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Central-Verein-Zeitung · 1922-08-10 · 14 (10.8.1922) · p. Seite 178

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
14 (10.8.1922)
Date
1922-08-10
Page
Seite 178 (sequence 6)
Language
German
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178 Die Stellung öes Deutschnationalen Harrdlungegehiifenverbanöes Zur Iudenfrage. Vom der Geschäftsstelle des Dentschnationalerr Handlimgsgehilfenverbandes wurde an ein Mitglied, das seinen AustriLii aus dem Verband mit der judenhetzerischen Tendenz einiger Artikel in dein Organ des Verbandes, der ,/Deutschen Handelswacht", begründete, das folgende Schreiben gerichtet: „Die Judenfrage ist nach unserer Ansicht eine der Fraacn. an denen man vom völkischen Sand Punkt aus nicht varübergehen kann. Es ist selvswerstän.dlich, daß die Formen. in denen sich der deutsche Staat und die deutsche Wirtschaft aufzubauen haben, in dein gleichen Ergründe deutschen Wesens ihren Ursprung haben, dem auch die deutsche Sprache und die deutsche Kultur cutspringt. Die Formen von Staat und Wirtschaft find also keine Jnsälligkeiten. sondern völkisch bestimmt. Daher ist <s für uns selbstverständlich, daß der Einfluß von Angehörigen fremder Völker ans die deutsche Oessentlichkeit aus keinen Fall üb erb arid nehmen darf. Wie gefährlich der Einfluß des Judentums ist. darüber waren sich auch auf diesem Gebiete unzweifelhaft nicht voreingenomurene Männer, wie Bebet und Marx, klar. Bebel sprach ln einem Vortrage im Jahre 1803 von der Gefahr, die darin liegt, daß die Juden als Besitzer des mobilen Kapitals danach strebten, sich auch des Grundes und Bodens zu bemächtigen. und Marx hat eine Schrift über die Judenfraae versaßt, in derer folgenden Satz ausspricht: „Der Jude hat sich auf jüdische Weise emanzipiert, nicht nur indcin er sich die Geldmacht an geeignet Hab sondern indem durch ihn das Geld zur Weltmacht und der Judengeist nun praktischen Geist der rfjriftlid/cn Völker geworden ist", und Lasalle hat einmal gesagt: ..Tie Arbeitnehmerbewegung hat sich froiz «halten von Kapitalisten und Juden. Wo diese als Leiter und Führer austreten, da verwöhn sie auch eigene Zwecke/ Bei der Beurteilung der Judenfraae kommen nur sachliche Erwägungen in Betracht. Mit einer Hetze gegen das Judentum wollen wir nichts zu Inn haben. Wir glauben grundsätzlich, daß es mehr daraus ankommt, die Deutschen zur Treue eigenen. Wesens zu erziehen, als am die fremden Völker mit Kerilcn loszuschlagen. Von der bloßen ^Agitation auf diesem Gebiete versprechenwir uns nicht viel. Wenn wir die cchenen deutschen Formen unseres Lebens durchsetzen, so werden wir gleichzeitig den Einfluß des fremden Wesens vernichten. Dazu aber ist -erforderlich, daß das Judentum in unseren eigenen Reihen keinen Einfluß ausüben kann. Auch Sie werden mit uns der Anschauung sein, daß eine Gesundung im Staat und Wirtschaft zur Voraussetzung hat. daß alle, die mehr suchen als einen Verband lediglich zur Vertretung ihrer egoistischen wirtschüstlichen Interessen, sich zusanunenschließen. Nur eine sittlich begründete, völkische Gesinnung wird Helsen können. Wir vertrauen darauf, daß auch Sie diese grundsätzliche Haltung anerkennen und bitten Sie daher, falls nicht die grundsätzliche vleberlegung bereits Ihre Bedenken beseitigt hat, uns noch im einzelnen anzugeben, welche Artikel bei Ihnen Anstoß erregt haben, und vielleicht beherzigen Sie aus diesem Anlaß das bekannte Wort, das uns allen ein deutscher Dichter ans Herz gelegt hat. der unsere Vorzüge und Schwächen kannte: „Seid nicht alle zu gerecht." Sie können jedenfalls gewiß sein, daß ein Hetzantisemitismus bei der Leitung des Verbandes keine Stütze findet." Die Botschaft hören wir wohl, allein uns fehlt der Glaube, um so mehr, als dieser Brief vom 18. Mar d. I. datiert ist und wir bisher keineswegs entdecken konnten, daß der D. H. V. „mit einer Hetze gegen das Judentum nichts zu tun haben will". Die neueste Entdeckung öes Grafen Reventlow. E i n „g c h e i m c s I u denbu cf)". Der gute Graf Reventlow hat wieder einmal eine unheimliche Entdeckung gemacht. Die Protokolle der „W eisen von Z i o n" er- 'ähren eine unerwartete! Bestätigung. Nun müssen alle Blinden ehen, daß eine jüdische Weltvcrschwörnng zur Vernichtung Deutschlands und der gefaulten europäischen, insbesondere christlich-germanü 'chen Kulturwelt existiert. E i n „g eher m e s I n d e n b u ch" hat Graf Reventlow ans Licht gezerrt. In der Nu-mnier 24 des „Re-ichswart" berichtet er darüber. Wir erfahren, daß im Jahre 1918 im Londoner Verlag von Elah and Sons eine 'Schrift „Jews among the enteilte Leaders“ < Juden unter den Ententesührcrn) erschienen ist, in welchem die Juden ihr Weltgeheimnis versteckt hatten (die Broschüre ist nämlich nicht in den Buchhandel gekommen). Aber gibt es etwas, das dem ^pähera-uge des Grasen Reventlowentgeht? „Es gelang im vergangenen Jahre, das Buch von einer Londoner Bibliothek zu entleihen und lange genug zu behalten, um den Text zu photographieren." Ein photographischer Abzug lag dem Grafen vor. Und nun weiß er's. Alan muß die Schlauheit und die Rührigkeit des Grasen bewundern . . . Sckabe um die Kosten und die Mühe! Ich hätte dem Herrn Grafen das Buch gern -geliehen — gegen ein Pfand natürlich. Als ich nämlich im Jahre 1919 in den „Times" eine ausführliche Besprechung dieses Büchleins las, das als Privatdrnck erschienen war, bemühte'ich mich, als eifriger Sammler seltener Schriften, es zu erlangen, und ein befreundeter christlicher Antiquarbuchhändler in Hamburg beschaffte es mir im Umtausch gegen eine alte hebräische Bibel. Das Büchlein ist nicht uninteressant^ es enthält die Lebensbeschreibungen einiger jüdischer Persönlichkeiten in den Ententcstaaten, die als Politiker, Staatsmänner, Organisatoren, Finanzsach- Icutc ibren Vaterländern während des Krieges hervorragende Dienste geleistet haben. Es ist in schlichtem Ton gehalten, ohnejegliche Ruhmredigkeit und Anbiederungssucht; es will offenbar nur für die Nachwelt die historischen Tatsachen sesthalten, die beweisen, daß die Juden während des Weltkrieges ihre Bürgerpflicht erfüllt haben, indem sie ihre Kräfteder Politik ihrer Regierungen widmeten. Wäre die Schrift auf dein Wege des Buchhandels an die weite Oesfentlichkeit gelangt, so hätte sie wie Prahlsucht und Aufdringlichkeit gewirkt. Darum wurde sie nur für einen engen Kreis bestimmt. Hätten w i r gesiegt, so Hütten die Juden Deutschlands und Oesterreich-Ungarns ein ähnliches Buch herausgeben dürfen, in dem freilich nicht von jüdischen Vizekönigen, Botschaftern und Ministern die Rede gewesen wäre, aber von Juden, die ohne amtlichen Rang und Charakter ihren Regierungen darum nicht minder treu und hingebungsvoll gedient haben. Auch in diesem Falle hätte Graf Reventlow ein Zetergeschrei erhoben. Vermißt habe ich in idem Büchlein die Namen dreier „Juden", über die Graf Reventlow und die Seinigen während -des Krieges ganze Mistkübel von Entrüstung ausgossen: Lord Northc l i f f e, d' A n n u n z i o und Maurice B a r r e s. < Diese drei galten den Antisemiten als Juden, und die deutschen Antisemiten sind offenbar überzeugt, daß, wenn ein emzirger Jude die Politik seines mit Deutschland im Keiege stehenden Vaterlandes unterstützt, er dadurch allein ein Verbrechen begeht, für welches alle Juden der Welt, insbesonder-e aber die deutschen Juden, gehenkt werden müssen. Denn, nicht wahn, ein solcher Jude handelt j-a dann nicht etwa im Alleinige Anzeigen-Annahme Rudolf Blosse, An zeigen-Annahme für samt!. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin BW 19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz ✓ Cöln a. Rh. / Dresden ✓ Düsseldorf / Erfurt ✓ Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Lamburg / Lannover / Leipzig / Magdeburg ✓ Mannheim ✓ München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Warschau ✓ Basel / Zürich Zur Hautpflege* Körperpflege »Schönheitspflege Zur Babypflege'fürMafläge/fürSporlsleute' Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer ist zu berücksichtigen, daß die jährlichen Beilraqe zu Lebens« und Renten" Versicherungen bis 3000 Mark und zu Pensionsversicherungen in unbeschränkter Höhe vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig sind. Die Versicherungssummen bei der sogenannten Erbschaftssteuerversicherung sind zur Hälfte nachlaßsteuerfrei! Ern Drittel des einbezahlten Verflcherungslapiials bleibt bei der Ver« mögensbesteuerung und bei der IwangSanleitze unbelastet. Ausführliche Auskünfte und Berechnungen erhalten Sie kostenlos und für Sie unverbindlich durch die Deutsche Lebensversicherungsbank. „Arminia" A.G. in München Versichertes Kapital il/2 Milliarden Mark. Dertragsgesellfchast zahlreicher Verbände und ttriternehmungen in Handel und Industrie. Anzeigenschluß für 7lr. 15 vom 17. August d. 3- >ß Montag, den 14. August, vormiiiags. 'MAX ELB g h bh DRESDEN

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