Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 10 (13.7.1922)
- Date
- 1922-07-13
- Page
- Seite 125 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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125 Hierauf erwidert Dr. Ludwig Holl ä n der das Folgende: „Herr Generalmajor v. Wrisberg verkennt vollkommen, daß es sich in meinem offenen Briefe nicht etwa um Stücke aus seinem Buche handelt, sondern um einen V o rt r a g, den er am 23. Mai 1922 int D e u t j ch v ölki s ch e n S ch u tz - u n d T r u tz b u n d gehalten hat. Er hat sogar noch mehr gesagt, als ich in'meinem offenen Briefe erwähnte. Er äußerte unter anderem, es fei empörend, d aß die a lt s w ü r t i g e P o l i t i k der D e u t f ch en v o n e i n e nt Jude n b enge l geleitet w Li r de, w o - na i t er d e n ermordete n R a t h e n au m einte. Daß alles das, was ich in meinem offenen Brief gesagt habe, ebenso die Bemerkung über Rathenau, von Herrn v. Wrisberg w i r k l i ch g e ü u sz e r t worden ist, kann jederzeit durch einen bis zum Kriegsende aktiven höheren Offizier, welcher den Vortrag mit angehört und sich Notizen gemacht hat, eidlich erhärtet werden." Arbeiter bei öen Deutfthvö'lkischen. lt ch tige Tatsache n a u § den G c r a e r P n p i c r e n. Wir haben in Wort und Schrift immer wieder daraus hingewiesen, daß die detckschvöttische Bewegung ihre H a u p t a r beit denn Ziele ividmet, d i e Al a s s e u d e r A r b e i t e r z n s i ch h i n - ii b e r z u z ieheu. Kettle rönnen wir diese unsere sorgfältigen Beobachtungen dttrch eine neue Tatsache in das rechte Licht rucken. Das behördliche Vorgehen gegen den deutschvölkischen Schuß- und Trichbnnd in G e r a hat zu der B e s ch l a g u a h nt e des g e s n tut iMt A 11 c n m a t e r i u 1 s d e r Al o r i re u z l c r geführt, hinter anderen Briefen fand sich ein Schreiben des Vorsitzenden des Schutz- und Trutzbundes in Gera, des schon in dieser Nummer g-enaunten Oberpostsekretärs Fa ß h a n e r, in dein es wörtlich heißt: „lieber die Gründung der Abteilung „Aufklärung der Arbeiterschaft bin ich herzlich erfreut, z u m a l e i it M a u tt v o m I a ch äo i e A \\ cj e l e g e u 1) eit in d e r H a n d h a t." Zn einem A u t tu o r t s ch r eibe n des zweiten Vorsitzenden aus diesen Brief wird folgendes enthüllt: „Vor dem 1. Mar haben wir an unsere Arbeiter viereinhalb tausend Flugblätter austragen lassen, von denen ^-:e einliegend je eins erhalten. Die Sttuummg in Den Arbeikerkreiseu st'htägt merfbar mif unsere Seite. W i r haben ü br i g e u s in letzter Z eit ei u i g e K o m m u n i ft c u a n f g e n o m m e n , v o n denen einer die Ableitung „A u s k t ä r n n g der Arte i t e r s ch a f k" ü b e r u e h m e n w i r d." Sehr bedemmm ist, roas das Geraer Arbeiterblatt (N.S.P.-Organh w riefen Enihüilttnoon. veiuerlt. Die Abieiltmg der Mordkreuzter '„Aufklärung der Arbeiterschaft" sei nicht etwa eine Phrase, H o nb!* nt eine Tats a ch e. Es sei durchaus richtig, da;; die Hakencs in letzter Zeit verstanden haben, Arbeiter an sich zu ziehen. E i n B l r cr in die M i t g t i e d e r l i st e gen üg e. Das Blatt nennt diese Sorte Arbeiter Verräter und Verbrecher an der Arbeiterschaft und Republik, die a l! g e m e i n e A e ch t u n g verdienten. In einem zweiten dentschvöltischen Briese heißt es: 'ä,n, rt&cv f-cher 6-ht die Auf«ii,»»a»arbelt vor sich, und wir lraSrn yeutr scho« eine sa»; tz«v,che Anrahl'von Arbeiter-:; als Mitglieder, dre wrr m nächster Zeit jammern, nm mit ihnen die Wege pi ZresvL-echen. wie wir in ihren Kreisen werterkommerr. Wir schasfencks> Sendern unsere Fabrikanten scheu, d'rrst wir aröcitrn, bekommen wir eher Wir kommen ans das Kapitel „Arbeiter in der detüschvötti schon Bewegung" in der nächsten Nummer unseres Blattes aussuhr- W-i. zurück. Heute wollen wir nur seststelleich dag d>e;e „En.- w-gumwu" u u s '.tickst überrascht heben. Wir _ w t ] 1 e n len in'ten, daß K u ü p p e l - st u n z e, llt o l h und K i t be r in ca.ein ^nnTrH^) um Ardeiterniirglieder ringen, weil ihre Gmogeoer nur dadurch bei guter Amme gehalten werden tonnen, das; man aut diesem Gebiete „Er-vlge" au-wo:st. Ois Zuäsn bilden einen wichtigen Zweig unserer legitimsten Vorfahren. Ausser einer kindlichen Dankbarkeit sind wir ihnen auch eine Ehrenrettung schuldig. Nachdem wir sie grausam verfolgt haben, versagen wir ihnen nun die ehrenvolle Anerkennung, die ihnen dafür gebührt, dass sie die moralische, religiöse und soziale Revolution im Menschengeschlechte ins Werk gesetzt, haben. F. Huet: La revolution rcligieuse an dixneuvieme siecle. Paris> 1868. m% unsere Freunde! Die P o r i v k v st e n sind ab l. Juli 1022 neuerdings beträchtlich gestiegen. Papier nnd Arbeitskräfte vorschil-mgeu lhgummeu. Wir können deshalb auf minder wichtige Dinge schriftlich mcht mehr eingehen. Danksagungen für Spenden unterbleiben; der^Briefvertehr wird auf das uotweudigste beschränkt. Alles Wichtige, für die Bewegung Bedeutsame, wird uveiter nachdrücklichst behandelt. Anfragen, die im Privatinteresfe au uns gerichtet werden, büken unr Astickpartv lleizufr'igeu. Proteftversammlnng des DeuLfchnationalen .HandlurrgsgehrlfenverbarrdLs. Die Ortsgruppe Bkünchen hielt jüngst eine große Protestversaminlung gegen den A r t i t e l in N r.' 4 der ,ch. V.- Zeitung" ab, in dem jüdische Arbeitgeber auf die bsefahr hinget riesen werden, durch Etnstellnng von ju den gegnerischen Handlungsgehilfen sich Nattern an der eigenen Brust zu nähren, lieber diese Verfammtung -erhalten ivir aus Bcüncheu foinenden Bericht Redner der überaus stark besuchten Bersammluug war'Gauleiter Schl oder. In feinen Ausführungen brachte er zunächst all-- gemein bekannte Borwürfe. Er schilderte die Aerjndung der Presst, die Berjudung des Natiouatoermögens, die Berjudung'des Gruildbesitzes usto. In Jetuem eigentlichen Thema bemerkte er, daß seit zwanzig Jahren d-e Juden zum ersten Mal wieder offensiv würden, dre a l s G n st e (0 Dentfchlands dazu doch k e i n e r l e t R e ch t e besäßen. Be du. er glaubt zwar nicht, daß von der Aufforderung in öer „b. B.-Jeitu-ng" merklich Gebrauch gemacht würde. Einmal wüßten die jüdischen Arbeitgeber die Bernfstüchti.gkort ihrer deutschnattonalen Angestellten zu schätzen, ^md dann stände den Angestellten die Koalitionsfreiheit zur Seite. Sollte aber auch die Behörde mit ihrem Schutz nicht ausreicchu, dann bliebe als letztes die Selbsthilfe! (Tosender Bet fall.) Aach einer Aussprache wurde eilte Resolution im Stuue des Bortrages angenommen. Bemerkt sei noch, daß m der Versammlung nattonalsozialistische Flugblätter übelster Art verteilt wurdet!. Günther Lehmann vsr Gericht. Der Eentral-Berein hatte wegen enues m Nr. 142 des „-^paudaner Tageblatts" erschienenen Artikels „I n d e n t n m u u d Al ä drhe n h a n d e V bei der Staatsanwaltfcha'st Auzei-ge erstattet. Es erfolgte Anklage gegen den verautworMchen Schri.ftle'ster G ü.n k h e r L eh m a n n wegen Gvtteslästernng und Aergeheus gegen die Religion. In der Berhandluug am 20. Juni waren als Zeugen das Mitglied des L-auptoorstaudes des Eeiltral-Bereins D r. Paul Nathan und als Sachverständige Geheünral Strack und die hi der anti'semitischen B-elloegung bekannten Hauptpastor A n d e x se n-Jlensbnrg uo.d Hans von Bc o sch geladen. Der Augektagte, ein junger Student, gab au-, daß er atst Grand der ^chrtsteu von Rohling, Jrstsch usw. zu. der!!e-derzeugung gekommeu fei, daß der „hervorragende Eitt-fluß" der jüdischen Rasse ein llnglück für das deutsche Vaterland sei. Auf Befragen des Borsttzeudeu erklärte er, daß er das Jevräifche iricht beherrsche, sich aber dennoch eingehend mit der Atateröe beschäftigt habe. Im übrigen loeist er darauf hin, daß der fragliche Artikel bereits im Jahre 1020 im „Bältischen Beobachter" erschienen sei. Die damalige Strafanzeige sei ni-edergeschlnaen worden. Geheimrat Strack steht auf dein Stand Punkt, daß zur Beschäftigung m-i-r dem Talmud auf wissen^ schaftlicher Grnudlage nubedmgt die Denutnis des Hebräischen erforderlich fei. Der Dalmud sei keiuesireas als jüdisches Gesetzbuch, sondern als Rechtsquelle auzufehen und könne nur im Zitfainuienhaug mit allen Roimneutaren von ernst wissenschaftlich arbeikeuden Gelehrteti verstanden umrden. Die Behauptung, der heute von den Juden verehrte Gott sei nicht der Gott des alten Israel, könne er nur nls eine „freche Berlenmdung" ertläreu. Jesus k\ Jude gewesen und habe seine Anhänger das Alte Testcnneut schätzen und -lieben gelehrt. Der sachverständige Jans von Bl o s ch betont, daß er sich seit dreißig Jahren mit der Judenckrage beschäftige, wenn er sich aber zur Sache äußern solle, so müsse re ein Plaidvyer von zwei Stunden halten, lieber seine Boroildnng gibt eran, daß er das Gymnasium nur bis zur Tertia besucht, dann zur See gegangen und fetzt Schriftsteller sei. Hanvtpastor Andersen stellt sich in Gegensatz zu den Strackschen Aussührungen. Er behauptet, daß Jeius nicht Jude, sondern Galiläer nnd nur jüdischer Religion gewesen fei. Was die Rechtsverbindlichkeiten im Talmud autangt, beruf: er sich auf Eohen, der im Jak;re 4888 gesagt habe, für -den gläiwigen Juden sei alles im Talnmd bindend. Dem Antrag -des Staa>tsa.!üonlts, der zwei Monate Gefängnis mit Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten, eventuell Umwandlung in Geldstrafe, für angemessen hielt, wurde nicht entsprochen. Einein Eventualontrag des Verteidigers entsprechend wurde die Verhandlnng vertagt, um weitere Ermittlungen anzustellen. Da erhebliche Differenzen -in den An schau im gen der Sachverständigen bestehen, wird von Gerichts ivegen ein weiterer sachverständiger befragt iverden. T-err Deutschvölk-i-sch-rtt ins Stammbuch! Das S o b e ruhet me r „Intelligenz-Blatt" vom 27. Juni bringt folgende halbseitige Anzeige unseres Ortsgruppenvorsitzenden Mar um, deren ausgezeichneter Inhalt uns ans dem Herzen