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Central-Verein-Zeitung · 1922-09-07 · 18 (7.9.1922) · p. Seite 225

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
18 (7.9.1922)
Date
1922-09-07
Page
Seite 225 (sequence 5)
Language
German
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Behauptungen nichL <die Spur eines Beweises -erbringen konnte, schlug er alle Aufklärungen in tim Wind und e n Lz o g sich -d e x P f licht d e r Be r i ch t i g u n g , -die sich in -solchein Fall für jeden ehrenhaften Politiker von selbst versteht. — Der Deutsch-rationale Handlungsgetrilferrverparrd mib die jüdischen Mrdeitgeber. Die Firma Kaufhaus I. Schocken S ö h n e in Zwickau hat den A it s s ch l n s; v o n M i t g l i e d e r n d e s Deuts ch nationalen H a n d l x\ ngs - g c f) i l f c « v e x b a n b c § a n s i h x c m B c t r i e b b c ft i m m t. Mit volleni Recht: denn man kann einem ehrlichen jüdischen Kaufmann nicht zumuten, mit Leuten zusammen zu'arbeiten. Lellte zu bezahlen, die -einem Verbände angehöre ll, der fortgesetzt die jüdischen Deutscheri verleumdet und lästert, lieber die Mahnahme der Firma Schocken gerät nun das Organ des Dentfchuativnalen Handlungsgehilfenverbundes, die „Deutsche Handelswacht". in Zorn, beruft sich auf die deutsche Reichsoerfassung, die die Vereiniguugsfreiheit gewährleistet. und schreibt: „Wir verlangen, daß die Inden, die i u Deuts ch l a u d G a st r e ch t g c n i e jj c n, die deutschen Gesetze beobachten. Kein Jude hat uns vorzuschreiben, wie und wo lvir rms organisieren loolleu." Die Frechheit dieser Herren übersteigt alle Matze. Ans der einen Seite beschimpfen sie die Juden auf das gröbste, indem sie sie als Gäste, d. h. als Bürger minderen Ranges bezeichnen, auf der anderen ^eite verlangen sie, daß jüdische Kausleute junge Männer einstellen sollen, die sieh diele Beschimpfungen zu eigen machen. Etwas mehr Charakter und anständige Gesinnung, meine Herren vom Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband! Immer noch der „christliche" Kurs in Augaru. Unter dem Vorwände des Beamtenabbaues wurde neuerdings ein Teil der Beamten auf den Inder gestellt, die Mehrzahl dieser Staatsbeamten sind natürlich jüdi s ch e r K o ll f e s s i o n. So hat in den letzten Wochen eine grobe Anzahl von Staatsbeaulten den Abschied erhalten, unter ihnen auch der Lehrer^Moses Rosner, der 30 Jahre lang an verschiedenen staatlichen schulen unterrichtete, sich nie ein Vergehen zuschulden kommen ließ, m i t fünfzig I a h r e n f rei - w ilLi g an die Front ging und den Krieg zll Ende kämpfte. Das gleiche Schicksal ereilte den Postiuspetwr Bernhard Halüsz, der 30 Jahre lang mit bester Qualifikation dem Staate diente. Als der Krieg nusbrach, meldete sich Haläsz samt feinem Sohne >w i l l i g z u m K riegsdi e n st. 3ein Sohn wurde nach bcin Kriege infolge des mimerus clausus nicht zur Universität zugelasseu, und nun hat der christliche Kurs auch seinen Vater brotlos gemacht. Indische und japanische Juden für die ukrainischen Notleidenden. Dom Aufruf .der jüdischen Wel-thrlfskonferenz zur Hilfe an die hungernden Inden in der ' Ukraine folgten die Inden in den entferntesten Ländern, jo auch " in Indien und Japan. Die Juden in Bombay sandten eine Geldsumme zur dauernden Verpflegung von 100 Kindern. Auch das jüdische Hilfskomitee in -Yokohama "(Japan) nahm die Verpflegung von 100 Kindern aus sich. In Kairo (Aegypten) veranstaltete eine Gruppe jüdischer Frauen eine umfassende Geldsammlung, als deren erstes Ergebnis beider Welthilfskonferenz eine' Geldsumme zur Eröffnung und dauernden Erhaltung einer Kindertüche für 100 Kinder eintras. Katholiken und Juden. Am 5. Juli hielt Studienassessor F. I. Langer (Zweiter Vorsitzender der Berliner Zentrumsparteij im Katholischen Männerverein St. Aloysius (Berlin N) einen Vortrag über die „S t e l l u n g d-e s K a t h o l i i e n z u m I n <d eu - tum". Nach Feststellung des dogmatischen Unterschiedes widerlegte der Redner an der Hand anssühvlichen Materials die gegen die offizielle jüdische Moral gewöhnlich erhobenen Vorwürfe. Was die Praxis anbelangt, so könne mancher echte Deutsche auch vor der eigenen Tür kehren. Sogenannte „weiße Juden" seien schlimmer als inkorrekte »rechte Juden. Die Ausführungen schlossen (nach einem Hinweis auf den Ratheuan-Movd) mit der Ansforderung zu kühler Ruhe gegenüber den Hetzern, und zu gemeinschaftlicher Arbeit aller Deutschen — Christen und Juden — am Wiederaufbau des Vaterlandes. In der anschließenden Diskussion wurden gegenteilige Ausführungen nicht gemacht, sondern in der Hauptsache die Anschauungen des Redners unterstrichen, — namentlich die Sätze, aus denen hervorging, daß Juden- und Kacholikenhetze meist auf demselben Boden wächst. Das herabgerijseue Plakat. Bald nach dem Ratheuau-Mord sah der Studienassessor Dr. Bernhard Krakauer an einer Litfaßsäule das bekannte Plakat des Polizeipräsidenten, das zur Verfolgung der Täter ausrief, mit antisemitischen Zusätzen verunziert. Unter anderem war der Name Harden durch „Isidor Witroksty" ersetzt. Dr. Krakauer ritz kurz entschlossen das Blatt herab. Ein neben ihm stehender Passant forderte ihn deswegen ans. zur Wache zu kommen, was Dr. Krakauer ablehnte; doch gab er auf Wunsch seinen Namen an. Kurz darauf erhielt er ein polizeiliches Strafmandat über 150 Mark. In einer'Beschwerde an das Amtsgerichts schilderte Dr. Krakauer den Tatbestand, wies daraus hin., daß dieses Plakat seines verhetzenden Inhaltes halber von Amts wegen zu beseitigen gewesen wäre und das; er somit im öffentlichen Interesse gehandelt habe. Das Amtsgericht verschloß sich dieser Argumentation nicht und zog die S traf v e r f ü g n n g z n r ü ck. Die „Habimaii" Touruee durch Europa. In Berlin ist aus Moskau ein Vertreter des berühmten hebräischen Theaters Habimab -eingetroffen, um -die Vorbereitungen zur bevorstehenden Tournee des Theaters durch die europäischen Hauptstädte zu -treffen. Strafe für den Empfang eines jiddischen Briefes. Der Kommandant des 54. polnischen Regiments verbot den jüdischen Soldaten seines Regiments. Briese in jiddischer Sprache und Schrift abzuseuden und zu empfangen. Einen Soldaten, der einen jiddisch geschriebenen Brief aus Warschau erhielt, bestrafte er mit sieben Tagen Arrest. Ein russischer antisemitischer Stndentenverband in Berlin. Bor dingen Tagen wurde in Berlin ein russischer .nationaler Studentenverein gegründet, der hauptsächlich ans Mitgliedern des bekannten monarchistischen „Verbandes russischer Studenten" besteht. Die ueugegrnudete Körperschaft stellt sich als Aufgabe, die Entwicklung „der gesunden Prinzipien der christlichen Moral und des christlichen Staatswesens". Inden sind von d e x A u f n a h m e in d e u V e r b a n d a u s g e s ch I v s s e n. Als Grund gab der Vorsitzende des Verbandes^ au, daß „die jüdische Moral das vollkommene Gegenteilt der christlichen Nt oral" ist. Ein Schwindler. 9(u§ S>ei(brunn wird uns folgender Vorfall berichtet: Bei einem hiesigen christlichen Arzt erschien ein Artist, -der sich Artur B-l u m c it f -c 1 d nannte und -engab. bei einer Seiltünzergruppe verunglückt?m sein. Man habe den christlichen streck Dr. Rath herdeiaerusen, dieser jedoch soll erklärt Haben, daß er Juden nicht behandle. Blumenseld veranlaßte -du-rch diese Erzähllmgen. ein 'begütertes Mitglied des Cenlral-Berein's. ihm?,u einer Reise nach Berlin, er sich operieren lassen wollte, 1200 Mark?,n schenken. Nach irisch ringen haben ergeben, daß Dr. Rath die erwähnte Acutzernng -n i ch t getan habe und daß Blnmemeld sowohl ihn, wie auch andere slerve. denen er dieselbe Geschichte erzählte, nur um M v r p h i rr n> anging. Man darf annehmen, daß hier ein Schwindler sich als Opfer ankisemitischer Verfolgung ausgibt, vor dem deshalb gewarnt werden mutz. Alleinige Anzeigen-iknnalrnic Budolf Moese, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 46 -49 / Breslau / Chemnitz / Cöln a. Nh. ✓ Dresden / Düsseldorf / Erfurt ✓ Frankfurt a. M. ✓ Lalle (Saale) Lamburg / Hannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Warschau ✓ Basel / Zürich Zur Hautpflege'Körperpftege rSchönheitspflege Zup Babypflege > för Mäßige * fÜrSpoptsieute> .VtfFRb Strahl & Falcke Gegründet 1883 Vlumenausfkellung Gegründet 1883 Stets größte Auswahl von Murnenarrangements unä Traueefpencken sowie Topfgewächsen unä Schnittblumen. SßSitßlitöt: Tischäekorattonen. Btßlflftf! Drsutgarnituren / Balkonbepflanzung. | Nur Berlin, Mauerstratze 7S/7S.

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