Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 16 (Februar 1921)
- Date
- 1921-02-01
- Page
- Seite 252 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ver w u h $ d) ü m i r > ' lSchl«») ' 4wi« Aschmodal sich an König Salomo rächt«. König Salomo baute nun mit f)ilfe des Wurmes Schamir den Tempel <5ottes aus behauenen <Qua6ern, über denen dennoch niemals das Eisen geschwungen worden war. Und als er so das große Werk vollendet hatte, wuchs der Stolz auf seine Macht in ihm so sehr, wie er bei keinem Menschen wachsen soll. Lr häufte Schätze auf Schätze, baute einen Palast nach dem andern, und es gab keinen Wunsch, den er sich nicht erfüllen konnte. Aschmodai lebte aber immer noch am Hose Salomos, gefesselt und seiner Macht beraubt, unablässig auf Rache sinnend. Als er nun sah, wie der Stolz und das Machtgelüste Salomos keine Grenzen kannten, ließ er sich eines Tages zu ihm führen und sprach zu ihm: „Du bist mächtig, König Salomo, aber ich kann dich noch zehnmal mächtiger machen, Löse pur aus einen Augenblick meine Fesseln und gib mir deinen Aauverring, dann werde ich dich größer machen, als je ein Irdischer war, ist und sein wird." König Salomo ließ sich vom Ehrgeiz völlig blenden, er löste die Fesseln Aschmodais und gab ihm seinen Ring. Da wuchs Aschmodai zu einem Kiesen, dessen Haupt bis in die Wolken ragte, mit'der Rechten schleuderte er den Ring in das Meer, wo es am tiefsten ist, und Mit der Linken warf er König Salomo tausend Meilen weit. Dann nahm er die Gestalt und die Stimme des Königs an, so daß auch dessen vertrauteste Diener nicht merkten, wer er war. 5. wi« XSnig Salomo für i«in«n Stolz büh«n mutzt«. Als König Salomo von der Betäubung des Sturzes, den er getan, erwachte, fand er sich meilenfern von Jerusalem in einer Gegend, die ihm fremd war und in der ihn niemand kannte, wenn er den Leuten sagte, er sei der König von Israel, so lachten sie ihn aus und spotteten über den Narren, der sich für den weisen und mächtigen Salomo hielt. So beschloß er, unter tausend Mühen und Beschwerden zu Fuß zu wandern, bis er wieder nach Jerusalem käme, wo das Volk ihn jubelnd einholen würde. Im Gedanken an diesen Tag der Freude und des Stolzes ertrug er alles, was ihm der wochenlange Weg an Mühsal und Demütigung brachte, und je mehr er sich der Hauptstadt näherte, um so aufrechter wurde sein Gang und um so stolzer sein Blick, denn nun war ja die Stunde nicht fern, in der er wieder König sein würde in Israel. Aber eine große Enttäuschung wartete seiner. Als er durch das Tor in die Stadt kam und die Menge ihn umbrauste, hoffte er schnell erkannt und im Triumph in den Palast gebracht zu werden. Aber niemand kümmerte sich um ihn. „Sie erkennen Ihren König nicht, weil er vettlerkleider trägt und durch die Mühsale der Reise abgezehrt ist," dachte er, und eilte, um in den Palast zu kommen, sich seinen alten, treuen Dienern zu erkennen zu geben und dann durch Schofarton dem Volke verkünden zu lassen, daß sein König heimgekehrt sei. Endlich gelangte er an das Tor des Palastes. Aber als er hindurchschreiten wollte, Kreuzten die Schildwachen, di« davorstanden, ihre Speere und ließen ihn nicht 252