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Central-Verein-Zeitung · 1922-08-03 · 13 (3.8.1922) · p. Seite 165

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
13 (3.8.1922)
Date
1922-08-03
Page
Seite 165 (sequence 5)
Language
German
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165 B ä© tut Ceitt;al*Tc«cim Zur OstjttderrPsliiik. Vor mehreren Monaten war in der „Essener Arbeiterzeitung" Nr. 12^ vom 14. Januar 1922 eine Verfügung der Negierung in Düsseldorf, die in Vertretung des Regierungspräsidenten von einem Oberregierungsrat T. unterzeichnet war, abgedruckt. In derselben war scharf gegen die ostjüdischen Einwanderer Stellung genommen und hierbei zum Ausdruck gebracht, daß unter diesen'eine große Zahl krimineller (Elemente sei, und daß bei dein notorisch engen Zusammenhalten der jüdischen Organisationen: in: allgemeinen eine lässige Handhabung der Bestimmungen sür Behandlung der ostjüdischen Einwanderer nicht au: Platze sei. Wegen dieses Artikels'hatten wir Beschwerde beim Minister des Innern eingelegt. Die Angelegenheit ist im Preußischen Landtag in der 149. Sitzung vom 17. Juni öffentlich zur Sprache gebracht. Der Preußische Minister des Innern Severing erklärte hierbei, das Erforderliche den: Regierungspräsidenten gegenüber bereits veranlaßt zu haben, ehe der Appell an die Oes sent lichte it — der der Zeit nach mit unserer Beschwerde übereinstimmte — erfolgt sei. OeUentlrche Versammlung des E.V. in Gummersbach» Der S ch ntzu n d L r utz b u n d veranstaltete in: Mai dieses Jahres eine Versammlung in Wiehlbrück bei Gummersbach (Rheinland), zu der Juden kernen Zutritt hatten, und in der August Wiege rh aus (Elberfeld) sich in der Art seiner Gesinnungsgenossen in den wüstesten Lügen und Beschimpfungen gegen die deutschen Staatsmänner jüdischen Glaubens und die Juden überhaupt erging. Seine Anhänger bekamen jedoch bald daraus eine bittere Pille zu schlucken, als unser linksrheinischer Landesverband am 13; Juni eine öffentliche Versau: m lnng in Gummersbach veranstaltete, in der Herr Lehrer I a c o b y (Köln) über Pas Thema „Wie steht es um die Schuld der deutschen Juden" in dichtgefülltem Saale (vor etwa 40 bis 50 Gegnern) sprach. Der Redner widerlegte in sachlicher Weise zahlreiche gegen die Juden erhobenen Beschuldigungen und wies auch u. a. darauf hi::, das; die Inder: absolut nicht nur politisch links orientiert seien, sei doch der Gründer der konservativen Partei, Stahl, ein Jude gewesen. Die Versammlung bedeutete einen vollen Erfolg sür uns, was schon daraus ersichtlich ist, daß die Gegner sich ganz ruhig verhielten und sich auch in der Diskussion nicht zuu: Worte meldeten. Eine am 4. Juli geplante Versammlung zur Stellungnahme gegen diesen Vortrag siel durch die Ermordung Rathenaus — wahrscheinlich zur inneren Erleichterung der Gegner — ins Wasser. Ter größte Teil der Bevölkerung hingegen scheint über die Ausführungen nichts erfolglos nachgedacht zu haben. Hiervon legt eine wortgetreue Stelle aus einem dem Redner zugegangenen Briese eines Zuhörers Zeugnis ab- „Der Vortrag ist bis heute noch das Tagesgespräch, und das allgemeine Urteil lauster von Gegnern) ist: Der Redner hat sachl:ch und an Hand von Belegen beweisend gesprochen. Von dem Gewerbeschuldirektor soll ich Ihnen nochmals seine besondere Anerkennung aussprechen. Er versicherte mir, einen solch sachlichen und vornehmen Vortrag noch nicht gehört zn haben, und sagte mir, er wisie bestimmt, daß verschiedene Personen durch diesen Vortrag vom Antisemitismus kuriert seien. Diese hätten sich gefreut, noch mal etwas Aufklärsndes hierüber gehört zu haben, da ne als Zlinder mit dieser Krankheit verseucht worden seren Mw. Maßregelung eines antisemitischen Magistratsbeamte». Im Mai -d. I. begab sich die Gattin des Spandauer Einwohners Benno Salomon in Spandau auf das Rathaus, um Steuern zu bezahlen. Das bloße Erscheinen der Dame bot dem äbfertigenden Beaulten Anlaß zn verletzenden, judenfeindlickeu Aeußern.ngen, so daß Frau Salomon, ohne ein Wort zu verlieren, kehrtmachte mtb am nächsten Tage eine Verkäuferin mit dem Steu-ergetd nach den: Rathaus sandte. Als die Beamten -der: Namen des Auftraggebers Salomon sahen, begannen sie neuerdings in rüdester Weise auf die Juden zu schnupfen. Hierbei tat sich besonders der Stadtsekretär Zoepke und der Hilfsarbeiter Ziegelmeyer hervor. Der Leiter unserer Ortsgruppe Spandau brachte diesen Vorfall, für der: mehrere Zeugen namhaft gemacht waren, zur Kenntnis des -Bezirksamtes und erhielt von diesen: am 4. Juli d. I. den folgenden Bescheid: „Die Angelegenheit ist von mir untersuch: worden. I ch h a bebe n Stadt s e f r c t a r Ioepke disziplinär: s ch b e st rast. Den Bureauhilfsarbeiter Ziegelmeyer. der keine Beamteneigenschast besitzt und infolgedessen nicht disziplinarisch bestraft werden kann, habe ich e r n st l i ch e r m a h n t, in Zukunft jede 11 u gehörigkeit i m Berte h r n: i: d e m P u b 1 i k u u: z u veru: ei d e u. Der Bürgermeister, (gez.:) Stritt e." Ein -„Hindenbrrrg-Denkmal". In verschiedenen Gegenden Deutschlands wird jetzt für ein ,.H inde n b u r g - D e n i m a l s, ü r d a s denk s ch e Volk''' betiteltes Werk gesammelt. Das Werk, das zu einem außerordentlich hohen Ladenpreis in den Buchhandel tommen wird, ist beim Vaterländischen Vertag C.A. Weller, Berlin, erschienen. Wir befinden uns, wie schon des öfteren, in der. sehr peinlichen. Lage, Erscheinungen, denen wir als deutsche Juden mit großem Interesse entgegensehen könnten, deswegen aözulehnen, weil durch ihre Unterstützung ein antisemitischer Verlag finanziell gekrästigt würde. vom „psnem" öer „Deutschen Zeitung". Von Ludwig Holländer. Sind wir bei Herrnfelds, um deren nicht immer lustiges und geschmackvolles Jüdeln zu hören? Nein, wir nehmen uns die „Deutsche Zeitung" vor, um dort nach einem Aufsatz, der die Ueberschrift „Fortgeschrittene Gehirnerweichung" trügt, eine ernst sein sollende Satzreihe zu finden, welche „P o n e m" betitelt ist. Hören loir zunächst in aller Kürze, was uns der Verfasser zu sagen hat. ,.Was meint der Jude mit „Ponem"? den Mischlingscharalter des Gesichtes, in dem der starke Negereinschlag unverkennbar ist. Was ist in Wirklichkeit das „Ponem"? Ein Glück für die von den Juden befall e n e n Völker. Was ist besonders kennzeichnend sür das „Ponem"? Die Nasenflügel, die oft dunkler gefärbt sind, und die Nase selbst, die den Negerein schlag verrät. Welche Bedeutung hat di:? „Ponem"? Es ist die Hauptursache des mmmehr offen zutage tretenden jüdischen Sadismus, der die Völker allzustecken und zu zersetzen bestrebt ist. „Was Hilst gegen das „Ponem"? Tausend Jahre Inzucht der weißen Nasse, deren reinblütigsten Vertreter die Gernlauen si::d. Was ist Kultur? Lediglich eine Blutsrage. Wie bringt man Kultur?. Durch Nasseuentmischung und Auerkennung der Tatsache, daß das „Ponem" die Warnung der Natur gegen einen „wandelnder: Zersetzungs-Hafen" ist." Die „G. V.-Zeituug" setzt ihren Lesern nicht gern so unappetitliche Dinge vor. Aber man darf an ihnen nicht Vorbeigehen. In Hunderten deutscher Städte sind jetzt Lesergemeinden der „Deutschen Zeitung" gegründet, um unbetehrten Menschen die Weisheit dieses Blattes einzutrichtern. Darum ist die von Juden vielfach vertretene Auffassung, so schlechte Scherze fände!: bei ernsthaften Menschen keinen inneren Widerhall, durchaus falsch. Die Unkenntnis gerade der sogenannten Blutsfragen ist deshalb so groß, lveil ihnen kein wissemchaittich faßbarer Untergrund eignet. Deshalb wird jedes Märchen geglaubt. Das hebräische Wort in der Ueberschrift löst nur bei Juden ein schmerzliches Lächeln aus. Unerfahrenen Nichtjuden scheint in einen: hebräischen Wort etwas Geheimnisvolles zu liegen; setze:: sie statt ,,Po nenn" dessen Uebersetzung „Gesicht", so schwindet der Mythus. Was aber von besonderer Bedeutsamkeit ist und was von unseren jüdischen Leiern nachdrücklichst verlangt werden muß: Macht d i e s e Au s «s ü h r u u g e n w e i> t e n n i ch t j ü d i s ch e n K r e i s e:: b e k a n n t ' Biögen diese über den jüdischen Typ, über die Juden denken, iure sie wollen, sie sehen hier, wie volksvergiftend das Jongliere!: mit Verfälschten Tatsachen wirken muß. Und deshalb werden folgende Fragen.ausgeworsen: W c r hat w i f s e n s ch a ftli ch sestgestellt, daß bei den Juden die Nasenflügel oft „dunkler" gefärbt sind, wer hat — man nenne einen Gelehrter: — Von einen: Ne ge rein schla g gesprochen? Niemand. Aber es wird so getan, als iuem: diese Aufstellungen wissenschaftlich feststehende Ergebnisse wären. Was versteht der Verfasser unter ,,j ü d i s ch e m S a d i s m u s", der die Völker zu zersetzen bestrebt sei? Meint er damit den Juden Trotzt: oder den volksparieilichen Führer Rießer oder unsere Freunde, die aus den: Boden der Zentrumspartei stehen. Oder haben diese alte eine g-e m e i n s a u: c G -e i ft e s r i ch t u u g? Meint er daln.it die altgläubigen Juden, die in frommer Ergriffenheit den Segen Gottes für die Menschheit, für das Land, dessen Bürger sie sind, herabslehen. Meint er damit die Zionisten, die der Juden Heimat nicht nur religiös, sondern auch politisch, in Palästina erblicken? Meint er Männer wie Sir Isaak Ruins, den Vizekönig von Indien? Wieso und wann sind „die Juden" für eine Rassenvermischung eingetreten? Man nenne rnaßgebende jüdische Menschen, welche wirklich im Judentum wurzelten und der im Aufsatz angedeuteten Tendenz huldigte::. Wir harren der Antwort. Der Beweis für das Gegenteil ist leicht zn erbringen. Aber lassen wir der „T ent schon Zeitung" die rassereinen, weißen Europäer, deren „remblütigste Vertreter die Germanen sind". Lesen wir aus demselben Blatt der „Deutschen Zeitung" weiter, so werden wir bald stutzig, denn kurz nach dem „Ponem"-Aussatz finden wir eine starke, feindliche Treunungslinie gegen die Dänen gezogen. Sollten gar die Dänen reinere Germanen sein als der Aussatzschr-eiber in der „Deutschen Zeitung"? Und dann denke man sich aus: Kultur ist eine Blutsfrage. Was kan.n man daraus alles „machen". Schlimmer als die Blutsvermischung ist die Vermischung von Klarheit und Unklarheit, von Wahrheit und Lüge. Es gibt Leute, von denen Juden sagen, sie hätte:- Stahl im „Ponern". Man meint damit solche Kreaturen, welche u:n eigensüchtiger Zwecke willen Menschen verleumden, an ihrer Ehre schädigen, ihre guten Namen schänden und für ihr Tun noch den Anj s p r u ch anständige n Handel n s erheben. Gehören auch die Herren von der „Deutschen Zeitung" zu diesen?

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