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Central-Verein-Zeitung · 1922-08-03 · 13 (3.8.1922) · p. Seite 162

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
13 (3.8.1922)
Date
1922-08-03
Page
Seite 162 (sequence 2)
Language
German
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hin-einbringen, dort allmählich die Gesinnung der Mitglieder beeinflussen und sie zum Deutschbewußtsein erziehen. Innerhalb dieser Vereine müssen die führenden Posten nach und nach mit unseren Gesinnungsgenossen besetzt werden. Das kann natürlich nicht auf einmal geschehen, mutz aber mit eiserner Folgerichtigkeit und Zähigkeit verfolgt werden; denn auf die führenden Köpfe kommt es vor allen Dingen an. Das ist das Entscheidende. Im Lause eines Menschenalt-ers müssen wir die leitenden Stellen im Reiche, in den Bundesstaaten, in den Provinzen, den Kreisen, den Städten und Landgemeinden mit Deutschbewußten, den Judaismus bewußt bekämpfenden Menschen besetzt haben. Dann erst kommen wir dem Siege nahe. Ein wesentliches Mittel dazu ist die Gewinnung der Jugend, der akademischen Jugend, der Handels-- und Gew erbeschüler und dergleichen. Sie darf aber nicht bei den .Jünglingen Halt machen; sie muß auch die weibliche Jugend heranziehen, wie denn überhaupt die Heranziehung des werblichen Geschlechts zum Deutschbewußtsein eine der Hauptaufgaben ist. Hat die deutsche Frau erst die wahre Gefahr des Judaismus erkannt, so ist sie die beste Stütze." Die Richtlinien schließen: „Dies sind einige Andeutungen über die zu leistende sachliche Arbeit. Die Liste ist nicht vollständig. Aber die Grundzüge dürften ziemlich vollzählig darin enthalten sein." So wird der V e r n i cht u n g s s e l d z u g gegen das d e u t s ch e I u beut u nt geführt. Kein Mittel der Verstellung und Hinterlist ist dabei zu schlecht. Keine Mühe, kein Umweg wird gescheut. Leihbüchereien, Sortimentsbuchhandlungen, die Presse werden besonders aufs Korn genommen. In alle möglichen Vereine hinein, ergeht die Aufforderung; nicht nur dort der Sache zu dienen, sondern um Arglose auf den deutschvöltischen Leim zu locken. Die Jugend. und die Frauen Zn umgarnen, ist ein „wesentliches Mittel" des Gelingens. „Im Laufe eines Menschenalters müssen wir die leitenden Stellen im Reiche, in den Bundesstaaten, in den Provinzen, den Kreisen, den Städten und Landgemeinden mit den Judaismus bewußt bekämpfenden Menschen besetzt haben. JSann erst kommen wir dem Siege nahe." Und wie dieser „Sieg" aussehen wird? Darüber gibt jener r u s s i s ch e Staatsmann Bescheid, der die Judenfrage also lösen wollte: ein Drittel der Juden durch Pogrome erledigt, b a s z w eite D r 111 e l d u x ch A u s w a u der u n g, ü n d das letzte Drittel d u r ch A tt s n a h m c - gesetz e. Ein Vergleich drängt sich beim Lesen der „Richtlinien" sofort auf. Die Aehnlichkeit der „Richtlinien" mit den „G eher m n i s s e u der Weifen von Z i o n". Derselbe llnterminierungsplün, dieselben im Dunkel schleichenden Mittel. Nur ein wesentlicher Unterschied ist festzustellen: Die Protokolle der Weisen von Zion, die die Juden so schwer belasten, sind^L ü g e n m c r f; die „Richtlinien für die höheren Grade des Bundes" sind von den Behörden bei einem deutschvölkischen Führer b e s ch l a g n a h ui t und jederzeit in einwandfreien Abschriften einzusehen. Die j ü d i s ch e n De n t s ch e n mögen aber aus solchen Tatsachen lernen, um welchen'hohen Preis der Kampf gehr. Vaterland, Ehr e, L e b e n — man will sie uns mit aller Gewalt nehmen. Ein Schuft, wer nicht alles zu ihrer Verteidigung einsetzt. " B. £tifcndorff0 Mtfchulö. Der Organisator des Rathenau-Mordes, stud. jur. ©ün* ther, früherer Prrvatsekretär des Generals Ludendorsf, sagte bei seiner Vernehmung aus: „Ludendorfs hat als Hauptursache des Krieges in seinem Buch die geheime Zentrale des internationalen Judentums bezeichnet und ferner erklärt, daß in Deutschland nur ein Mensch wisse, wer diese Oberleitung der jüdischen Internationale sei, nämlich Rathenau." Ans Grund dieser Behauptung Ludendorffs habe er, Günther, d i e B e s e i t i g u n g R a t h e n a u s betriebe n. Ludendorsf sprach im Vorjahr im Stadion; die Folge war Blutvergießen am Zoologischen Garten! Ludendorsf verleumdet^ Deutschland in der Northclifs-Presse für englisches ^old! Ludendorsf verlängerte das Elend des Krieges und «achte dann mittels der Dolchstoßlegende die deutschen Juden Mfür haftbar, denen er überdies gegen besseres Wissen Feig- Mt vorwarf! Ludendorsf war der geistige Urheber des Kapp- Und Ludendorffsäje Worte gaben nun An sto ß zu Ra th ena u§ Hinmetzelung. Das Enüe einer Hetzschrift. Von Studienassessor Felix I. Langer, (Berlin). - Der „I udenspiegel" des Dr. Justus (alias Ahron Brimänn) war 1892 in 5. Auslage erschienen. Allen Antisemiten und vielen Juden bekannt. lieber ein Vierteljahrhundert — genau 27 Jahre — fristete er ein bescheidenes Dasein m den Bücherbeständen, bis die (katholische) Bonifaziusdruckerei in Paderborn es an der Zeit fand, dieses ihr einstiges Verlagswerk 1919 in sechster Auflage herauszugeben, der 1921 eine siebente folgte. Welche besonderen Gründe sie dazu veranlagten, ist unklar. Jedenfalls diente ihr diese neue Veröffentlichung bei der Gediegenheit ihrer sonstigen Verlagswerke nicht zum Ruhm. Man kann nur bedauern, daß dadurch eine unangenehme Nuance konfessionellen Haders zwischen Katholizismus und jüdischer Religion geschaffen zu sein schien, obwohl die Neuauflagen des „Judenspregels" wohl nur zum geringeren Teil in die Hände von Katholiken gelangten. Hat doch überhaupt der ausgeprägte Antisemitismus nie seinen rechten Boden in katholischen Kreisen gesunden*). Doppelt bedauerlich war die Neuausgabe in den Zeiten der Hochspannung politischer Leidenschaften — in Zeiten, wo bei dem schweren Geschick des deutschen Volkes alle wahrhaften Deutschen mit Einschluß der deutsch empsindeuden Volksgenossen jüdischen Glaubens Zusammenstehen sollten. Eine allseitige g r ü n bliche Prüfung des „Judenspiegels" veranlaßte mich im vorigen Jahre, ihr Ergebnis in Form einer Broschüre zu veröffentlichen (Der „Judenspiegel" des Dr. Justus.- Kritisch beleuchtet von Redakteur Felix I. Langer). Als Gesamtresultat der Prüfung ergab sich:" Die im Justusschen „Judenspiegel" angeblich ans Grund des Talmud und Schulchan aruch erhobenen Vor w ü r f e gegen die M oral der j ü d i s ch e n R eligion beruhen ans M i ß d e u t u n g, Verb r e h u n g, En tst e l l u n g und N n t e r s ch i e b u n g. Jeglicher Angriff aus die religiöse Moral des Judentums ist unberechtigt^. Außerdem sind eine Reihe der von Justus den Juden tadelnd vorgeworsenen Neligionsfatzungen analog auch im katholischen Kirchenre'cht und in der katholischen Moral enthalten, so daß die Bonifäziusdruckerci mit ihrem Verlagswerk auch den katholischen' Theologen unangenehme Schwierigkeiten bereiten mußte. Denn eins steht fest: haben die Eisen m. e it g e r, Ti o h l i n g und I u st u s recht, dann haben auch die G r a ß ui a n n und H o e n s b r o e ch recht. Daun kann sich fein Katholik über die Neuherausgabe Hoensbroechscher Pamphlete gegen die katholische Moral und die katholische Kirche nebst ihren Einrichtungen beklagen. — Heber die heutigen Zahllosen Angriffe auf das A 11 c T e ft a nt e n t — namentlich Delitzschs —, die in ein anderes Kapitel gehören, hier nur die kurze Bemerkung, daß die katholische Kirche die Verbreitung derartiger Gedanken unter ihren Anhängern nicht duldet, da sie den Glaubenssätzen von der göttlichen Offenbarung und der Inspiration beider Testamente schnurstracks widersprechen; das Alte Testament ist nach katholischer Lehre die gottgewollte unerläßliche Vorbereitung aus den Messias und das Neue Testament. Wie seinerzeit vor 20 Jahren die beste Widerlegung der Hvensbroechschen Angriffe auf Papsttum und katholische Kirche durchs einen n i ch t f a t f) o I i s ch e n fteidenkenden Publizisten, Dr. Viktor Naumann, erfolgte, der unter dem Decknamen Pilatus die Schriften „Was ist Wahrheit?" und „Quos egof' verfaßte, schien es auch hier angemessen, daß ein n i ch t j ü d l s ch e r t h e o l o g i s ch e r F a chm a n lt das Wort zur Abwehr ergriff. Zwar hatte bereits der rühmlichst bekannte christliche Tatmudkenner B. Dr. H. L. Strack in Abschnitt 3 seiner „Jüdischen Geheimgefetze" sich mit Justus, Ecker usw. besaßt, doch mußte eine gründliche Widerlegung durch einen a t h'o liken. in diesem Falle noch wirksamer sein. Am Schlüsse meiner Schrift richtete ich einen Appell an die zuständige geistliche Oberbehörde und ließ 'Exemplare der Schrift sowohl an katholisch-theologische Fachzeitschriften' als auch an das hochwürdigste Bischösl i ch e O r d i n a r i a t in Paderborn gehen. Zugleich chorgte ich dafür, daß dieselben Fachzeitschriften auch Exemplare von Ltracks „GeHeimgesetzen" erhielten. Zmiächst veröffentlichten die Kollegen des 1912 als Professor am Trierer Priesterseminar verstorbenen Professors Ecker — der seinerzeit als Privatdozent in Münster ein günstiges Gutachten über den „Judenspiegel" abgegeben hatte, welches die genannte Bonifaziusdruckerei "ebenfalls 1921 nach fiebenuuddreißigjnhriger Pause zum dritten Male herausgab —, eine ausführliche Besprechung der „Geheimgesetze" mit der Erklärung, daß Ecker in späteren Jahren anders dachte, aber bedauerlicherweise keine entsprechende Form gesunden hattes dies irgendwie öffentlich kundzutun. Diese Erklärung findet sich in Nr. 7 der Trierer theologischen Zeitschrift „Pastor bornis". In Nr. 9 derselben Zeitschrift vom i. Juni 1922 erschien ein Artikel aus meiner Feder „Zur Wissenschaff des Judentums", in welchem ich nochmals gegen die Von if a z i u s d r u ck e r e i S t e l l u ng nahm. Das war eigentlich schon überflüssig, denn bereits am 11. Juni traf Nr. 3 der Paderborner theologischen Zeitschrift „Theologie und Glaube" bei mir ein, wo mein verehrter früherer Lehrer der alttestamentlichen Wissenschaft, Pros. 13. Norbert Pete r s, gelegentlich einer Besprechung der Strackschen „Geheimgesetze" mitteilt, „-daß 'inzwischen! «ruf das G'ui- I Degen die Juden gerichtete Gesetze der katholischen Kirchenbehörden im Mittelalter sind aus den darualiaen Zeitverhältnissen zu erklären und gelten heute als ..übrogiert" (durch Verjährung außer Uebuna und Kraft gekommen), soweit sie nicht etwa ausdrücklich mnfaehoben sind. -) Moralisch schlechte Handlungen sind dem Individuum, nicht der Religion anzurechnen. >

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