Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 16 (Februar 1921)
- Date
- 1921-02-01
- Page
- Seite 254 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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wollten ihm nicht glauben. Da riefen sie Venaja, und der treue Diener, den der falsche König verstoßen hatte, erkannte seinen alten Herrn sofort. Auch meldete sich ein kleiner Stalljunge, der gesehen hatte, wie der angebliche König einmal seinen langen Mantel etwa» geöffnet habe, und darunter hatte er hühnersühe gehabt. Er weih aber jedermann, daß nur die Geister hühnersühe haben, und so ahnte dar Sqnhedrion schon, welcher Betrug geübt worden war. Nun ging Salomo in den Palast, und der Ring an seiner Hand funkelte, daß niemand ihm den Eintritt verwehrte. Er ging geradeswegr in das prachtzimmer, in dem Üschmodai sah. Der sprang auf, von Schrecken bleich, da hielt ihm König Salomo d«n King entgegen, und, mit einem furchtbaren Knall verschwand üschmodai. So war große Freude in Jerusalem und in ganz Israel, und wo der König und feine schöne Gemahlin sich zeigten, wurden sie mit Jubel empfangen. . König Salomo hatte aber von der ganzen Geschichte doch solchen Schreck bekommen, dah von da an immer sechzig gewaltige Helden an seinem Veite wache halten muhten. .. .. w ös d i e B I um e n e r z ä h l e n Die Sonne hat es mir angetan. Ich halte er im Zimmer, nicht mehr aur., In dar Freie stürme ich. Dort lebe ich auf. Var Gehen ist Mir zu langsam» ich laufe und weih nicht wohin, immer weiter. Ich freue mich und weih nicht weshalb. Ich liebe und weih nicht was. Die Welt möchte ich umarmen. Ich weih nicht Mehr, wer ich bin, ich vergesse mich. Ich fühle nur noch Freude, Liebe! Ich singe. Ich werfe mich auf eine wiese und sehe in den blauen Himmel. Kein menschlicher Laut dringt an mein Ghr, aber viele tausend andre, viel schönere Stimmen höre ich. In dem winde winken mir die ylümen zu und heißen mich in ihrer Gesellschaft willkommen. Sie Haben eine eigentümliche Sprache. Wenn eine viene auf einer Aufnahme findet, rufen schon hundert andere und laden sie auch ein, bei ihnen einzukehren. Jede vlunie will sich besonders schön machen, damit ihre Einladung auck» Gehör findet. Die eine hat ein Kleid aus blauem Damast. Die andere ein gelbseidenes mit weitzer Spitze, diese eins aus Hellem und jene aus dunkelrotem Sammt. hat eine vesuch, da lacht und freut sie sich. Man sieht er an ihrem Gesichte an. Der Gast wird aufs beste bewirtet, denn er soll ihr tieberbote sein. Vas ist ein gastliches Völkchen. Da unten am Wiesenrand wohnt das Mohnblumenmännchen und sehnt sich nach seiner Frau. Er kann aber nicht fort und grämt sich und weint. Da bekommt es vesuch. Lin Kohlweihling, der eben vorüberfliegen wollte, sah den vor Schmerz weinenden Mohn. Lr stutzte, heute, am Iontew, am Schabber, ist jemand auf der Erde traurig? Schnell entschlossen, flattert er zu ihm hinüber um sich nach seiner Trauer zu erkundigen und ihn zu trösten. „Über gut Schabber, mein Freund", beginnt der Schmetterling, „war ist euch? weshalb seid ihr so traurig? Gestern hat es doch erst geregnet und ihr habt aller in hülle und Fülle." „üch liebster vruder," erwiderte dar Vlümlein, ,«hr könnt fliegen, wohin ihr wollt, aber ich stehe hier allein und drüben aus der andern Seite der wiese lebt meine Frau. Seit drei Tagen hat mich niemand besucht, der für mich ein Zeichen meiner Liebe zu ihr Hätte hinüber nehmen können. Ich habe soviel gerufen, dah ich jetzt ganz heiser bin, aber niemand hat aus mich geachtet, war 254