Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 22 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 346 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Uoiipcl aß in Frieden und mit großem Appetit seine Letzsuppe und seinen wohlgeratenen Magen. dtach Wochen begegnete der Bürgermeister meinen Vater. „Unsere Truppen haben gegen die Preußen verloren: aber einen siegreichen Hessen haben wir doch im Lande. Und dieser eine Hesse hat sogar gegen einen preußischen Major, gesiegt." (Sr hatte lachend, wie mit eineck leicht verborgenen Triumph gesprochen. Mein Vater horte mit einem fröhlichen Lächeln dem Bürgermeister zu. dann erwiederte er: „Ich freue mich als Heise und Jude einen preußischen Major überwunden zu haben. Aber den wirkliche» Lieger haben Lie doch nicht genannt. Herr Bürgermeister." Dieser sah meinen Vater, dessen geistsprühenden Humor er kannte, erwartungsvoll an. ...LoV rinn wer war denn der wirkliche Sieger?" „Mein Ruhetag, der SchabboS!" „Daran habe ich nicht gedacht, aber ich glaube,. Sie haben Recht." Sinnend schritt er weiter. Arthur Kahn. Das jüdische Land pK Bildet a u § C r e z 3 s r a e I Die nachfolgenden Schilderungen entnehmen wir Briefen, dl« ein . . junger Lhakuz aus Deutschland seinen Freunden geschrieben hat. Sie sind veröffentlicht in der Führerzeitung d«5 „vlauweih". Gestern habe ich eine seine Fabrt ge- Slättern gedeckt. Weiber mit großen macht. Um sieben Uhr zogen wir los, Krügen auf dem Kopf, in schöner Haltung, durch Hügel und Ebene, Felder und weinandere am Soden kauernd, Hühner, Hunde, berge, immer mit dem Slick auf die Kühe, Schafe, Kamele, alles durcheinander judäischen Serge. Durch ein arabisches auf der Landstraße. Lin kegelförmiger Dorf: Häuser wie aus Sand zum Spiel Erdhaufen der Sackofen,- ein wunderbar gebaut, Lehm und Stroh vermischt, mit breit ausladender Maulbeerbaum, darunter der vrunnen, aus Steinen hoch aufgemauert, rohe holzzahnrüdübertragung; an den dicken Balken arbeiten, schieben drei Frauen, ün einer Stelle statt weg ein drei Meter tiefes Loch voll Wasser, ein schmalerweg amKand. Felder, Kaktushecken, eine eingestürzte Brücke, Dreck, ausgetrocknete Flußbette mit immer weiter abstürzenden Ufern, ein Lehmhaufen; ein arabisches Dorf, ein Haus ans andere gekleckst. Ln der Mitte ein anständigeres Haus, darin der Effendi oder Scheich, d. h. derjenige, der Isaak; St g«n Geld hat, für die Fellachen 14'! 346