Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 13 (3.8.1922)
- Date
- 1922-08-03
- Page
- Seite 163 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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163 ——' achten eines Sachverständigen hin eine Anordnung deS Bischofs von Paderborn ergangen ist, derznfolge der Verleger des In st ns scheu „Jndenspiegels" diesen nicht mehr vertreiben wird". Meine Schrift, in welcher ich der Bonifaziusdruckerei hart zu Leibe rückte, hat also den beabsichtigen Erfolg gehabt. (Die Angelegenheit Hütte eventuell auch in einer Privatklage des Verlages gegen mich ihre Fortsetzung finden können.) In Zukunft wird kein katholischer Verlag mehr den „Judenspiegel" drucken können. Ich freu-e mich, daß sich in der Anordnung des Paderborner Bischofs wieder einmal der Gerechtigkeitssinn der katholischen Kirche offenbart hat und daß das Judentum nunmehr einen Angreifer auf seine Religion weniger, hat. Auch im Hinblick auf die notwendige Zusammenarbeit aller treudeutschgesinnten Kreise ist der errungene Erfolg von erheblichen: Wert. Möge die konfessionelle B r u n n e n v e r g i f t u n g in Deutschland endlich unterbleiben! Dr. IcenZel alias Franke! unö öle deutsche Volkspartei in Sachsen. Unmittelbar nach der Ermordung Nothenaus versandte dieser unrühmlich bekannte Herr, der sich seit einiger Zeit, seines gut jüdischen Namens Frünkel schämt, und sich unter dem Namen Freuzel arg teutonisch gebürdet, ein Rundschreiben, in dem er Zu gesteigerter Saminelkätigkeit für die Deutsche Volkspartei aufruft, da der Mord an dem „n n g ekrö n t e u K öuig des i nter - «nationalen In d e n t u uns" die Vorküiupfer der jüdischen Weltherrschaft gewiß wieder z.u einer „roten Einheitsfront" zusammenschließen werde. In diesem geschmackvollen Stil und dieser Gesinnung ergeht sich der Aufruf spaltenlang. .Ein führendes Mitglied der Deutschen Vvlkspartei in Sachsen, der unserem Verein seit langem nahestehende Stadtrat und Rechtsanwalt Nathansou, veröffentlichte hieraus im „Dresdener Anzeiger" folgenden offenen Brief: Herrn Dresden, den 16. Juli 1922. Dr. Heinrich Freuzel (früher Frankel) Berlin-Nikolassee. Wie ich höre, verlassen Sie in diesen Tagen Dresden. Bei dieser Gelegenheit möchte ich der Erwartung Ausdruck geben, daß Sie in Zukunft Dresden und den Wahlkreis Ostsachsen'mit Ihrer Politischen Tätigkeit verschonen, Ihnen übrigens auch empfehlen, für Ihre politische Agitation sich eine Partei zu suchen, in die Sie besser hineinpassen, als in die Deutsche Volkspartei. Als Mitbegründer der Deutschen Volkspartei in Sachsen muß ich gegen die Art Ihrer politischen Werbung schärfste Verwahrung ein legen. Sie ist ebenso töricht mib schädlich wie gehässig, und hetzerisch, sie verstößt nicht nicht nur gegen die obersten' Parteigrundsätze, ihre Tendenz steht vielmehr auch in schürfstein Widerspruch zu den Ausgaben, die sich die Partei gesetzt und in der jüngsten Entschließung des Rteichsausschusses noch besonders zum Ausdruck gebracht hat. Darüber hinaus kann ich mir als Deutscher und als Jude nicht versagen. Ihnen gegenüber folgendes sestzustellen: Sie sind mir Ihrer Herkunft nach seit Jahrzehnten bekannt. Nach Ihren Anschauungen, die Die z. B. im Sommer 1920 in Zinnowitz in der Oeffeutlichkeit zun: Ansdruck gebracht haben, sind Sie trotz Ihrer Taufe und trotz Ihrem Namenswechsel ein „sremdstämmiger" und „rassefremder" Judo. Wenn Sie sich trotzdem Unkundigen gegenüber als Urgermane gebürten und gegen Ihre deutschen Mitbürger jüdischen Glaubens hetzen, so verrät diese Handlungsweise einer: solchen Tiefstand politischer Gesinnung, daß für ihn in einer Partei, die auf politische Sauberkeit Wert legt, kein Platz ist. Jeder anständige Politiker, mag er Christ oder Jude sein, mag er der Deutscheu'Volkspartei oder einer anderen Partei angehören, wird sich von Ihrem Gebaren mit Abscheu wegwenden, und ich kann es nur lebhaft bedauern, daß die Leitung der Dresdener Organisation von Ihrer Anwesenheit in Dresden .und im Wahlkreis Ostsachsen erst m diesen Tagen Kenntnis erlangt hat. Sonst hatte ich Mittel ltrtb Wege gesunden, um Ihrem Treiben schon eher ein Ende 31t bereiten. gez.: N a t h a n s 0 n , Rechtsanwalt und Stadtrat. Indem wir dieses Schreiben auch hier verössentlichen, können wir nicht umhin, unserem Erstaunen darüber Ausdruck zu geben, daß der sächsischen Deutschen Volkspartei das keineswegs verborgene Treiben Dr. Frenzels derart völlig e n t g a n g e n f e i. Wir müssen dies um so merkwürdiger finden, als ja einerseits Dr. Freuzel b e s 0 l d e t-e r P a r t e i b e a m t e r war oder noch ist, und -als anderseits sein erwähntes hetzerisches Rundschreiben aus Dresden, Lüttichaustraße 13, also also aus dem Lokal der Z w e igg e sch ü f t s st e l le der Deutschen V 0 l k s p a r t e i versandt w u r d e. Es scheint uns deshalb dringend geboten, daß nicht nur einzelne Mitglieder, sondern die Deu tsche Volkspa r Lei in S a chse n selb st z u diese r Angelegenheit energisch Stellung nimmt. Es wird weiter gemordet! Ein anonymes deutsch-völkisches Schreiben. Dem verantwortlichen Schriftleiter der „Deutschen Montags- Zeitung", Werner Hirsch, ging folgendes anonyme Schreiben zu, das, was Form und Ausdruck unbelangt, einen gewissen Höhepunkt darstellt: „A e r f ln ch t es jüdisches Schwein Der Jude N a t h e n a u i st a b g e k e h l t Der Jude Harden hak sein Fett Ihr k ö n n t Gesetze m a ch e n Der nationale Geist wird weiter gehen Sie Schänder der deutschen Ehre, Sie haben das Feuer von Versailles geschürt Sie Schwein haben Eisners Schuldlüge verherrlicht, sogar i m Ausland W i r wissen alles Breslau Prag „Deutsche M 0 ntag 8 - Zeitu u g" Sie w erden zur Rechenschaft g e z 0 g e n iSin Schwein nach dern anderen wird abgekehlt." Dieser Brief wurde —was für die hinterhältige Feigheit dieses Mordgesindels charakteristisch ist — durch Auskleben von Buchstaben, Silben und Worten, die offenbar aus Zeitungen ausgeschnitten wurden, hergestellt. Nur die Adresse ist handschriftlich gefertigt: aber auch hier sind mit Blei- oder Tintenstift Druckbuchstaben gezeichnet, wahrscheinlich, um irgendwelche graphologischen Untersuchungen unmöglich zu machen. Das Papier des Briefbogens um den mit Druckbuchstaben bedeckten Raum ist abgeschnitten, vielleicht, um etwaige Fingerabdrücke ans den unbenutzten Stellen des Papiers zu beseitigen. Die letztere Aunahure hat viel für sich, zumal der anonyme Schreiber augenscheinlich auf die Beseitigung von Fingerspuren großen Wert gelegt hat. Denn etliche bräunliche, versengte Stellen des Papiers beweisen, daß dieses wohl nachträglich mit einer Kerze oder ähnlichem abgeleuchtet worden ist, um den Klebstoff, mit dem die Buchstaben aufgeklebt sind, flüssig zu machen. All dieses Raffinement beweist, wie diese Burschen nicht bloß feig, sondern auch wohlüberlegt und nüchtern zu Werke gehen. k „Der ^uöe im Deutschen." Das „Kolberger Tageblatt" schreibt in seiner Nummer 157 vom 8. Juli einen Aufsatz: „Der Jude im Deutschen", dem wir das Folgende entnehmen: „Gibt es nun angesichts der starken Verjudung des Wirtschasts- und Geisteslebens noch eine Möglichkeit der Entjuduug oder soll der Arier für alle Zeiten verdammt bleiben, dem Juden Knechtsdienste zu leisten. Das hängt davon ab, ob die dmtschvölkische Bewegung in ihrem Bauen am Volkstun: von der Rassenlehre ansgeht und alle Fragen unter Nasse zu lösen versucht. Rasse, dieses Wort, es klingt wie geschliffener Stahl, birgt drängendes Leben, Lust und Leid, Werden und Vergehen. Den: Nassigen straffen sich die Nerven, sein Blut pulst rascher, sein Gehirn arbeitet feiner und schärfer, wenn das Wort Rasse fällt. Jeder Sinn, der ganze Körper steht im Banne der Urkraft elektrischer Spannung. Entmischung bringt Entjudung. Du, deutsches Volk, hast dein Schicksal selbst in der Hand. Erkenne und handle." Werrn Leute, die solchen Unsinn schreiben und lesen, vernünftigen, fachlichen Argumenten Zugänglich wären, könnte man sie darüber ausklären, daß es erstens heute in Europa überhaupt keine reine Rasse mehr g i bi (über die jüdischen Btutmischungen im deutschen Adel zun: Beispiel jiudet man im antisemitischen „Semi-Gotha" Aufschluß), und daß ferner Arier als Rasse überhaupt nie existierten, weil das „Ariertum" keine Rasse, sondern immer nur eine s p r a ch l i ch e Be r w a n d t s ch a f 1 (mit den aus dem Sanskrit Hergeleitcteit Sprachstämmen) bezeichnet. Aber um solche von der Wissenschaft längst erhärteten Wahrheiten zu begreifen, muß man wohl etwas intelligenter und etwas anständiger sein, als das „Kolberger Tageblatt". Eine höhenleiftrrng. Der Wiener „Hamur" stirbt trotz allem österreichischem Elend nicht aus. Und in seinen unfreiwillgen Aeußerungen erreicht er zuweilen Firnenhöhen der Vertrottelung, auf denen es einem — um es wienerisch zu sagen — „die Red' verschlagt". So nannte kürzlich die „Wiener Illustrierte Zeitung" Goethe, jawohl Johann Wolfgang Goethe, einen „schäbigen Inden" und schreibt über ihn: „Sieht man Goethe an, diese vorquellenden dunkelbraunen Augen, diese an der Spitze gekrümmte Nase, diesen langen Oberleib mit den kurzen Beinen, dann haben wir ganz das Urbild eines Nachkommens Abrahams vor uns . . . Seine glühende Sinnlichkeit und ewige Verliebtheit, seine unsittliche Lebensweise und fragwürdige Ehe, seine Feigheit den kriegerischen Ereignissen seiner Zeit gegenüber und noch manche andere Züge reden eine zu deutliche Sprache, als daß ein Mensch von unbefangenem Urteil sich der Ueberzeugung verschließen könnte, daß Goethe weit mehr ein Semit als Deutscher war."