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Central-Verein-Zeitung · 1922-08-03 · 13 (3.8.1922) · p. Seite 166

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
13 (3.8.1922)
Date
1922-08-03
Page
Seite 166 (sequence 6)
Language
German
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Die Arbeitsgemeinschaft öer öeutschjüöischen Jugenö. Von Tr. med. Jvscs H i r s chbc r a. Ter 29. J-ntii 1922 brachte einen Wenbep-un-tt m der Entwicklung der deutschjüdischen Jn.gendbewegrmg. Der Indische Wanderbund „Kameraden", der im April 1919 die schon längere Zeit bestehenden schlesischen Ortsgruppen zusammenschloß, hatte sich im Juli gleichen Jahres mit dem Sportverein „Kameraden" (Berlin) zum Kameradenverband „Jüdischer Wander-, Sport- und Turnvereine" znsammongeschlossen. Dieser Verband sollte eigentlich, wie sein Name besagt, ausschließlich Wunder-, Sport- und Turnvereine umfassen, wurde aber bald durch die Notwendigkeit eines Zus aut tuen schlu.sfts der rein tendenziösen Jugendbürvde aus bcm Boden des Eentral-Vereins und die Möglichkeit einer anderen Vereinigung weit über das beabsichtigte Braß hinaus erweitert. Hm dem neuen Um ränge Rechnung zu tragen, wurden später die in diesem Verband organisierten Blinde in drei verschiedene Unterorganisationen geteilt, so daß in denn nunmehr entsprechend umgenannten „Jugendverband jüdischer Deutscher .Kameraden"' ein Wauderbund, efn Sportbuud und ein Jugendbund bestanden, der letztere als Organisation, der obengenannten! tendenziösen Bünde, die weder das Wandern noch sportliche Betätigung in ihrem Programm besonders hervorhoben. Sehr bald erwies sich jedoch die Fehlerhaftigkeit dieser Organisation insofern, als zwar eine Reihe solcher tendenziäsen Bünde willkürlich in dem Verband Ansmrhme gesunden hatten, von einer weiteren Aufnahme gleichgerichteter Vereine jedoch Abstand genommen werden mußte, um dem Verband wenigstens einigermaßen seinen ursprünglichen Charakter zu erhalten. Dem kam die Entwicklung einer großen- Reihe der im. Jugendbund vereinigten Bünde zu Hilfe, welche dem Gedanken der Jugendbetvegung mehr -und mehr naherückte und viele der Bünde dem jüdischen Wanderbund „Kameraden" zusührte. Umsomehr bedurfte es nunmehr einer energischen Betätigung seitens des Berbandsvorftandes, um diew UnvoÜständigkeit des Verbandes au§ der Welt zu schassen und statt dessen sämtliche deutschjüdischen Jugendorganisationen miteinander in Verbindung au bringen, den Namen „Kameraden" aber, der bereits so verschieden ^gerichteten Vereinen eigen war, daß Jrrtümer gar nicht mehr vermieden werden konnten, dem Wanderdund mit seinen 50 bis 60 Ortsgruppen, aus dessen Mitte er gekommen war, zurück- Alrgeben. Dieses Programm setzte den Verbandsvorstand? in Verbindung mit den Bnndesleilungen der drei Bünde im Frühjahr vorigen Jahres, und bereits im August 1921, zur Zeit der Bundestage des jüdischen Jugendbundes „Kameraden" und des nunmehrigen d e u i s ch jüdischen Wanderbundes „Kameraden", war die Entwicklung in dieser Richtung so vorgeschritten, daß Sportuud Jugendbund aufgelöst wurden. Eine Reihe von Jugendbünden trat in den Wanderbund über, den übrigen aber wurde dazu verholfen, innerhalb des Verbandes den bestehenden deutschjüdischen Jugendorganisationen näher an treten. Und nunmehr wurde am 23. Juli dieses Jahres dieser Verband, dessen Existenzberechtigung in seiner letzten Form nicht mehr anerkannt werden konnte, aufgelöst. Bestehen blieb der ständig wachsende deutsch-jüdische Wauderbund „Kameraden"; aber für diejenigen, die damit in der Luft schwebten, wurde ein Aequivalent geschaffen. Dieses Aequivalent sollte die Gründung einer losen A rb ei t s g e m e i nsch a s r zw i f cf) c n a H eu beut sch - jüdischen Jugendorganisationen sein, die aus dem Boden des Central-Vereins stehen. Zu diesem Zwecke hatte der Vorstand des Jugendverbandes „Kameraden" die religiös neutral orientierten deutschjüdischen Jugendorganisationen zu einer Allssprache zwecks Gründung einer Arbeitsgemeinschaft eingeladen. Es waren der Einladung gefolgt der K. E., der Reichsverband deutscher studierender jüdischen G l a u b e n s und der G a u N o r d o st des Verbandes der Jugendgr uPPen des Eentralvereins als vorläufige einzige Organisation dieser Gruppe; ferner der beut) ch jüdis ch e W a n d e r b n n d „K amerad e n", der Rudert l u b „B i a - d r i n a" (Stettin), der T u r n v e r e i n 1 9 0 4 (Halle) sowie einzelne im bisherigen „Jugendverband jüdischer deutscher Kameraden" organisierte I u gendbünd p. Der G e n t t a I -Verein mürbe durch Herrn Dr. Julius Woyda vertreten. Der eigentlichen' Tagung ging die Gründung des „D e u t s ch j ü d i f ch e n Jugend -- Verbandes" (die Vereinigung der Jugendbünde auf dem Boden des E. V. für das Reich) voraus, in dem oft- und westpreußische und mitteldeutsche Bünde sich zusammenfanden, einer großzügigen Propaganda weiten Spielraum lassend. Die Aussprache zwischen den Vertretern der genannten Organisationen ergab dann die allgemeine prinzipielle Zustimmung zu der beabsichtigten Arbeitsgemeinschaft, für die folgende Richtlinien Annahme fanden: 1. . G e m e i ns a.me s Au f t x ic i c u gegen j u.d c n g e gn c - r i s ch e B e st r e b u n g e n , n a m e n t l i ch i n der I u g e n d. 2. V e x 1 r c t u n g der g e nv c in] a m e u A n s ch a ll u n g e n gegenüber a ll d e r s g e r i ch t e t e n S t r ö m u n ö c n in der jüdi s ch e n I n g e n d. 3. W a h r n e h m u n g d e r g c m c i n s a rn.c n Intere s s e n gegenüber d e n g l e ich ge r i ch t e t en V e rb ä n d e n i n der deutsche n und jüdischen O e s s e n t l i ch k e i t. 4. D u r ch greifende E r s a s s u n g der d e u t s ch -; ü d i s ch e n I ll g e n d. 5. B e r m i r t l u n g bei Slrcitigtei t e n d e r a n g t - f d) lvssenen I u a e ndverb ä n d e. Diese Richtlinien soll eine Kommission als Grundlage für die Arbeiten der Gemeinschaft allen in Betracht kommenden Organisationen zustellen und sie aus Grund dessen zur Mitarbeit cupfordern; das besagt folgende einstimmig gefaßte Entschließung: „D i e anwesenden Vertreter d e ll r s ch - j ü d i s ch c r I n g e n d v e r b ä n d e m a che n e i n st i m m i g den O r g a n i - s at to n en der deutsch - jüd is ch e n I llg en d de n Vo rs ch l a g. z u eine r „A r b e i t s g e m e i n s ch a s t der d e u t s ch - j ü bischen I ll g e n b" _ z u f a m> m enzutrere n. Die A r b e i t s g e lll e i n s ch a s t soll Mitarbeiten an d e r aktiv e ll g e i st i g e n, politischen ll n d or gch n i s a - torischen Z ll) a nt m ensass u n g des D e u t f ch - I u d e n - tu ms und das Zusammenwirken der deutschjüdi s ch e n I ll g e n d f i ch e r n. Sie haben z u r Durchsührun g ihres Vor sch lag e s e i n e n v o r l ä u f i g e n A u s s ch u ß e i u g e s e tz t ll n d in i t R i ch t l i n i e n v ersehen. Sie ersuchen die Organisationen, diesen A u s f ch u ß zu u n t erst ützeu und geeignete B er t r et er für seine Arb e i t z rr bestimmen. Der vorläufige A u s s ch u ß i st m i t der Borbereitu ng einer Tagung beauftragt, di e die endgültige G r u n d l a g e für das w e i t e r e Z u - samme n'ar b ei t e n schaffen soll. Sie beauftragen den A u s s ch u ß, sich mit de n religiösen Jugendverbänden zwecks Beteiligung an der Arbeitsgemeinschaft in Derb iudüng zu setzen." Ueber die Notwendigkeit der in diesen Richtlinien angedeuteren Arbeitsleistung ist wohl kein Wort zu'verlieren. Gerade in der heutigen Zeit bedarf es der Anspannung aller zur Verfügung stehenden Kräfte, um den gemeinsamen Feind wirksam zu bekämpfen, was nur dadurch geschehen kann, daß eine Zersplitterung der Kräfte innerhalb des deutschen Judentums in lveitestem Maße vermieden wird. Die Arbeitsgemeinschaft wird hoffentlich recht bald ihre Tütigteit eröffnen und den Eentral-Verein in seiner schweren Arbeit für ihren Teil tatkräftig uuterstützerl. Lerufsumschichtung. <E i u B r i e f.) Niemand wird sich der Erkenntnis verschließen, baß sich die jüdische ' Jugend bei der Berufswahl im Interesse der körperlichen und geistigen Entwicklung des künftigen Geschlechts mehr als bisher der Landwirtschaft, dem Gartenbau und dem Handwerk zuwenden muß. Besonders die heutige Jugendbewegung- 'sucht durch demgemäße Erziehung und Umgestaltung der jungen Menschen diese zu den genannten Berufen zurückzuführen. 'Allerdings dürfen die Gefahren für das wirtschaftliche Fortkommen in diesen Berufszweigen nicht verkannt werden, und lvir geben daher folgende Zeilen aus einem uns zur Frage der Berufsumschichtung zngegangenen Brief hier wieder: „Viole junge Judeil wandten sich bei ihrer Rückkunft aus dem Jeld-e bem Zionismus zu, als sie enrpfanden>. wie sehr man in Deutschland den Alleinige Anzeigen-Annahmo Rudolf Mosse, Anzeig'en-Annahme für samt!. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz ✓ Cöln a. Rh. / Dresden / Düsseldorf ✓ Erfurt / Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Lamburg / Lamiover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg / Stuttgart ✓ Prag / Wien / Warschau / Basel / Zürich

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