Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 1 (4.5.1922)
- Date
- 1922-05-04
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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diese Kleinbauern den spärlichen Ertrag ihrer Kartoffelfelder zu erhöhen.- Wie staunen diese Leute, deren Hände schwielig, abgearbeitet sind, daß die Kulturvölker des Westens vielfach dem Juden den Willen und die Fähigkeit zu schwerer körperlicher, ja produktiver Arbeit überhaupt absPrechen! Eine hebräische Volksschule wurde vor Jahren in Munkacs errichtet. Aus Mangel an Räumlichkeiten mußten bei Beginn des Schuljahres 192G/22 von 300 Kindern 200 zurückgewiesen werden. Es ist eine weltliche Volksschule, in der alle Gegenstände im modernen Hebräisch gelehrt werden; die Lehrbücher stammen größtenteils aus Palästinensischen Verlagen. Alle Streitigkeiten zwischen Juden werden im „Beth din" (Gericht) beigelegt. Wer sich dem jüdischen Schiedsgerichte nicht stellt, gilt als verfehmt, er wird unter Juden nicht mehr mitgezählt, lieber die Streitsache fällt das Gericht den Schiedsspruch „Din thoire", der hebräisch ausgefertigt wird und sofort in Rechtskraft erwächst. Das Verfahren ist einfach und wird gewöhnlich, wenn nicht besondere Fälle vorliegen, schon am Tage der Klageerhebung jn einer Verhandlung erledigt. Gerichtet wird nach dem jüdischen Kodex, dem Schulchan aruch. So einfach das Verfahren, so einfach der Gerichtssaal. Ein kleines Zimmer beim Tempel, ein Tisch, drei Sessel. Das Gericht entscheidet im Dreierkollegium. Der Vorsitzende ist ein schneeweißer Mann, schon über 30 Jahre übt er sein Amt aus. Ich frage ihn nach dem Verfahren, der Verläßlichkeit der Beweismittel, des Zeugenverhörs. „Hier lügt kein Jude," antwortet er, „was er vor Gericht sagt, ist heilig." Es ist ein schlichtes Häuschen, in dem der Wunderrabbi seinen Hof hält. Das Zimmer, in das ich trete, füllen des Rabbi Chassidim (Frommen). Mit denn engeren Kreis derselben sitzt er selbst — es ist kurz nach Mittag — gerade zu Tisch. Ein patriarchalisches Bild: An der Schmalseite des Tisches sitzt der Rabbi, eine mächtige Gestalt mit langem, weißem Prophetenbart, rechts und links steht je einer seiner Gabbai (Sekretäre). Um die lange Tafel herum sitzen über 20 Chassidim, alle mit Vollbart, vom dunkelsten Schwarz bis zum Silberweiß, mit langen Schläfen locken, breitem schwarzen Hut und Kaftan. Die beiden Sekretäre reichen die Speisen. Es gilt als besondere Auszeichnung, von den Ueberresten von des Rabbi Tafel genießen zu können und so ruft denn der Gabbe namentlich jene Chassidim auf, denen die Ueberreste von des Rabbis Teller „Schraim" zukornmen. Viele der am Hofe des Rabbi lebenden Chassidim sind sogenannte Joschwim. Sie haben Eltern, Frau und Kind verlassen und sind von weit und breit gekommen, um Ln der Nähe ihres Rabbi leben zu können. Der Vorraum zu des Rabbis Gemach füllt sich indessen mit Juden, die von nah und fern an seinen Hof Pilgern. Jeder einzelne muß zunächst zu einem der Sekretäre, der sein Nationale und seinen Wunsch auf einem Zettelchen (Quittel) vermerkt. Mit diesem werden sie dann zum Rabbi vorgelässen, der die erwünschte Auskunft, bezw. den erbetenen Rat erteilt. Eine heitere ,Literaturgeschichte". Sie stammt natürlich — muß es gesagt werden? — von Herrn Adolf Bartels, der mit beneidenswerter Rüstigkeit immer noch die lustige Person auf dem deutschen Literaturtheater agiert und wie der Kasperle unserer Kinderzeit mit seiner Pritsche nach Judenköpfen schlägt . . . Aber Kasperles Pritsche ist aus Pappe und die Inden, die er erschlug, sind alle noch quicklebendig, auch wenn sie Zufällig schon früher"starben, wie jener Heinrich Heine, den Herr Bartels doch bekanntlich endgültig erledigte-nein, es lohnt wirklich nicht, sich über, diesen Herrn aus- Zuhalten, bem irgendein unüberlegter Duodezfürst einmal den Professorentitel verlieh und der seither dem komischen Wahn verfiel, ein Literarhistoriker zu sein, trotzdem seine Unbildung nur von der Unfähigkeit, ein richtiges Deutsch zu schreiben, übertroffen wird. Wie gesagt, ein halb mitleidiges, halb verächtliches Lächeln ist alles, was ihm gebührte, wennwenn sein Buch „Die deutsche Dichtung der Gegenwart, die Jüngsten" nicht in dem bisher angesehenen Berlag von G. Haessel in- Leipzig erschienen wäre, einem Verlag, der die Ehre genießt, die Werke Konrad Ferdinand Meyers herauszugeben und dessen Name sicher manch Lernbegierigen und Aufschlußbedürftigen dazu verführt, sich die Literaturgeschichte Bartels Zu kaufen. Dieser wird sich nach den ersten Zeilen arg hereingelegt, ja betrogen fühlen, denn er bekommt für seine 36 Mark bloß einen mit albernen Schuljungenphrasen und antisemitischen Nandbeurerkungen versehenen Katalog und keineswegs, wie er erwarten durfte, eine Literaturgeschichte, die zu schreiben sich Herr Bartels mit naiver Gewissenlosigkeit selbst für unfähig erklärt, —- da ihm das hierzu nötige Material unbekannt ist. Jawohl, das gibt er offen mit den Worten zu: „Erst müssen dem Literaturhistoriker wieder alle Bücher Zur Verfügung stehen, wenn er Urteile formulieren -und zuGnivven ordnen soll." Wenn er es auch verschämt nur mit Bücher- und nicht mit Bildungs- und Talentmangel motiviert: Immerhin gesteht Herr Bartels, daß er weder Urteile zu formulieren, noch sie in Gruppen zu ordnen imstande ist. Wenige Seiten weiter aber unternimmt er es dennoch und zwar auf eine sehr spaßige Art. Er teilt die Schriftsteller in Sensationisten, Maniristen, Exotisten und Erotisten ein und ist auf diese schönen Vokabeln eigener Fechsung offenbar furchtbar stolz. Ganz schlecht ist er auf die Erotischen zu sprechen. Zwar schickt «er voraus: „Bei Goethe und Keller hat mich -das Erotische nie in als gestört . . .* /i.L1sLnLjxv -L.LQa.vMs LnLolk LLossv, kür »LrulL. LolErrnxsn D6«E»oklL»üs nuü L«» Berlin 8VV19, Jerusalemer Straße 45-49 , Breslau / Chemnitz / Cöln a. Nh. / Dresden / Düsseldorf / Eriurt / Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Lamburg / Lannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim , München / Nürnberg / Stuttgart , Prag / Wien / Warschau / Basel / Zürich 6e/rtr'/a /^Allwerbesse/'e/' §porirrnck TÄrrrgirnLel, //ü/tFÜ/'ker, Lekküpfe/' rrr/- /uZenckckck sc/ckanL-r, elegantes /2»rr-- rmck Kariöse-- Lacknn§. l/nenk- /ü> /ecke Oame, ck/e arr/ §c/rmr'e§sam/cs/r cker- /^rrr-, -lnmut urrck Oarrs, ^/a>l/rrfä't ckes 6an§e§ lNert i^errrn^errr §arrr ckur-ck aick^us^ncks mr/cte MassaZsuck/Lrrne ck/e 1Ä5i//e/r/)a/'lie, s/ätren ckas /Oerr^, Fac/rerr cken /.erab rrnck stecken ckrs /usenckckc/rs MH drecke? -er. Lester M't/e/ rar kNiecksr-er-tonorrnZverlorene/'?05msc/rö'n/rer'ten^ ei^arrteser tto^setie/'sat^. ^errsserst an§ene/rm rm 7'ra^e/r, Ziöt /e-cksr Lerve§un» nac?r rrnck rst aue/r /är Nänre» rrrnerr unck s^o^ttr-erbencke Damen von /ro/rem leerte. Eenlils sis8tiscke reidtrszer sinä äis besten cZer ^elt unä vercken von ersten Lutorrtälen äauernü empkoblen. 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