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Central-Verein-Zeitung · 1922-07-20 · 11 (20.7.1922) · p. Seite 144

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
11 (20.7.1922)
Date
1922-07-20
Page
Seite 144 (sequence 8)
Language
German
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144 Dieser Brief iiutv'Oc zwar von den Wiener Tageszeilungen tytgeschwiegen, in Ilngarn jedoch veröffentlicht un<b erregte Aufsehen und Schrecken. Von Ungarn aus karn-en Hilferufe an den großen Gegner Rohlings, nnd Bloch versagte seine Unterstützung. nicht. Arn 1. Juli 1883 erschien dann -in der „Wiener Morgonpost" unter der Ueberschrift „Das Angebot des Meineides" jener denkwürdige Artikel, der den k. 1 ordentlichen öffentlichen Professor nötigte, den Weg der .Klage zu beschreiten und moralischen Selbstmord ZN verüben. Es' hieß darin: „Ich fühle mich deswegen durch mein Gewissen genötigt, neuerdings gegen den genannten Herrn wegen seiner angebotenen Zeugeneidlichen Aussage öffentlich die An!läge des ange - bote n e n M eineid e s z u e r h eben und bin bereit, b t e f e s ch w e r e A n klage vor jede m o nt m z u .b e - gründen." Der Verlauf des sensationellen jahrelang dauernden Prozesses dürfte größtenteils bekannt sein. Die Immunität Bl ochs, der ebenso wie sein Verteidiger, Dr. Joseph Ko pp, österr. Reichsratsabgeordneter war, wurde auf seinen Wunsch hin, vom Parlament ausgehoben, nachdem durch Dr. Robert Pattai, den Rechtsbeistand Rohlings, die Klageschrift eingereicht worden war. Nach jahrelangem, vorbereitendem Stndiutn des Prozesses zog vor der Hatiptverhandlung Rohling die Klage gegen Bloch zurück. Damit aber war er gerichtet. Die österreichische Unterrichtsverwaltltng forderte ihn ans, sein Arni als Universitatsprofessor mwerzüglich niederznlegen. — Einer der allergrößten und schändlichsten Verleumder und Hetzer gegen Judentum und Judenheit lvar zur Strecke gebracht und verschwand in der Versenkung: Der k. k. Professor an der alte st e n deutschen H n i versität lv a r d e tn m u t i g e n Bezirksr a b b i n e r v o n F l o r i d s d o r f erlege n. Ist und bleibt auch die Riederkämpsung Rohlings Dr. Blocks größtes, leider nicht immer in seiner vollen Bedeutung erkanntes Verdienst, so ist es doch nicht sein einziges. Immer wieder sehen wir ihn in vorderster Reihe im Kampf gegen Haß und Hetze, immer wieder setzt er — von Undank "und Kleinlichkeit mancher seiner GLanbensgeuossen nicht abgeschreckt — vollkommen feine ragende Persönlichkeit ein. Er schafft das Knmpforgml der österreichischen Inden, die „O e st e r r e i ch i s ch e Wochenschrift", er gründet die „U n i o n", das österreichische Gegenstück zum „Gent ral-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens". Der Einundsiebenzigijührige veröffentlicht in diesen Tagen — kurz nach seiner Rückkehr nach Europa aus Amerika, wo er sich bei Verwandten, aufhiett — seine L e b e n s e r i n n e r u n g e n, die an dieser Stelle demnächst ausführlich geloürdigt werden sollen. Möge das Werk dieses „Großen in Israel" weiteste Verbreitltng gewinnen und möge so eine Dankesschuld abgetragen lverden, die die Juden aller Länder dem mutigen Vorkämpfer für Recht und Wahrheit, dem „Be z i r k s r a b b i n e r von Floridsdorf" schulden. «n Eine Stimme ans ^öelskrersen. Von einem den Rechtsparteien an gehörenden, angesehenen christlichen Herrtr wird uns geschrieben: Sehr geehrte S ch r i f t le i t u n g! Mit wachsender Sorge muffte yzbzv vernünftige VaterlandssreunÜ Zusehen, lvie die fanatischen Judengegner ohne Kennt nässe und Erfahrungen, ohne Urteil und politischen Blick, ohne Gerechtigkeit und lvahren Deirtschsinn, -blindwLitend die Nation spalteten uub die Jugend vergifteten. Es schien-- nachgerade nmnöglich, sich für die nationale, Wiedergeburt einzusetzen, ohne mit der Judenhetze .anZufangen. Diese wird nämlich von vielen, die sich „nationa'lgesinnt" nennen, -als selbstverständlich betrachtet, gleichsam als integrierender Teil ihrer politischen Tätigkeit. Inzahlreichen J-ugendv-eveinigungen war es Sitte, daß die Jünglinge judenseindliche Lieder, oft rohen, geschmacklosen Inhaltes, fangen, — ohne zu wissen, warum eigentlich. Unbewußt wurden sie so zu Maulhelden gemacht. Kamen sie in das Alter der Studenten, so spielte seit einiger Zeit die Juden feindschaft, mit dem unsinnigen Worte „Antisemitismus" bezeichnet, eine ent scheidende Rolle. Bis heute ist in vielen studentischen Organisationen rwch ßsine Einigung über die Judenfrage erzielt worden. Turnervere-nte kämpfen darum, ob Juden ausgenommen lverden dürfen oder nicht. Die Vertreter der Lehre vonder Reinrassigkeit, die zumeist keine Ahnung von der Zilfannnenfetzung des deutschen Volkes ans Germanen, Kelten, Romanen, Slawen und Rätiern haben, stellen jüdische Frauen den farbigen gleich, während keiner von ihnen beispielsweise eine Ungarin (Magparin) -als farbig bezeichnen würde, obgleich sie als reine Mongolin viel weiter entfernt steht als die Jüdin mit ihren -arischen Blnt-- strömon. Der Engländer, der Vertreter eines stolzen, nationalbewußten Herrenvolkes., mit viel stärkerem gemanischen Einschläge, als ihn der Durchschnitt der Deutschen besitzt, verfemt jeden Volksgenoffen, der in den Kolonien eine farbige Frau ehelicht, läßt aber jede Vermahlung zwischen Engländern und Juden gelten. Ihm ist der Sube ein treuer, nationalgesinnter Volksgenosse, der in Krieg und Frieden auf seiner Seite steht; ebenso dem Franzosen, dem Italiener, dem Belgier und dem Amerikaner.. Von Rußland abgesehen, das bekanntlich -früher strenge Ausnahmegesetze -gegen die Inden hatte, ist es nur Deutschland -v o rb eh a ll t e n, sich seine intelligenten Juden künstlich zu Feinden zu machen. Frankreich, in seiner Rasfenzusammeufetzung wenigstens gleichstark vermischt wie Deutschland, lvar trotzdem der -erste nationale Einheitsstaat Europas und hat aus feinem geschlossenen Nationalgeflchl heraus jene überragende Stellung gewonnen, die es erreicht hat. Alleinige An zeigen-Annahme ftudoif Messe, Anzeigen-An nahm© für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 46-49 ✓ Breslau / Chemnitz ✓ Cöln a. Nh. / Dresden / Düsseldorf / Erfurt ✓ Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Lamburg / Lannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Warschau / Basel / ZüriH! M Oldesloe 1 H 50 Minuten von Hamburg, 20 Minuten von (jj ©v Lübeck, berühmtestes, altbekanntes Moor-, (ä Sol- und Schwefelbad in Norddeutschland, «- fj unter gänzlich neuer ärztlicher Verwaltung. D Ä Großes Kurhaus, Dependance, Restaurant, V Weinkeller, Likörstube, erstklasstge Küche, (§ Musikkapelle. Herrliche alte, ^40000 qm (§ || große Parkanlage, Tennis- und Spielplätze. j| Garmisch - parienkirchen die Berle DSerbayerns. Landhaus Wolff, Sellwegerweg 288s er?ikla?slge streng rituelle Famrlienvension. Valkomimmer mit wunderbarem Menpanorama. Ganzjährig geöffnet! Mäßige Preise. Erste Referenzen! Telephon 360. 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