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Bar Kochba · 1921-04-01 · Heft 19-20 (April 1921) · p. Seite 308

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 19-20 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
Seite 308 (sequence 20)
Language
German
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sogleich tritt der Jüngling ein und geht dir in die Mitte der Zimmers, dar Schwert an der Seite, mit Leder gegürtet, den Stock in der Hand und den Sack über den Schultern. Rn den Füßen trägt er genagelte Sandalen mit ausgebogenen Spitzen und sein Kleid ist über und über bestaubt. Und plötzlich bricht im ganzen Raume ein lauter Jubel los, alle bestürmen ihn mit Fragen. „Wiegehtes Jerusalem, der heiligen Stadt?" „Wie geht es ünsern Brüdern, die dort vor Gott sitzen, im Lande der herrlich, beit?" „Wann wird der Erlöser Kommen, uns zu erlösen?" „Bringst du uns eine Botschaft von unserer Befreiung und Erlösung?" . Und er sagt ihnen einen herzlichen Gruß von Jerusalem, von den Weisen daselbst, von den Städten und Dörfern, den Feldern und Hügeln, von den heiligen Gräbern. Und im Namen der Weisen in der heiligen Stadt meldet er ihnen, es seien Zeichen geschehen, daß der Erlöser bald kommen und die eiserne Mauer zerschmettern werde, die sie von der Heiligen Stadt scheidet. Und alle lauschen andächtig seinen Worten: dann heben sie die Hände auf und wiederholen viele Male mit langen Seufzern und innigem Schmerz und mit herzlicher Inbrunst: „Ja, so sei sein Wille, so-sei sein Wille!" Mazzoh: „Dies ist das Brot des Elends, das unsere Väter im Lande Mizrajim aßen." petzach in Palästina schilderte vor einiger Zeit ein christlicher Beobachter folgendermaßen: Da die Juden seit der Zerstörung des Tempels zu Jerusalem das Gsterlamm nicht nach der Vorschrift im Vorhofe des Tempels schlachten können, ist das passalamm aus der Feier ausgeschältet, bis Gott ihnen das Land der Väter und den Tempel zurückgegeben haben wird. Um so wichtiger ist das ungesäuerte Brot für ihre passahfeier geworden. Schon in der Erntezeit, also etwa neun bis zehn Monate vor dem Fest, gehen die Rabbiner auf die Dreschtennen hinaus, um den Weizen für das Gsterbrot einzukaufen, bevor die Tiere ihn ausdreschen, damit er nicht durch ihre Füße verunreinigt werde. Der Weizen wird dann auf einer neuen Matte ausgefchlagen. ^sede Familie kauft dos so vor Verunreinigung sorglich bewahrte Korn und beGahrt es in neuen Säcken auf. Fast in, jedem Hause kann man den Sack mit Gsterweizen an der Decke hängen sehen./ vier bis sechs Wochen vor dem Feit lesen , Frauen diesen weizen aus einem reinen Tuche sorgsam aus. Ihre Hände haben sie sauber gewaschen, Mund und Rase mit einem Tuche verbunden, damit das Korn nicht durch ihren vom Genuß des gesäuerten Brotes verunreinigten fitem berührt wurde. In neuen Sacken wandert der Weizen dann in Mühlen, die vorher aufs genaueste von allem andern Korn und Mehl gesäubert sind. Während dieser Zeit darf der Müller nur Weizen für Gsterbrot mahlen. Ruch die Backöfen müssen rein sein von jeglichem Sauerteig. Gewöhnlich mietet man einen oder zwei Gefen, um darin den ganzen Bedarf für die Gemeinde zu backen. Während die Bäcker das Gsterbrot backen, sind die Frauen eifrig beschäftigt, die Häuser zu reinigen. Die Wände werden gekalkt, der. Fußboden sorglich gescheuert, sogar die Fugen zwischen Steinplatten bestrichen. Rlle Hausgeräte, Tische, Bretter müssen außer dem Hause gereinigt werden. In Tibertas 308

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