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Central-Verein-Zeitung · 1922-06-15 · 7 (15.6.1922) · p. Seite 93

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
7 (15.6.1922)
Date
1922-06-15
Page
Seite 93 (sequence 9)
Language
German
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93 leicht wird gerade bei ihr die Jugendzeit nicht ihre allerglücklichste Lcbensepoche sein. „Ich glaub', ich war wohl nie ein Kind, Ein Kind, wie andre Kinder sind. Das keine Sorgen kannte.; { Ich freut* mich nie am Sonnenschein, ' Ich freut’ mich nie am blumigen Rain,! Ich spielte nie im Sande. Denn wenn ich auf den Spielplatz ging, Geschrei und Lärmen mich empfing: — Geh* weg, du schmutziger Jude! —" sang der leider durch den Krieg so früh von uns gerissene Hogo Zuckermann in einem seiner ergreifendsten Gedichte. So bedauerlich an sich diese nun einmal unabänderlichen Tatsachen sind, so haben sie doch auch trotz allem, einen hoch zu veranschlagenden erzieherischen und ethischen Wert. Die Jugend, die den Antisemitismus erleidet und ihm, weil sie wahrhaft jugendlich ist, wacker entgegentritt, ist eine charakterfeste, in sich geschlossene, kampfesbewußte Jugend. Diese Jugend fühlt den Ernst des Lebens nicht umsonst so früh. Sie wird dadurch früher reis, sie wird edler und größer. Und sie wird manche Persönlichkeit aus ihrer Mitte hervorbringen, die, ihrer engeren Gemeinschaft zur Ehre, durch ihre Arbeit und Leistungen in hervorragender Weise ihrem deiltschen Volke und Vaterlande dient und Nutzen stiftet. Das wäre dann allerdings mit ein Zwar hervorragendes, aber unbeabsichtigtes Verdienst der antisemitischen Bewegung. Art die Jugend im Reichel Wo seid ihr! Warum lasst ihr nichts von euch hören? Wir Berliner sind erstaunt darüber, daß bisher nur wir in der „E.-V.-Zeitung" zn Worte gekommen sind, und können uns gar nicht denken, daß ihr die gute Gelegenheit, iu Gedankenaustausch mit uns und den anderen jungen Menschen im Reiche zu treten, die euch die Jugendecke der „C. V.-Zeitung" bietet, unausgenutzt vorübergchen lassen wollt. Kann doch hier jeder junge deutsche Jude, ganz gleich welchem Bunde er augehört, zu Worte kommen. Der Wille zum deutschjüdischcn Menscheil, der uns alle beseelt und eint, soll hier zum Ausdruck kommen, ganz gleich, durch welche Bindungen und ans welchem Wege ihr dieses Ziel zn erreichen sucht, ihr diesen Willen in die Tat umsetzt. Wir wollen den nur losen Zusammenhang, der zwischen uns jungen Deutschjuden bisher leider bestand, endlich fester und innerlicher werden lassen, und dazu ist es vor allein notwendig, daß wir voneinander wissen und hören. Darum gebt uns Kunde von euren: Sem und Tun, schreibt an uns und für uns in der Ingendecke der „C. V.-Zeitung"! K. Dieser Anregung einer Jugendlichen folgend, bitten wir Jugendliche und Jugendorganisationen im Reiche, uns kurze Artikel für die Jugendecke einzusenden. Die Schriftleitung. Pommernfahrt der deutsch-jüdischen Jugendgemeinschaft. Die deutschjüdifche Iugeudgemeiuschuft Berlin bittet um Ausnahme folgender Notiz: Wi.r gehen im Juli aus eine große Pommernfahrt. Für Jungen- und Mädchen Führung ist gesorgt. Meldungen nimmt Willi Caspari, Berlin NO. 55, Winsstraße 18, entgegen. Zu Haustrinkkuren bei Gicht, Rheumatismus, Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiss, Zucker, Sodbrennen usw. Bei Diphtherie zur Abwendung von Folgeerscheinungen Man befrage den Hausarzfl Brunnenschriften durch das Fachinger Zen tralbu re au, Berlin \Y66,AVillielmstr. ,T> I Kahbl Synagoge an der Potsdamer Brücke. Plätze-Bermietung. Wochentags morgens und abends täglich Gottesdienst. Gottesdienst. Renntag, den 18. Juni, vormittags 10 Uhr. Predigt l)r. Jclskl. Apotheker Willy Rosenberg Gertrud Rosenberg geb. de Vries Vermählt©. Insterburg. Die glückliche Geburt eines kräftigenKnabenzeigenhocherfreut an Privatfozeit Dr. med. Felix Hoseßtlial und Frau Else geb. Jarislowsky. Breslau, den 31. Mai 1922, Kaiserstrasse 63. Statt Karten! Betty Rubenstein Siegbert Zwang Verlobte! Charlottenbarg zurzeit Mannheim bei Lewinski Richard- Wagner-Strasse 22. Mannheim F.4, Nr. 1—2. 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