Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 16 (Februar 1921)
- Date
- 1921-02-01
- Page
- Seite 253 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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inein. vergeblich herrscht« er sie an: „Seht ihr Elenden nickt, daß ich der König ip?" Sie verlachten ihn nur und stießen mit den Lanzen nach ihm, alr er gewaltsam den Versuch machte, hineinzugelangen, von dem lauten Streit der Worte angelockt, sammelte sich ein Hause Neugieriger vor dem Tor, und Salomo mußte zu seiner Verzweiflung erfahren, daß niemand aus seinem Volke ihn erkannte, noch an seine Worte glauben wollt«. Da bat er, daß man den Mundschenken rufe, seinen höchsten Veamten.denn der würde ihn sogleich erkennen und ave Zweifel zerstreuen. Der Mundschenk kam herbei, Salomo ging ibm mit aurgebreiteten Armen entgegen. »Du, Mein treuer Diener, wirst Mich gewiß nicht verleugnen, du mußt mich ja wiedererkennen!" „wer ist dieser Mann?" fragte der Mundschenk, und wich vor der Gestalt der vermeintlichen vettlerr einen Schritt zurück- „Herr, er ist wahnsinnig, er sagt, er sei der König," antwortet« eine der Schildwachen. Da lachte der Mundschenk, nahm seinen Mantel von der Schulter, warf ihn Salomo zu und sagte: „Da nimm, armer Narr. Lin König bist du nicht, sei zufrieden, wenn du einen Mantel hast." Und er ging in den Palast zurück. Als Salomo sich so auch von seinem ältesten Und treuesten Diener verraten glaubte, fluchte er der Stadt Jerusalem, die ihm all ihre Herrlichkeit verdankte, und er ging in die Hauptstadt des Königs von Ammon. Dort verdingt« er sich dem Koch de» Königs als Wasserträger und Holzspalter. Allein der Koch merkte bald, daß sein Gehilfe von besonderer Art war, denn er wußte von Tieren und Pflanzen die seltsamsten Dinge zu erzählen. Und er machte ihn zu seinem Gehilfen. Lines Tages kamen auf des Königs Tisch nur Speisen, die Salomo selbst zubereitet hatte. Sie mundeten bem König besonders gut, Und er ließ sich den kommrn. der sie gekocht hafte. Nun hatte der König aber eine Töchter, namens Noemi, und die saß mit ihm bei Tische, als er Salomo zu sich rufen ließ. Als sie ihn sah, verliebte sie sich gleich in ihn. Darob wurde aber der König Zornig, und er wollte ' Salomo gleich hinrichten lassen, va bat und bettelt» die Königstochter so lange, bis er sich erweichen ließ. Uber er verbannte beide in die Wüste, und da half kein Klagen. 6, wie USnig Salomo sich vor Gott demütigt ünd seinen Thron wiedergervinnI. Als Salomo mit seiner Gefährtin so in der wüste saß, weit entfernt von allen Menschen, tags in der glühenden Sonne, nachts im kalten Tau, unter wilden Tieren und Vögeln, da dachte er endlich an den Einzigen» der ihn retten konnte, und er erkannte, daß alles, was ihm begegnet war, Strafe Gotte» war für seinen törichten Hochmut. 2n brennender Scham warf er sich nieder und flehte zu Gott. Und als er so sein Herz ausgeschüttet Und sich vor Gott gedemütigt hatte, da wurde ihm plötzlich ganz leicht und fröhlich ums Herz. Er machte sich mit seiner Gefährtin auf di« Wanderschaft und kam in die Nähe des Meeres. Da begegnete ihm unterwegs ein Fischer, und bot ihm Fische zum Kauf an. Lr nahm einen, und als er ihn abends ausweidefe, um ein Nachtmahl davon zu kochen, - wer beschreibt sein Erstaunen! va fand er im Magen der Fischer den Wunderring, den er dem Aschmodai geliehen und den dieser ins Meer geworfen hatte! Er steckte ihn hurtig an seinen Finger, und mit Tränen in den Augen dankte er Gott, denn nun, - dar wußte er. - konnte wieder niemand seiner Macht widerstehen. Die beiden eilten nach Jerusalem, wo gerade dar Sqnbedrion, dar große Gericht, versammelt war, Salamo erzählte den weisen alle», war ihm begegnet war, aber sie 253