Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 16 (24.8.1922)
- Date
- 1922-08-24
- Page
- Seite 203 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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BSaSUB 203 Einen wirkungsvollen Abschluß findet die Festschrift in der Abhandlung über. „Die Brrrrdeslade und die Anfänge dev Religion Israels" von Tr. Harry Torezyner. Mit allem Mistzeug der hebräischen und allgemein - semitischen Sprachsünde und Archäologie, mit allen Hilfsmitteln kritischer Prüfung- und scharssinniger Bibeleregese dringt der gelehrte Verfasser in die verborgenen Tiefen der ältesten religiösen Vorstellungen des Judentums und ihrer Ursymbolik. Mit kühnen, wissenschaftlich begründeten Hypothesen gelingt es ihm, rätselhafte Bibelstellen dem Verständnis zu erschließen und manches Dunkel, um die Quellen der Religion Israels in geistvoller Auslegung-, oft überraschend, 511 lichten. Alles gruppiert sich eng um die Form, Auffassung, und Verehrung der Bundes bade xmb die ihr gewidmeten. Sprüche in der Thora. Aktuelles Interesse bieten in besonderem Maße — wenn imn an die Angriffe Delitzsch" und seiner unwissenden Nachbeter druckt — die letzten Abschnitte über E L L ch a'd d a i und I a h io e. Als ein glänzendes Zeugnis für die wissenschaftliche hohe, aus dcr-die Hochschule nur ihrem ittustreu Dozentenkollegium steht, wird die Festschrift überall, wo der Sinn für jüdische Wissenschaft noch nicht erstorben ist, begeisterte Ausnahme finden und der Anstalt ww ihren Lehrern neue Freunde und Förderer Zufuhren. F. Hcnremmin, ZeiLsragen im Lichte jüdischer LevLAsmrscha-rrung. 1921. I. Kainsmann Vertag, Frankfurt a. M. Indern der Verfasser bei der Einrichtung des Bildungs- und Erziehungs- Wesens auf den früheren, jüdischen Brauch, alles „ohne nennenswertes Entgelt und ohne vorwiegend Berufszwecken zu dienen" hinweist, kennzeichnet er die Weise, der dieses sein eigenes literarisches Werk die Entstehung verdankt', als Vorträge, die in der Breslauer jüdischen Volkshochschule gehalten wurden. Sie waren damals einem größeren Publikum dargeboten worden, und ich erinnere mich noch an die lebhaften und anregenden Eindrücke, die sie da auslösten; der reiche Inhalt an Gedanken war gewiß durch die rhetorischen Fähigkeiten des Verfassers ergänzt worden. Umso mehr freute ich milch bei der Lektüre des Buches festzust-ellen, daß die Lebendigkeit des gesprochenen Wortes auch das geschriebene so durchströmt, daß die Lektüre einen Ersatz für die sonst freiere Aufnahme durch das Ohr bietet. Die Vermittlung der Probleme geschieht durch eine einfache, abgerundete Sprache, die durch das Zitat gehoben unb durch das Bild belebt wird: und der Lesende wird gewiß den Humor, der hier und da austaucht, freudig begrüßen, obwohl nirgends die fesselnde Darstellung nachläßt. So erwächst aus der Lebensanschauung der Propheten die praktische Arbeit in all den Fragen, die in unser Leben hineinreichen. Dabei ist die — mir aus den Vorlesungen meines Lehrers besonders vertraute — Art, in allem Lebensinhalt jüdischen Grund mit allgemein-menschlich wissenschaftlicher Gestaltung zu vereinigen, wieder glücklich angewendet. In wenigen Strichen zeichnet oer Verfasser die üblichen, oft gegensätzlichen Auffassungen eines Problems, um dann die jüdische Anschauung anzureihen, die nicht immer in fest umriffener, literarisch belegter Form, sondern zumeist „aus dem Ganzen der biblischen Anschauung heraus" oder auch in Ableitung aus ihren allgemeinen Grundlagen und modernen Konsequenzen dargestellt wird. Diese letztere Art berührt besonders sympathisch, wo es sich — wie z. B. in der Franensrage — um ein religionsgesetzlich umstrittenes Gebiet handelt. Für die Lösung aller Probleme weist der Verfasser jedenfalls aus die unentbehrliche Rechtsgrundlage hin, die „von dem Starken und dem Schwachen die gleiche Ehrfurcht fordert". So würde niemals die vom Christentum geschaffene soziale Einseitigkeit entstehen können, welch führenden Anteil die Religion an der Regelung des Verhältnisses vom Staatsbürger zum Herrscher (politische Fragen), des Proletariers zum Besitzenden (soziale Frage), des Weibes (Franensrage) und Kindes (Erziehungssragen) zum Familienoberhaupt haben muß und kann. Braunschweig. Dr. Schiff. Gedanke mrd Ergebnis. Von Gerhard v. Mutin K. Otto Reich! Verlag, Darmstadt 1922. Der aus früheren philosophischen Publikationen bekannte Verfasser, dem für das Werk „Die drei Reiche" seitens des Nietzsche-Archivs in Weimar 1919 ein Preis zuerkannt worden ist, sucht in diesem Buche seine von ihrn früher skizzierte Weltanschauung weiter zu fundieren und zu entwickeln. Diese stellt sich als eine neue Umgrenzung des Wertbegriffes dar. Der Verfasser erblickt in diesenr Begriff, der jenseits der Alternative subjektiv und objektiv, steht und ans einer besonderen Auffassung und Deutung des Begriffs Leben erwächst, eine neue Kategorie des Welt- Verständnisses, die auch der irrationalen Seite alles Geschehens in einer anderen Weife Rechnung trägt, als dies andere Gesamtvorstcllnngen, wie z. B. diejenige der Natur oder Vernunft, vermögen. Der Verfasser glaubt, daß der von ihm entwickelte Wertbegrisf gegenüber den bisher geltenden einen neuen Matzstäb für alles Leben und Geschehen abgeben kann und dazu bestimmt ist, einem Lebensgefühl zu dienen, das nicht allein in praktischen. Resultaten und in der Verfolgung bestimmter Ziele, sondern in sich selbst und in der jeweiligen Gegenwart sein Genügen findet. Hüchsreinlauf. Gölte s Volk und seine Le h r e. Eine Auswahl von Chajim B l 0 ch. — Leipzig, Verlag von Gustav Engel, 1922. „D i e g r 0 ß e T ü u s ch u n g" in vötkerpsychologischer Beleuchtung. Offenes Schreiben an Herrn Geheimrat Friedrich Delitzsch von Ne'man. — Leipzig, Verlag Gustav Engel, 1922. _ .,D i c j ü b i s ch e R e l i g i 0 n", von Dr. Michael F r i ein l ci n d e r. 1922. Z. Kaufmann, Frankfurt a. M. 9 c m Zue frage der /lbzugsfähigkeit der Uirchen- und Spnagogenfieuer. Von Tr. rar. pol. Oscar Goetz. Lehr geehrte Schriftleitung! In Nummer 12 der „C. V.-Zeitung" behandelt Dr. Jsmar Freund die Abzugsfahigkeit der Kirchenunb Synagogensteuer, die schon von mir in Nummer 2 dieser Zeitschrift behandelt worden ist. Während Herr Dr. Freund auf Grund der soeben verabschiedeten Novelle zum Reichsernkommensteuergesetz mit Recht die Abzugssähigkeit der Kirchen- 'und Synagoaensteuer vom steuerpflichtigen Einkommen bejaht, habe ich seinerzeit auf Grund der von Herrn Dr. Freund als geradezu befremdlich abwegig bezeichneten ReichsfinanZhofsenkscheidung die SteuerpfLicht bejaht. Wenngleich ich auch -die Entscheidung des ReichsfinanZhofes aus rein tatsächlichen Gründen, die Herr Dr. Freund in seinem Artikel ausführlich behandelt hat, nicht minder bedauert habe, kann ich vom juristischen Standpunkt aus der Entscheidung des Reichsfinanzhoses nur beitreten. An dieser stelle sei jetzt jedoch vor einer Konsequenz gewarnt, die die Ausführungen des Herrn Dr. Freund nach sich ziehen können. Bei der augenblicklich laufenden Veranlagung Zur Einkommensteuer für das Jahr 1921 wird irr der Regel ein vom Einkommen für Kirchen- und Synagogensteuer in Abzug gebrachter Betrag dem steuerpflichtigen Einkommen zuaerechnet. Auf Grund der Entscheidung des Reichssinanzhoses habe ichiu den eben erwähnten Ausführungen in Nummer 2 dieses Blattes vor einem Einspruch hiergegen als vollkomrnen zwecklos gewarnt. Die Ausführungen des Herrn Dr. Freund sind geeignet, diesen oder jenen Steuerpflichtigen im vorgenannten Falle zu einem Einspruch Zu. veranlassen. Hiervor sei an dieser Stelle gewarnt. Die DEÜ.7SGHE& WEIN BRAND fi Spitzenhaus CRosa Klauber, IVünchen! 5 cTheatinerstrasse 35.?! ‘Brautausstattungen. { \ Spezialität: Cchte Spitzenvorhänge und -decken. \ t Geiverbeschau München: Halle III, Raum 84.' ♦' ü*!!^ ■.:#!!-♦ :i« n «u «Ii4is'«ü4ii« ::«it ♦))«!! *ir«u« n* $3i)t£4l&f BBIBBIBBISIIK1BB » ® in Kristall und 3/4 weiß, anbei. Facette-- ® gläjcr — gebogene Scheiben in jeder Größe und Form Liefert prompt 8! Mitteldeutsche Spiegelfadril Marcus & Kochmann ■ Glasschleiserei u. Belegerei: Berlin 842, Ritterstr. 11. — Fernspr.: Mpl. 16564. > «»»»»»»»»»«»»»»»»»»»»»»,»»»»»»»»» für J?r. 17 vom 31. August d. 3. ist Montag, den 26. August, vormittags. 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