Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 16 (Februar 1921)
- Date
- 1921-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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nützt mir das gute Wen und Trinken, wenn ich weih, daß meine Frau sich um mich ängstigt?" „Kch. lieber Gevatter, seid nur wieder lustig! Ich habe setzt ein wenig Zeit und bin gern bereit, Euch diesen kleinen Dienst zu erweisen." Kl» das der Mohn hörte, da war er gleich wieder lustig und froh. Der liebe Gast wurde nun gut bewirtet. Aus allen vorratsschränken trägt er das beste auf. während sich nun unser Freund an dem ausgezeichneten Mahle genug tat, suchte das vlümchen alle Goldperlen'), die sich in seinen Gemächern fanden, zusammen und tat sie in ein Päckchen. Als der Schmetterling sich gesättigt hatte und sich verabschieden wollte, gab er er ihm mit der Sitte es seiner Frau zum Zeichen seiner unerschütterlichen Liebe aurzuhändigen. Sei Frau Mohnblume angekommen, entledigte er sich sofort seines Auftrages. Die Goldperlen versteckte sie gleich in dem dunkelsten Winkel ihres heiligsten Schrankes. Auch hier wurde der gefällige Schmetterling bewirtet und konnte sich von seinem anstrengenden Fluge erholen, denn er war windig draußen. Aber bald, da es zu dunkeln begann, mußte er sich auf den Heimweg machen. wenn wir nach einigen Wochen Frau Mohn besuchen würden, würden wir wahrnehmen, daß sie ihren roten Schmuck abgeworfen hatte, denn der Vesuche war sie nun überdrüssig geworden. Var Schränkchen aber, in dem sie die Goldperlen verwahrt hatte» wuchs und wuchs. Es wechselte auch seine Farbe und nahm eine gelbliche für die grüne an. Eines Tages geschah nun etwas ganz ungeheuerliches. Die Türen der Schrankes sprangen auf und wenn ein Windstoß ihn bewegte fielen immer mehrere kleine schwarze Körnchen heraus, die der wind ergriff und forttrug. Unter irgend einer Erdscholle suchte es dann vor wind und Wetter Schutz. Diese Körnchen sind die Samen der Mohnblume. Kehren wir im Herbst zu derselben Stelle zurück, so finden wir statt des unscheinbaren Kornes, eine Pflanze,' die sich rosettenartig aus dem Soden aürbreitet. Im nächsten Sommer treibt sie aus ihrer Mitte einen Stengel, der ihren roten putz tragen soll. . Zochanan Abraham Thorner, Var Xochba-Leser *) Die Wissenschaft nennt er vlÜlenstaub. Tarsus (K I e i n fl | i n) WM; 2E