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Central-Verein-Zeitung · 1922-08-31 · 17 (31.8.1922) · p. Seite 216

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
17 (31.8.1922)
Date
1922-08-31
Page
Seite 216 (sequence 8)
Language
German
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216 Millionenspenderr eines amerikanisch-jüdischen Bankiers für jüdische Institutionen in Wien. Der amerikanische Bankier Otto H. Kahn, Gesellschafter 'der Finanzunternehmnngen Jacob Schiffs, hat anläßlich seines Wiener Aufenthalts 17 Millionen Kronen-für verschiedene wohltätige Institutionen der Stadt Wien - gespendet. Das Israelitische Kinderhospital wurde mit 500 000 Kronen ve-dacht. Mr. Kahn hat bereits vor kurzem 20 Millionen Kronen für die gleichen Zwecke in Oesterreich gespendet, feine Zuwendungen für ] die Stadt Wien belaufen sich nach der jüngsten Spende auf 37 Mil- I Honen Kronen. T a s P a t ü ft i n ti - M a n b et i it iv b iv a s i b m vora it § - a i ii g. — D i e T r i u tu v h e u n f e r e v P o i i t i t iin d u n s exer D i v lo tua t i e. — Von Pa r i § u r» b L o n d o u über P rvsk it r v w n n ch San Rente. — Das E n d e einer Epoche. — T i e l a n d io i r k s ch a s t i i cd e Best e b t it n a P a ( a ft i n a s . ei n e A n a e l e a e n b e i t a l l e r I h d c n. — A b kehr v o n der P a r t e i p u 1 i t i k. A m e r i k a n i s ch c S t i m m e n. — N e u e P r v b l e ni e. Der liebe Himmel meint es offenbar gut mit uns Juden, da er uns wieder einen Freudenstrahl durch die Wolken sendet, die feit Jahren unseren Horizont verdüstern. Der Weltkrieg war für die Juden dort, wo sie in Massen wohnen, am schwersten.- überall tobte rin Sonderkrieg gegen sie: in Galizien sowohl wie in den russischen Greuzlündern und sogar in Palästina. Pogrome, Bedrückungen und Verfolgungen, Heimatlosigkeit, Unsicherheit und Not wüteten unter ihnen im ganzen Kriegsgebiete. Nur die reichen Gaben ihrer amerll tauischen Glaubensgenossen linderten einigermaßen ihr Schicksal. Je länger sich der Krieg hinzog, desto unerträglicher gestaltete sich ihre Lage. Inzwischen kamen der Bolschewismus und der Bürgerkrieg tu Nutzland. Echterer deklassierte Millionerl Juden zu Lumpenproletariern, die der Zwangsarbeit verfielen, letzterer entfachte die schauerlichen Pogrome in der Ukraine. Zugleich setzte ein unerhörter Verleumdungsfeldzug gegen die.ganze Judenheit ein und die antisemitische Flut stieg in allen'Ländern zu nie dagewesener Höhe. Die Lage war beklemmend aus der ganzen Linie. Inzwischen aber war etwas Großartiges und Erhebendes geschehen: am 2. November 1917 hatte das britische Weltreich durch den Mund eines seiner ersten Staatsmänner dem jüdischen Volke die Errichtung einer nationalen Heiulftätte in; Palästina Zugesichert. Das war ein kräftiger Balsam,' den man auf alle diese Wunden streichen konnte. Kaum war der Friede geschlossen, als auch schon ein paar neue Pogromlünder auftauchten: Galizien, die Tschechoslowakei, Ungarn. Dafür aber stiegen wir im Ansehen der Wett immer höher und höher. .Die Jahre 1919 und 1920 werden als die des glänzendsten Aufstiegs und des höchsten Ansehens bezeichnet werden müssen, den das jüdische Voll feit dem Verlust seiner staatlichen Selbständigkeit erreicht hat; denn in diesem ganzen Zeitraum war es nie vorgekommen, daß die Mächtigsten dieser Erde in bett glänzenden Zeiten der Weltpolitik sich' mrt dem Schicksal der Judenheit so eingehend und so wohlwollend. beschäftigt hätten, wie z. B. in Paris 1909 die „Big Hour" es getan. Nie hak ein Jude so stolz zu den Mächten gesprochen, wie unsere Vertreter, wurde uns wiederholt versichert. Ueberall sprachen sie stolz zu 'den Mächten, in Paris, London, Washington, Rom, Cannes, San Nemo lind Genna imb abermals in Paris. Was Wunder, daß die Ergebnisse so großartig waren. Zunächst wurden U)ir'als Nation anerkannt. Natürlich, wenn man ein „National Home" besitzt, muß man eine Nation sein. Sodann wurden uns die Minderheitsrechte und die nationale Autonomie gewährleistet, und es wurde ein detailliertes Programm für den Ausbau unserer nationalen Heimstätte uni) der^ nationalen Autonomie ansgearbeitet, gleichzeitig eine eigene., sozusagen „Autipogromgesetzgebung" entworfen: Judenpogrome sollten fürder nicht mehr nach gemeinem Recht, sondern in allen Ländern nach besonders strengen Gesetzen geahndet werden. Ter Völkerbund breitete seine Fittiche über die ganze Judenheit au§. Aber in das Land der Väter sollten wir uns nicht etiun einschleichen, nicht gnädigst hineingelassen werden, wie nach Amerika, sondern es wurden unsere historischen Rechte a n f P a t ä st i n a feierlichst anerkannt. Wir kommen dorthin und nehmen nur Besitz von dem, was uns gehört. Das war alles der Erfolg der glorreicheil zwei oder drei Jahre der Arbeit in London uub Paris. Was hakte es all btefen Triumphen gegenüber zu bebeuten, daß in der Ukraine genau 24 Tage nach Gewährung der Nationalautouomie, am 26. Dezember 1917, knapp 7 Wochen nach der Balfonr-Deklaratiou. der erste Pogrom, der von Ow rutsch, die neue Epoche blutig eiuleitete, daß elf Monate darauf die in Lemberg einrückenden polnischen Freiwilligen drei Tage und drei Nächte hindurch unter den Augen einer Pariser und einer Londoner Militärkornmissivn mordeten, sengten und plünderten. Daß am 15. Februar 1919, just während "marl in Paris fieberhaft 'barem arbeitete, die Rechte der Judenheit unter Dach und Fach zu bringen, in P r o s k kr r o w an einem.Säbbatnachmittag 1650 jüdische Opfer hingeschlacht-et wurden. Daß im August desselben Jahres, während in der ganzen jungjüdischen Welt die gehobene Stimmung sich irr volltönenden Reden anslebte, der von Paris lmd Londoli ausgerüstete General D.e n i t i n und sein Stabschef M am o n t o w auf ihren Marschen von Kursk nach Tula und Orel den ganzen Weg mit jüdischen Massengräbern säumten? Derselbe Denrkin veranstaltete nach der Einualnne von Kiew vom 16. bis zum 20. Oktober einer! Pogrom — cs war der 18., den diese Stadt sah — nach besonderem Ritus; sein Freund Schnlgi-u hat ihn m einem Artikel des „Kijelv- Sirl Wuiff Rechtsanwalt Dr,Walter Leiser Verlobte. Oskarshamn Barlin-Offenbach a. IV!. (Schwaden). Oharlottenburg I-' fi oto lArrrjut'froC'CA Q*7 Statt Karten! Martha Simon Josef Heidenfeld Verlobte Berlin Femistrasse 17 Die glückliche Geburt eines prächtigen Knaben zeigen hocherfreut an Adolf Goldstein und Frau Selrna geb. Ffanter. Breslau, 22. August 1622 Yorckstrasse 53. 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