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Central-Verein-Zeitung · 1922-08-24 · 16 (24.8.1922) · p. Seite 204

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
16 (24.8.1922)
Date
1922-08-24
Page
Seite 204 (sequence 8)
Language
German
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- 204 EiukommmsteuLrnovLlte vorn 20. Juli d. I. tritt mit ihrer Verkündung. d. h. also am 20. Juli d. I. i-n 5kraft. Dadurch, daß der Reichstag aus Antrag der Reichsregierung bzw. mit deren Zustimmung das Gesetz abgeändert hat, ist zu ersehen, daß auch er der Ansicht ist, das; das Rechtsverhältnis vor dem 20. Juli ein anderes war. Infolgedessen gilt vor dein 20. Juli, d. h. also für das Jahr, , für das die Steuererklärung vor dein 20. Juli abgegeben werden i müßte, das vorher geltende ^Recht, das der ReichsfinanZhof in seiner Entscheidung vom 30. November 1921 bzw. 6. Februar 1922 dahin interpretiert hat, das; di'e Abzugsfähigkeit' zu verneinen sei. Infolgedessen dürste für das vergangene Jahr nach wie vor ein Einspruch gegen eine Hinzuschlagung der angezogenen Kirchensteuer zum steuerpflichtigen Einkommen zwecklos sein.' Für die Steuererklärung des n ä ch st e n Jahres gelten in vollem Umfange die Darstellungen des Herrn Dr. Freund. * „Jüöijchr Geschäststüchtigkeit." Gegen tneine Ausführungen in der „C. B.-Zeitung" (2.110) bringt ebenda (9. 154) der Verlag K. F. 5wehter in Leipzig eine Berichtigung, die einer kurzen "Ertviderung bedarf. Weder ich noch irgendeine Zeitung, die die Nachricht des Verkaufs des Buches des ehemaligen deutschen Kaisers an Engländer aufgriff, hat behauptet, der Verfasser oder der Verleger habe selber die Verhandlungen rnit den englischen Interessenten geführt. So plump geschieht dies natürlich nicht. Daß auch der angesehene Verlag einen so peinlichen Weg nicht einschlägt, war jedermann klar und bedurfte daher keirrer „Berichtigung". Eine solche Verbindung Pflegt auf ganz andere Weise hergestellt zu werden. Man darf es dem "Verlag glauben, daß aitd) ihm diese Wege nicht bekannt sind. Man wird ja sehen, ob die Engländer sich des Erstabdrucks erfreuen dürfen oder nicht. Daß dies daun nicht gegen Mark oder Sowjetrnbel geschehen wird, dürste auch eiuleuchten, selbst dann, wenn nicht die "ganze Summe von 250 000 Dollar gezahlt wird. Vom Honorar wird der ehemalige Kaiser doch wohl etwas bekommen. Entscheidend für meine Ausführungen war, d a ß er hochwertige Valuta bekommen wird. Denn nicht dementiert hat der Verlag, daß die Engländer den Erstabdruck bringen werden, wobei es recht gleichgültig ist, No er die erforderlichen Geschäftsverhandlungen geführt" hat und welcher genaue Preis gezahlt wird. Der Vorwurf verliert nur dann seine Stütze, wenn klar erklärt wird, die Engländer werden den Erstabdruck nicht erhalten oder, lvenn dennoch, der ehemalige Kaiser werde ans diesem Erstabdrirck keinen persönlichen sin a n z i e 11 e u Vorteil haben. Rechtsanwalt Tr. E r n st Linz (Mannheim). «ui lUHn „Mes schon öagewesenl" f Lesefrüchte aus Tertullians Apologe'ticum. " Tertullian lebte am Ausgang des Zweiten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung und ist einer der ältesten der sogenannten Kirchenväter. Eine seiner Hauptschriften ist das Apoiogeticum, in welcher er für die Wahrheit der christlichen Lehre eintritt und die Christen gegen ungerechte Vorwürfe verteidigt. Diese Abhandlung — wir würden heute sagen „Flugschrift" — ist rnit einer solchen Lebendigkeit und Anschaulichkeit geschrieben, daß beim Lesen die damaligen Zeiwerhältnisse deutschst vor unserem geistigen Auge erscheinen^ „A l l e s schon ein m a l dage w e s e n" sagen wir«. lesen wir Tertullian, rnit dem alten Ben Akrba der Gutzkowschen Dichtung. Dieselben Vorwürfe, die man heute gegen die Juden rrhebt, w u r d e n d a m als gegen d i e C h r i st e n c x h o b e n. Da ist das Märchen vom Ritual rn o r d. Es heißt bei Tertullian im 7. Kapitel: Wir werden große Verbrecher genannt, wegen des im K in dermo rd bestehenden Geheimkultus und des'davon bewirteten Mahles und der auf das Mahl folgenden Blutschande. Diese führen als Kuppler die das Licht umstürzenden Hunde herbei, mit Hilfe einer Schamlosigkeit, wie sie durch Finsternis und ruchlose Lust erzeugt wird. Wir werden jedoch inuuer nur so genannt, und doch sorgt ihr nicht dafür, gerichtlich zu ermitteln, was man uns schon lange nachsagt. Im 9. Kapitel: Da sollte ich nun denken, daß sie (diejenigen, die zum Christentum übertreten wollen) zuerst zum Vorsteher der Mysterien gehen und sich aufschreiben, was für Vorbereitungen zu treffen sind. Dann wird jener sagen: „Du brauchst ein noch zartes Kind, das vom Tode nichts weiß, das unter d e i n e m Nt esse r l ä ch e l t: dann ein Brot, womit du die Brühe des Bluts aufsängst, außerdem Leuchter und Lampen, einige Huu.de und Bissen, welche jene Zum Umstürzen der Lichter springen machen. Vor allem wirst du mit deiner Mutter und Schwester kommen müssen." Wie aber, lvenn diese nicht wollen oder keine da sind? Was gibt's endlich mit den alleinstehenden Christen? Im 2. Kapitel: In betreff unser findet n i ch t s derart statt. Mail müßte denn gewaltsam erpressen, wieviel Kindsmorde — ein fälschlich umlaufendes Gerücht — ein jeder schon auf sich habe, wievielmal er zur Blutschande dunkel gemacht, wer als Koch und wer als Hund dabeigewesen. Welcher Ruhm wäre es für einen Oberprüstdenten, einen ausfindig gemacht 31t haben, der schon 100 Kinder gefressen hätte. D i e I udensindanalle rn U n g l ü cf s ch n l d. * Wir lesen im 40. Kapitel: Wenn .der Tiber bis in die Gtobtutauern steigt, wenn der Nil n i ch t bis über die Ieldfluren geht, lvenn die Witterung nicht Umschlagen will, lvenn die Erde bebt, wenn es eine Hungersnot, wenn es eine Seuche gibt, sogleich hört man das Geschrei: „D re Ch r i ste n v o r die Lö wen!" I n d e in Worte „In d e" liegt schon ein Bo r lo u rf. Im Kapitel 3 fiuben wir: Wie nun, lvenn manche so rnit -geschlossenen Augen in derr Haß g egen diese Benennung (C hrist) so hinein rennen, daß sie, auch wenn sie jemand ein gutes Zeugnis geben, eine Mißbilligung desselben beifügen: „Ca j ü s S e g u s ist ein brave r M nun, n u r d a ß er ei n C h x i st i st." D er Iude i st kei n D e u t sche r.. . ' In Kapitel 36 steht: Wenn das sich so verhält und Leute ergriffen werden (Leute aus den oberen Ständer!, die gegen die Kaiser mit Meuchelmord vor gingen), welche beständig den Namen Römer führten, warum irersagt man uns, die wir für Feinde gehalten werden, den Nantcn Römer? Wahrlich: „A l l e s i st s ch.0 n einmal dag e lv e s e n." Dr. Ster übera (Emden). tTNkwiMw ^***3*' fBeßecwl Weil die Zahnpasta Pebeco die Zähne rein und weift erhält, ohne den Zahnschmelz anzugreifen» Dorum: Savvstv lampen 8 0der 6 Stern offeriert billigst Frankfurta.M.7 Scheffetstr. 36. Wiederverkaufes allerorts gesucht. Prospekt gratis. 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