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Central-Verein-Zeitung · 1922-08-10 · 14 (10.8.1922) · p. Seite 180

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
14 (10.8.1922)
Date
1922-08-10
Page
Seite 180 (sequence 8)
Language
German
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180 über beit organisierten Arbeiter, den mittleren und großen Geschäftsmann, den Anwalt, Arzt, Schriststeller, .Künstler bis zum jiidischeu Millionär, dem Großindustriellen, dem Bankier, dem einflußreichen Politiker. Dazwischen eine ganze Reihe von Nuancen und Zwischenstufen in buntem Neigen. llnter den etioas mehr als zwei Millionen auurikanischeu Juden leben alleilt nahezu 1A Millionen ln New chork (Groh-New Jork har eine Bevölkerung, von 7 Millionen), nnd von dieser Zahl sind gut zwei Drittel im Jndenviertel der Ostseite ansässig. Mit anderen Worten: das Nein Uorker Jndenviertel ist, gleich dein Londoner East End. eines der stärksten Zentren des jüdischen Proletariats. Diese New Zorker Ostseite ist aber in sich selbst sehr ungleich sozial geschichtet. Tort haust in ärmlichster Umgebung in großen Massen der jüdische Einwanderer ans Osteuropa mit seiner Familie. Tort, geht der etwas besser gestellte jüdische Kleinhändler seinem mühseligen Berns nach: dort sitzt in schlecht erleuchteten, schlecht gelüsteten, engen Schwitzbnden der jüdische Hausarbeiter mit Iran und Kindern über seiner wenig einträglichen Arbeit gebeugt 12 bis 14 Stunden am Tage, nicht selten auch noch ln nächtlichen Stunden: dort wohnen aber auch Besitzer größerer Kaufläden, die Anwälte und Aerzte des kleinen Mannes, vor allem die vielen Tausende der besser situierten, stramm organisierten jüdischen Arbeiter, deren Verbände eine große Macht in den Lohnkämpfen darstellen: es sind dies hauptsächlich die großen Verbände .„Poale Zion", der „Arbeiterring" tind der „Jüdisch-nationale Arbeiterverband", in denen sichdie Organisationen der Herren- und Damenschneider, der Kürschner, Hutmacher, Setzer, Bäcker n. a. vereinigt haben. Diese jüdischen Arbeiterverbünde find fast durchgehend politisch und sozial radikal gefärbt, sind ganz linksstehende Sozialisten und, was hier beiläufig erwähnt sein mag, in ihrer Mehrzahl eifrige Anhänger des Zionismus. Sie verlangen, daß Palästina von vornherein auf sozialer Grnndlag-e aufgebaut werden müsse, die mit den Interessen und Idealen der jüdischen Arbeiterschaft tm Einklang, stehen: daß die jüdischen Arbeiter, die nach Palästina gehen, nur organisiert und geschlossen ihre' Uebersiedlnng vornehmen sollen. DieserTeil der jüdischen Arbeiterschaft kann, wenn man genau hinsieht, nicht inehr zum „Proletariat" gerechnet lverden; ein großer Teil lebt in durchaus zufriedenstellenden Verhältnissen, wenngleich er die Bezeichnung „Proletariat" im Klasseninteresse noch für sich beibehält u.ud im Klassenkamps tren zn den schlechter gestellten .'Genossen halt. Diese geschlossene Phalanx hat denn auch sehr erhebliche materielle und ideelle Erfolge anfznweisen. Sie hat es dnrchgesetzt, daß die Zahl der „Schwitzbndeu" in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren erheblich abgenommen, daß das System der Stückarbeit, der Heimarbeit längst nicht mehr in dem Maße vorherrscht wie früher: noch kürzlich haben sie. durch einen Massenstreik es erreicht, daß die Fabrikanten von Mäntelm Herrengarderobe nsw. ihre. Absicht, die Stückarbeit wieder in große reut Maßstabe einznsühren, ansgeben mußten. Desto schlimmer ist es aber mit dem eigentlichen Proletariat im Ghetto bestellt. Dort leben die ärmsten der armen jüdischer! Einwanderer ans Rußland, Polen, Litauen, Lettland, Livland, Ungarn, dm österreichischen Nachfolgestaaten, der Tschechoslowakei, Südslawien und dem Orient. Sie leben dort in rneist meuschemmwürdigen Verhältnissen, sind der Landessprache unkundig, sind weit davorr entfernt, das Riesenland und seinen Geist zn begreifen, halten zähe an ihren heimischen Gebrauchen und Anschauungen, an ihrem „Jiddisch", an. ihren Umgangssormen, die sie aus der Heimat mitgebracht haben, fest und setzen denr Prozeß der Assimilierung an -die 'neue Heimat, der doch nicht vermieden werden kann, wenn der Einroauderer je in halbwegs geordnete Verhältnisse gelangen soll, manchmal unwissentlich riud instinktiv, mitunter aber auch ans einem gewissen Trotz heraus starken inneren Widerstand entgegen. Während ihre intelligenteren Glaubensgenossen, die Arbeiter, sich eifrig auf das Studium des Landes und seiner Sprache lverfen, während der MAX LEISER, KÖLN \ Woifsstrasse 7 * Telephon: Anno 2967 Webwaren-Grosshandlung Spezialität: Drelle, Inletts > Dr. jur, Erwin Lichtenstein Lotte Lichtenstein gab. Hirschberg danken für die ihnen zur Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten. Königsberg i. Pr„ August 1922. Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an Arthur Joseph und Frau Pforzheim (Baden). Die Geburt eines Töchterchens zeigen an Max Rothschild und Frau Toni geb. Wild. München, Tengstrasse 29, den 28. Juli 1922. Die Geburt ihrer Tochter Gertrud Erika zeigen an Rechtsanwalt Dr. Jakob Marx und Frau Henni geb. Fuchs. Karlsruhe, Beethovenstrasse 1 den 31. Juli 1922. Festdichkungen Max Joseph, Berlin ^»37 Metzer Straße 831. Telepho it: Humboldt 4003. Hauslehrerstelle für die fycricu (August bis Oktober), evtl, länger, sucht stull.phi'., sehr gut empfohlen. Angebote 'unter F. K. 4576 an RudolfMo?se,Karlsruhe i. B. Referendar uudL--'.Lur. 'Borbereitung in Einzelnnterr. Spezia!.:Selmellkurs. Zaschr. nnt. t.¥.1415 an Rudolf Moste, Verlltt, Aathenower Straße 3. ' *■" " stets , „ . Montags. Die Geburt ihrer Tochter Gabriele Ernestine zeigen hiermit an Lothar Goldschmidt und Frau Ilse geb. Schindler. Xharlottenburg, den 4. August 1922. Klier tili Anständiger stmger Manu, nicht über 49 Jahre alt. möglichst tm Besitze des Reifezeugnisses, als Bolon^'.rfmModenhauSinDres-- den gesucht. Aorlausig anssü brächen Lebenslauf erbeten unter an Rudolf Mosfe, Berlin sw io. ~'aä!a%^nlWrw' Sekvetäriuj die kleineren Brieswechsel selbständig erledigen kann, \i\x unser Frankfurter Bureau sofort gesucht.! Samstag frei. Osserten mit Angabe der seithengerr Tätigkeit an :Central-Berein deutscher Staatsj bürger jüdischen Glaubens Landesverband > .Deffen-Naffau und .Dessen, Frankfurt a.M-, | t Stcknweg 9, Zimmer 103. Ich habe mich inReckliug - Hansen i. Wests, als Zahnarzt niedergelassen. a>r. Ludwig Fischhein Zahnarzt Recklinghausen. Markt 8. Telephon 1430. Für meine Schwester, 40 Jahre alt, suche-ich eine gute Bollvension. Offerten mit Preisangabe erbeten. Leo Hauvtrnann Berlin 84- 16 Köpeuicker Straße 62. WvhNUNgSin allen Preislagen pgllMdMIMVIf Große Frankfurter Straße io Fahritgebäude. 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