüdischen (Gemeinde macht einen Juden stark verdächtig. Was aber unsere anderen nichtjüdischeu Mitbürger anbelangt, "so hegen sie selbst bielfach ein sehrallsgedehntes Interesse sowohl für das historische Palästina als auch für das Zeitgenössische. Alte christlichen Glaubensgenossenschaften und Parteien bekundet: die Liebe zun: Heiligen Laude durch Errichtung von Gotteshäusern, Schuten, Forschungsinstituten, Wohttätigkeilsanstalten. Die großen christlichen Völker, Frankreich, England, Amerika, dehnten ihre Liebe sogar auf die umliegenden ganz' unheiligen Länder ans, Und schellten keine Mühe, uni zahlreiche ihrer Angehörigen dort festen Fuß fassen zu lassen. Württembergische Bauern von der ^ette der Templer Haben dort eilie ganze Reihe landwirtschaftlicher Siedlungen gegründet, um im Sinne ihrer Lehre aus heiligem Boden „die Wiederkunft des Herrn" zu erwarten. iUnr wir Juden allem sollen uns eines Vaterlandsoerrates schuldig machen, wenn wir an diesen heiligen Boden denken und zu seinem Wiederaufblühen beitragen wollen. Ist Palästina für die Christen das Land Jesu-und der Apostel, so ist es für uns das Land Abrahams, Josuas, Davids, der Propheten, Hillels und Rabbor Gambiels, der Lehrer und Väter Jesll, die zufällig auch unsere Lehrer und Väter sind. Recht bemerkenswert ist, daß Kaiser Wilhelm für die dortigen Juden imt> für ihre Glaubensgenossen im ganzen Orient ein besonderes Interesse än den Tag legte und einige seiner Bekannten nurcgte, hier einen Verein zu gründen, der ihnen Hilfe jeglicher Art bringen sollte. Es ist schwer, auzunehmeu .daß Kaiser Wilhelm dies zum 'schaden Deutschlands anstrebte. Für die K o l o n i s a t i o n v o n P a l ä st i n a d u r ch I u d e n interessierten sich Kreise, denen der Einfluß Deutschlands im Orient besonders am Herzen lag, nicht nur, weil Kaiser Wilhelm 1898 dem Zionistenführer Theodor Herz! vor sprach, sich beim. Sultan zugunsten der jüdischen Einwanderung zu verwenden, sondern aus viel realeren Gründen. So war z. B. der deutsche Anteil am Handel von I a s f a in der Einfuhr von 400 000 Mark im Jahre 1908 aus 1,6 Millionen im Jahre 1910, in der Ausfuhr von 268 000 Mark im Jahre 1900 auf eine M i ll i on im Jahre 1907 gewachsen. Im Jahre 1897 betrug der Anteil am Handel der Türkei für England 61 Prozent, für Deutschland 6 Prozent, für Oesterreich-Ungarn (d. h. für dessen deutsche Krouländor, die hier allein in Betracht kamen) 12 Prozent, aber im Jahre 1914 bietet sich uns ein ganz anderes Bild dar. Da ist der Anteil Englands auf 32 bis 3b Prozent zurückgegangen, der Deutschlands auf 22 Prozent, der Oesterreichs auf 19 Prozent gestiegen. Diese Verschiebung hatten die Juden.mit ihrer Einwanderung bewirkt. Der Bericht des deutschen Konsuls in Jaffa vom 29. Februar 1912 empfiehlt denn auch der deutschen Handels- und Jndustrieioelt eine eifrige Pflege der Beziehungen mit dem jüdischen Palästina: „Da unter den deutschen lachtenaischeu) Juden in Palästina — die sieben Zehntel der gesamten dortigen Judenheit allsmachen — die deutsche Sprache, wenn -auch bei vielen nur in der torrnpien Form des sogenannten „Jargons" l Jiddisch), bekannt ist, so bestehen zwischen ihnen und Deutschland Beziehungen, die noch größerer Ausdehnung fähig sind. Der deutsche Vronsu'larbericht empfiehlt die Verwendung der h c b r a i s ch e n S ch x i s t un 'D S P r a ch e bei der Reklame im Orient. „Unter den vielen ans Rußland, Oesterreich, Ungarn und Rumänien gekommenen Juden befindet sich mancher, der von früher her Geschüftsverbindung'en mit deutschen Hausern hat und diese in Palästina weiterpflegt." 3m Frühjahr 1918 gründete sich in Berlin ein K o m i t e e „P n o P a 1 a e s t i n a" z n r F ö rde - r n n g jüdischer Palästinasiedlung', es gehörten ihm Männer von unbezweifelbar nationaler Gesinnung an, wie Gras Westarp, Professor Hoetzsch, Geheiinrat Eleinow, Landrat v. Dewitz, Kammerherr v. Münchhausen, Admiral Gouverneur v. Truppe!, Exzellenz Boßberg-Reckow, Oberregierungsrat Professor Dr. Zoepfl, Geheimrat" v. Zwiedinck-Südenhorst, Professor Meinhof vom Hamburger Kolonialinstitut, Professor Tr. Jaeckh .und viele andere. Warum soll das, was damals ein hochbedeutsames patriotisches Unternehmen, -eine Forderung deutscher Orientpolitik war, heute das Gegenteil sein? Man muß es freudig begrüßen, daß diese veraltete Anschauung unter den deutschen Juden iminer mehr zurückweicht lmd der ursprünglichen Meinung Platz macht, die seit jeher die herrschende war und nur infolge politischer^Begrisssoerwirrung eine Zeitlang verdunkelt werden konnte. Die Symptome, die für diese Wandlung sprechen, verdienelr eine besondere Analyse. ornx. die Nin-erheune -es -eutfthen Noten Nreuzes. ■riefe «*» Sr« I Das deutsche Rote Kreuz unterhalb bekanntlich in verschiedenen Badeorten Kinderheime, darunter auch in solchen, die bekannte Treffpunkte antisemitischen Treibens sind, wie z. B. Zi n n owih. Mehrfach ausgesprochenen Befürchtungen, daß die Kinder dort verhetzenden Einflüssen ansgesetzt sein könnten, krimdie Leiterin, dieser Kinderheime, Frau Reichstagsabgeordnete Schreiberöterkenpferä Seife die beste TUienmilch-Seifs für Aartr, weiße Raut. UberaU zu. haben? Mllevlei Gelegenheitsgegenstände: Antiaui- ** täten. Schm «Machen, Möbel. Wirtschafts- Aachen. Kleider, Kelze, Meisekoffer übern. Kauf und Verkauf komnrissiousweise bei zehnproz. Preismwchlaa oder fester NuSstcÜunn; Laaerur'.q. Eckliausladeu. spesenfrei. Kommiffionsdureau, CharlsttenSurg, Kleiststr. se. (Nlldf. 49401. G Wir kaufen g leere Flaschen i frei Haus: » Notweinflaschen M. 10,— « Weißweinflaschen M. IS,— , Gebrüder Klau, Weingroßhandlling z Telephon 21280. München Nordendsiraße 2. I - — --—;---m Gebrauchte leere Weinkrsten und leere O Wrinfaffer werde» zu den höchsten ä Tagespreisen ausgekanft. g $fl 4* «? £ <> i & sin den durch die „C.B.-Zritung" eine sehr Zweckmäßige Verbreitung. ytitiMiwtybfytMM'iß 0 jeder deiiisdien Familie sink nodi immer Eiemudeln ge* wesen. Nadeln werden heute gut und billig in der Fabrik her gestellt. Die Hausfrau verwendet daher, wenn sie ein wohlsdimeckendes, bekömmliches und ktäfiiges Getidä hetstellen will, nur Fertig* fabrikate. die in anerkannter Güte überall zu haben sind*- Aest-ichtunge« Max Joseph, Berlin 37 Mcher Straße 381. Telephon: Humboldt 4300 Werkstätten Hernarö Staöler pa-erborn Serlrn,Sielefelö,Hschum, Seemen, Cassel,Düsselöorf, Zrankfurta.M.,Hageni.w.,Hannover EckMbUüÜWMMgLUW neuzeiti.Gerste öurch Max heiörich entworfeneMöbrl in bekannter geSieg.Zweckmäßig- —^uu^uuu^nuuu«^ HU und Schönheit. - Vorhangstoffe, Teppiche, Tapeten, Seleuchtvngskörper, «unstgewerbe. „Unsere Möbelsormen", ISS Seiten ftbbil»ungen, M. 45,— einschließlich posigeiö. Huf öer Gewerbesthau München stellen wir -en Empfangsraum öer Seiöenweberei Hermanns & Meten, Hielefelö, ans. V M-j Lif., Öj. W^vv. Qfb. O^cjfF. 1810 a, W^v,