Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 10 (13.7.1922)
- Date
- 1922-07-13
- Page
- Seite 133 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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183 drückte Almemor allem berufen wä,re. Nur ganz wenige Synagogen der neuesten Zeit haben in ihrer Anlage bzw. inneren Ausstattung MM've jüdischer Kunst verwertet: - SzogMn, Frankfurt a. M. (Friedb. Anl.) und allen voran Esten-), öas uns ein Gotteshaus beschert hat, das ■ einen Markstein in der Geschichte jüdischer Sakralkunst bildet. Es drängt sich nun unwillkürlich di-e Frage auf: Was werden uns die geplanten Neubauten bringen? Es ist anzunchmen, daß sie unter zwei Gesichtspunkten erstellt werden müssen: viel Raum schassen und die Baukosten nicht ins Angemessene wachsen lasten, zwei, in der Gegenwart doppelt schwer zu vereinbarende, diametrale Forderungen. Es ist also wahrscheinlich, daß durch"diese kategorischen, aus der Not der Zeit geborenen und dem Architekten auserlegten vielfachen Beschränkung ein neuer Typ entstehen wird, Lessen Nachwirkung auf den Synagogenbau der Zukunft heute noch nicht ab Zusehen ist. Das vorzügliche Motto der Wiener Sezession, das im Giebel des dortigen Künstlerhauses Pr-ankt: „Der Zeit ihre Kunst" wird auch bei Liesen neuen Gotteshäusern zum Wahlspruch werden. „Gotteshäuser"? Werden sich diese vermutlich saalartigen, aus einem Eisenbetongerippe hergestellten Bauten rein äußerlich als solche repräsentieren können? Werden sie nicht vielmehr unter Betonung, des rein Zwecktichen zu nüchtern erscheinen., und diese höchste, ehrenvollste Bezeichnung führen dürfen? Man darf wohl mit Sicherheit annehmen, Laß Liefe großen Saakbauten — denn als solche werden sie woh.l mangels aller Kuppeln und sonstigen kostspieligen' Zierrats erscheinen — das Befremden von NichtjuLen und — jüdischen Kreisen erregen werden. Besonders jener, die -nach gänzlich falschem! Sprachgebrauch in der Synagoge einen „Tempel" sehen oder, noch immer im Bannkreis emanzip a t io ns zeitliche r Anschauung stehend, sehen wollen. Darum mag es vielleicht wünschenswert erscheinen, weitere Kreise des Judentums-, und besonders solche, die dessen Tradition nicht mehr kennen, hierüber auszuklären. Tie Synagoge ist zwar ein dem Gebete und 2) „Tie Synagoge in Esten." Monographie. Verlag Wasmuth. Berlin. (Prof. Körner, .Essen). darum Gott geweihter Raum. Aber sie entbehrt jener Heiligkeit, die z. B. der katholischen Kirche a>ls Gehäuse einer' Reliquie und der , Hostie iunewohnt. Sie ist vielmehr ein Ort des Zusammenseins der zu Gott betenden Gemeinde, deren Predigier nicht geweihter Priester ist, sonach ein Raum, der keine Schranke zwischen Geistlichkeit und Laientum kennt. Es ist somit berechtigt, hier anstelle der anspruchsvollen Bezeichnung „Gotteshaus" die viel zutreffendere „Bethau s" zu wählen, wie dies, in alter Zeit und unter nicht unähnlichen Verhältnissen entstanden, beim Protestantismus, der Fall ist. Dieses Gepräge mögen auch unsere neuen Vethäuser erhalten; dann werden sie die Sprache der Nachkriegszeit reden. Sie werden. - dann steinerne Zeugen unseres verarmten. Vaterlandes in gleicher Weise sein wie die große Breslauer Synagoge als Ausdruck des kunstvollen Volkslebens nach 1870 und die in der Berliner Fasanenstraße jenes auf höchster Kulturhöhe befindlichen deutschen Volkstums angesehen werden können. Vereinsnachrichten. Zentral-Berbarrd jüdischer Handwerker Deutschlands, Sitz Berlin. Geschäftsstelle: W. Marcus, Vorsitzender, Berlin-Neukölln, Bürknerstraße 4. Tel. Moritzplatz 16564. In Nr. 8 dieser Zeitung haben wir bekanntgegeben, daß sämtliche Veröffentlichungen des Zentral-Verbandcs jüdischer Handwerker Deutschlands und die Mitteilungen der ihm angeschlossenen Vereine an dieser Stelle erscheinen werden. Versammlungsanzelgen und Vcrhandlungsberichte find unserer Pressestelle, Herrn M-ax. Silberberg, Berlin 0 2, An der Spandauer Brücke 6, zuzusenden. Uns sind eine Anzahl Lehrlinge gemeldet, die gern das Handwerk erlernen wollen. Wir bitten diejenigen Handwerksmeister, die offene Lehrstellen haben, es unserer oben aufgeführten Geschäftsstelle mitzuteilen. Nähere Angabe, ob mit Kost und Logis, erwünscht. Berlin. Am 29. Juni hielt der „Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens e. V." feine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Nach Erledigung interner Vereinsangelegenheiten gab Herr Louis Wolfs einen ausführlichen Bericht über den Verlauf des 5. Verbandstages in Frankfurt ct. M. Mit Genugtuung und Freude konnte festgestellt werden, welchen Aufschwung das Handwerk im Judentum genommen hat. Man kann bereits in allen Berufszweigen Juden als Handwerker arbeiten sehen. Mit einem kurzen Hinweis auf die letzten politischen Ereignisse schloß Herr Wolfs seinen Bericht. Herr W. Marcus schloß sich im wesentlichen Die glückliche Geburt eines Sohnes zeigen: [ hocherfreut an Cairl und Ilse Weissenberg Breslau, den 21. Juni 1922 [Viktoriastrasse 116. j Ms». ..... - .-. -111111111111 um. f .Olga Haymann Herbert Fürst Verlobte Saarburg Saarbrücken Bezirk Trier Kohlwagstrasse. Statt Karten. Martha. Wolf Jacques H. Klrchberger Dipl. Kaafm. Verlobte Frankfurt a. Main Frankfurt a. Main Liebigsirasse 48. Stallburgstrasse 38. r“-- : ' Unser gesunder Junge ist angekommen! In dankbarer Freude Arthur u. Charlotte Becker geb. Frank. Chemnitz, den 1. Juli 1922 Neefestrasse 15. ' Schülerin findet gute Pension. Familienanjchlnn b. Frau M. Goetz, Wilmersdorf, Prinzregentenslraße 76, ptr. Uhland 1805. Von der tKeijc zurück Dr. Erich Lewh Spezialarzt für Haut-, Harnitnb Sexuallciden (Bluttlntersuchungen) 58erItu w 50 AugsbrrrgerStratze38. Todesanzeige. Schmerzerföllt teile ich allen Freunden und Bekannten mit, dass meine liebe Flau Neliy Lehmann geb. Mann am Montag, den 3. d. M., einer tückischen Krankheit zum Opfer gefallen ist. Regensburg, den 4. Juli 1922. Rechtsanwalt Dr. Justin Lehmann. Heute verschied nach langen, schweren, mit grosser Geduld ertragenen Leiden der Kaufmann in Gross-St rehlitz im ehrenvollen Alter von 85 Jahren. Der Verstorbene hat der Repräsentanten Versammlung unserer Synagogengemeinde seit dem 25. August 1875 angehört. Er hat in diesen fast 47 Jahren mit unermüdlichem Fleisse und grossem Eifer sich dem Dienste der Gemeinde gewidmet und bis in die letzten Jahre seines Lebens keine Gelegenheit versäumt, sich der Gemeinde nützlich zu erweisen. Sein gesunder, gerader Sinn und sein reifes Urteil fanden stets das Richtige, wenn wichtige Interessen in Frage standen. Das Andenken dieses ehrenwerten und aufrechten Mannes wird stets in unserer Mitte leben. Gross-Streblitz, den 27. Juni 1922. Der Vorstand Die Repräsentantenversammltmg der Jüdischen Religionsgememde in Gross-Strehlitz, Welche Edeldenkenden würden gebildetem jüdischen Lehrling für einige Wochen Mittagstisch geben? Zuschrift erbitte unter Ro.o. 1076 an Rudolf Moste. VerliN, Potsdamer Straße 33 atpQtn uns Men gesuche finden durch die „L V.-Zeilung" weite und zweckentsprechende Bekanntgabe. Zellmwais aorHIZmif50°/0 Nachlaß.