Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 21 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 325 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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H „ Da j e n u In Spanien lebte einst ein sehr reicher .ein. Als der Kaufmann mit seinen ge- Kaufmann. Er tat viel Gutes and schickte ladenen Armen von der Synagoge nach den Armen Natzruiig und Kleidung. Auch Hause ging, sah es der König und glaubte: lud er viele Arme zum Sederabend ein. „Wahrscheinlich geht der Kaufmann mit Die armen Leute sorgten sich um nichts, den Leuten zur Beratung, .wer der Dieb. denn sie wußten, daß der Wohltäter ihnen ist; den muß ich belauschen." Die Leute helfen werde. Bus einmal verlor der beteten laut in der hagadah. Da kamen Kaufmann sein ganzes vermögen. Wieder sie bis zu „vajenu". Der König hörte war es dicht vor peßach. Die armen Leute Murmeln und vernahm immer das Wort sorgten sich um nichts; denn sie vertrauten „vajenu". Der König hatte nun einen fest auf ihren Wohltäter. Die Leute wußten Diener, dessen Name ähnlich klang wie natürlich nicht, daß der Kaufmann plötzlich das Wort Vajenu. Da glaubte der König: so arm geworden war. Der Kaufmann Der „hohe Kat" (die Ledergenossen) be» aber sorgte und grämte sich sehr. Er sann schuldige seinen Diener, er sei der Dieb, und sann, aber es fiel ihm nichts ein, wie Der König ging nach Hause, und ließ seinen er der Not abhelfen könnte. Der Kauf- Diener vor sich kommen. Der Diener kam Mann dachte: „Gott wird Helsen." Und und der König fuhr ihn zornig an: „Gib Um seine Sorgen zu vergessen» las er die mir sofort das gestohlene Diadem oder ich Zeitung. Da stand groß gedruckt: „50000 lasse Dich sofort aufhängen." Der Diener Louisdor Belohnung für die Auffindung sprach zitternd und bebend: „hier, o König, des Diebes, der dem König ein sehr kosthast Du das Gestohlene wieder zurück" bares Diadem gestohlen hat/ Da dachte Der Diener wurde nachher streng bestraft, der Kaufmann: bas wäre etwas für mich. Nach Ablauf der 8 Tage wurde der Kauf- Er überlegte, was zu tun fei und dachte: mann vor den König geladen. Er erschrak „Gott wird helfen." Der Kaufmann ließ sehr; denn er glaubte, es gehe um fein sich beim König melden, und wurde zu Leben. ihm geführt. Der Wohltäter sprach: „Ich Da sprach der König : „hier hast will den Dieb binnen.8 Tagen ausfindig Du noch die 40000 Louisdor, da durch machen, nur muß ich 10000 Louisdor Deine Hilfe der Dieb gefunden worden ist. Vorschuß haben." Der König willigte ein Nämlich ich sah, wie Du mit Deinen weisen und sagte: „Ich gebe vir das Geld, doch aus der Synagoge heimgingst. Da besolltest du mir während dieser Zeit den lauschte ich Dich und hörte euern Bat und Dieb nicht bringen, so wirst Du aufgevernahm immer das wort vajenu; da knüpft." Der Kaufmann empfing das wußte ich, daß mein Diener der Dieb war. Geld und versorgte wie jedes Jahr seine hier hast Du auch noch ein Geschenk für Armen. Er kümmerte sich nicht um den Deine Weisen, damit sie auch nicht leer ' „Ganew" und sagte: „Gott wird Helsen." ausgehen." Der liebe Gott verläßt keinen Er lud seine arMen Leute zum Zederabend Menschen, der auf ihn vertraut. Ld. Glaß, Var vochbalejer in St. ©allen. 325