Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 8 (22.6.1922)
- Date
- 1922-06-22
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
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102 Ritten ALitgliedsgem ei nd eu den unmittelbaren Beitritt zur Neichsorganisation untersagt und ist anderseits korporativ der Gesamtorganisation noch nicht beigetret-en.Im wesentlichen ebenso liegen die Dinge in Württemberg und in Baden. Wenn diese Landesorganisationen sich anschließen sollen — und nur wenn sie es tun, kann naturgemäß überhaupt von einer Gesamtorganisarwu die Ae de sein, so ist die Schaffung eines preußischeil Landesverbandes und sein vorbildlicher Beitritt zu einer deutschen Gesamwrganisation das wirksamste, wenn nicht überhaupt das einzige Mittel, das ersehnte Ziel herbeizu führen. Alle diese Umstände machen die unverzügliche Schaffung eines Landesverbandes der preußischen Synagogengemeinden zlir gebieterischen Pflicht der Stunde. Am 25. P. M. treten die Vertreter dieser Gern e i n d e ll i n B e r! i n z u f n m m c u, n m ii b er d i e S ch a s - s u n g d e r O r g a n i s a t i o n zu b e r a r e n. Noch nie^ vielleicht war die Stunde so günstig. Rechtliche und tatsächliche Schwierigkeiten sind von außen her kaum zu besorgen. Die Staatsbehörden stehen dem Werk mit ausgesprochener Sympathie gegenüber. Alles hängt seht von uns selbst ab. Wenn das preußische' Judentum nicht versagt, wenn es die Bedeutung des Augenblicks begreift und über alle Kleinlichkeiten unv BedenNichtenen hinweg die Kraft zu sruchrbarem Handeln findet, so wird der 25. Juni l922 einen Markstein in seiner Geschichte und in der Geschichte des deutschen Judentums bilden. Eine parteioffizielle /leußerungL R e ch t s p a r t e i e n u n t e r s i ch. In den ,,S ch l e s w i g - H o l st e i n i s ch e n S t i m rn e n", die vom L a n b c s verb a n b e S ch l e s w i g-Holstein de r Deut s ch e n Bol k sparte t unter Verantwortlichkeit des Generalsekretärs W c u f e u tu Kiel heransgegeben werden, setzt sich in der letzten Numuter (Nr. 10 vom 20. Mai 1922) Went'en mit der Deutschnationalen Volkspartei auseinander. Er erwidert einem deutschnationatcu Briefschreiber das Folgende „Nun aber zur Sache! Sie nennen als ersten Angriff den, daß w i r c i n c v c r j n d -etc, eine, wie Sie so niedlich berichten können, choynservative Partei"' seien. Nichts leichter für uns als den Lpieß umzndrehen! Auf dem letzten Gaupartcitag der Deutschnatianalen in Itzehoe klagte Herr v. Gräfe über die Beriudung des deutschen Adels. Zn welcher Partei rechnet sich denn 'wohl 'der größte Teil des deutschen Adels? Nach dem eigenen Zeugnis von „Nord-West" (21. Juli 1020) pflegt die Deutschnationale Bolkspartei „die tragfähigen Gedanken, wie sie in konservativer Welt- und Staatsansfassung enthalten waren und entwickelt sie weiter." Und wer ist der geistige Vater der konservativen Welt- und Staatsausfassung? Der jüdische Umversitätsprosessor Geheimrat Tr. Stahl (Berlin). Soll man wirklich daran erinnern, daß noch in der verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung eine Abgeordnete halbjüdischer Abstammung, Fräulein v. Gierte, in^der Deutschnationalen Fraktion saß, daß der Parteivorsitzende, ^taatsminister a. D. v. Hergt, im Jahre 1919 einen Geldwerbebrief an das jüdische Mitglied des Dentschnationalen Zentralvorstandes, Kommerzienrat Marx, richtete, ^oll ich aus demokratischen Zeitungen und Flugblättern etwa eine Liste abschreiben, die zum Teil führende Mitglieder der Deutschnationateu Partei anfzühlt, in deren Adern jüdisches Blut fließt? N ein, es h e i ß t meines Erachtens die vollberechtigte A b w e h r b e r e ch t i g u n g d e s D e u t s. ch t u m s gegen den über m ä ß i g e n Eins l u ß des I u d e n t u m s n n d beson d e r s gegen die leide r überwiegenden politisch schäd l i ch e n E l e m e n t e auf ein g a n z falsches Gleis schieben, wenn auch noch die beiden Parteien, die bisher allein auch in dieser Frage die völkischen Interessen wahrgenommen haben — alle bisherigen A nt r ä g e z u m b ch rr tz des d e u t s ch e n V o l k s t u m s sind entweder ge in eins a m oder gegenseitig gestellt oder gegenseitig ii nt e r st ü tz t — sich über die größeren oder geringeren Mengen jüdischen °Blutcs in ihren Anhängern zanken. Auf den deutschen Geist der Partei kommt es an, und wer uns den abspricht, dem fehlen die politischen Kenntnisse oder der gute Wille zur Gerechtigkeit." (Tie Sperrungen nahm die Schristleiinng vor.) .Es wäre wertvoll zu erfahren, ob die R eich § lei tun g der Deutschen Bolkspartei den deutschvölkischerr Standpunkt ihres schteswig-hostcinischen Generalsekretärs billigt. Deutfthvölkisch unö Keutschnationsl. Der Brief eines „Völkischen". In der „G. V.-Zeitung" Nr. t, S. 5, bringen Sie unter „Parteipolitisches" eine Mitteilung über Verschmelzungsbestrebnngen zwischen Deutsch-völkischen, Orgesch und Teutschnationalen. Es kann keineswegs den Tatisachen entsprechen, daß die Ihnen zugegangenen Nachrichten richtig sind. Tentschvölkifche befinden sich nicht nur in der Deutschnationalen Volkspartei, diese ist eine parteipolitische Vereinigung, wie es auch die National-sozialistische deutsche Arbeitspartei ist. Tie D. N. V. P. ist nicht völkisch, obwohl gerade von den Völkischen verhältnismäßig viele zu ihr gehören. Dem Führer Hergt ist es vornehmlich zuzuschreiben, daß — im Gegensatz zu vielen Ortsgruppen — von der Parieileitung die Aussprache über die völkische Frage möglichst verhindert wird. (Ziehe auch den letzten Parteitag! der D. N. V. P. in München.) Deutschvölkische, nicht parteipolitisch arbeitende Bünde gibt es verschiedene, die nie eine Verschmelzung mit einer politischen Organisation zuließen. Die Orgesch besteht nicht mehr, es sind unter dieser Bezeichnung wohl die verschiedenen Heimatbünde, der Jnngdentschlandbund usw., gemeint, die sich nie aus ein parteipolitisches Programm einstellen lassen. Bon seiten der D. N. V. P. würden sich gegen eine solche Verschmelzung keine Widerstände zeigen, und so mag Ihnen hiermit ein Fingerzeig gegeben sein, wo der Vater des Gedankens steckt. Zwar keine Verschmelzung, wohl aber eine Unterstützungsgemeinschast der von Ihnen genannten Vereinigungen könnte geschaffen werden, wenn nach dem Verschwinden des Herrn Hergt die T. N. B. P. eine völkische Partei wie die Deutschsoziale Partei würde. Daran ist aber nach menschlichem! Ermessen vorläufig nicht zu denken. Die kommende Zeit wird meine Ausführungen unbedingt bestätigen. Triftige Gegengründe können nicht dagegen vorgebracht: werden. Als Völkischer habe ich Ihnen diele Mitteilung gemacht in der Erwartung, das; Sie Ihren Lesern eine entsprechende Berichtigung bringen werden. Sie können auch obige Zeilen wie die Ihres Gegners Naumann veröffentlichen. Zur Beantwortung weiterer sich ans die Berschmelzungsfrage erstreckenden Fragen bin ich jederzeit bereit. Friedrich I m h o l z. & Friedrich I nt h o I z ist einer der bekanntesten Deutschvölkifchen Mitteldeutschlands. Wir haben ihm das Wort gegeben, um auch einmal die Ansichten der Gegenseite kennenzulernen. In der Sache selbst können wir ihm keineswegs beipflichten. Ein Ausschuß der Deut'schnationalen Bolkspartei hat vor wenigen Monaten — was parteioffiziell^veröffentlicht wurde — ausdrücklich festgestettt, daß die Deutsch-nationale B o l k s p a r t e i aus beut s ch - WZmtd /H*Ü lifcjßeCO" AjjnjtVHt}'i I Nolumches Mlncrata Zu Haustrinkkuren | bei Gicht, Rheumatismus, Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiss, Zucker, Sodbrennen usw. Bei Diphtherie zur Abwendung von Folgeerscheinungen Man befrage den Hausarzt! Brunnenschriften durch das Fachinger Zentralbureau, Berlin \V66, Wilhelmstr.55 p Nflhimdie» MiiicralWasBJ - I Mineralwasser z? I