Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 12 (27.7.1922)
- Date
- 1922-07-27
- Page
- Seite 151 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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-In Kiese in Sinne fjatte >bev Kirchen-auSschuß m feiner ckarudgellung geirost noch einen Schritt loettev geliert können, als er cicanmmr ist. Er hätte den Uellernurt verblendeter Politischer Leidenschaftlichkeit rticht bloß zur Buße rufen urrb ch>n sein Schuldtonto Vorhalten sollen. Er hätte ihn auffordern füllen. falls er sich Zur Buße und limkehr mci)t oeguemen kann, die Kirche zu oorlafsen. Wir Halle'.' eine viel üetfagte K'-ircheumlstrittsbewegltug. Das eigentlich Beklagenswerte an ihr ist meine* -Erachtens, das; uns so viele verlassen, die ihrer Gesinnung nach zu uns* gehören, und das; umgekehrt so viele bei der christliche!; Kirche verbleiben, die ihr Stifter in seiner Gonreinschaft nimmermehr gelitten hätte. Nationalisten und Kriegstreiber gehören nicht hi die .Kirche, und Leute, die Freude an Gewalttätigkeit haben, sollten längst thron Austritt augemeldet haben. Es ist schade, daß die Ludendorfs und Ehrhavd ulw. nicht schon längst ihre eigene Gemeinde bilden. „yammbr" und „verrat am DeNtMumA Der bekannte Hölderlinforscher W i l h e t na M i ch -e l, dessen Schrift „Verrat a m Deut s ch t u so großes Aufsehen erregte, schreibt uns: „Der „Hammer" hat sich in seiner Nummer 480 mit meiner Schrift „V e r r a t a m Deuts ch t u ux" befaßt. * Unnötig zu sagen, daß ich nie hoffen konnte, geschworene Jndenhasser zu bekehren. Meine Schrift wandte sich au Deutsche, nicht an Antisemiten. Sie wandte sich an Bedrohte, nicht an heillos Erkrankte. Sie wandte sich an Menschen, die eine Ahnung vom Adel, von der geistigen Große und der ehrflir-chtgsbietenden Sendung des Deutschtums -haben, nicht an Menschen, die .Land und Volt entehren durch eine widerdeutsche, weil barbarische Gesinnung. Der „Hammer" verargt mir, daß ich den Antisemitismus in die Kloakenregion des Deutschtums verwiesen habe. Ich habe in meiner Schrift die Weitherzigkeit gehabt, die sozusagen „milderen" Judengegner ausdrücklich abzntrennen von der eigentlichen Pogromkanaille. Nur für diese, nur für völkische Grabschänder, Fälscher und Mordhetzer, nur für Sudler vom Schlage Dinkers hatte ich die geistige Verdammung und die Erkolunlunikation vom Deutschtum ausgesprochen. Fühlt sich der „Hammer" zu dieser Sippe gehörig? Er muß es wissen. Mir erlaube er einstweilen, das Wort von der Kloake noch viel zu mild zu finden angesichts der langen Reihe von Galgenvögeln, die eben am Pranger der deutschen OeNentlichkeit stehen, Banditen, die für Geld ihr Stilett verkaufen, und hinter deren Namen fast immer zu lesen steht: Nurglied des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes oder ähnlicher Gruppen. Ich will zur Ehre des „Hammer" armehmen, daß er nichts von dem Kannibalentum mumm mag, das sich in dem Lied von der totzuschlagenden Judensau kundgibt. Aber er wird zngeben müssen, daß das auch „Antisemitismus" ist, und daß es Kloakengeist schimpflichster Art ist. Soll das von Deutschen, für die ihr Volkstum das Edelste und Ritterlichste ist, nicht offen gebrandmarkt werden dürfen? Ehe antisemitische Zeitschriften sich bemüßigt fühlten, von „solchen Leuten wie Wilhelm Michel" in verächtlichem und drohendem Ton zu reden, mögen sie erst einmal sehr lange reden „von solchen Leuten wie Fischer, Techow, Günther, Kern, Schulz, Tillessen", und wie die Schmutzfinken alle heißen. Sie alle sind Antisemiten. Wo läuft die Trennungslinie? Vor dem Gerichtshof des g a n z e n d e u t s ch e n B o l k e s sitzt heute der völkische Haßdämon auf der Anklagebank, Meister Hans hinter ihm und seine Knechte, aufs Schwert gestützt, das glühende Eisen in der Faust, ihm das Schandmal ans die Stirn zu brennen. Davon rücke der „Hammer" samt Anhang erst einmal gründlich ab, ehe er verlangt, mit seinen Urteilen über sittliche, geistige und völkische Werte ernst genommen zu werden. Ich will es einstweilen mit den Tausenden redlicher deutscher Männer halten, denen das Deutschtum ein edles Werkzeug zur Verwirklichung der Menschheit ist, und für die der Konservative Adam Rveder das entschlossene Wort sprach: M c i n -artstän-d iger deutscher Mann kann Antisemit sein!" Wilhelm Michel/' Wer eine fremde Literatur gründlich studiereu will, der wird nicht die deutsche Ueversetznua, sondern das fremdsprachliche Original zur Gand nehmen müssen. Und wer den K a tu p f g c g e rt b e n; I u h e nl\ a ß sichren, will, tut gut, von Veit zu Zeit j u de n g e g n erische Aussätze und Schriftei' pr lesen. Wir geben daher hier einige Proben aus den letzten Tagen. Jede Erläuterung und Widerlegung würde den Eindruck der Wmfür-runaeu abschwächen. „Dse verzwsrfiungsLüL rrnes verZweifelten Volkes." Im „H a in m e t" des Herrn: Fritsch vom Id. Juli ist unter dieser lieberschrist zu lesen: „Jmmerhm wollen wir uns klar iueröen: Was hat Deutschland an Rathenau verloren: . . . Einige Aeußerungeu von ihm. haben dauernd die Geister beschäftigt. Au der Weihnachts-Ruunner der Wiener „Reuen freien Presse" von 1909 schrieb er das vielfach angeführte Wort: „Dreihundert Atäuner, die sich alle untereinander kennen und die Nachfolger aus ihren Kreisen ernennen, leiten heute du Geschicke der Wellst . . . Nathenaus Ansspruch besagt nichts Geringeres, als daß -. wohl schon seit geraumer Zeit -- eine geschlossene Gesellschaft vesteht — eine Rebeuregienmg oder OberregienmcT - , die über die Köpfe der Böller und Regierungen hinweg die wirtschaftlichen und poli11|~djou Ereignisse tentl. Wir wissen heute, wo sie zli suchen ist: m der über die ganze Welt Hill verbündeten jüdischetr Großsimmz mit ihren besoldeten Trabanten. Durch das Geständnis Rathenaus war etwas aus der Schule geplaudert, das vielleicht besser mumsgesvrochen gellüeven wäre. Natheumr aller konnte der Lockung, nicht vaiverstehen, den Völkern und Regierungen höhnend ins Gesicht zu singe-.' daß sie alle nxitev-, der Botmäßigkeit einer ihnen verborgenen Macht stünden. Er war seiner -^ache sicher, daß die Verhöhnten den Spott geduldig hinnehmen würden und teilte Möglichkeit besäßen-. sich gegen die jüdische Oberherrschaft aufzulehtten. Und sie Hallen sie schweigend hrrtgenontmen! Die indische Finanz und die jüdische Pressemacht hielt sie alle in ihrem Bann. Es gab keine Freiheit der Völmr mehw 'und die Regierungen und' Fürsten waren. nur n/od> eure Staffage. Der wirtliche Ntachthaber tv-ar Volt Juda .... Kurze Zeit nach Ausbruch des Krieges kam ein thüringischer Fabrikant ztt utts ureb erzählte mit einer gewissen Bestürzlntg. was er im Kriegsministerium in Berlin erlebt* hatte. Er war dorthin gegangen, um sich um Heeresueseruugeu zu bewerben. Zu seiner Verwunderung traf er in deu Alnttzstulleu nicht — wie er erwartet hatte -- hohe Offiziere und Militürbeamte. sondern Hebräer — und wieder Hebräer.'' Endlich drang er bis zur maßgebenden Stelle vor: in einem großen Saale - -_au einem Divlontaten-Schreibtisch — um gellen von anderen seines Stammes —- faß Herr Walther Rathenau nub disponierteer vergab die Heeresliefertmgen. Und es war nicht zu verwimderm daß dabei indische Firmen fast immer deu Vorzug erhielten. Unser Fabrikant hatte den Eindruck, daß hier der eigentliche Leiter des deutschen .Zkriegsutechanisluns süße ... Ratheuan hatte sich sosork nach Ausbruch des Krieges der Heeresleitung zur Verfüguua gestellt als Organisator zur Beschaffung alles Kriegsmaterials sowie zur Verteilung der Levensmittel im Lande. Mau nahm ihn mit Offerten Armen aus. denn der Krieg war der deutschen Heeresvecwallung so unerwartet über den Hals getummen, daß so gut wie nichts dafür vorbereitet war. Da er schiert Rathenau als rettender Enget, und man gab ihm alle Zügel in die Hände. Als Angehöriger der Dreihundert war er ja allerdings auf die form tuenden Dinge vorbereiteter als die ahnungslose deutsche Regierung und Heeresleitung. Und so mochte er wohl im [tUleu mit seinen Stammesgenossen alles Nötige organisiert hallen, was der ausbrechende Krieg brauchte. Wichtige Vorräte befanden sich vorwiegend in jüdischen Händen, und so waren —- wie bei fast allen Kriegen alter und neuer Zeit -- die Juden als Heereslieferunten nnentbehrltch. Mau hat Rathenau deshalb als „Retter des Vaterlandes" gestiert und ihn den „Generalstallschef hinter der Fronst' genannt. Mit Balltn zufamuten organisierte er die Kriegsgesellschasiett, die die ganze Kriegsz.eit hindurch — mtd darüber hinaus — das gesamte Wirtschaftsleben Deutschlands beherrschten. Sie haben sich wenig Dank erworben. Wiewohl sie g-emeimtützige Einrichtungen sein sollten, dienten sie doch vorwiegend der Bereichermtg einzelner — hauptsächlich jüdischer Personett. In den Aenüeru der Kriegsgesellschaften waren die' Juden bevorzugt — besonders junge Juden, die sich dadurch dem Heeresdienst entzogen. Die Betriebsweise vieler dieser Gesellschaften erregte allgemeinen Unwillen. Viele Lebensmittel -nutrben so lange auf den. Eisenbahnen spazierengefahren, bis sie verdorben waren. Der Z. E. G. ist in Hunderten von Fällen nachgeloiesen, daß sie die schlechtesten Waren tm Aus lande zu höchsten Preisen kaufte und vielfach die Einfuhr billiger und guter Nahrungsmittel verhinderte. Die Einkäufer im Auslande waren fast ausnahmslos Hebräer, die sich, durch Provisionen und Schiebungen unerhört bereicherten. Unstreitig haben die Kriegsgefellschafteu vieles zu unserer Aushungerung und wirtschaftlichen Zermurbung beigetragen. Die meiften von ihnen haben bis heute noch nicht öffentliche Rechnung abgelegt. — Der gewaltige Rathenau hat nichts getan, um diese Zustände zu unterbinden... Ja, es ist nicht einmal bekannt